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{Vorlesen an ungewöhnlichen Orten} Malalas magischer Stift

Unsere Reihe Vorlesen an ungewöhnlichen Orten geht in die dritte Runde – und dieses Mal bewegen wir uns ganz aus Nalbach heraus in die nächste Ebene: den Landkreis Saarlouis. In Saarlouis treffen wir den Landrat Patrik Lauer. Mit ihm gehen wir auf Reise in ein fernes Land und erfahren, wie wichtig es ist, seine Stimme zu erheben und sich für die Rechte anderer Menschen einzusetzen und ihnen zu helfen.

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Malalas Geschichte

Malala ist ein Mädchen, das in Pakistan geboren wurde. Pakistan ist ein Land, das an Indien angrenzt und es ist ein Land auf der Welt, in dem es Frauen immer noch am schlechtesten geht, weil sie dort die wenigsten Rechte haben und unterdrückt werden. (Die Vereinten Nationen stellen Pakistan beim Index der geschlechtsspezifischen Entwicklung an 133ster von 160 Stellen. Beim Global Gender Gap Report vom Weltwirtschaftsforum steht Pakistan an zweitletzter Stelle.)

Malala ist ein ganz normales Mädchen, das auf die Schule geht, aber dann sind da Sachen passiert, da wurde es auf einmal schwierig überhaupt auf die Schule gehen zu können. Und dann hat man zwei Möglichkeiten. Man kann aufgeben. Oder man kann sagen, dass die Schule einem wichtig ist, dass da etwas passieren muss. Genau das hat sie gemacht und hat letztendlich soviel damit bewirkt, dass sie zur jüngsten Friedensnobelpreisträgerin der Welt wurde. Den bekommt man dann, wenn man sich für etwas ganz Besonderes einsetzt.

Und diese Geschichte haben wir erfahren, indem uns Landrat Patrik Lauer uns aus dem Bilderbuch „Malalas magischer Stift“ vorliest.

Zu Hause schaute sie gerne die Serie Shaka Laka Boom Boom, in der ein Junge einen magischen Stift hatte, mit dem er seine Zeichnungen zum Leben erwecken konnte.


Lauer: [liest]

Wenn ich einen magischen Stift hätte, würde ich ihn benützen, um das Schloss an meiner Tür anzubringen, damit meine Brüder mich nicht stören könnten. Oder die Zeit anzuhalten, damit ich morgens noch eine Stunde schlafen könnte. Oder den Gestank des Müllbergs in der Nähe unseres Hauses zu beseitigen. Oder ich würde ihn dazu benützen, andere Menschen glücklich zu machen. Ich würde die schönsten Kleider der Welt für meine Mutter zeichnen. Die besten Gebäude des ganzen Tals für meinen Vater zeichnen, damit er viele Schulen eröffnen könnte, in den Kinder umsonst lernen könnten. Oder einen richtigen Ball zeichnen, damit meine Brüder und ich nicht mehr mit einer alten Socke spielen müssten, die mit Abfall gefüllt ist.

[…]

Christine: Jetzt überlegt mal, ihr hättet einen magischen Stift, was würdet ihr denn machen?

Ich: Eine Tafel Schokolade, die nie leer wird…

Christine: Mein Sohn würde sich den größten Eisbecher der Welt malen.

LSW: Ich würde anderen Menschen helfen wollen und Armen Kleider und Geld geben, für die, die es sich nicht leisten können.

Elisa: Ich glaube ich würde mir Flügel malen. Ich glaube, ich würde auch gucken, dass ich armen Kindern helfe, indem ich ihnen Geld gebe […], dass sie sich was kaufen können oder essen. […]

LSW: Ich würde malen, dass andere Kinder auch zur Schule können.

Christine: Das Thema haben wir gerade in der Mittwochsgruppe. Aus der Elfenbeinküste ist da gerade ein Lehrer da, der Olivier, und der hat am Mittwoch erzählt, wie es an der Elfenbeinküste aussieht. Da sind die Kinder 50, 70 Schüler in einer Klasse. Da haben die Jugendlichen aus der Mittwochsgruppe, die haben dann auch so Augen gemacht, als der erzählt hat. […]

LSW: Ich würde meinen Freunden noch einen magischen Stift malen.

Christine: Das ist schwer clever!

Lauer: [liest weiter]

[…] wenn ich den magischen Stift hätte, dann würde ich ihn benützen, um eine bessere Welt und friedlichere Welt zu zeichnen. Als erstes würde ich Krieg, Armut und Hunger ausradieren. Dann würde ich Mädchen und Jungen als gleichberechtigt bezeichnen.

[…]


Doch Malala kann sich nicht auf einen magischen Stift verlassen und bemüht sich darum, die beste Schülerin der Klasse zu sein. Nach ein paar Jahren wird es gefährlicher und immer mehr Mädchen kommen nicht mehr in die Schule. Malala beginnt zu schreiben, darüber, wie es ist, mit Angst zur Schule gehen zu müssen, darüber, wie stolz sie darauf ist, auf die Schule zu gehen. Und Leute aus der Welt hören ihr zu.

Das war ziemlich mutig. Denn hier kommt ein schwarzes Kapitel. Man hat versucht, sie aufzuhalten, man hat einen Anschlag auf sie verübt. Zum Glück hat sie das nicht aufgehalten, ganz im Gegenteil.

So hat Malala ihren magischen Stift gefunden, indem sie selbst hart daran gearbeitet hat, ihre Stimme zu erheben, den Mut zu haben, für ihre Überzeugungen ihre Stimme zu erheben. So hat sie es vor die Vereinten Nationen geschafft und vor allen gesprochen, vor den mächtigsten Botschafter der Welt.


Lauer: [liest]

Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt retten.

Das war also die Geschichte.


Christine: Und es war tatsächlich so, dass die Menschen, die auf der schwarzen Seite im Buch Malala verboten haben, auf die Schule zu gehen, die haben ja auch viele andere Sachen verboten – und sie hatten wirklich eine solche Angst davor, dass Malala bekannt macht, was dort geschieht, dass sie irgendwann einen Anschlag im Bus gemacht hatten. Malala wollte also mit dem Bus fahren, die Leute haben einen Anschlag auf sie gemacht und haben ihr dann auch in den Kopf geschossen. Wie durch ein Wunder hat sie das ganze überlebt, hat Pakistan dann aber auch verlassen müssen. Seither hat sie in England eine Heimat gefunden. Und das war was, womit die Leute, die Malala unterdrücken wollten, nicht gerechnet hatten, denn dann hat auf einmal die ganze Welt hingeschaut. Die ganze Welt hat mitbekommen, dass die ein Mädchen umbringen wollten, weil es die Wahrheit sagt, weil es einfach sagt: „Ich will doch lernen. Ich will doch in die Schule gehen.“ Stellt euch mal vor, man würde euch verbieten, in die Schule zu gehen. Da würdet ihr im ersten Moment noch lachen und sagen, „juhu, keine Schule“, aber diese Menschen würden euch auch verbieten, Mädchen sollen auch keine Musik hören. Also, die haben ganz viel verboten. Dass Mädchen nicht in die Schule sollen, bedeutet ja, Mädchen sollen nicht Schreiben lernen. Die sollen nicht lernen, dass es auf der Welt Dinge gibt, die wichtig sind. Sondern, die sollen ganz klein in ihrer Familie sein und einfach nur putzen und kochen und für mehr sind Frauen gar nicht gut. Das ist es ja, was man damit sagen möchte. […] Und deswegen hat Malala auch gekämpft, es geht ja nicht nur darum, dass Mädchen nicht in die Schule können, man nimmt ihnen auch die ganze Zukunft weg. Man nimmt ihnen alles weg und dürfen keinen Beruf erlernen. Nein, statdessen, sei eine kleine Dienerin für ihre späteren Männer.

LSW: Da waren auch die Männer an der Macht und die Frauen durften fast gar nichts machen.

Christine: Das haben wir auf der Welt leider noch an vielen Orten. Das war früher auch hier so. In Pakistan, zum Beispiel, ist es so, dass Frauen nur mit der Erlaubnis ihrer Männer überhaupt arbeiten dürfen. Und das war bis in die 70er Jahre hier in Deutschland sogar so. Das wissen die meisten gar nicht mehr, aber bis Mitte der 70er Jahre, da waren eure Mütter, je nachdem, wie alt sie sind, oder vielleicht eher eure Omas, wenn die arbeiten wollten, mussten sie ihren Mann um Erlaubnis fragen. Sie mussten fragen: „Erlaubst du mir, dass ich arbeiten darf?“ Da würden die Frauen heute auf die Barrikanden gehen. Wenn da heute ein Gestz käme, da würden wir alle stehen. Aber was macht man, wenn es so ein Gesetz noch gar nicht gibt? Dann muss man darum kämpfen. Und die Frauen haben überall auf der Welt kämpfen müssen. […] Und deswegen ist es auch so wichtig, dass es einen jungen Menschen wie Malala gibt, der zeigt, dass sie nicht zu klein oder zu jung oder so ist, sondern selbst als Kind schon etwas bewegen kann. Und das ist eine ganz, ganz wichtige Geschichte, gerade weil sie wahr ist.


Und mit magischen Stiften wäre es so einfach, Dinge zu verbessern. Wir haben aber keine magischen Stifte. Dafür haben wir aber normale Stifte, und wir haben unsere Stimme und unsere Gedanken, und das ist ein Werkzeug, mit dem man schon einiges verändern kann. Wie wir die Welt selbst verändern können, dazu ist den Leseratten auch gleich etwas eingefallen:

Wie wir Menschen helfen

LSW: Kochen, für andere Menschen, die das brauchen.

LSW: Für Arme Sache spenden, die man nicht mehr braucht. Kleider und so. Oder Geld.

LSW: Wenn man lange Haare hat, kann man sich die abschneiden und sie spenden, wenn jemand Krebs hat, kann der die tragen.

Christine: Wir könnten auch Bücher verkaufen. Das machen wir ja auch tatsächlich immer. Das heißt, der Bücherflohmarkt, den wir organisieren, der ist sowas, wo jeder einzelne von euch schon mitgeholfen hat und damit ja auch versucht hat, die Welt ein bisschen zu verbessern. Wer von euch kann denn sagen, er hat schonmal was Gutes gemacht?

LSW: Gestern habe ich meinen Eltern geholfen, auf meine Schwester aufzupassen.

Christine: Ich würde auch sagen, es sind ganz oft die kleinen Sachen im Alltag. Ich sag euch mal was anderes, ganz oft hat man ja in Klassen auch Kinder, die Außenseiter sind […], das sind auch so Sachen, wo jeder, jeder einzelne etwas machen kann.

LSW: Ich habe schon oft mit meiner Mama geschrubbt, saubermachen helfen und kochen.

Christine: Ja, das sind die kleinen Sachen im Alltag, die helfen, aber darüber hinaus kann man auch einen Schritt weitergehen und beispielsweise sagen, wenn wir die Bücher verkauft haben, im letzten Jahr, haben wir es hier an den Kreis gemacht. Und deswegen ist es auch ganz gut, dass wir heute hier sind, im Landkreis, denn der Landkreis selbst, der sorgt natürlich auch dafür, dass es Sachen gibt, wie man Leuten helfen kann. Das können wir uns ja erzählen lassen. Da haben wir ja sozusagen den Chef hier sitzen.

Lauer: Ja. […] Wir haben z.B. ein Projekt, das heißt Bürger in Not, und dieses Projekt ist eins, wo wir Menschen helfen, denen niemand anderer hilft. D.h., wir haben hier in Deutschland Situationen, dass es hier ganz viele Gesetze gibt, ganz viel Hilfeleistung für Menschen. Wenn ihr z.B. […] studiert, dann gibt es ein BaFöG, das ist für Studenten, deren Eltern nicht so wohlhabend sind, damit sie Geld bekommen, damit der Staat sie unterstützt. […] Deutschland hat ganz viele Hilfesysteme aufgebaut, trotzdem passiert es immer wieder, dass Menschen in eine Situation kommen, wo der Staat gar nicht daran gedacht hat und sie auf einmal unverschuldet in einer Notlage sind und da gibt es nichts. Die stehen da und kommen nicht weiter. Da geht es z.B. darum, wenn ein Kind bei seiner Mama lebt und die Mama muss in Kur oder ins Krankenhaus, gibt es keine Regelungen, wer die Fahrtkosten zahlt, damit das Kind mal seine Mama besuchen kann. Sowas ist überhaupt nicht vorgesehen. In solchen Fällen helfen wir zum Beispiel. Oder wenn jemand nach einem Wohnungsbrand eine Erstausstattung braucht, weil die Versicherung zunächst noch nicht zahlt, dann helfen wir auch und in vielen, vielen anderen Fällen. Wir haben jedes Jahr tatsächlich 70 bis 80 Menschen, die zu uns kommen und denen wir Hilfe geben, weil wir sagen, ja, die sind unverschuldet in eine Notlage geraten, und die bekommen eine Spende, das können manchmal nur 200, 300 € sein, wenn es notwendig ist, das Höchste war 5000 €, um zu helfen. Das war dann auch ganz schlimm, wenn wir so viel helfen, dann ist der auch in einer ganz schlimmen Situation. Mit diesem Geld helfen wir Menschen mit existentieller Not. Das können wir nur, das ist ein Topf, der Bürger in Not Topf, der wird nur durch Spenden gespeist. D.h., es sind immer Initiativen wie eurer oder Spenden von Privatleuten oder Spenden von Firmen, die Geld sammeln […] Deswegen sind wir darauf angewiesen, dass wir jedes Jahr, wie von euch jetzt, von eurem Bücherflohmarkt, wo wir ganz stolz darauf sind und froh sind, dass wir Geld erhalten, damit wir den Menschen hier in unserem Landkreis helfen können.

Christine: Wir haben ja 1000 € gespenden. Das heißt, wie viele Bücher haben wir verkauft? Ein Buch sind 50 Cent.

LSW: 2000.

Christine: Stellt euch mal vor: 2000 Bücher. Das sind eine ganze Menge. Und dafür wird dann irgendwo jetzt einem oder ein paar Menschen mit Geld geholfen. Das heißt, jeder einzelne von euch, der an dem Tag Bücher geschleppt hat, aufgebaut hat, der hat damit z.B. auch beigetragen, dass auf diesem Weg jemandem geholfen werden kann. Das der Bücherflohmarkt überhaupt klappt, das geht nur, weil das gnaze Jahr über ein kleines und starkes Team das Lager besetzt. Jede zweite Woche geht es ins Lager und nimmt Buchspenden an und räumt und sortiert das, und das machen sie alle in ihrer Freizeit. Das machen sie einfach so. Die denken dann, das ist mein Anteil im Leben, da kann ich so einen kleinen Beitrag machen. […]
Jetzt hören wir noch, was so ein Landkreis noch so macht.

Wie der Landkreis Menschen hilft

Lauer: Wir fangen schon ganz früh an: Beim Kindergarten kümmern wir uns darum, dass von Anfang an Kinder von früh an Bildungsinhalte bekommen, dass schon früh gelernt wird im Kindergarten, dass da Zweisprachigkeit ist mit Französisch, ob das kleine FOrschungsprojekte sind […], die werden von uns initiiert, werden von uns auch mitbezahlt. Der Landkreis gibt also auch Geld dafür, damit solche Projekte stattfinden können. Wir bezahlen jede Erzieher_in im Kindergarten, wir schauen auch, dass ausreichend Erzieher_innen im Kindergarten sind und da bezahlen wir auch immerhin fast die Hälfte der Personalkosten. Das wissen kaum Leute […]

Dann kommen wir in die Grundschule, da sind wir bei dem Thema Bildung, da sind wir ganz stark dabei. […] Ab der 5. Klasse kommt ihr alle in Schulen des Landkreises. Dem Landkreis gehört also [z.B. das Robert-Schumann-Gymnasium in Saarlouis oder die Gemeinschaftsschule am Litermont in Nalbach] und ist auch für die Schule verantwortlich. […] Auch alle Berufsbildungszentren, wenn ihr später mal eine Ausbildung macht oder ihr macht dort ein Fachabitur, auch die gehören zum Landkreis, und die Förderschulen. Insgesamt 28 Schulen – und an den 28 Schulen kümmern wir uns um alles, sage ich mal, außer um die Lehrer und die Noten. Die Lehrer, dafür ist der Bildungsminister zuständig, und für die Noten sind eure Lehrer zuständig. Aber alles andere, ob ihr einen Beamer in der Klasse habt, wie eure Tische aussehen, wie die Ausstattung des Schulhofes ist, wie die Turnhalle aussieht mit allen Gerätschaften, ob ihr mit Whiteboards arbeiten könnt, die Ausstattung für den Musikunterricht, all das übernimmt der Landkreis, der ist auch zuständig für die Schulsekretär_innen […], die Schulbuchkoordinator_innen, wo ihr euch die Schulbücher ausleihen könnt, die Hausmeister_innen, die Reinigungskräfte, aber auch die Schulpsychologen und die Schoolworker […]

Was für uns auch ganz wichtig ist, ist dass wir sagen, jedes Kind muss in der Schule ein gutes und gesundes Mittagessen haben. Deswegen haben wir ganz viele Schulmensen gebaut, fast an jeder Schule, an den meisten wird sogar frisch gekocht […] Das kennt ihr vielleicht auch aus der Grundschule in Nalbach. Da war ich, das weiß jetzt wahrscheinlich auch niemand von euch, bis vor 7 Jahren euer Bürgermeister. Eure Grundschule wird ja jetzt 10 Jahre alt und die habe ich noch gebaut, hatte auch das große Glück, dass ich da die Christine getroffen habe, sie war ja die erste Leiterin der offenen Ganztagsschule. Die hat die ganze Ganztagsschule, wie wir sie kennen, aufgebaut und die ist ja auch ganz toll und erfolgreich. Und damals haben wir als erste Grundschule im Saarland eine Küche in eine Schule gebaut und haben dafür gesorgt, mit der Firma Schwed zusammen, dass ihr ein gutes Mitagessen bekommt. Und diese Philosophie, dass wir sagen, viele Kindern kriegen, wenn wir uns nicht darum kümmern, wahrscheinlich gar kein gutes Mitagessen. Deswegen legen wir da großen Wert darauf […], wir versuchen aber auch, Kinder in vielfältiger Weise zu fördern, auch inhaltlich zu fördern. Wir haben z.B. als Landkreis hier in Saarlouis ein Schülerforschungszentrum eröffnet, mit ganz viel Aufwand. Da kann man mit der Klasse hingehen, da soll das Interesse von Kindern an Naturwissenschaften geweckt werden, an Ingenieurswissenschaften, an Mathematik, an Informatik, an Physik und v.a. ist das ein Programm, das für Mädels gedacht ist, weil wir wollen, dass sie denken, dass ist alles nur Jungensachen, die Technik, sondern viele Mädchen stellen fest, dass Technik gar kein Hexenwerk ist, sondern, wenn man sich damit beschäftigt, ist das sogar recht durchschaubar und vielen macht das dann auch Spaß. Und genau das wollen wir, Spaß an der Technik wecken. […] Die die sich dafür interessieren, die machen dann auch bei Jugend Forscht Projekten mit, da bieten wir ganz viel an, auch schon im Grundschulalter. Wir haben auch ein Projekt, das leider nicht ganz so gut anläuft, wie wir es uns gewünscht hätten, das haben wir MINTegration genannt. MINTegration, das richtet sich insbesondere an junge Mädels, v.a. solche, die zu uns aus einem anderen Land gekommen sind. […] Das Schülerforschungszentrum könnte ja auch mal ein besonderer Ort zum Vorlesen sein.

Christine: Das wäre super [gerät in viele neue Gedankengänge]

Lauer: Wir haben auch für Kinder, die Lernschwierigkeiten haben, oder Kinder, die Probleme haben und nicht gerne zur Schule gehen wollen, für die gibt es auch Projekte, die der Landkreis betreut, wir haben also einen eigenen schulpsychologischen Dienst. […] Wir hatten jetzt ein großes Reha-Projekt, da ist es uns gelungen, da hatten wir 6 Kinder, die psychisch so angeschlagen waren udn so viele Probleme hatten, dass sie sich geweigert hatten, zur Schule zu gehen. Das fanden wir ganz schlimm, da hilft es aber auch nicht, wenn man sie bestraft, das waren keine Schulschwänzer, das waren wirklich Kinder, die konnten nicht. Die haben Schweißausbrüche bekommen, wenn sie nur das Schulgelände gesehen haben, die hatten ganz, ganz schlimme Probleme. Wir hatten jetzt versucht denen zu helfen. Da haben wir es geschafft, in einem halben Jahr, haben wir von 6 Kindern 3 wieder in den normalen Schulbetrieb integrieren können, die waren dann wieder so stark, dass sie gesagt haben, jawoll, ich kann wieder zur Schule gehen.
Also, das waren Schüler, wir machen auch ganz viele andere Sachen, wir helfen v.a. älteren Menschen, da sind wir eingetlich der Hauptansprechpartner. Wir versuchen alles, damit ältere Menschen in ihren eigenen vier Wänden alt werden können. […]

Christine: Und die Menschen werden ja immer älter. Und ihr werdet noch älter, als die Menschen heute. Wer von euch hat denn von euch eine Urgroßmutter?

LSW: Meine Urgroßmutter, die ist im Dezember 96 geworden.

LSW: Meine eine Uroma ist 90, meine andere ist 89.

LSW: Meine ist 87.

Elisa: Mhh, irgendwas mit 80…

Christine: Die Uroma ist Mitte 80. 86 oder 87. […]

Lauer: Einige von ihnen werden kränker, nicht alle, aber einige. […] Dann stellt sich auch manchmal die Frage, ob sie zu Hause alleine noch zurechtkommen. Es gibt ja Menschen, die sind körperlich erkrankt, es gibt aber auch Menschen, bei denen lässt das Gedächtnis nach […] und da kann es schon zu schwierigen Situationen kommen. […] Die meisten Menschen, die so alt und krank sind, wollen aber nicht in ein Pflegeheim, sonder fast alle Menschen wollen zu Hause alt werden. Ich glaube, das könnt ihr euch gut vorstellen. […] Deswegen organisieren wir ganz viele Hilfsprogramme für ältere Menschen, wir gucken z.B., dass es Lieferdienste gibt […], wir versuchen aber auch, ältere Menschen, wenn sie kein Aute mehr fahren können, mobil zu halten, dass es Bürgerbusse gibt, die die Menschen zum Einkaufen bringen, was auch wichtig ist, weil sie dann sehen, was es alles im Supermarkt gibt, treffen dort ein paar Leute, dann werden sie nicht so einsam. Wenn sie nur zu Hause sitzen und nur Fernsehen gucken, […] dann ist das eigentlich auch nicht gut für sie. […] Wir haben Wohnraumhilfen, die helfen z.B. den Menschen ihre Bäder umzubauen […], wir vermitteln ihnen Zuschüsse, wir erklären, wie sie zu Hause leben könne, auch mit Begleitung.
Wir machen aber auch ganz viel für das mittlere Alter, wir fördern Wirtschaft, wir machen Tourismus […], wir kümmern uns um arbeitslose Menschen, dass sie wieder in Arbeit kommen, […] gerade bei jungen Menschen haben wir stark bei 25, da gibt es 10 verschiedene Werkstätten, wo junge Menschen da mal ausprobieren können, was ihnen Spaß macht… Also ganz, ganz viele Projekte.

Christine: Da fällt mir noch so ein tolles Projekt ein. Das nennt sich Lese- und Schreibwerkstatt!

Lauer: Ach so, ja, entschuldigung, das ist auch ein Projekt, das wir bezahlen, stimmt! Was für ein tolles Projekt! Dann haben wir das Jugendamt, ja, das Jugendamt hilft auch immer, wenn jemand in Schwierigkeiten steckt. Eigentlich sind wir, ich sag immer, für die Menschen zuständig, die Probleme haben im Leben. […] Auch die, die keine eigene Stimme haben, wie Malala, oder sich nicht trauen ihre eigene Stimme zu erheben. […] Und ich glaube, das ist der Grund, warum so wenige Menschen wissen, was der Landkreis macht. Denn, wenn ihr euch vorstellt, ihr hättet Probleme in der Familie, dann kommt häufig vom Landkreis die Hilfe. Dann freut ihr euch zwar, aber ihr erzählt das dann nicht weiter, weil ihr nicht wollt, dass jemand anderes weiß, dass ihr da Probleme habt oder dass ihr arbeitslos seid oder dass ihr Probleme in der Schule habt. Das ist ja etwas, worüber die Menschen nicht gerne drüber reden. Das ist schon gut, wenn sie sich an uns wenden, aber das erzählt man nicht dem Nachbarn. […]
Aber wir sind ganz stolz, dass wir den Menschen helfen können, weil ich denke, dass das ganz wichtig für den Zusammenhalt ist. […]
Noch eine wichtige Funktion: Was steht denn auf dem Nummernschild vom Auto eurer Eltern?

LSW: SLS

Lauer: Genau, das bedeutet, ihr gehört zum Landkreis Saarlouis. Und diese Nummernschilder bekommt ihr […] in der KFZ-Zulassungsstelle, die ist genau gegenüber von ihr, da muss man hin, wenn man ein neues Auto hat. […]
Und wer baut ein Haus?

LSW: Wir sind am Umbauen.

Lauer: Ja, und wenn man umbaut, dann braucht man eine Baugenehmigung. Und auch dafür ist der Landkreis zuständig. […]

Unsere magische Stifte

Nachdem wir uns schon Gedanken gemacht hatten, wie wir in der Welt mithelfen und sie Stück für Stück verbessern können und was wir tun würden, wenn wir einen magischen Stift hätten, geht es jetzt daran, das umzusetzen. Denn wir haben jeder tatsächlich fantastische, goldene Stifte bekommen.

Die Stifte wurden uns netterweise von Edding speziell für diesen Tag geschenkt. Dazu gab es auch eine Leseraktion vom NordSüd-Verlag: Bis zum 30. Juli 2018 konnten wir unsere Zeichnungen an den Verlag senden – im Herbst sollen die Zeichnungen Malala überreicht werden.

unseren fleißigen Leseratten fällt auch gleich ein, wie sie die Welt verbessern können
den Müll von der Straße aufheben
beim Bücherflohmarkt helfen

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich an Patrik Lauer für seine Zeit, fürs Vorlesen und für die Gastfreundschaft, Edding für die goldenen Stifte, NordSüd für ein wertvolles Bilderbuch und Malala für ihren Mut und ihre Stimme.

Gruppenbild mit Patrik Lauer

Bis zum nächsten Mal – und denkt dran:

„Lasst uns unsere Stifte und Bücher ergreifen. Sie sind unsere mächtigste Waffe.“ – Malala Yousafzai

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Das Farbenmonster – Bunter Vorlesespaß

Das Farbenmonster Jede Menge eigene Monster

Das Farbenmonster lädt uns ein in seine bunte Welt

Ein ganz herrliches Buch habe ich vor einiger Zeit entdeckt. „Das Farbenmonster“ heißt es und gehört zu der Kategorie der Pop-Up-Bücher: also Seite aufklappen und dreidimensional klappen einzelne Elemente auf.

Beim Farbenmonster geht es um Gefühle – ein Thema, das ich mit Kindern immer wieder gerne durch Geschichten anspreche und dazu dann Gruppenstunden gestalte. In diesem Buch werden den einzelnen Farben Gefühle zugeordnet.

Das macht beim Vorlesen und Betrachten des Buches große Freude, weil es ganz viel zu entdecken gibt.

Über Gefühle sprechen

Doch bevor wir überhaupt ins Vorlesen eingestiegen sind, haben wir mit den Kindern allgemein über Gefühle und Farben gesprochen. Dazu haben wir das Buch erst einmal in der Mitte ausgestellt und farbige Tücher darum verteilt.

Das Farbenmonster

Welche Farbe löst denn bei den Kindern welches Gefühl aus? Während für die einen Gelb beispielsweise für Neid steht, sehen andere darin die Sonne und erklären, dass Gelb sie eher an Fröhlichkeit erinnert. Auch Rot löst ganz unterschiedliche Emotionen aus: sehen die einen darin Liebe und Power finden andere darin Wut.

Wenn wir gerade schon bei Gefühlen sind, überlegen wir auch gemeinsam was uns in welche Gefühlslage bringt: wann ist die Welt für uns gelb, grün oder blau?

Dann beginnen wir mit dem Vorlesen und entdecken Seite für Seite von dem wundervollen Buch. Ganz schön spannend, welche Farbe im Buch für welches Gefühl steht und wie es umgesetzt wird.

Kreative Farbenmonster basteln

Im Anschluss werden wir kreativ: aus jeder Menge Pappkartons schneiden wir uns Farbenmonster aus.

Das Farbenmonster Eigene Monster entwerfen

Mit Wachsmalstiften gestalten wir die Monster in einer ausgesuchten Farbe. Die Umrandung wird schwarz gemacht. Arme, Beine und andere Körperteile kleben wir extra an den Rumpf um den Monstern mehr Gestalt zu geben.

Das Farbenmonster Wir basteln eigene Monster

Aus Schuhkartons bauen wir farbliche Unterkünfte und die Monstersammlung nimmt nach und nach Gestalt an.

Das Farbenmonster Unsere Monstergalerie

Und dann überlegen wir natürlich, warum unsere Monster sich gerade in ihrer entsprechenden Farbe befinden und denken uns Geschichten aus, warum sie rot, gelb oder grün sind.

Mit dem Farbenmonster lassen sich so viele Möglichkeiten zum Arbeiten finden:

Verbunden mit Bewegung könnte man die Kinder traurig, fröhlich, wütend durch den Raum stapfen lassen, indem man das passende Monster zeigt.

Auch eigene Pop-Up-Bücher lassen sich in dem Kontext selbst erstellen.

Oder man lässt einen neutralen Satz mit dem entsprechenden Gefühl vorlesen.

Da die Gefühle im Buch nachher in Gläsern geordnet sind, könnte man auch Gefühlsgläser gestalten.

Und natürlich kann man jede Menge mit den Farben selbst machen:

Ach, das Buch verzaubert einfach durch seine wunderbare Machart.

Ich selbst bin durch einen Buchtipp auf fb darauf aufmerksam gemacht worden und danke dem Tippgeber noch einmal ganz herzlich.

Für Buchtipps sind wir immer dankbar, gerne auch in Kommentaren hier auf dem Blog.

Monstermäßige Grüße

Christine

Das Farbenmonster - Vorleseideen.jpg

 

{Lindbergh} Von fliegenden Mäusen und Strohhalm-Bruchlandungen zwischen den Buchregalen

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Als ich in der vergangenen Woche mit den Leseratten samstags „Die Reise“ gelesen habe, wusste ich noch gar nicht, wohin mich die Reise in den nächsten Wochen führen würde. Schon beim Vorlesen entstand ja die Idee mit den Kindern in der nächsten Gruppenstunde ein wenig zu forschen und zu experiementieren wie wir uns denn fortbewegen könnten.

Und natürlich sollte auch in dieser Gruppenstunde ein Buch im Mittelpunkt stehen. Mein wunderbar genialer Bibliothekar aus Leidenschaft Ret Samys hatte dann direkt nach „Lindbergh“ gegriffen und so tauchte ich zuhause ab in die wahrlich abenteuerliche Welt der kleinen, erfindungsreichen Maus. Beim Lesen und Betrachten der Zeichnungen war ich vollkommen fasziniert und wusste gleich, dass dies der perfekte Anschluss an „Die Reise“ für uns darstellt.

In „Lindbergh“ steht eine kleine Maus mit einer großen Idee im Mittelpunkt. Nichts geringeres als eine Flugmaschine möchte der kleine Nager bauen um damit nach Amerika zu fliegen. Und so macht sich der belesene Nager ans Erfinden und Experimentieren und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Was das Buch so besonders macht, sind die wirklich außergewöhnlich schönen Zeichnungen von Torben Kuhlmann, der mit diesem Buch seine Abschlussarbeit geschrieben hat und für „Lindbergh“ zahlreiche Auszeichnungen bekommen hat.

Und es vereint gleichzeitig die großen Träume der Menschen in sich: fliegen können, frei sein und natürlich auch der Aufbruch in eine neue Welt.

In den Zeichnungen finden sich so viele Details eingemalt, das Buch ist von der ersten bis zur letzen Seite unendlich liebevoll gemalt. Alleine die Idee, dass die Maus ihre Skizzen mit einem verkohlten Streichholz zeichnet: herrlich!

Und genau so experimentierfreudig wie die kleine Maus waren auch unsere Leseratten. Nachdem ich zu Beginn der Gruppenstunde erzählt habe, wie die Menschen sich anfangs nur zu Fuß fortbewegen konnten und dann immer mehr Erfindungen getätigt hatten, um später Wagen, Schiffe und schließlich Flugzeuge zu nutzen, war die Neugier der Kinder geweckt, als ich erzählte, dass ich heute ein Buch dabei habe, in dem es um eine kleine Maus mit einem großen Entdeckertraum geht.

Was so eine Maus wohl gerne erfinden würde? Das wäre sicherlich auch spannend zu erfahren und würde bestimmt zu der ein oder anderen spannenden Geschichte führen.

Doch wie auch die Maus und später Lindbergh wollten wir im Anschluss an das Buch auch in die Luft gehen. Dazu haben wir verschiedene Experimente vorbereitet. Die Kinder konnten zum Beispiel einen Strohhalm dessen Öffnung vorne verstopft wurde mit einer Pumpe durch den Raum schießen. Wie das funktioniert? Mit Druck natürlich, denn anders als Kuhlmanns Maus hatten wir natürlich keinen Dampfapparat.

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Und was passiert, wenn wir einen aufgefalteten Teebeutel anzünden? Durch den sogenannten Kamineffekt fliegen die Funken hoch in die Luft und wir sehen, dass heiße Luft aufsteigt was zum Beispiel wichtig für Heißluftballons ist.

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Dann ging es ans Bauen von Strohhalmgleitern. Hier konnten die Kinder sich Fluggleiter bauen und überlegen, ob sie eher dicke oder dünne Halme benutzen sollten, ob die Papierstreifen besser schmal oder breiter geschnitten werden damit der Gleiter möglichst weit fliegt.

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Am Ende testeten wir die Fluggeräte natürlich auch um zu sehen, wer an diesem Tag wohl dem Traum vom Fliegen am Nächsten gekommen war. Das Wettfliegen machte allen so großen Spaß, dass wir Runde um Runde ausprobierten.

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Vielleicht bauen wir beim nächsten Mal auch noch Papierflugzeuge und testen diese dann auf ihre Weitflug- und Piouretten-Eigenschaften.

Den Abschluss unserer Gruppenstunde machte dann die Erfinder-App von Pettersson und Findus bei der die Kinder herrlich skurile Erfindungen zum Funktionieren bringen mussten.

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Und dann gibt es doch auch schon das nächste Buch von Kuhlmann „Armstrong“, das es nun bald zu entdecken gibt. Was habe ich dafür schon Ideen im Kopf. Angenfangen von einer Ballonrakete über… ach nein. Pssst! Ich darf doch nicht schon alles verraten.

Doch halt: eines muss ich euch ja noch verraten und das passt natürlich auch noch perfekt zu „Armstrong“ – das Spiel „Reise zum Mond“. Dieses Spiel eignet sich sehr gut um in einer Gruppe gespielt zu werden.

Der Spielleiter gibt den Satz „Ich reise zum Mond und nehme … mit“. Diesen Satz muss jedes Mitglieder der Gruppe nach und nach wiederholen und dabei einsetzen was es zum Mond mitnehmen würde. Aber Halt! So einfach ist das Spiel eben nicht, denn der Spielleiter hat sich eine Bedingung ausgedacht, die erfüllt sein muss damit man mit zum Mond genommen wird und natürlich weiß diese Bedingung zu Anfang nur er selbst.

Zum Beispiel könnte er nur rote Sachen akzeptieren oder nur Worte, die mit S anfangen.

Die Gruppe muss nach und nach dahinter kommen, was das System ist um mitgenommen zu werden. Bei jedem Satz antwortet der Spielleiter entweder mit:

Ja, du darfst mit zum Mond oder eben mit Nein. Du darfst nicht mitfliegen.

Meine Leseratten lieben das Spiel und zerbrechen sich sehr gerne die Köpfe darüber, was bei der jeweiligen Reise zum Mond wohl mitgenommen werden darf.

Und ich reise nun zwar nicht zum Mond, schicke aber meine kleinen Kinder gleich ins Reich der Träume. Davor lesen wir natürlich vor!

Zurück bleibt eine glücklich grinsende Oberleseratte, die den Kopf voller Ideen und das Herz voller Glücksgefühle wegen eines solch wunderbaren Bucheswie „Lindbergh“ hat.

Leselustige Grüße

Christine

 

 

Mein Papa ist ein Ork (von Rudolf Eizenhöfer)

Mein Papa ist ein Ork
(von Rudolf Eizenhöfer)

ISBN: 978-3-3981727-3-4
Verlag: Schwarze Ritter
39 Seiten
Ab 4 J.
Inhalt:
Eindlich ein Bilderbuch mit Orks! Ein Ork-Papa und sein Sohn erleben einen aufregenden Tag: Sie finden ein orkisches Zuhause, kämpfen gegen Zwerge, bauen orkische Möbel und finden eine Karte zum roten Drachen… alles ganz alleine, denn ein Ork ist stark und mutig. An einem einzigen Tag kann man so viele Abenteuer erleben!
Meine Meinung:
Da hat jemand eine Marktlücke entdeckt! Das ist eine der Ideen, die so einfach und genial klingen, dass man sich fragt, warum man nicht selbst darauf gekommen ist. Ich wusste nicht, dass ich dieses Buch in meinem Leben gebraucht habe, bis der Drachenwinkel mich darauf aufmerksam gemacht hat. Und beim kleinen Verlag Schwarze Ritter bin ich froh, dass uns jemand darauf gebracht hat!Das Buch ist einfach aufgebaut: Je eine Seite mit wenig Text und eine Seite Illustrationen. Der Stil ist ziemlich einzigartig: Die Zeichnungen sind relativ einfach (wie man an den Kopiervorlagen am Ende des Buches sehen kann), aber die Färbung ist detailliert und farbecht. Die Geschichte ist ähnlich simpel. Einen großen Spannungsbogen wird man hier nicht finden, aber dafür ist jede Seite ein kleiner ungewöhnlicher Einblick in das steinharte Orkleben, bei dem man einfach schmunzeln muss.

Bei Orks, die man als blutrünstige Monster aus Fantasy-Filmen und Gegner aus Rollenspielen kennt, muss man sich wundern, ob das Bilderbuch für kleine Menschen überhaupt geeignet ist. Wer das Buch in der Hand hatte, weiß, dass man sich darüber keine Gedanken machen muss. Die „Kämpfe“ sind mit anderen Stärken als mit roher Gewalt und Fiesheit gewonnen. Einfallsreichtum und Fairness sind für Familien-Orks wesentlich besser geeignet. Und, ja, Orks sind Orks. Sie mögen Höhlen und Knochen mehr als Pizza und Smartphones – und ihre Möbel halten ein ganzes Leben, weil sie sie selbst bauen. Aber am Ende kann man nicht anders, als selbst die leckere Sumpf-Knochen-Suppe wenigstens probieren zu wollen.

Als wir das Buch bei den Leseminis der Lese- und Schreibwerkstatt vorgelesen haben (4 Jahre und aufwärts), war ganz klar, dass der Folgeband „Mein bester Freund ist ein Goblin“ (trotz Skelette-Schädelspalten) unbedingt in der nächsten Stunde gelesen werden muss!!! Da bleibt uns wohl nichts anderes übrig… so ein Jammer… 😉

Kurztipp

Idee & Umsetzung: greenfull greenfull greenfull greenfull greenfull 5 / 5
Orks und Bilderbücher? Genial!

Bilder: greenfull greenfull greenfull greenfull greenhalf 4,5 / 5
Einfache Zeichnung, aber illustrative Leckerbissen

Text: greenfull greenfull greenfull fullbook fullbook 3 / 5
Nichts besonderes, muss es auch nicht sein. Passt gut, mehr braucht man nicht.

Buch- und Bildergröße: greenfull greenfull greenfull greenfull fullbook 4 / 5
Mein einziger Wunsch: Dass es mal im Großformat erscheint. Momentan zwischen A5 und A4 quer.

Geschichte: greenfull greenfull greenfull greenhalf fullbook 3,5 / 5
Einfach gestrickt, trägt aber das Bilderbuch ganz gut.

Sachen zum Lachen: greenfull greenfull greenfull greenfull greenhalf 4,5 / 5
Man kommt nicht daran vorbei wenigstens zu Schmunzeln.

Tiefsinn: greenfull greenfull greenfull fullbook fullbook 3 / 5
Kleine Vater-Sohn-Geschichte. Orks sind starke Vorbilder, aber der Ork-Sohn spricht gar nicht.

Preis/Leistung: greenfull greenfull greenfull greenfull greenfull 5 / 5
Lächerliche 10 € für gute Qualität.

Vorlesen: greenfull greenfull greenfull greenfull greenfull 5 / 5
Wie kann man Kinder besser für Orks begeistern als mit diesem Bilderbuch?

Lesespaß: greenfull greenfull greenfull greenfull greenfull 5 / 5
Unbedingt kaufen. (Oder bei uns ausleihen.)

Ret Samys, 24 Jahre

{Junior-Gruppe} Drachen- und Kokosnuss-Wochen

Die Junior-Gruppe der Lese- und Schreibwerkstatt ist etwas Besonderes. Wir haben die quirligsten und neugierigsten Lesemäuse aus der Gegend bei uns sitzen; wir lesen ihnen etwas vor und sie stürzen sich auf die Geschichten mit Basteleien, Malereien und manchmal sogar mit eigenen Geschichten.
Die Kinder von 4 bis 7 können manchmal ziemlich wild werden, aber mit den richtigen Ideen können sie richtig begeistert mitmachen.

Eine Idee habIMG-20160409-WA0001en wir vor ein paar Wochen angefangen: Fantasiewochen. Mit dabei sind Feen, Zauberer, Hexen, Meerjungfrauen, Einhörner, Monster, Gespenster… und Drachen!
Und welcher Drache passt am besten für diese Gruppe? Natürlich der kleine Drache Kokosnuss! Fast alle kennen schon den Film, aber dann gibt es noch so viele Bücher! Und die Kleinen können noch nicht lesen, aber deswegen sitzen sie ja bei uns. Geschichte um Geschichte tauchen wir tiefer in die Welt von Kokosnuss, Oskar und Matilda ein, besuchen ihre Insel (die wir mit Kett-Legematerial nachgebildet haben) und spielen ihre Geschichten darauf nach.
Klar, dass da etwas ganz Eigenes draufmuss. Also hat jeder einen eigenen Drachen erfunden: Unterwasserdrachen, Feuerspeidrachen, Pflanzendrachen und noch viele mehr.
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Und weil das noch nicht genug war, haben wir dem Ganzen noch eins draufgesetzt und in zwei Gruppen jeweils einen ganz großen Drachen zusammen gebastelt und gemalt. Zu jedem Drachen haben wir uns überlegt, wo er lebt, was er am liebsten den ganzen Tag lang tut, was er gerne frisst und welche besonderen Eigenschaften er hat.

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Zum Schluss haben wir ein Brettspiel getestet. Drache Kokosnuss – Ausflug ins Abenteuer ist ein Spiel mit ganz einfachen Spielregeln. Eigentlich ist es ab 6, aber zusammen haben auch die Kleinsten unter uns mitgespielt. Wer zuerst am Ziel ankommt, gewinnt. Das Besondere: Es geht nicht nur vor, sondern auch zurück – und ganz oft bestimmt der Zufall, wer vor- oder zurückgeht. Die Drehscheibe hat schon viele Male eine Figur ganz vorne wieder zurückgerückt.

 

 

Natürlich bleiben wir nicht bei den Drachen stehen. Die Fantasiewochen gehen weiter… im nächsten Beitrag geht es um Orks!

Schneetiere

Januar – und endlich hat es mal richtig geschneit!

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Die Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen – und dazu haben wir auch die passende Geschichte.

In der Zeitschrift Gecko erscheinen jedes Mal wundervoll illustrierte und lustige Bilderbuch-Geschichten. Die Geschichte, die wir daraus vorgelesen haben heißt Der Waschbär putzt sein Badezimmer – Wirklich verrückte Tiergeschichten und wurde hinterher auch als eigenes Bilderbuch veröffentlicht.

Hier heißt der Brillenbär Brillenbär, weil er Brillen verkauft. (Natürlich nicht, sagt das Buch! Der heißt so wegen des hellen Fells um die Augen herum.)
Und die Meerkatze heißt Meerkatze, weil sie genau wie eine Katze aussieht, nur eben unter Wasser lebt und Meermäuse jagt. (Meerkatzen sind natürlich nur Affen und leben nicht unter Wasser, genausowenig gibt es Meermäuse.)

Also haben wir uns Tiernamen zum Thema Eis, Schnee und Winter geschnappt und uns selbst kleine Erklärungen für ihre Namen ausgedacht. Eisvogel, Schneehase, Schneeeule, Eisbär… die heißen doch nicht ohne Grund so!

eisbärenfrauDie Eisbärenfrau fährt den ganzen Tag Schlittschuh. Sie träumt davon, Eiskunstläuferin zu werden. Ihr Freund, der Eisbärenmann, ist Eisglätter und rutscht mit dem Bauch übers Eis, um es wieder schön glatt zu machen.

eisbärDer Eisbär verkauft Eis. Meistens verkauft er Eis am Strand oder neben dem Strand auf dem weichen Sand, der auch noch Strand ist.
Den besten Eisbär gibt es in Schmelz. Er hat ein großes Geschäft gemacht und hat die meisten Verkäufe.
Am Strand hat der Eisbär auch ein Geschäft gemacht und es läuft super.
Er hat ganz viele Sorten und das Häufigste davon ist das mit den Bällchen, das kauft jeder. Er verkauft das Meiste und hat das Eis für die Kinder genau richtig.

schneehaseDer Schneehase klettert den Baum hoch und schüttelt den Schnee runter. Und der Hase schüttelt den Schnee auf den Eisbären.

 

brillenbärDer Bär ging an den Strand und verkaufte seine Brillen. Er hatte viele Brillen verkauft. Eine Frau lag auf der Decke und kaufte eine Brille.
Er ging fröhlich davon und Ende.

schneehuhnEin Schneehuhn geht in seinen Stall und isst Schnee.

Anschließend durfte jeder eine Bastel-Schneeflocke verstecken und die anderen Kinder suchen lassen.

Jahresschreiber (38/52): Dominik Schleich liest

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Zusammen mit Christina Niedziela ist Dominik Schleich Spielleiter bei der Theatergruppe Paraplü. Hierbei kümmert er sich weniger um die schauspielerischen Aspekte, sondern hauptsächlich um die kreativen und künstlerischen Anforderungen eines Stückes. Weiterhin plant und gestaltet er zusammen mit den Paraplüs zahlreiche Aktionen in der Gemeinde Nalbach, wie zum Beispiel Themenwanderungen über den Litermont und nicht zuletzt auch die große Nikolaus-Aktion.

Zur Zeit beschäftigen sie sich mit der Gestaltung des Grimm-Märchens „Die Bremer Stadtmusikanten“ welches sie am 12. Und 13. März 2016 in Bilsdorf auf die Bühne bringen werden. www.paraplue.org

Jahresschreiber (38/52): Evelyn Gall liest

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Evelyn Gall leitet seit 2004 die Musikschule Schmelz. Ihr liegen besonders die kleinsten Musiker am Herzen, denn ihre jüngsten Musikanten kommen mit ihren Eltern ab dem Babyalter zu ihr in den Musikgarten, um spielerisch den Umgang mit Rhythmus, Sprache und Musik zu erlernen. Weiter geht es in der musikalischen Früherziehung und Grundausbildung, in der sie die Kinder an verschiedene Instrumente heranführt, um sie dann vielleicht irgendwann einmal im Instrumentalunterricht an der Gitarre, dem Keyboard oder dem Klavier zu unterrichten.
Besonders freut sie sich, wenn sie „ihre Kinder“ lange auf ihrem musikalischen Weg  begleiten kann.

{Bastel-Vorlage} Tausend Millionen Weihnachtsmänner (von Hiroko Motai und Marika Maijala)

Früher, viel früher, gab es einen einzigen Weihnachtsmann. Mit seinem Rentier und seinem Schlitten kann er alle Menschenkinder besuchen. Die Kinder freuen sich und der Weihnachtsmann ist glücklich.
Doch dann werden es mehr Menschen und dadurch auch mehr Kinder. Da hat der Weihnachtsmann eine Idee… wie wäre es mit zwei Weihnachtsmännern?

Habt ihr euch schonmal gefragt, wie der Weihnachtsmann in einer Nacht alle Kinder beschenken kann? Und warum keiner ihn sieht? Das ist das Weihnachts-Bilderbuch des Jahres. Und es erklärt alles! Eine kleine erfrischende Geschichte.
Durch die Holzstiftbilder erinnern die Illustrationen weniger an moderne Computer-Maltechniken und eher an gute Kinderzeichnungen, aber im Gesamtbild sieht alles sehr gut aus und die Weihnachtsmänner sind einfach nur süß. Super Buch, gerne empfohlen für alle Kleinen, die nicht aufhören wollen zu glauben (und es auch gar nicht müssen!).

Wäre es nicht schön, zu jedem Bilderbuch etwas zu Basteln zu haben? Bei diesem Buch habe ich jedenfalls eine Vorlage gebraucht und habe selbst eine erstellt! Die darf natürlich jeder mitbenutzen.

Passend zur Geschichte könnt ihr zweiteilige Weihnachtsmänner basteln, in denen sich kleinere Weihnachtsmänner verstecken. Das Prinzip der ineinander geschachtelten Figuren kennt ihr vielleicht von den russischen Matrjoschka-Puppen: Quelle: Wikipedia/Fanghong

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Bastel-Vorlage zum Download (PDF)

Die Vorlage gibt es einmal in bunt und einmal zum Ausmalen in Schwarzweiß. Die weißen Laschen werden beklebt, der obere Kegel mit Gurt und Gesicht wird zusammengerollt, der untere Kegelstumpf ebenfalls und der kreisförmige Boden wird drangeklappt und -geklebt. Die kleineren Weihnachtsmänner in die größeren stecken und den Kegel auf den Kegelstumpf draufsetzen, schon wird dre Weihnachtsmann beim Auseinanderbauen immer kleiner.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Basteln.
Frohe Weihnachtszeit

Ret

Jahresschreiber (38/52): Barbara Becker liest

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Barbara Becker, Buchhändlerin, Leseratte und Vorleseratte aus Passion.
Zusammen mit Ihrem Mann Andreas organisiert Sie Veranstaltungen, z.B. JINGLE BELLS – der viktorianische Weihnachtsmarkt (www.ars-et-cultura.de).