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{Weihnachten mit allen Sinnen} Hören

Zur Weihnachtszeit planen wir oft außergewöhnliche Themenwochen. Dieses Jahr wollen wir Weihnachten mit allen Sinnen erleben. Letzte Woche hatten wir ja bereits die Sinne Sehen und Tasten und hatten die Blindenschrift kennengelernt. Diese Woche starten wir mit der 2. stellvertretenden Schulleiterin Sandra Czerwinski der Ruth-Schaumann-Schule (Blog) in Lebach, wo (unter anderem) Gehörlose und Schwerhörige Lesen, Schreiben, Rechnen und alles Andere lernen.

Inhalt:

Die Sterntaler – gebärdenunterstützt

Nachdem wir schon unsere ersten Fragen stellen durften (siehe das interview weiter unten), haben wir mit der Geschichte angefangen. Ein altes und bekanntes Märchen der Gebrüder Grimm: Die Sterntaler. Und die Erzählung wird doppelt interessant. Beweisstück A:

Das Kamishibai-Erzähltheater

Und dann haben wir das unglaubliche Glück, jemanden da zu haben, der sich genug mit der Gebärdensprache auskennt, um uns zu zeigen, wie es ohne gesprochene Worte aussehen kann.

Christine erzählt, Frau Czerwinski spricht mit Gebärden nach

Ach, aber stille Bilder verleihen dem Erlebnis leider nicht das nötige Gewicht… deswegen haben wir ein Video für euch!

Frau Czerwinski hat sich dazu bereit erklärt, vor der Kamera zu stehen und uns zu zeigen, wie die Geschichte in Gebärdensprache aussieht – allerdings nicht gedolmetscht, sondern „gebärdenunterstützt“. Zum einen ist die DGS (deutsche Gebärdensprache) noch wesentlich komplizierter (es ist ja auch eine eigenständige und offiziell anerkannte Sprache) und ein paar Kollegen beherrschen sie fließender und sicherer, zum anderen ist die gebärdenunterstützte Version für uns Gebärdenanalphabeten unmittelbarer nachzuvollziehen.

Sterne basteln

Passend zur Geschichte wird gebastelt! Die Sterne aus Pfeifenreinigern und Perlen sind einfach zu machen und lassen sich sehen. Ob nur einen Stern für den Weihnachtsbaum oder gleich genug, um die Decke zu bekleben, das bleibt jedem selbst überlassen.

Die goldenen Weihnachtssterne sind nicht schwer zu basteln

Schneidet euch 3 gleich lange Stücke Pfeifenreiniger ab und legt sie über Kreuz. Wickelt sie umeinander.


Anschließend werden an allennoch talerlosen Stern-Strahlen Perlen eingefädelt.

Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt:

Eine Weihnachtsstern-Spinne. Sehr selten.

Nachdem man genug Perlen hat, wird das Ende nach hinten gebogen, sodass keine abfallen können.


Man kann eine Schnur daran befestigen, um den Stern an den Baum zu hängen, oder man kann eine der Schlaufen benutzen.

Der liebe Nikolaus

Da kam noch eine Überraschung zu uns. Schwere Stiefel und ein voller Beutel, begleitet von zwei Federleichten Füßen im weißen Kleid.

Von drauß‘, vom Walde, kommt er her…

Viele unserer belesenen Bücherwürmer kannten sogar ein Gedicht auswendig und haben es für den Nikolaus aufgesagt. Zum Glück weiß er, dass alle Kinder hier auch ganz brav waren. Auch unsere Gäste aus Lebach, die hat er auch nicht vergessen – es war genug für jeden da.

In der Tüte vom Nikolaus verstecken sich kleine Naschereien, ein kleines Spielzeug… und was lugt da heraus?
Die Chocri-Schokolade! Speziell für die Kinder der Lese- und Schreibwerkstatt und für unsere Gäste gestaltet.

Und dann kam noch eine Überraschung auf uns zu! Unsere Gäste hatten uns etwas mitgebracht. Einen Kalender, den die Kinder der Ruth-Schaumann-Schule selbst gemalt. Der wurde dann professionell gedruckt.

Tolles Geschenk: Der Kalender der Ruth-Schaumann-Schule. Professionell produziert.

Vielen Dank, lieber Nikolaus! Und vielen Dank, liebe Ruth-Schaumann-Schule!

Interview mit Frau Czerwinski

Christine: Es gibt ja eine ganz besondere Sprache, wie man sich verständigen kann. Wer weiß denn, wie sie heißt?
Lese- und Schreibwerkstatt: Zeichensprache.
Frau Czerwinski: Ja, das sagen wir anders. Wir sagen jetzt Gebärdensprache dazu.
Christine: Wir werden jetzt eine Gebärde lernen, nämlich die für „guten Morgen“.
Fr. Czerwinski: Guten. Morgen. Das könnt ihr auch, ne?

Christine: Und so begrüßen wir uns heute auch mal. […]

Christine: Guten Morgen, liebe Samstagsgruppe. Ich habe ja schon erzählt, heute ist ganz besonders für uns, dass wir ein paar Gäste haben, die nicht wie wir auf der Grundschule vor Ort sind, stattdessen sogar ein ganzes Stück fahren müssen, um auf eine besondere Schule zu müssen. Woher kommt ihr denn? […] Saarbrücken. Das ist schon eine ganz schöne Strecke. Und bei dir? […] Aus Schwalbach.
Christine: Wir hatten letzte Woche die Leiterin der Blindenschule zu Gast, die hat uns dann erklärt, wie das überhaupt so ist, wie man lesen kann, wenn man nichts sieht und dann haben wir die Blindenschrift kennengelernt. Jetzt eben haben wir nochmal eine ganz besondere Form kennengelernt, wie man sich auch verständigen kann – wenn man zum Beispiel gar nichts hört. Wann ist denn die – und von wem – entwickelt worden?
Fr. Czerwinski: Das weiß ich gar nicht, ich glaube, das hat sich so an den ganzen Internaten und Schulen entwickelt. Deshalb gibt es auch nicht eine Gebärdensprache, die überall gesprochen wird, sondern es gibt ganz, ganz viele Dialekte und verschiedenen Sprachen. In jedem Land gibt es eigene Gebärdensprachen. Es gibt sowas wie eine internationale Gebärdensprache, die arbeitet viel mehr mit Mimik, zum Beispiel, also auch viel Pantomime dabei. Und wenn sich jemand aus China und jemand aus Deutschland sich trifft, dann können sie sich ja nicht unterhalten, weil der andere ja eine fremde Sprache spricht. Wenn die beiden gehörlos sind und können Gebärden, dann können die relativ einfach miteinander sprechen. Das ist wie wenn jemand aus Norddeutschland und jemand aus Süddeutschland kommt, die sprechen ja auch nicht unbedingt genau die gleiche Sprache, aber die können sich trotzdem verständigen. Und so ist es auch mit den Gebärdendialekten auch. […] Vor allem die Wochentage und die Farben sind von Region zu Region komplett verschieden. Also, Sonntag ist fast überall „beten“. Und Samstag ist fast überall „waschen“, da war früher immer Waschtag. Aber alles andere wurde dann von den Schulen entwickelt. Da gab es zum Beispiel „stricken“ am Dienstag oder so, also die Gebärde zum Stricken. Und so gibt es auch in Lebach spezielle Wochentag-Gebärden.

Christine: Wie ist es denn da so in der Schule? […] Wie sind denn die Klassengrößen? Sind da auch so 25, 30 Kinder in der Klasse?
Fr. Czerwinski: Wie viel sind es denn bei euch in der Klasse? […] [Hier sind es] 9. Bei mir in der Klasse sind’s 11. Wir haben aber auch Klassen mit 7 Kindern. In der ersten Klasse sind jetzt gerade zwei Klassen mit je 7 Kindern.

Christine: Und wie viele Schuljahre gibt es bei euch? Also, auch einfach nur die ersten vier Grundschuljahre?
Fr. Czerwinski: Also, es gibt fünf Grundschuljahre, aber das ist in der Regelschule mittlerweile auch so, dass man praktisch die ersten 2 Schuljahre in 3 Jahren machen kann, das ist bei uns auch so, bei uns wird das meistens gelöst, dass die Kinder 5 Jahre haben. Früher hatten wir noch einen Schulkindergarten, der wurde abgeschafft, aber dafür haben wir jetzt 5 Grundschuljahre und dann geht es bis zur 10. Klasse bei uns. Und wenn man dann weitermachen möchte, dann muss man leider das Bundesland wechseln. Also, wenn man weiter in eine Gehörlosenschule gehen möchte, gibt es zum Beispiel in Frankenthal eine Schule oder in Trier, wo es noch weitergeht. Und da [geht es] bis zum Abitur. Bei uns kann man leider kein Abitur machen, weil das Saarland […] so klein [ist], wir haben ungefähr 120 Schüler.
[…]

Fr. Czerwinski: In meiner Schule, da kümmern wir uns auch schon um Kinder im Kindergarten. Ich fahre zum Beispiel Dienstag immer in die Kindergärten und fahre dort zu Kindern, die Hörgeräte tragen. Oder die ein CI (Cochlea-Implantat, A. d. R.) haben, das ist eine andere Art Hörgerät, oder die sonst irgendwie Probleme mit dem Hören haben. Wir betreuen die Kinder da. Und wir fahren auch in ganz viele Grundschulen und Regelschulen. […] Die meisten Schüler sind gar nicht bei uns an der Schule, sondern in ganz vielen anderen Schulen. Vorhin hat jemand erzählt… du hast erzählt, dass da jemand auch an die Schule kommt, ne? Kommt da auch jemand aus der Schule, ja? […] Wir betreuen also auch Kinder in den Regelschulen und fahren da regelmäßig hin, falls es da Fragen gibt, oder erklären die Technik. Hat das Kind da auch so eine Höranlage? […] Genau. Und da zeigen wir, wie das funktioniert. Wir haben auch so Höranlagen. Das heißt, die Kinder tragen dann so eine Hörhilfe, da gibt es so ganz verschiedene, und wenn dann der Lehrer so ein Kästchen um den Hals hat, dann wird die Stimme des Lehrers direkt ans Hörgerät gesendet. Dann können die Kinder auch besser hören, wenn sich der Lehrer wegdreht oder wenn viel Lärm ist. […] Und wenn man dann vom Wochenende erzählt, das macht ihr in der Schule bestimmt auch in der Grundschule oft noch, dann kann man diese FM-Anlage auch rumgeben. Dann kann jeder da reinsprechen und dann hört das Kind auch denjenigen, der reinspricht. […] Sonst, wenn jetzt der Lehrer hier was erzählt und dann ruft er jemanden auf, dann ist das für ein Kind, das Probleme mit dem Hören hat, oft ganz schwierig, den weiter hinten zu verstehen und dann geben wir immer die FM-Anlage rum. […] Und Störlärm ist für alle Kinder mit Hörproblematik das größte Problem. Auch Kinder, die keine Hörgeräte tragen. Es gibt ja auch Kinder wie ihr beiden, ihr habt ja beide keine Hörgeräte, aber ihr habt ja auch diese Roger, diese Hörgeräte im Unterricht. […]
Christine: Hier an der Schule haben wir ja ein ganzes Klassenzimmer extra ausgestattet bekommen. Da sind so spezielle Schutzelemente gekommen und so.
Fr. Czerwinski: Wir haben auch Teppichboden bei uns überall in der Klasse, wir haben alle Hausschuhe an, auch die Lehrer. […] Das macht das ganze aber auch ganz gemütlich. Und wiel wir nicht so viele Kinder sind, in der Klassen, ist es dann sehr gemütlich.

Christine: Und habt ihr denn auch ganz normal, ich sag mal bis um halb eins, ein Uhr Unterricht? Oder… bei der Blindenschule haben wir zum Beispiel gelernt, dass die Kinder bis so 3, 4 Uhr in der Schule sind, wie ist es bei euch?
Fr. Czerwinski: [Bis 3.] Außer freitags, da haben wir nur bis 1. Aber wir machen dann auch die Hausaufgaben in der Schule, wir essen in der Schule, dann sind meistens auch AGs und Spiele und Zeit zum draußen Rumrennen, Wald-AG z. B.

Christine: Wie ist das dann von den Klassen gemischt? Hat man Klassen wo wirklich komplett Kinder ohne Gehör speziell sitzen?
Fr. Czerwinski: Die sind gemischt. Vom Alter her, vom Leistungsstand und es gibt da Kinder, die unterschiedlichste Grade der Hörsschädigung haben. Das heißt, es gibt Klassen, da brauche ich die Gebärdensprache eigentlich gar nicht, weil da alle noch relativ gut hören, wir unterstützen trotzdem mit Gebärden, weil das für die Kinder immer etwas einfacher ist, wenn man das mit Gebärden unterstützt. Und wir haben auch Kinder, die ganz dringend Gebärden brauchen, die zwar mit Hörgeräten oder mit CIs versorgt sind, aber das reicht einfach nicht. Die lernen bei uns dann auch die Gebärdensprache.

LSW: Also ist es seltener, dass die Kinder gar nicht hören können?
Fr. Czerwinski: Sehr selten. Heutzutage haben wir sehr gute Technik, die Hörgeräte haben sich unglaublich verbessert in den letzten Jahren, auch die CIs. Und wenn ein Kind früh entdeckt wird und frü versorgt wird, ein förderndes Elternhaus gibt, dann sind die Kinder auch in der Regelschule, da läuft das eigentlich auch. Aber wir haben jetzt ganz viele Flüchtlingskinder, die jetzt mit 5 Jahren kommen und überhaupt noch nie ein Hörgerät hatten oder auch komplett taub sind und noch nie irgend eine Sprache hatten, da brauchen wir extrem viele Gebärden. Das ist jetzt in den letzten Jahren sehr auf uns zugekommen. Also, viele Kinder aus Syrien, aus Jordanien, aus dem Iran, die jetzt zu uns kommen und die gar nicht hören können. Ein Kind, das ist 6 Jahre alt und das ist überhaupt nicht versogt worden mit Hörgeräten. Das fängt jetzt an, langsam ein bisschen Gebärdensprache aufzubauen. Das ist schwierig. Wir haben auch Kleine, die jetzt mit Hörgeräten versorgt sind, wo es dann schneller läuft. Wir haben auch Kinder, da kann man nicht implantieren, wenn der Hörnerv auch nicht intakt ist […] oder auch, wenn man sehr, sehr spät implantiert. […] Aber wenn man jetzt schon gehört hat und durch einen Unfall nicht mehr hören kann oder durch eine Krankheit – Also, viele Kinder haben früher durch Meningitis oder durch Röteln oder durch Masern, Mumps, diese ganzen Kinderkrankheiten, gegen die man jetzt gut impfen kann – als man das noch nicht konnte, haben viele Kinder deswegen eine Hörschädigung bekommen, die waren dann ganz taub. Das ist ja heute nicht mehr oft der Fall, weil die meisten Kinder geimpft werden. Aber wenn man schonmal gehört hat und dann ein Implantat bekommt, dann ist es auch viel einfacher, wieder hören zu lernen. Aber wenn man nie gehört hat, über Jahre, dann ist es mühsamer.

LSW: Es gibt doch bestimmt einen ziemlich großen Unterschied zwischen den verschiedenen Ländern und den Gebärdensprachen. Gibt es da eine Gebärdensprache, die der deutschen noch am nächsten ist und die man hier verstehen kann?
Fr. Czerwinski: Also, Gebärdensprache an sich kann man eigentlich in allen Ländern gut verstehen, wenn man sie gut kann. Ich habe eine Freundin, die war in Amerika, an der Gallaudet University, das ist eine Universität nur für Gehörlose, da sprechen alle Gebärden, da ist man total der Außenseiter, wenn man nicht Gebärden kann. Meine Freundin war dort und hat dort ASL, also American Sign Language, gelernt, spricht auch super gut, aber die wollte Dolmetscherin werden, hier in Deutschland, und musste sich viel umstellen, weil es doch eine andere Sprache ist.
LSW: Heißt das, man kann das in den amerikanischen Medien auch gut verstehen, also in Planet of the Apes ist ja gerade viel drin.
Fr. Czerwinski: Wenn man es gut kann, dann ja. Das kann man schon verstehen. Aber meine Gebärdenkenntnisse sind da leider auch nicht so gut. Ich habe damals im Studium leider keine Gebärden gelernt, da galt es noch: Das verträgt sich nicht, entweder kann ein Kind reden lernen oder Gebärden. Und wenn ein Kind noch gehört hat, dann sagte man, das muss sprechen lernen und Gebärden soll es nicht. Das ist in der Geschichte der Gehörlosendidaktik ein ganz schwarzes Thema, ist auch heute noch umstritten, viele sagen heute noch Gebärden sind nicht gut, aber mittlerweile ist die Gebärdensprache als vollständige Sprache anerkannt. Und es ist eine eigene Sprache mit eigener Grammatik. Ich kann mal ein Beispiel machen. Es gibt auch zei Unterschiede, es gibt LGB, das sind lautsprachenbegleitende Gebärden. Da mache ich zu jedem Wort, das ich spreche eine Gebärde. Also z. B. „das“, das ist das „S“ von den Buchstabenzeichen.

Fr. Czerwinski: „Das“, „Motorrad“, kennt ihr ja, nyemm-nyemm-nyemm.

Fr. Czerwinski: „Fährt“. [Flache, vertikale Hand von rechts nach links] „Den“, das ist das „N“, das ist für Gehörlose ganz schwierig zu unterscheiden, „den“ und „dem“ zu unterscheiden, das macht ihr wahrscheinlich oft auch noch falsch.

Fr. Czerwinski: „Berg hinauf“ [Bogenbewegung nach oben] Also habe ich jetzt zu jedem Wort eine Gebärde gemacht. Wenn ich jetzt Gebärdensprache mache, mache ich [zwei kurze Bewegungen, einmal „Motorrad“ und einmal die „Fährt“-Bewegung nach oben], ja, also mache ich so mein Motorrad [Flache, vertikale Hand] und so wäre mein Auto [Flache, horizontale Hand] […] Da sage ich also in zwei Gebärden den ganzen Satz. 🙂 Das ist viel ökonomischer. Und manchmal auch viel deutlicher, weil man dann auch mit Mimik oder Geschwindigkeit arbeitet. […] Da kann man also ganz viel mit Gebärden machen. Und ihr seht, da braucht man ganz viel den Oberkörper dazu und muss viel mit dem Gesicht und mit den Augen machen, und das kann man dann international ganz gut verstehen. Also, wenn ich so mache: 😦 Das könnt ihr in jeder Sprache gut verstehen. […] Also, die Körpersprache, die ihr alle verwendet, die hilft dann da unglaublich. Ihr merkt das vielleicht auch, wenn man in einer Fremdsprache spricht, wenn man telefoniert, auf Französisch, ist das furchtbar schwierig, wenn man dann aber jemanden trifft, der Französisch spricht, kann man da ganz viel mit Mimik und so machen, dann ist das viel leichter für uns zu sprechen und zu verstehen. Deshalb ist es für unsere Schüler extrem wichtig, ein gutes Mundbild zu haben, das Gesicht zu sehen. […] Wenn man Haare davor hat, ist es nicht so gut, wenn man Kuagummi kaut ist das Verstehen nicht so gut. Und Licht ist ganz wichtig, dass man gut ausgeleuchtet ist. Dann macht man für alle das Verstehen leichter. Das ist ja das schöne, was für unsere Kinder gut ist, ist für alle Kinder und alle Beteiligten gut. In meinem Alter hat man auch schon ein bisschen Probleme, nicht mehr gut zu hören. 🙂 Das fängt ja in meinem Alter schon ganz gut an. Und das wird uns wahrscheinlich allen mal so gehen, wie wir alle gern Musik hören, dauernd irgendwelche Kophörer in den Ohren haben, vor allem so die Teenager, sind ja mit dem Handy fast verwachsen. Und das führt später dann auch zu Hörschäden, leider, mit dem Alter. Ich habe in meiner Jugend viel Walkman genhört. Das ist nicht so gesund. 😀 […]

LSW: Ich find ja super, dass die Kids das Abitur machen können, aber wie geht’s dann weiter?
Fr. Czerwinski: Es gibt Gehörlose, die an der Uni studieren. Die haben dann zum Beispiel einen eigenen Dolmetscher, oder zwei Dolmetscher sind es dann meistens. Das muss man nur wahnsinnig durchkämpfen, dass man das bezahlt bekommt. Es gibt auch Schriftdolmetscher, das heißt, die Tippen direkt, wenn was gesprochen wird, tippen die das direkt in den PC. Und dann haben die ihr eigenes Tablet dabei und dann lesen die direkt mit, was geschrieben wird. Das haben wir z. B. bei Lehrerkonferenzen auch. Wir haben auch gehörlose Lehrer bei uns in der Schule, und Schwerhörige, und wir haben bei Konferenzen immer Schriftdolmetscher da. Die schreiben dann alles mit, das ist nicht immer ganz richtig, weil das so schnell gehen muss, die haben dann immer so Kürzel, die sie tippen, z. B. für Förderschullehrer machen die nur „FS“ und dann kommt „Förderschullehrer“ gleich getippt. Die haben also eine Art Steno am Computer. Und damit arbeiten wir dann auch. […]
Christine: […] Ich glaube, mit der heutigen Technik ist es heute vielleicht auch einfach, weil die Uni auch wesentlich medialer geworden ist. Die ganze Vorlesung gibt es danach, sage ich mal, zum Herunterladen. […]
Fr. Czerwinski: Was halt schwierig ist, ist wenn man wirklich auf Gebärdensprache angewiesen ist. Man braucht ja für jedes Wort eigentlich eine Gebärde. Aber es reicht ja nicht, wenn man im Phyikunterricht […] sagt „Katalysator“, dann wissen die Kinder trotzdem nicht, was ein Katalysator ist, nur weil ich die Gebärde mache. Trotzdem muss ich diese Gebärde mit Inhalt füllen. […] Es reicht nicht, wenn ich alles einfach nur gebärde. […]

Christine: Gibt’s bei euch denn die normalen Fächer? Oder habt ihr auch irgendein besonderes Fach? Zum Beispiel frage ich mich: Geht Musik, wenn Kinder taub sind?
Fr. Czerwinski: Wir machen einfach ganz laut Musik, mit Trommeln und so. Geht Prima. 🙂 […] Und wir haben das Fach Gehörlosenkunde, also Gebärdensprache. Einmal die Woche macht der Herr Ridder bei uns Gebärdenunterricht. Der ließt dann auch […] Bilderbücher in Gebärden, z. B.
LSW: Haben wir hier ein Buch, in dem alle Gebärden drin sind?
Christine: Nein, aber vielleicht sollten wir uns so eins mal besorgen.
Ret: Wir haben genau ein Buch, das heißt Henriette Bimmelbahn [Planet Willi (a. d. R.)], da sind ein paar Gebärden drin.

LSW: Was heißt denn „ich liebe dich“?
Fr. Czerwinski: Da gibt’s verschiedene… also, es gibt ein Zeichen – das ist das „i“, das ist das „L“ und das ist das „Y“. D. h., wenn man so macht, dann heißt das „I love you“, also auf Englisch. […]

LSW: Gibt es auch Schimpfwörter auf Gebärden?
Fr. Czerwinski: Die weiß ich natürlich nicht. 😉

LSW: Wie machen die Sport?
Fr. Czerwinski: Ganz normal. Sport kann jeder machen. Also, nur beim Schwimmen wird es manchmal schwierig, mit dem Hörgerät, die die anhaben, dann ist es einfach ein bisschen schwierig, da muss man vorher erklären. […] Und dann erst die Hörgeräte ausziehen. […] Aber es gibt mittlerweile CIs, mit denen man unter Wasser hören kann. […] Ja, dann hören die besser als du.

Fr. Czerwinski: Ich kann euch noch etwas Lustiges zu der FM-Anlage erzählen. […] Wenn man als Lehrer vergisst, sie auszumachen, in der Pause, dann können nämlich die Kinder mit Hörgeräten die Lehrer belauschen. Mir ist es mal passiert, ich hatte die auf der Toilette angelassen. 😅

LSW: Wenn das FM-Geräte sind, kann man damit Radios stören?
Fr. Czerwinski: Das sind bestimmte Frequenzen. […] Ist mittlerweile auch nicht mehr FM, das ist der falsche Begriff, mittlerweile. Das wird nicht mehr über Radio übertragen, sondern über… [Bluetooth, meistens].

500 € für die Ruth-Schaumann-Schule

Bücher helfen! ist ein ganz besonderes Projekt für uns, denn mit unserem großen Bücherflohmarkt können wir einiges an Geld einer wohltätigen Organisation im Saarland spenden. Letzte Woche haben wir einen Check schon ausgestellt. Und diese Woche gibt es 500 € für die staatliche Förderschule mit überregionalem Förderzentrum Hören und Kommunikation.

Ein Check von 500 € für die Ruth-Schaumann-Schule.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Czerwinski – und an ihren Schülern, die für uns ihre Zeit aufgeopfert haben, um uns zu zeigen und zu beschreiben, wie in Deutschland eine vollkommen andere Sprache täglich benutzt wird und welche anderen Möglichkeiten es gibt, eigentlich allen Menschen das Leben leichter zu machen, wenn man

Zum Abschluss unserer sinn-vollen und sinnes-reichen Weihnachtswochen bleiben nur noch zwei Sinne übrig – und die werden wir voll ausnutzen.

Tolle, lege; Tolle, lege!

Ret

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{Märchenzeit} Kleine Froschkönige

Was, nicht alle Lesemäuse aus der Juniorgruppe kennen unsere Lieblingsmärchen? Das haben wir gleich nachgeholt: Frau Holle, Hänsel und Gretel… und jetzt auch der Froschkönig.

Auf Pinterest haben wir diese süße Bastelidee gefunden und wir mussten sie einfach in die Tat umsetzen! Total kreativ und auch einfach genug, um mit den Kindern gleich mehrere davon zu machen. Und so geht’s:

Man nehme zwei Einheiten eines Eierkartons und schneide die Kanten glatt. Das wird unser Frosch. Damit er eine gesunde grüne Farbe kriegt, holen wir die Fingerfarben raus! Andere Farben gehen auch, aber die kann man besser abwaschen und es ist weniger umständlich für die Kinder.

Aber was wäre der Froschkönig ohne seine Krone?
So eine Krone ist zum Glück sehr einfach zu machen. Ob mit Zacken oder mit einer Schablone, von einem Erwachsenen vorgefertigt.

Ausschneiden, kleben, trocknen lassen. Dann kann man den Frosch krönen.

 

Doch was macht man, wenn der Frosch mal Hunger bekommt? Wir wollen ihn nicht unbedingt, wie im Märchen, an unseren Tisch lassen. So ein Frosch muss sich ganz alleine ernähren können. Und Frösche fangen ihr Essen natürlich mit der Zunge!

Dazu braucht man ganz einfach einen Streifen rotes Papier:

Einmal um die Schere wickeln und halten, dann bekommt man eine schön geringelte Zunge, die der Frosch zum Fliegen fangen nur auszustrecken braucht.

Die fertige Zunge wird dann an den Unterkiefer geklebt.


Fehlt nur noch eins. Oder zwei. Die Augen. Die dürfen ruhig schön groß sein.

Nicht vergessen, nach dem Ausschneiden müssen noch Pupillen auf die Augen gemalt werden. Schielende Augen sind dabei genauso süß wie große, tiefe Augen mit riesigen Pupillen.

Gerade zur Osterzeit gibt es ganz praktische „goldene Kugeln“: Wer in seiner Bastelei noch eine kleine Überraschung verstecken will, kann ein gold verpacktes Schokoei reinlegen.
Na, wer ist die glückliche Prinzessin, die vom Froschkönig beschenkt wird?

Leider mussten wir die Frösche dann trocknen lassen, sonst hätten wir noch Froschfüße an den Boden geklebt.

Fröhliches Quaken, ich hoffe, ich sehe euch auf dem Bücherflohmarkt am Sonntag!

Ret

{Kuschelbällchen} Süße Mini-Pompons

Dieses Mal gab es eine etwas andere Geschichte: La conte chaud et doux des chauxdoudoux vom Psychologen Claude Steiner.
Wie man am Titel merkt, ist es ein französisches Buch. Ich bin damit aufgewachsen – und ich finde das Märchen von den Kuschelbällchen und den Nesselbällchen immer noch schön. Und ja, das Märchen wurde übersetzt, aber als Buch ist die französische Ausgabe mit den Illustrationen von PEF die bessere Alternative.

Na gut, ich habe den Kindern den Gefallen getan, und es ihnen auf Französisch vorgelesen – aber nur die erste Seite. 😉 Die Geschichte selbst gab’s natürlich auf Deutsch.

Nachdem alle erfahren haben, wie wichtig das Teilen ist, müssen wir selbst etwas gestalten, was andere warm und kuschelig macht und was wir teilen können.
Was man braucht:

  • Wolle
  • Gabel
  • Schere
  1. Wolle um die Gabel wickeln. Je mehr Wolle, desto dichter das Kuschelbällchen. Aber schön oben und unten Platz lassen, denn…
  2. … jetzt muss das ganze mit einem Faden schön fest in der Mitte abgebunden werden. Knoten zu und…
  3. … dann geht es ans Schneiden. Entweder auf der Gabel lassen und rechts und links abschneiden oder abnehmen und alle Schlaufen zerschneiden.
  4. Überstehende Fäden abschneiden, Augen drauf, fertig ist das Kuschelbällchen.

Relativ einfach, bei den Kleinen muss man natürlich ein wenig helfen. Aber dann hat jeder mindestens eins dieser kuscheligen Wesen zum Teilen und Freudemachen!

Ret

Baoulé – Eine Geschichte aus der Elfenbeinküste

Versionen auf Französisch und auf Baoulé: http://wp.me/p3Ira7-IA#audio

N’Guessan Olivier Kouadio, engagierter Deutschlehrer an der Elfenbeinküste, war am Wochenende zu Gast in unserer Gruppenstunde.
Mehr zum Besuch.

Im Anschluss hat Olivier uns das Märchen von der Königin Abla Pokou aufgenommen, die ein großes Opfer bringen musste, um ihr Volk zu retten.
Tatsächlich basiert die Sage auf historischen Ereignissen und die Königin hat es wirklich gegeben. Mehr dazu auf Wikipedia.

Bereits seit 2014 haben wir eine Verbindung zu Oliviers Deutschclub „Martin Luther“ an der Elfenbeinküste. Durch eine Mail hatte ich damals von seinem Engagement und seiner Begeisterung für die deutsche Sprache und Kultur erfahren und Kontakt mit ihm aufgenommen. Wer mehr über die Anfänge unseres Clubaustauschs erfahren möchte, findet hier auf dem Blog unter der Kategorie „Elfenbeinküste“ auch noch mehr Informationen dazu:

{Besuch von der Elfenbeinküste} Eine besondere Gruppenstunde

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Einen wirklich ganz besonderen Gast hatten wir an diesem Samstag bei uns in der Lese- und Schreibwerkstatt zu Besuch.

N’Guessan Olivier Kouadio, engagierter Deutschlehrer an der Elfenbeinküste, war am Wochenende zu Gast in unserer Gruppenstunde.

Bereits seit 2014 haben wir eine Verbindung zu Oliviers Deutschclub „Martin Luther“ an der Elfenbeinküste. Durch eine Mail hatte ich damals von seinem Engagement und seiner Begeisterung für die deutsche Sprache und Kultur erfahren und Kontakt mit ihm aufgenommen. Wer mehr über die Anfänge unseres Clubaustauschs erfahren möchte, findet hier auf dem Blog unter der Kategorie „Elfenbeinküste“ auch noch mehr Informationen dazu.

Nun hat Olivier ein Stipendium vom Goethe-Institut bekommen, das ihm die Reise nach Deutschland und einen zweiwöchigen Aufenthalt in Berlin ermöglicht hat. Im Anschluss daran ging es für Olivier direkt weiter nach Freiburg wo er zur Zeit an einer Sprachschule hospitiert. Und von dort haben wir ihn nun ein Wochenende zu uns eingeladen.

Für uns alle stellte das persönliche Kennenlernen einen ganz besonderen Moment im Rahmen unserer Partnerschaft statt. Denn es ist natürlich ein großer Unterschied, ob man sich übers Internet schreibt, oder sich tatsächlich persönlich begegnet. Wir alle waren sehr gespannt auf Olivier und er hat uns mit seiner Liebe zur deutschen Sprache richtig mitgerissen.

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Wir alle hörten ihm aufmerksam zu, wenn er davon berichtete, wie der schulische Alltag an der Elfenbeinküste für ihn und seine Schüler aussieht.

Klassen mit über 60 Schülern, Klassenräume die von den Schülern selbst sauber gehalten werden müssen, Schulgeld das sich nicht jeder leisten kann: da staunten unsere Leseratten nicht schlecht. Besonders nachdenklich machte es uns alle, wenn Olivier von Schülern erzählte, die aus den umliegenden Dörfern kamen und zu weit weg wohnten, um den Schulweg täglich meistern zu können. Diese werden von ihren Familien oft in kleinen Wohnungen eingemietet und müssen dort während des Schuljahres dann komplett alleine leben. Und das teilweise schon mit zehn Jahren. „Die Kinder werden früh selbständig“ erzählte Olivier und berichtet von seinem Wunsch, eine Art Jugendherberge für diese Schüler mit der Zeit aufzubauen, in der sie dann nicht alleine wohnen und betreut wären.

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Viele Kinder hatten spontan ein wenig Taschengeld mitgebracht, auch die erwachsenen Gäste hatten Geld dabei und wir sammelten in einer Spendenbox für Oliviers Schüler an der Elfenbeinküste. Das tun wir auch weiterhin. Und sollte jemand von euch helfen wollen, dann schreibt mir doch einfach eine Mail an christine_sinnwell@web.de

Für uns ist dieser Austausch eine sehr besondere Erfahrung. Wir lernen viel über eine andere Kultur kennen und die Elfenbeinküste ist längst nicht mehr nur ein anonymer Punkt auf der Landkarte für uns.

Neben der Amtssprache Französisch gibt es über 60 regionale Dialekte, z. B. Baoulé, das von Olivier gesprochen wird.

Für euch und die Leseratten der Schreibwerkstatt hat Olivier noch eine Sage eingesprochen, in der er uns erzählt, wie es dazu kam, dass das Volk Baoule an der Elfenbeinküste lebte und welch traurigen Ursprung das Wort hat.

In den nächsten Wochen wollen wir mit unseren Leseratten auch Bilder zu der Geschichte malen.

Und auf Dauer überlegen wir schon, wie wir daraus ein kulturübergreifendes Projekt machen. Denn Olivier wird mit seinen Deutschclub-Mitgliedern weiter auf die Suche nach Geschichten und Sagen gehen und diese mit ihnen für uns einsprechen. Ret Samys hatte nun die wunderbare Idee, dass  wir  umgekehrt deutsche Märchen für die afrikanischen Schüler aufnehmen können. Und ich denke, dass das ein ganz herrliches Projekt werden wird. Auch hierfür brauchen wir die Spendengelder, denn wir würden für Oliviers Club gerne einen Beamer und einen Laptop besorgen, damit wir solche Projekte noch besser und direkter vernetzen könnten. Vielleicht begegnen sich unsere Gruppen ja irgendwann per Skype? Und Olivier könnte mit seinen Teilnehmern die Beiträge auf dem Blog gemeinsam anschauen.

Nun aber zu dem Märchen von der Königin Abla Pokou die ein großes Opfer bringen musste, um ihr Volk zu retten. Die erste Version ist auf Deutsch, dann kommt die Französische und dann könnt ihr euch das Märchen auch auf Baoulé anhören.

Tatsächlich basiert die Sage auf historischen Ereignissen und die Königin hat es wirklich gegeben. Mehr dazu hier.

Einen besonders schönen Buchtipp habe ich auch noch von euch. Das Buch habe ich von zwei wundervollen Leseförderinnen bekommen. Christine Kranz und Tina Seibert von der Stiftung Lesen haben es mir geschenkt (ihr habt damit aber so was von den Nagel auf den Kopf getroffen!) und ich empfehle es als Geschenkidee sehr gerne weiter.

Afrika – wie ist es da? heißt es und enthält viele bunte Geschichten aus Afrika. Für kleine Kinder- für größere Kinder: hier findet ihr eine sehr schöne Sammlung an afrikanischen Geschichten. Und manche davon finden sich auf der beiliegenden Hör-CD auch gleich noch vorgelesen vor.

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Und Olivier konnte auch direkt bestätigen, dass der Baobab – der Affenbrotbaum – der im Buch in manchen Geschichten vorkommt, tatsächlich in den Dörfern eine große Bedeutung hat.

Viele Kinder hatten zur Gruppenstunde auch Kekse, Muffins und Knabbereien mitgebracht. Besonders bedanken wir uns bei der syrischen Familie von Osama, die für uns extra syrisches Essen zubereitet haben, was auch Olivier sehr gerührt hat.

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Und so sieht das Geld an der Elfenbeinküste aus:05-DSCN8038

Und unser genialer Quizmaster Ret Samys hat auch wieder ein Quiz über die Elfenbeinküste entworfen. Hier findet ihr es:   cotedivoire  Gar nicht so einfach, sage ich euch. Das Lösungswort ergibt den Namen einer wichtigen Stadt an der Elfenbeinküste.

Zum Schluss ein kleines Sprüchlein aus eigener Feder, das meine Gedanken zu diesem Wochenende zusammenfasst:

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Liebe Grüße

Christine

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{Märchenwochen} Zauberhafte Ideen rund um die geheimnisvolle Welt der Märchen

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Alle Jahre wieder… so könnte ich diesen Beitrag fast nennen. Denn immer wieder gibt es eine Zeit, in der ich den Märchen einige Wochen lang ganz viel Platz in der Lese- und Schreibwerkstatt einräume.

Dann wird die Märchenkiste vom Schrank genommen und wir nehmen abwechselnd Gegenstände aus der Kiste und schauen dann, zu welchem Märchen der Gegenstand gehören könnte.

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Und dann lesen wir natürlich Märchen vor. Ein neues Märchenbuch, das ich  persönlich ganz besonders gerne einsetze stammt aus dem Ellermann-Verlag: Meine schönsten Bildermärchen heißt es und in diesem Buch sind natürlich auch die Märchen erzählt. Aber eben nicht nur: wie in einem Comic findet man die Märchen in Bildern dargestellt und die Kinder können das Märchen anhand der Bilder sehr schön nacherzählen oder auch -spielen.

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Ich persönlich finde es dabei immer sehr spannend zu beobchten, welche Sprüche den Märchenfiguren dabei manchmal in den Mund gelegt werden. Die Disney-Filme lassen da an manchen Stellen grüßen.

Umso schöner finde ich es, dass Kinder dann auch die klassischen Märchen noch kennen oder in den Märchenwochen kennen lernen.

Wir haben es in der vergangenen Woche so gemacht, dass wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt haben und dass jede Gruppe für die andere ein Märchen einstudiert hat. Mit Kostümen und ein wenig Fantasie haben sich die Kinder in ihre Rollen verwandelt und dann ging es los.

Das Nachspielen hat allen sehr viel Freude bereitet.

Doch auch das Kamishibai kam dabei wieder zum Einsatz. Vom Don Bosco-Verlag habe ich schon länger das herrliche Märchenkarten-Set „Die Bremer Stadtmusikanten“ und so bekam die kleine Mittwochsgruppe dann ein kleines Kamishibai-Theater gespielt.

Die Kinder entwickelten das Märchen anhand der Bilder mit und durften lautstark die Tiere spielen. Vor allem als die Tiere die Räuber aus dem Haus verjagten war auch bei uns ein ohrenbetäubendes Stadtmusikantenlied zu hören.

Ehrlich: wenn ich ein Räuber gewesen wäre, wäre ich auch geflohen so sehr hatten sich die Katzen, Esel, Hunde und Hähne ins Zeug gelegt.

In den nächsten Wochen geht es zauberhaft bei uns weiter und Mitte März gehen wir dann zusammen ins Theater: „Die Bremer Stadtmusikanten“ werden gespielt. Ich bin schon gespannt, ob die so laut sein werden, wie meine Musikanten.

Und ein kleines Spiel gibt es noch für euch: ein Märchenteller-Memory. Dazu bemalen die Kinder Pappteller mit zwei gleichen Märchenmotiven. Diese werden dann im Raum umgedreht verteilt und wie beim Memory müssen die richtigen Motive gefunden werden.

Ganz schnell und günstig zu machen und die Kinder sind so begeistert von ihren eigenen Motiven.

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So, und nun drückt meiner Stimme die Daumen. Morgen halte ich auf der Didacta in Köln einen Praxisworkshop zum Thema Literacy  und momentan bin ich ziemlich heiser.

Märchenhafte Grüße für euch

Christine

{Märchen der Welt} Eine Reise in die arabische Welt

   märchen der welt

Eine ganz besondere Märchenreihe gibt es in der Lese- und Schreibwerkstatt seit vielen Jahren. „Märchen der Welt“ haben wir sie getauft und die Idee die dahinter steht ist Folgende:

Wir laden zu diesen Märchen eine Muttersprachlerin oder einen Muttersprachler ein, der uns ein Märchen aus seinem Land mitbringt. Dieses lassen wir uns zweimal vorlesen: einmal in deutsch (damit wir es verstehen) und einmal in der Landessprache. Daneben wollen wir aber auch immer die Kultur kennen lernen, wollen Fragen stellen, Neugierig sein und etwas über das jeweilige Land und die Menschen dort erfahren.

Im Laufe der Jahre sind wir so beispielsweise schon nach Italien, Frankreich, Polen oder Spanien gereist. Fast immer kochen oder backen wir dann auch etwas passendes aus dem Land mit unseren Leseratten.

Dieses Mal sollten uns die Märchen der Welt ein Stück weiter weg entführen: nach Syrien und in die arabische Welt.

Auch an unseren Leseratten und uns selbst geht die aktuelle Thematik der Flüchtlingsströme nicht vorbei und deshalb dachten wir uns, dass es sehr wichtig ist, auch in unserer Schreibwerkstatt das Thema mit den Kindern aufzugreifen, ihnen die Gelegenheit geben zu können, auch einmal Fragen zu stellen und uns umgekehrt die Chance geben, ein wenig zu den Ursachen der Flüchtlingssituation zu erklären und auch mit den Kindern zu besprechen, was Flucht bedeutet, warum Menschen aus ihrem Land fliehen. Diese Fragen werden uns auch in den nächsten Monaten immer wieder beschäftigen, denn das Thema Flucht wird nun immer wieder einmal bei uns aufgegriffen werden und mit Geschichten und Literatur unterlegt werden. (Wer gute Literatur kennt, darf uns gerne Tipps geben)

Unterstützt wurden wir wie schon bei unserem gemeinsamen deutsch-syrischen Frühstück von Bernhard Mommenthal der einer der Gründer der Flüchtlingshilfe Nalbach ist. Die Flüchtlingshilfe Nalbach ist ein ganz wunderbarer Zusammenschluss von Menschen, die sich vor Ort für die Flüchtlinge einsetzen. Denn gerade nachdem die Menschen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen auf die Gemeinden verteilt werden, wo sie dann wohnen sollen, ist Hilfe so wichtig damit die Menschen auch wirklich hier ankommen und wissen, an wen sie sich wenden können bei Fragen und all den Dingen die im Alltag auf sie warten. Hier gibt es in Nalbach ganz viele Menschen die Zeit einbringen um für die ankommenden Flüchtlinge da zu sein und das auf vielerlei Arten.

Doch zurück zu unseren Märchen der Welt: über die Flüchtlingshilfe hatten wir Kontakt zu Roula Kasem, einer Syrierin die schon länger in Deutschland lebt und dadurch auch schon sehr gut Deutsch spricht. Roula brachte uns nicht nur das Märchen von Laila und dem Tiger mit, sie hatte auch ihre Töchter Rojana und Sara dabei und zudem ein leckeres syrisches Gebäck. Doch auch weitere Gäste waren gekommen und so begrüßten wir neben Roula weitere syrische Frauen und Kinder in unserer Mitte.

märchen der welt

märchen der welt

Ganz ruhig wurde es in der Leseecke, als Roula mit ihrer Geschichte begann: zuerst auf deutsch und dann auf arabisch. Die Geschichte hat uns alle direkt an ein deutsches Märchen erinnert und das fanden wir total faszinierend: dass sich Märchen so weit ausbreiten und den gleichen Kern enthalten.

märchen der welt

märchen der welt

Roula hatte zudem ein Lied für uns mitgebracht, das von dem Märchen handelt. Sowohl die arabische Version des Märchens als auch das Lied haben wir hier für euch auch als Audiodatei zum Anhören.

Für uns war der fremdartige Gesang ganz faszinierend und hat uns sehr gut gefallen. Zusammen mit Roulas Gebäck sind wir tatsächlich ein wenig in die arabische Welt eingetaucht.

Nach dem Märchen haben wir damit begonnen, die Geschichte zu gliedern und zu jedem Abschnitt Bilder zu malen. Diese werden wir in den nächsten Wochen dann zu einem Bilderbuchkino zusammenfügen: dabei scannen wir alle Bilder in der richtigen Reihenfolge ein und werden sie hier für euch als pdf zum Download anbieten.

Märchen der Welt – Deutsche und arabische Textversion von Layla und der Tiger

Layla und der Tiger

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Nächste Woche werden wir dann noch einmal nach Syrien reisen, zumindest kulinarisch: denn dann werden wir gemeinsam mit einigen Flüchtlingsfamilien syrisch backen.

Liebe Grüße

Christine

Jahresschreiber (11/52): Baba Yaga

Seit Jahrzehnten hab‘ ich Ruhe
In meiner Hütte tief im Wald,
Doch da kommen fremde Schuhe
Zum ersten Mal davor zum Halt.

Blicke auf den Fremden schwer,
Eine ganze Weile lang.
„Kamst Du aus eig’nem Willen her?
Oder kamst Du unter Zwang?“

„Mütterchen, Du bist betagt,
Wirst nicht noch viel älter sein.
Der Regen hat mich hergejagt.
Gebe mir Dein Brot, Dein Wein!“

Mein neuer Ochse frisst zwar viel,
Erspart mir aber schwere Last.
Ich mache fern vom Wanderziel
Gern auf seinem Rücken Rast.

Seit Jahrzehnten hab‘ ich Ruhe
In meiner Hütte tief im Wald,
Doch da kommen fremde Schuhe
Zum zweiten Mal davor zum Halt.

Blicke auf den Fremden schwer,
Eine ganze Weile lang.
„Kamst Du aus ein’nem Willen her?
Oder kamst Du unter Zwang?“

„Mütterchen, Du bist ergreist.
Ich dagegen bin nicht nicht alt.
Man hat mich aus dem Land verweist.
Mach ein Feuer, es ist kalt.“

Ich wollt‘ schon immer eine Katze
Und jetzt hab‘ ich endlich eine.
Sie schleicht umher mit sanfter Tatze,
Streift wärmesuchend meine Beine.

Seit Jahrzehnten hab‘ ich Ruhe
In meiner Hütte tief im Wald,
Doch da kommen fremde Schuhe
Zum dritten Mal davor zum Halt.

Blicke auf den Fremden schwer,
Eine ganze Weile lang.
„Kamst Du aus ein’nem Willen her?
Oder kamst Du unter Zwang?“

„Mütterchen, die eig’nen Füße
Brachten mich in dieses Wäldchen.
Ich wünsche Dir die besten Grüße.
Ich bitte um ein Schlafensplätzchen.“

Der neue Gast ist wirklich nett.
Das Feuer fütter‘ ich mit Scheiten.
Er bekommt ein weiches Bett,
Ich werde Essen zubereiten.

Von Jahresschreiber Ret Samys

Spieglein, Spieglein in der Hand (mit Bastel-Vorlage)

Schablone
Schablone als Download (PDF)
Vor zwei Wochen haben wir Schneewittchen-Cupcakes gebacken, so rot wie Blut, so weiß wie Sahneschnee und so schwarz wie Ebenholz. Diesen Samstag haben wir uns vom Bösewicht der Geschichte inspirieren lassen: Zauberspiegel!

Zum Basteln haben wir uns eine Vorlage erstellt. Die könnt ihr natürlich auch frei benutzen:

Spiegel in den verschiedensten Farben konnten ausgeschnitten und dann mit Masking-Tape, Mosaiksteinen, Glitzerzeug und – als spiegelnde Oberfläche – Aluminiumfolie versehen werden.

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Dann ging es an’s Schreiben: Ganz viel Fantasie war gefragt, ganz gleich, ob eine Geschichte entsteht, man sich überlegt, welchen Zauber- und Reimspruch den Spiegel zum Leben erweckt oder ob man sich überlegt, wo man seinen Spiegel herbekommen hat.
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Eine kreative Geschichte von Marie-Lena könnt ihr gleich hier lesen:

Mein Zauberspiegel

Ich hielt den Spiegel in der Hand und sagte: „Lass mich schnell wie ein Pferd sein!“
Der Spiegel sprach: „Passwort.

So sagte ich:
Hör mir zu, du doofer Spiegel,
Sonst werf‘ ich nach dir einen Ziegel!

Wunsch erfüllt, so soll es sein.
Doch zu denem Pferdebein
Kommen Hufe, Schweif und Mähne
Und natürlich Pferdezähne.

Und dann war ich ein Pferd.

Wir waren im Fernsehen

Fleißige Leser unseres Blogs wissen schon alles über unser Blogevent und auch, dass der Saarländische Rundfunk mit Kamera und Mikrophon bei uns war.

Jetzt ist es soweit, wir waren tatsächlich im Fernsehen! Den Beitrag könnt ihr euch hier ansehen:

Video


Unser Teil fängt bei ca. 29 Minuten an, ihr könnt aber auch an der rechten Seite des Videos „Backen in Nalbach“ anklicken, dann kommt ihr direkt zum Beitrag.

Hier nochmal alles, was ihr zum Märchen-Blog-Event wissen müsst:
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Viel Spaß mit dem Video

Eure Leseratte Ret