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Jahresschreiber (48/52): Tiere vor Gericht

Die Angeklagten des Gerichts:
Familie Maus, des Diebstahls wegen.
Wie plädiert sie angesichts
Der Klagen, die wir hier erheben?

Meine Herren, meine Damen,
Wer wird denn als Dieb verlesen?
Ein paar Körner, ein paar Samen,
Mundraub ist es bloß gewesen!

Ich bitte euch, danach zu richten:
Schuldig sind wir doch mitnichten.

Das ist dann keine Dieberei.
Lasst die Angeklagten frei!

 

Von Jahresschreiber Ret Samys (23)

Jahresschreiber (48/52): Zeitenwochen: Mittelalter, Ritter und Drachen

jahresschreiber48Hallo liebe Jahresschreiber!

Die nächsten Wochen wird uns das Thema Geschichte und Vorgeschichte begleiten. Nicht das langweilige Zeug aus der Schule, sondern eure Texte mit spannenden Geschichten!
Diese Woche: das Mittelalter.

Ereignis Zeit
Fall des Römischen Reichs 476 n. Chr.
Geburt des islamischen Propheten Muhammad 570 n. Chr.
Karl der Große wird Kaiser 800 n. Chr.
Schwarzpulver wird in China erfunden ca. 1000 n. Chr.
Erster Kreuzzug 1096 n. Chr.
Genghis Khan gründet das Mongolische Reich 1206 n. Chr.
Marco Polo brucht nach China auf 1271 n. Chr.
Schwarzer Tod: die Pest tötet ein Drittel Europas 1347-1353 n. Chr.
Gutenberg erfindet den Buchdruck 1444 n. Chr.
Leonardo da Vinci 1452-1519 n. Chr.
„Entdeckung“ Amerikas durch Kolumbus 12. Oktober 1492 n. Chr.

Beiträge bitte an info@lese-schreibwerkstatt.de oder über unser Formular. Was wir brauchen:

  • den Beitrag
  • euren Namen
  • euer Alter
  • ob wir euren Beitrag auf den Blog stellen dürfen.

Wenn ihr wollt außerdem noch:

  • dass ihr euren Namen voll ausgeschrieben haben wollt
  • Was würdet ihr tun, wenn ihr von einem Drachen entführt werdet?

Worum geht’s?

Jede Woche am Mittwoch erscheint hier auf dem Blog der Lesenische ein neues Thema, zu dem ihr etwas schreiben könnt. Manchmal sind es allgemeine Schreibanlässe, zu denen ihr euch alles Mögliche ausdenken sollt. Manchmal sind das aber auch kleine Aufgaben, die ihr in eure eigenen Texte einfließen lassen könnt. Eure Beiträge werden dann hier auf dem Blog der Lesenische veröffentlicht – außer, ihr wollt das nicht.

Wie alt muss ich sein?

Das Alter ist egal. Kein Erwachsener ist zu alt, kein Kind zu jung. Wir sind gespannt, wer alles mitmacht.

Was kann ich schreiben? Wie viel soll ich schreiben?

Unser Ziel ist es, euch jede Woche zum Schreiben zu bringen. Was oder wie viel ist eure Sache. Hauptsache ihr gebt euch Mühe. Wir suchen Kurzgeschichten, Gedichte, lange Erzählungen, schöne Sätze, Märchen, neu erfundene Witze und vieles, vieles mehr. Für die älteren Schreiber gilt: Bitte haltet eure Texte jugendfrei, sonst können wir sie nicht veröffentlichen.

Was ist ein Challenge?

Challenge kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Herausforderung. Wir fordern euch also heraus: schreibt! Schreibt ein ganzes Jahr lang!

Muss ich jede Woche mitmachen?

Nein. Alles ist freiwillig. Wir freuen uns über Beiträge von Leuten, die viel oder auch sehr wenig schreiben. Außerdem ist es egal, wann ihr für welche Woche mitmacht. Ihr könnt sofort anfangen oder uns eure Texte zwei Jahre später zuschicken, das ist völlig egal.

Kann man was gewinnen?

Ihr könnt eine Kleinigkeit gewinnen: jahrespreis
Gewinner werden diejenigen, die die meisten Wochen mitgemacht haben; bei Gleichstand wird ausgelost. Außerdem müssen sie in Deutschland leben, sonst können wir die Preise nicht verschicken.

Ich kann noch nicht so gut schreiben

Das macht nichts. Wenn ihr wollt, berichtigen wir gerne die gröbsten Fehler in euren Texten. Leider müsst ihr eure Texte aber selbst schreiben und uns zuschicken oder euch von jemandem dabei helfen lassen. Fragt doch mal eure Eltern.

Wann geht’s los?

Beginn: 25. März 2015
Letzte Woche: 16. März 2016

Einsendeschluss zum Preisgewinnen: 30. März 2016 – die Gewinner werden bis spätestens 30. April bekanntgegeben
Ende: niemals – wenn ihr wollt, veröffentlichen wir alle eure Texte bis wir umfallen

Kleinigkeiten

Einsendungen können in der Regel über Mail an info@lese-schreibwerkstatt.de oder über unser Formular eingereicht werden. Ausgeschlossen vom Gewinn, aber nicht von der Teilnahme, ist das Betreuerteam der Lese- und Schreibwerkstatt. =P Da wir die Preise nur deutschlandweit verschicken, ist der Gewinn begrenzt auf Deutschland. Alle Mailadressen und zusätzliche persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nur im Rahmen des Challenge bearbeitet. Das Urheberrecht und alle sonstigen Rechte an den Texten verbleibt bei den Autoren, die Einsendungen werden nur mit Genehmigung der Teilnehmer veröffentlicht. Namen werden nur mit Genehmigung vollständig angegeben. Das Challenge wird erstellt und verwaltet von der Lese- und Schreibwerkstatt Nalbach. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Spaß! Nächste Woche machen wir euch mit einem neuen Zeitalter Dampf.

Jahresschreiber (21/52): Weise und andere Leute

Vor ungefähr viertausend Jahren
Lagen sie sich in den Haaren:
Alt sagt über Jung „So aufsässig!
Voll Eigensinn und fürchterlich!
Sollte es so weitergehen
Wird die Welt dran untergehen.“

Rund siebzehnhundert Jahre später
Einer der Philosophenväter,
Aristoteles, dazu:
„Die Zukunft gibt mir keine Ruh‘,
Sie ist verloren an der Jugend.
Ohne Rücksicht! Ohne Tugend!“

Im Jahrhundert sechs des Herrn
Hätte Gregor von Tours wohl gern,
Dass man sie alle klösterlich
Diszipliniert, damit nämlich
Die jugendliche Leidenschaft
Besiegt und bricht mit aller Kraft.

Weiter, mit noch mehr Gezeter,
Nach zwölfhundert, schreibt Mönch Peter:
„Ungeduldig, unfolgsam,
Besserwissend ohne Scham!
Und Mädchen sind ganz unbescheiden
Scheinen Weiblichkeit zu meiden!“

Achtzehnhundertzweiundfünfzig
Heißt’s in einem Schreiben: „Künftig
Wird Anstand, Sitte und Benehmen
Wohl noch weiter abnehmen.“
Das berichtet die Regierung
Dank guter Schülerobservierung.

Auch heute hört man’s immer wieder.
Man betet es auf uns hernieder.
Höflich, jedoch, wie wir sind
Sagen wir darauf bestimmt
Dagegen nichts. Wir schrauben
Doch nicht an ihrem weisen Glauben.

 
Von Jahresschreiber Ret Samys

Prügelknabe (von Jana Frey)

Prügelknabe
von Jana Frey
Loewe Verlag (Dezember 2005)
391 Seiten
ISBN: 978-3785555521
Ab 12 Jahre

Inhalt:
In dem Buch „Prügelknabe“ von Jana Frey geht es  um einen Bauernjungen namens Elias, der die Pest überlebt und mit seiner Freundin Sulamith ein neues Zuhause sucht. Und bald ist ihnen das Glück hold und ein Herzog holt die beiden bei sich auf. Doch der Herzog, Ferdinand von Bellingen, hasst Elias von Tag zu Tag mehr, da Elias stärker und klüger als seine drei Söhne ist. Bald fängt Ferdinand Elias zu schlagen, wenn seine Söhne etwas ausgefressen haben oder er in etwas besser war als seine Söhne. Noch ein weiteres Problem: Sulamith soll an einen Bekannten der Herzogsfamilie verheiratet werden. Für Elias ist das sein schlimmster Albtraum, da er sich in das Mädchen heimlich verliebt hatte…

Eigene Meinung:
Ich finde, dass dieses Buch sehr emotionsvoll und treffend geschrieben ist. Wenn man es ließt hat man wirklich das Gefühl man würde alles miterleben es reißt einen förmlich mit.
Man bekommt einen großartigen Eindruck, wie man früher gelebt und seinen Lebensunterhalt verdient hat.
Ich empfehle dieses Buch für Kinder und Jungendliche ab 10 Jahren.

 Die Autorin:
Jana Frey wurde 1969 in Düsseldorf geboren und lebt jetzt mit ihrer Familie in Mainz. Sie ist als Kinder- und Jugendbuchautorin sehr erfolgreich und wurde sogar
2004 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Rezensiert von Marie Lipeck

Gatty – Das Vermächtnis der Pilgerin (von Kevin Crossley-Holland)

Gatty – Das Vermächtnis der Pilgerin
Von Kevin Crossley-Holland
Boje Verlag 2007
416 Seiten
Gebundene Ausgabe 18,90 €
ISBN-13: 978-3-414-82060-0
ab 14 Jahre

Eine abenteuerliche Pilgerreise im Mittelalter

Britannien 1203: Das überschaubare Leben der 15-jährigen Gatty nimmt ein plötzliches Ende, als sie an den Hof von Lady Gwyneth de Ewloe berufen wird. Obwohl das Mädchen bisher nur auf dem Feld gearbeitet hat, wird sie eine der Kammerzofen Lady Gwyneths. Am Hof von Ewloe beginnt Gatty Singen, Lesen und Schreiben zu lernen. Voller Begeisterung stürzt sie sich in ihre neuen Aufgaben.
Doch das ist erst der Anfang. Gemeinsam mit sieben anderen Pilgern bricht Gatty an der Seite Lady Gwyneth auf, um als Pilger das Heilige Land zu erreichen. Viele neue und interessante Eindrücke können die Menschen unterwegs sammeln. Sie begegnen Personen, die ihnen auf ihrem Weg weiterhelfen und durchreisen zahlreiche Länder, manchmal zu Pferde, zu Fuß oder auch per Schiff.
Doch der Weg nach Jerusalem erweist sich auch als gefährlich und mühsam. Noch ahnt die Gruppe nicht, welche Gefahren sie fernab der Heimat erwarten.

„Gatty – Das Vermächtnis der Pilgerin“ ist ein wunderbares, fesselndes Buch. Der Autor beschreibt ein farbenprächtiges Gemälde des mittelalterlichen Lebens. Der Alltag der Menschen war hart und die Kluft zwischen Arm und Reich groß. Gerade in der Figur der Gatty wird dies deutlich. Wenn Gatty an den Hof von Lady Gwyneth kommt, sind ihre Manieren noch grob. Sie ist eine Arbeiterin. Doch im Lauf der Geschichte entwickelt sich Gatty und nähert sich durch ihre Ausbildungen der höfischen Gesellschaft.
Doch was die sympathische Protagonistin auszeichnet, ist ihr großes Herz und ihr Mut. Sie ist offen und voller Lebensfreude. Deswegen schließt der Leser sie in sein Herz und erlebt ihre Abenteuer mit ihr. Gatty hat manchmal eine naive Art über Dinge nachzudenken oder sie wahrzunehmen. Dabei erkennt sie aber oft die wesentlichen Zusammenhänge und überrascht die anderen durch die Weisheit, die hinter ihren Gedanken steht.
„Gatty“ ist ein wunderbares Jugendbuch, das sicherlich nicht nur für jugendliche Leser sehr empfehlenswert ist.

Rezensiert von Christine Sinnwell-Backes