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{Vorlesen an ungewöhnlichen Orten} Malalas magischer Stift

Unsere Reihe Vorlesen an ungewöhnlichen Orten geht in die dritte Runde – und dieses Mal bewegen wir uns ganz aus Nalbach heraus in die nächste Ebene: den Landkreis Saarlouis. In Saarlouis treffen wir den Landrat Patrik Lauer. Mit ihm gehen wir auf Reise in ein fernes Land und erfahren, wie wichtig es ist, seine Stimme zu erheben und sich für die Rechte anderer Menschen einzusetzen und ihnen zu helfen.

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Malalas Geschichte

Malala ist ein Mädchen, das in Pakistan geboren wurde. Pakistan ist ein Land, das an Indien angrenzt und es ist ein Land auf der Welt, in dem es Frauen immer noch am schlechtesten geht, weil sie dort die wenigsten Rechte haben und unterdrückt werden. (Die Vereinten Nationen stellen Pakistan beim Index der geschlechtsspezifischen Entwicklung an 133ster von 160 Stellen. Beim Global Gender Gap Report vom Weltwirtschaftsforum steht Pakistan an zweitletzter Stelle.)

Malala ist ein ganz normales Mädchen, das auf die Schule geht, aber dann sind da Sachen passiert, da wurde es auf einmal schwierig überhaupt auf die Schule gehen zu können. Und dann hat man zwei Möglichkeiten. Man kann aufgeben. Oder man kann sagen, dass die Schule einem wichtig ist, dass da etwas passieren muss. Genau das hat sie gemacht und hat letztendlich soviel damit bewirkt, dass sie zur jüngsten Friedensnobelpreisträgerin der Welt wurde. Den bekommt man dann, wenn man sich für etwas ganz Besonderes einsetzt.

Und diese Geschichte haben wir erfahren, indem uns Landrat Patrik Lauer uns aus dem Bilderbuch „Malalas magischer Stift“ vorliest.

Zu Hause schaute sie gerne die Serie Shaka Laka Boom Boom, in der ein Junge einen magischen Stift hatte, mit dem er seine Zeichnungen zum Leben erwecken konnte.


Lauer: [liest]

Wenn ich einen magischen Stift hätte, würde ich ihn benützen, um das Schloss an meiner Tür anzubringen, damit meine Brüder mich nicht stören könnten. Oder die Zeit anzuhalten, damit ich morgens noch eine Stunde schlafen könnte. Oder den Gestank des Müllbergs in der Nähe unseres Hauses zu beseitigen. Oder ich würde ihn dazu benützen, andere Menschen glücklich zu machen. Ich würde die schönsten Kleider der Welt für meine Mutter zeichnen. Die besten Gebäude des ganzen Tals für meinen Vater zeichnen, damit er viele Schulen eröffnen könnte, in den Kinder umsonst lernen könnten. Oder einen richtigen Ball zeichnen, damit meine Brüder und ich nicht mehr mit einer alten Socke spielen müssten, die mit Abfall gefüllt ist.

[…]

Christine: Jetzt überlegt mal, ihr hättet einen magischen Stift, was würdet ihr denn machen?

Ich: Eine Tafel Schokolade, die nie leer wird…

Christine: Mein Sohn würde sich den größten Eisbecher der Welt malen.

LSW: Ich würde anderen Menschen helfen wollen und Armen Kleider und Geld geben, für die, die es sich nicht leisten können.

Elisa: Ich glaube ich würde mir Flügel malen. Ich glaube, ich würde auch gucken, dass ich armen Kindern helfe, indem ich ihnen Geld gebe […], dass sie sich was kaufen können oder essen. […]

LSW: Ich würde malen, dass andere Kinder auch zur Schule können.

Christine: Das Thema haben wir gerade in der Mittwochsgruppe. Aus der Elfenbeinküste ist da gerade ein Lehrer da, der Olivier, und der hat am Mittwoch erzählt, wie es an der Elfenbeinküste aussieht. Da sind die Kinder 50, 70 Schüler in einer Klasse. Da haben die Jugendlichen aus der Mittwochsgruppe, die haben dann auch so Augen gemacht, als der erzählt hat. […]

LSW: Ich würde meinen Freunden noch einen magischen Stift malen.

Christine: Das ist schwer clever!

Lauer: [liest weiter]

[…] wenn ich den magischen Stift hätte, dann würde ich ihn benützen, um eine bessere Welt und friedlichere Welt zu zeichnen. Als erstes würde ich Krieg, Armut und Hunger ausradieren. Dann würde ich Mädchen und Jungen als gleichberechtigt bezeichnen.

[…]


Doch Malala kann sich nicht auf einen magischen Stift verlassen und bemüht sich darum, die beste Schülerin der Klasse zu sein. Nach ein paar Jahren wird es gefährlicher und immer mehr Mädchen kommen nicht mehr in die Schule. Malala beginnt zu schreiben, darüber, wie es ist, mit Angst zur Schule gehen zu müssen, darüber, wie stolz sie darauf ist, auf die Schule zu gehen. Und Leute aus der Welt hören ihr zu.

Das war ziemlich mutig. Denn hier kommt ein schwarzes Kapitel. Man hat versucht, sie aufzuhalten, man hat einen Anschlag auf sie verübt. Zum Glück hat sie das nicht aufgehalten, ganz im Gegenteil.

So hat Malala ihren magischen Stift gefunden, indem sie selbst hart daran gearbeitet hat, ihre Stimme zu erheben, den Mut zu haben, für ihre Überzeugungen ihre Stimme zu erheben. So hat sie es vor die Vereinten Nationen geschafft und vor allen gesprochen, vor den mächtigsten Botschafter der Welt.


Lauer: [liest]

Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt retten.

Das war also die Geschichte.


Christine: Und es war tatsächlich so, dass die Menschen, die auf der schwarzen Seite im Buch Malala verboten haben, auf die Schule zu gehen, die haben ja auch viele andere Sachen verboten – und sie hatten wirklich eine solche Angst davor, dass Malala bekannt macht, was dort geschieht, dass sie irgendwann einen Anschlag im Bus gemacht hatten. Malala wollte also mit dem Bus fahren, die Leute haben einen Anschlag auf sie gemacht und haben ihr dann auch in den Kopf geschossen. Wie durch ein Wunder hat sie das ganze überlebt, hat Pakistan dann aber auch verlassen müssen. Seither hat sie in England eine Heimat gefunden. Und das war was, womit die Leute, die Malala unterdrücken wollten, nicht gerechnet hatten, denn dann hat auf einmal die ganze Welt hingeschaut. Die ganze Welt hat mitbekommen, dass die ein Mädchen umbringen wollten, weil es die Wahrheit sagt, weil es einfach sagt: „Ich will doch lernen. Ich will doch in die Schule gehen.“ Stellt euch mal vor, man würde euch verbieten, in die Schule zu gehen. Da würdet ihr im ersten Moment noch lachen und sagen, „juhu, keine Schule“, aber diese Menschen würden euch auch verbieten, Mädchen sollen auch keine Musik hören. Also, die haben ganz viel verboten. Dass Mädchen nicht in die Schule sollen, bedeutet ja, Mädchen sollen nicht Schreiben lernen. Die sollen nicht lernen, dass es auf der Welt Dinge gibt, die wichtig sind. Sondern, die sollen ganz klein in ihrer Familie sein und einfach nur putzen und kochen und für mehr sind Frauen gar nicht gut. Das ist es ja, was man damit sagen möchte. […] Und deswegen hat Malala auch gekämpft, es geht ja nicht nur darum, dass Mädchen nicht in die Schule können, man nimmt ihnen auch die ganze Zukunft weg. Man nimmt ihnen alles weg und dürfen keinen Beruf erlernen. Nein, statdessen, sei eine kleine Dienerin für ihre späteren Männer.

LSW: Da waren auch die Männer an der Macht und die Frauen durften fast gar nichts machen.

Christine: Das haben wir auf der Welt leider noch an vielen Orten. Das war früher auch hier so. In Pakistan, zum Beispiel, ist es so, dass Frauen nur mit der Erlaubnis ihrer Männer überhaupt arbeiten dürfen. Und das war bis in die 70er Jahre hier in Deutschland sogar so. Das wissen die meisten gar nicht mehr, aber bis Mitte der 70er Jahre, da waren eure Mütter, je nachdem, wie alt sie sind, oder vielleicht eher eure Omas, wenn die arbeiten wollten, mussten sie ihren Mann um Erlaubnis fragen. Sie mussten fragen: „Erlaubst du mir, dass ich arbeiten darf?“ Da würden die Frauen heute auf die Barrikanden gehen. Wenn da heute ein Gestz käme, da würden wir alle stehen. Aber was macht man, wenn es so ein Gesetz noch gar nicht gibt? Dann muss man darum kämpfen. Und die Frauen haben überall auf der Welt kämpfen müssen. […] Und deswegen ist es auch so wichtig, dass es einen jungen Menschen wie Malala gibt, der zeigt, dass sie nicht zu klein oder zu jung oder so ist, sondern selbst als Kind schon etwas bewegen kann. Und das ist eine ganz, ganz wichtige Geschichte, gerade weil sie wahr ist.


Und mit magischen Stiften wäre es so einfach, Dinge zu verbessern. Wir haben aber keine magischen Stifte. Dafür haben wir aber normale Stifte, und wir haben unsere Stimme und unsere Gedanken, und das ist ein Werkzeug, mit dem man schon einiges verändern kann. Wie wir die Welt selbst verändern können, dazu ist den Leseratten auch gleich etwas eingefallen:

Wie wir Menschen helfen

LSW: Kochen, für andere Menschen, die das brauchen.

LSW: Für Arme Sache spenden, die man nicht mehr braucht. Kleider und so. Oder Geld.

LSW: Wenn man lange Haare hat, kann man sich die abschneiden und sie spenden, wenn jemand Krebs hat, kann der die tragen.

Christine: Wir könnten auch Bücher verkaufen. Das machen wir ja auch tatsächlich immer. Das heißt, der Bücherflohmarkt, den wir organisieren, der ist sowas, wo jeder einzelne von euch schon mitgeholfen hat und damit ja auch versucht hat, die Welt ein bisschen zu verbessern. Wer von euch kann denn sagen, er hat schonmal was Gutes gemacht?

LSW: Gestern habe ich meinen Eltern geholfen, auf meine Schwester aufzupassen.

Christine: Ich würde auch sagen, es sind ganz oft die kleinen Sachen im Alltag. Ich sag euch mal was anderes, ganz oft hat man ja in Klassen auch Kinder, die Außenseiter sind […], das sind auch so Sachen, wo jeder, jeder einzelne etwas machen kann.

LSW: Ich habe schon oft mit meiner Mama geschrubbt, saubermachen helfen und kochen.

Christine: Ja, das sind die kleinen Sachen im Alltag, die helfen, aber darüber hinaus kann man auch einen Schritt weitergehen und beispielsweise sagen, wenn wir die Bücher verkauft haben, im letzten Jahr, haben wir es hier an den Kreis gemacht. Und deswegen ist es auch ganz gut, dass wir heute hier sind, im Landkreis, denn der Landkreis selbst, der sorgt natürlich auch dafür, dass es Sachen gibt, wie man Leuten helfen kann. Das können wir uns ja erzählen lassen. Da haben wir ja sozusagen den Chef hier sitzen.

Lauer: Ja. […] Wir haben z.B. ein Projekt, das heißt Bürger in Not, und dieses Projekt ist eins, wo wir Menschen helfen, denen niemand anderer hilft. D.h., wir haben hier in Deutschland Situationen, dass es hier ganz viele Gesetze gibt, ganz viel Hilfeleistung für Menschen. Wenn ihr z.B. […] studiert, dann gibt es ein BaFöG, das ist für Studenten, deren Eltern nicht so wohlhabend sind, damit sie Geld bekommen, damit der Staat sie unterstützt. […] Deutschland hat ganz viele Hilfesysteme aufgebaut, trotzdem passiert es immer wieder, dass Menschen in eine Situation kommen, wo der Staat gar nicht daran gedacht hat und sie auf einmal unverschuldet in einer Notlage sind und da gibt es nichts. Die stehen da und kommen nicht weiter. Da geht es z.B. darum, wenn ein Kind bei seiner Mama lebt und die Mama muss in Kur oder ins Krankenhaus, gibt es keine Regelungen, wer die Fahrtkosten zahlt, damit das Kind mal seine Mama besuchen kann. Sowas ist überhaupt nicht vorgesehen. In solchen Fällen helfen wir zum Beispiel. Oder wenn jemand nach einem Wohnungsbrand eine Erstausstattung braucht, weil die Versicherung zunächst noch nicht zahlt, dann helfen wir auch und in vielen, vielen anderen Fällen. Wir haben jedes Jahr tatsächlich 70 bis 80 Menschen, die zu uns kommen und denen wir Hilfe geben, weil wir sagen, ja, die sind unverschuldet in eine Notlage geraten, und die bekommen eine Spende, das können manchmal nur 200, 300 € sein, wenn es notwendig ist, das Höchste war 5000 €, um zu helfen. Das war dann auch ganz schlimm, wenn wir so viel helfen, dann ist der auch in einer ganz schlimmen Situation. Mit diesem Geld helfen wir Menschen mit existentieller Not. Das können wir nur, das ist ein Topf, der Bürger in Not Topf, der wird nur durch Spenden gespeist. D.h., es sind immer Initiativen wie eurer oder Spenden von Privatleuten oder Spenden von Firmen, die Geld sammeln […] Deswegen sind wir darauf angewiesen, dass wir jedes Jahr, wie von euch jetzt, von eurem Bücherflohmarkt, wo wir ganz stolz darauf sind und froh sind, dass wir Geld erhalten, damit wir den Menschen hier in unserem Landkreis helfen können.

Christine: Wir haben ja 1000 € gespenden. Das heißt, wie viele Bücher haben wir verkauft? Ein Buch sind 50 Cent.

LSW: 2000.

Christine: Stellt euch mal vor: 2000 Bücher. Das sind eine ganze Menge. Und dafür wird dann irgendwo jetzt einem oder ein paar Menschen mit Geld geholfen. Das heißt, jeder einzelne von euch, der an dem Tag Bücher geschleppt hat, aufgebaut hat, der hat damit z.B. auch beigetragen, dass auf diesem Weg jemandem geholfen werden kann. Das der Bücherflohmarkt überhaupt klappt, das geht nur, weil das gnaze Jahr über ein kleines und starkes Team das Lager besetzt. Jede zweite Woche geht es ins Lager und nimmt Buchspenden an und räumt und sortiert das, und das machen sie alle in ihrer Freizeit. Das machen sie einfach so. Die denken dann, das ist mein Anteil im Leben, da kann ich so einen kleinen Beitrag machen. […]
Jetzt hören wir noch, was so ein Landkreis noch so macht.

Wie der Landkreis Menschen hilft

Lauer: Wir fangen schon ganz früh an: Beim Kindergarten kümmern wir uns darum, dass von Anfang an Kinder von früh an Bildungsinhalte bekommen, dass schon früh gelernt wird im Kindergarten, dass da Zweisprachigkeit ist mit Französisch, ob das kleine FOrschungsprojekte sind […], die werden von uns initiiert, werden von uns auch mitbezahlt. Der Landkreis gibt also auch Geld dafür, damit solche Projekte stattfinden können. Wir bezahlen jede Erzieher_in im Kindergarten, wir schauen auch, dass ausreichend Erzieher_innen im Kindergarten sind und da bezahlen wir auch immerhin fast die Hälfte der Personalkosten. Das wissen kaum Leute […]

Dann kommen wir in die Grundschule, da sind wir bei dem Thema Bildung, da sind wir ganz stark dabei. […] Ab der 5. Klasse kommt ihr alle in Schulen des Landkreises. Dem Landkreis gehört also [z.B. das Robert-Schumann-Gymnasium in Saarlouis oder die Gemeinschaftsschule am Litermont in Nalbach] und ist auch für die Schule verantwortlich. […] Auch alle Berufsbildungszentren, wenn ihr später mal eine Ausbildung macht oder ihr macht dort ein Fachabitur, auch die gehören zum Landkreis, und die Förderschulen. Insgesamt 28 Schulen – und an den 28 Schulen kümmern wir uns um alles, sage ich mal, außer um die Lehrer und die Noten. Die Lehrer, dafür ist der Bildungsminister zuständig, und für die Noten sind eure Lehrer zuständig. Aber alles andere, ob ihr einen Beamer in der Klasse habt, wie eure Tische aussehen, wie die Ausstattung des Schulhofes ist, wie die Turnhalle aussieht mit allen Gerätschaften, ob ihr mit Whiteboards arbeiten könnt, die Ausstattung für den Musikunterricht, all das übernimmt der Landkreis, der ist auch zuständig für die Schulsekretär_innen […], die Schulbuchkoordinator_innen, wo ihr euch die Schulbücher ausleihen könnt, die Hausmeister_innen, die Reinigungskräfte, aber auch die Schulpsychologen und die Schoolworker […]

Was für uns auch ganz wichtig ist, ist dass wir sagen, jedes Kind muss in der Schule ein gutes und gesundes Mittagessen haben. Deswegen haben wir ganz viele Schulmensen gebaut, fast an jeder Schule, an den meisten wird sogar frisch gekocht […] Das kennt ihr vielleicht auch aus der Grundschule in Nalbach. Da war ich, das weiß jetzt wahrscheinlich auch niemand von euch, bis vor 7 Jahren euer Bürgermeister. Eure Grundschule wird ja jetzt 10 Jahre alt und die habe ich noch gebaut, hatte auch das große Glück, dass ich da die Christine getroffen habe, sie war ja die erste Leiterin der offenen Ganztagsschule. Die hat die ganze Ganztagsschule, wie wir sie kennen, aufgebaut und die ist ja auch ganz toll und erfolgreich. Und damals haben wir als erste Grundschule im Saarland eine Küche in eine Schule gebaut und haben dafür gesorgt, mit der Firma Schwed zusammen, dass ihr ein gutes Mitagessen bekommt. Und diese Philosophie, dass wir sagen, viele Kindern kriegen, wenn wir uns nicht darum kümmern, wahrscheinlich gar kein gutes Mitagessen. Deswegen legen wir da großen Wert darauf […], wir versuchen aber auch, Kinder in vielfältiger Weise zu fördern, auch inhaltlich zu fördern. Wir haben z.B. als Landkreis hier in Saarlouis ein Schülerforschungszentrum eröffnet, mit ganz viel Aufwand. Da kann man mit der Klasse hingehen, da soll das Interesse von Kindern an Naturwissenschaften geweckt werden, an Ingenieurswissenschaften, an Mathematik, an Informatik, an Physik und v.a. ist das ein Programm, das für Mädels gedacht ist, weil wir wollen, dass sie denken, dass ist alles nur Jungensachen, die Technik, sondern viele Mädchen stellen fest, dass Technik gar kein Hexenwerk ist, sondern, wenn man sich damit beschäftigt, ist das sogar recht durchschaubar und vielen macht das dann auch Spaß. Und genau das wollen wir, Spaß an der Technik wecken. […] Die die sich dafür interessieren, die machen dann auch bei Jugend Forscht Projekten mit, da bieten wir ganz viel an, auch schon im Grundschulalter. Wir haben auch ein Projekt, das leider nicht ganz so gut anläuft, wie wir es uns gewünscht hätten, das haben wir MINTegration genannt. MINTegration, das richtet sich insbesondere an junge Mädels, v.a. solche, die zu uns aus einem anderen Land gekommen sind. […] Das Schülerforschungszentrum könnte ja auch mal ein besonderer Ort zum Vorlesen sein.

Christine: Das wäre super [gerät in viele neue Gedankengänge]

Lauer: Wir haben auch für Kinder, die Lernschwierigkeiten haben, oder Kinder, die Probleme haben und nicht gerne zur Schule gehen wollen, für die gibt es auch Projekte, die der Landkreis betreut, wir haben also einen eigenen schulpsychologischen Dienst. […] Wir hatten jetzt ein großes Reha-Projekt, da ist es uns gelungen, da hatten wir 6 Kinder, die psychisch so angeschlagen waren udn so viele Probleme hatten, dass sie sich geweigert hatten, zur Schule zu gehen. Das fanden wir ganz schlimm, da hilft es aber auch nicht, wenn man sie bestraft, das waren keine Schulschwänzer, das waren wirklich Kinder, die konnten nicht. Die haben Schweißausbrüche bekommen, wenn sie nur das Schulgelände gesehen haben, die hatten ganz, ganz schlimme Probleme. Wir hatten jetzt versucht denen zu helfen. Da haben wir es geschafft, in einem halben Jahr, haben wir von 6 Kindern 3 wieder in den normalen Schulbetrieb integrieren können, die waren dann wieder so stark, dass sie gesagt haben, jawoll, ich kann wieder zur Schule gehen.
Also, das waren Schüler, wir machen auch ganz viele andere Sachen, wir helfen v.a. älteren Menschen, da sind wir eingetlich der Hauptansprechpartner. Wir versuchen alles, damit ältere Menschen in ihren eigenen vier Wänden alt werden können. […]

Christine: Und die Menschen werden ja immer älter. Und ihr werdet noch älter, als die Menschen heute. Wer von euch hat denn von euch eine Urgroßmutter?

LSW: Meine Urgroßmutter, die ist im Dezember 96 geworden.

LSW: Meine eine Uroma ist 90, meine andere ist 89.

LSW: Meine ist 87.

Elisa: Mhh, irgendwas mit 80…

Christine: Die Uroma ist Mitte 80. 86 oder 87. […]

Lauer: Einige von ihnen werden kränker, nicht alle, aber einige. […] Dann stellt sich auch manchmal die Frage, ob sie zu Hause alleine noch zurechtkommen. Es gibt ja Menschen, die sind körperlich erkrankt, es gibt aber auch Menschen, bei denen lässt das Gedächtnis nach […] und da kann es schon zu schwierigen Situationen kommen. […] Die meisten Menschen, die so alt und krank sind, wollen aber nicht in ein Pflegeheim, sonder fast alle Menschen wollen zu Hause alt werden. Ich glaube, das könnt ihr euch gut vorstellen. […] Deswegen organisieren wir ganz viele Hilfsprogramme für ältere Menschen, wir gucken z.B., dass es Lieferdienste gibt […], wir versuchen aber auch, ältere Menschen, wenn sie kein Aute mehr fahren können, mobil zu halten, dass es Bürgerbusse gibt, die die Menschen zum Einkaufen bringen, was auch wichtig ist, weil sie dann sehen, was es alles im Supermarkt gibt, treffen dort ein paar Leute, dann werden sie nicht so einsam. Wenn sie nur zu Hause sitzen und nur Fernsehen gucken, […] dann ist das eigentlich auch nicht gut für sie. […] Wir haben Wohnraumhilfen, die helfen z.B. den Menschen ihre Bäder umzubauen […], wir vermitteln ihnen Zuschüsse, wir erklären, wie sie zu Hause leben könne, auch mit Begleitung.
Wir machen aber auch ganz viel für das mittlere Alter, wir fördern Wirtschaft, wir machen Tourismus […], wir kümmern uns um arbeitslose Menschen, dass sie wieder in Arbeit kommen, […] gerade bei jungen Menschen haben wir stark bei 25, da gibt es 10 verschiedene Werkstätten, wo junge Menschen da mal ausprobieren können, was ihnen Spaß macht… Also ganz, ganz viele Projekte.

Christine: Da fällt mir noch so ein tolles Projekt ein. Das nennt sich Lese- und Schreibwerkstatt!

Lauer: Ach so, ja, entschuldigung, das ist auch ein Projekt, das wir bezahlen, stimmt! Was für ein tolles Projekt! Dann haben wir das Jugendamt, ja, das Jugendamt hilft auch immer, wenn jemand in Schwierigkeiten steckt. Eigentlich sind wir, ich sag immer, für die Menschen zuständig, die Probleme haben im Leben. […] Auch die, die keine eigene Stimme haben, wie Malala, oder sich nicht trauen ihre eigene Stimme zu erheben. […] Und ich glaube, das ist der Grund, warum so wenige Menschen wissen, was der Landkreis macht. Denn, wenn ihr euch vorstellt, ihr hättet Probleme in der Familie, dann kommt häufig vom Landkreis die Hilfe. Dann freut ihr euch zwar, aber ihr erzählt das dann nicht weiter, weil ihr nicht wollt, dass jemand anderes weiß, dass ihr da Probleme habt oder dass ihr arbeitslos seid oder dass ihr Probleme in der Schule habt. Das ist ja etwas, worüber die Menschen nicht gerne drüber reden. Das ist schon gut, wenn sie sich an uns wenden, aber das erzählt man nicht dem Nachbarn. […]
Aber wir sind ganz stolz, dass wir den Menschen helfen können, weil ich denke, dass das ganz wichtig für den Zusammenhalt ist. […]
Noch eine wichtige Funktion: Was steht denn auf dem Nummernschild vom Auto eurer Eltern?

LSW: SLS

Lauer: Genau, das bedeutet, ihr gehört zum Landkreis Saarlouis. Und diese Nummernschilder bekommt ihr […] in der KFZ-Zulassungsstelle, die ist genau gegenüber von ihr, da muss man hin, wenn man ein neues Auto hat. […]
Und wer baut ein Haus?

LSW: Wir sind am Umbauen.

Lauer: Ja, und wenn man umbaut, dann braucht man eine Baugenehmigung. Und auch dafür ist der Landkreis zuständig. […]

Unsere magische Stifte

Nachdem wir uns schon Gedanken gemacht hatten, wie wir in der Welt mithelfen und sie Stück für Stück verbessern können und was wir tun würden, wenn wir einen magischen Stift hätten, geht es jetzt daran, das umzusetzen. Denn wir haben jeder tatsächlich fantastische, goldene Stifte bekommen.

Die Stifte wurden uns netterweise von Edding speziell für diesen Tag geschenkt. Dazu gab es auch eine Leseraktion vom NordSüd-Verlag: Bis zum 30. Juli 2018 konnten wir unsere Zeichnungen an den Verlag senden – im Herbst sollen die Zeichnungen Malala überreicht werden.

unseren fleißigen Leseratten fällt auch gleich ein, wie sie die Welt verbessern können
den Müll von der Straße aufheben
beim Bücherflohmarkt helfen

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich an Patrik Lauer für seine Zeit, fürs Vorlesen und für die Gastfreundschaft, Edding für die goldenen Stifte, NordSüd für ein wertvolles Bilderbuch und Malala für ihren Mut und ihre Stimme.

Gruppenbild mit Patrik Lauer

Bis zum nächsten Mal – und denkt dran:

„Lasst uns unsere Stifte und Bücher ergreifen. Sie sind unsere mächtigste Waffe.“ – Malala Yousafzai

Ret

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Das Kaninchenrennen (von Boris Koch)

Ein cleveres Buch über die scheinbar kleinen Ungerechtigkeiten. Und spannend bis zum Schluss!

Die Kleinstadt Niederrhode könnte verschlafen langweilig sein, aber stattdessen dreht sich hier alles um Kaninchen und das jährliche Kaninchenrennen. Dadurch wird einiges ziemlich schräg und einmal im Jahr drehen alle durch, den alle 10-jährige bekommen ein Kaninchen und natürlich wollen sie im Kaninchenrennen gewinnen. So auch Tim… aber durch eine Reihe von Missgeschicken bekommt er ein dreibeiniges Kaninchen! Wie soll er da nur gewinnen? Langsam lacht ihn die ganze Stadt aus, denn es gibt da noch die Geschichte seines Vaters. Aber Tim gibt nicht auf und zusammen mit seinen neuen Freunden Pascal und Lissy bereitet er sich auf das Rennen vor…

Kurztipp

 

Idee & Umsetzung:  redfull redfull redfull redfull redfull 5/5
 Viele Geschichten, die „Probleme“ behandeln, haben normalerweise das „Problem“ thematisch stark im Vordergrund – und solche Bücher sind wichtig, aber sie können zäh werden. Hier sind die verschiedenen Umstände, die von der Gesellschaft abgelehnt werden, eher ein fester Bestandteil einer sonst sehr rebellischen Geschichte und es spielt fließend in die Situation ein. Ich bin beeindruckt.

Wenn Kaninchen so wichtig werden wie in dieser Geschichte, dann spielt es nicht wirklich eine Rolle, ob man ein Junge oder ein Mädchen ist – aber Traditionen sehen das vielleicht anders, denn Mädchen bekommen nur Zwergkaninchen. Ein Grund mehr, sich verbissen zur Ziellinie vorzukämpfen. Wenn Gewinnen so wichtig ist, wie herausfordernd ist es dann, gar nicht mitzumachen? Wenn jeder meint, dass drei Beine für ein Kaninchen nicht ausreichen und deswegen noch mehr Hindernisse erstellen, ist das gerecht?

Personen: redfull redfull redfull redfull fullbook 4/5
 Starke Figuren. Die beste Eigenschaft ist hier aber eine, die sich in den wenigsten Kinderbüchern richtig findet: sie entwickeln sich und sie ändern ihre Meinung – und vor allem der Held der Geschichte. Sie stellen erfolgreich Dinge in Frage und irren sich manchmal. 👏
Schreibstil: redfull redfull redfull redfull fullbook 4/5
Weltenbau: redfull redfull redfull redfull redhalf 4,5/5
Niederrhode ist eine etwas merkwürdige Stadt, aber sie ist von hinten nach vorne durchdacht. Seit die Stadt vor 400 Jahren durch das unbekannte Kaninchen auf eine Gefahr aufmerksam geworden ist, durchdringen Kaninchen und das Rennen das alltägliche Leben, die Regeln, den Unterricht und das Denken der Bewohner.
Am Ende hatte ich richtig das Gefühl, einen guten Teil der Stadt und deren Bewohner kennenzulernen.

Man kann das Buch mit Fantasy-Romanen vergleichen, nur mit Kaninchen statt Magie – und ganz besonders wichtig ist bei Fantasy immer, dass trotz der ungewöhnlichen Situation trotzdem alles glaubwürdig wirkt – das macht es doppelt so schwierig, aber Boris Koch hat es hinbekommen. Es hätte an jeder Stelle schiefgehen können, aber nie habe ich mich als Leser unterschätzt gefühlt.

Geschichtsstrang & Spannung: redfull redfull redfull redfull fullbook 4/5
Das Buch habe ich fast in einem Rutsch gelesen. Die Geschichte ist immer in Bewegung, aufmerksam und jederzeit bereit einen kleinen Haken zu schlagen.
Lesespaß: redfull redfull redfull redfull redhalf 4,5/5
Ich war überrascht, wie erfrischend gerissen der Autor das alles eingefädelt hat und freue mich schon darauf zu erfahren, wie er am Samstag die Lesung hinbekommt.

Ein kleiner Gedanke zu den Illustrationen: Es gibt ein Daumenkino in der Seitenecke, was ein klarer Pluspunkt ist, schade nur, dass dadurch eigentlich schon das Ende vorweggenommen wird. Außerdem sind sowohl da als auch auf dem Cover weniger Kaninchen als eher Hasen zu sehen.

Buchtipp von Ret

Der Geschmack von Apfelkernen (von Katharina Hagena)

Inhalt:
Iris soll das Haus ihrer Großmutter Bertha erben. Während sie überlegt, ob sie das Erbe annimmt, entdeckt sie das Haus neu und begegnet den verschiedenen Bewohnern in Bootshaven. Dabei werden alte Erinnerungen wach, nicht nur an die vergessende Bertha, sondern auch an die viel zu früh verstorbene Cousine. Doch sie ist nicht die einzige, die Unangenehmes lieber vergessen würde und sie lernt mehr über ihre Familie.
Je mehr sie über die drei Generationen, die im Haus gelebt haben, erfährt, desto mehr Fragen kommen auf. Der einzige, dem sie sich anvertrauen kann, ist der junge Anwalt Max…

Meinung:
Ein Roman mit Stärken und Schwächen.

Vielleicht sollte ich aufhören, Bücher zu lesen, zu deren Zielgruppe ich rein gar nicht gehöre. Ich bin aber auch selbst schuld… die Kurzbeschreibung auf der Frontispiz behandelt schon 3/4 der Geschichte und ich habe sie nicht gelesen. So aber bin ich ohne Erwartungen in das Buch gestiegen. Das erste Drittel hat mir sehr gefallen und war der Grund, warum ich bis zum Schluss durchgehalten habe. Die anschließende Wendung zum durchschnittlichen und völlig vorhersebaren Liebesroman hat mich etwas enttäuscht.

Was mich von Anfang an so mitgerissen hat, war der Schreibstil, der ein Grund gewesen sein muss, warum das Buch zum Spiegel-Bestseller wurde. Eine gute Mischung aus bildhafter und fast märchenhafter Sprache und einer Beschreibung aller 5 Sinne habe ich so noch nie gelesen. Und als ich mir gerade bewusst wurde, wie vertraut mir das alte Haus wurde, streckten sich die Details schon in die vierte Dimension. Wer die Bewohner waren, wie sie den Lebensraum gefüllt haben, über mehrere Generationen.

Im Übergang zum zweiten Drittel beginnt sich ein zentrales Thema zu bilden: Erinnerung und die Kehrseite der Medaille, Vergessen. Durch das Haus und das verschlafene Dorf und auch durch die Beerdigung kommen alte Erinnerungen hoch, die jetzt nicht mehr ausschließlich im Haus spielen. Sie bekommen einen immer bittersüßeren Geschmack im Lauf der Geschichte und lassen Unheilvolles erahnen.
Gleichzeitig beginnt aber auch die Beziehung zum jungen Mann, den Iris als Kind gekannt hat – nach dem bekannten Muster: Sie fühlen sich einander hingezogen, können aber nicht zusammen sein, er ist doch ein Vampir ihr Anwalt, dann will der eine, aber der andere nicht, dann dreht sich das Ganze um, nur um dann doch zusammenzukommen. Dann kommen ein paar Szenen Unsicherheit, um dann beiläufig doch wieder zueinander zu finden.

Leider ist vieles im Buch etwas zu beiläufig. Selbst wenn ich die klischeehaftesten Stellen auslasse, haben mich Szenen, die im Nachhinein eigentlich ziemlich dramatisch und traurig hätten sein müssen, nicht gerade umgehauen. Und von der großen Frage über die Natur des Vergessens und dessen verschiedenen Formen habe ich im letzten Drittel nichts mehr mitbekommen. Wenigstens wurden alle Fäden am Ende zusammengefädelt. Aber auch hier ist für mich das Konzept besser als die Ausführung und der Abschluss war so rund, das er unbemerkt weggerollt ist.

Definitiv nichts für mich, aber trotz aller Schwächen kann ich mir die Geschichte für die richtige Leserschaft als genau das Richtige für Zwischendurch vorstellen.

Wegen der Erwachseneninhalte vielleicht erst ab 14 zu empfehlen.

Kurztipp

Spannung 1,5 / 5
Liebe 4 / 5
Schreibstil 4 / 5
Tiefsinn 2,5 / 5
Trauriges 2,5 / 5
Idee & Umsetzung 3 / 5
Charaktere 3 / 5
Lesespaß 2,5 / 5

Rezension von Ret

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken (von John Green)

J-Scribble mit Spirale!

Heute ist es soweit: Heute erscheint der neue Jugendroman von John Green, Autor von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, „Eine wie Alaska“, „Margos Spuren“ und mehr. 🖖

Ich hatte das Glück eine (handsignierte) Ausgabe auf Englisch zu erhalten. Und ich kann das Buch nur empfehlen. Über die deutsche Übersetzung mache ich mir nach TFioS keine Gedanken.

Inhalt: Aza Holmes, 16, kann ihren zwanghaften Gedanken nicht entkommen. Sie hat also genug (oder eigentlich: zu viel) mit sich selbst zu tun, aber als der Milliadär Pickett nach einem Skandal verschwindet, weiß sie, wie sie an Hinweise kommt, an die die Polizei nicht kommt. Das liegt u.a. daran, dass sie Picketts Sohn aus ihrer Kindheit kennt. Der will aber nicht, dass sein Vater gefunden wird. Die beiden kommen sich näher, aber Azas Gedankenspirale wird nicht gerade besser…

Jeder kann dir in die Augen schauen, aber es ist ziemlich selten jemanden zu finden, der die gleiche Welt sieht. Aber als Leser gelingt einem genau das.

Meine Meinung: Ich fand die anderen Bücher von John Green ganz OK, manche sind besser als andere. Dieses Buch ist anders. Es hat mich überrascht, aber es hat mir wirklich gefallen! Und ich kann von mir sagen, dass ich mit Azas Geisteszustand (oder -krankheit) rein gar nichts zu tun habe, trotzdem war es unglaublich einfach, mich in sie hineinzuversetzen. Ich habe das Gefühl, dass mein Bücherregal richtig bereichert wurde. 👏

Ich muss mich den deutschen Fans anschließen: Der deutsche Titel ist etwas unpraktisch, im Vergleich ist der englische Titel poetischer. Dafür ist das Cover schön.

John hat selbst OCD und weiß genau, wie sich Gedankenspiralen anfühlen und wie es sich anfühlt, nie sich selbst entkommen zu können.

Kurztipp

Idee & Umsetzung: redfull redfull redfull redfull redhalf 4,5/5
Ich würde fast schon sagen: bahnbrechend. Zwangskrankheiten wurden bestimmt in vielen Romanen schon beschrieben, aber John Green fädelt eine Alltäglichkeit, Menschlichkeit und Persönlichkeit ein, dass es leicht ist, sich in Aza hineinzuversetzen. Die Geschichte ist so… greifbar.
Personen: redfull redfull redfull redhalf fullbook 3,5/5
An sich waren die Personen klasse und realistisch. Ich ziehe widerwillig Punkte ab, weil mich die Zusammensetzung leicht an ein Klischee erinnert, selbst wenn es hier gut umgesetzt wurde.
Schreibstil: redfull redfull redfull redfull redfull 5/5
John Green hat einen schönen Schreibfluss, aber hier hat er sich selbst übertroffen. Was für Aza eine Gedankenspirale ist, die sich immer fester zuzieht, ist für mich hypnotisch gewesen; aalglatt konnte ich über die Seiten gleiten.
Viele verschieden Konzepte kommen zusammen, werden mal aus persönlichem Blickwinkel, mal mit leicht verständlichen Metaphern, Wikipedia- oder Blogeinträgen zum Leser gebracht; insgesamt ergibt sich ein sehr vollständiges Bild, das nichts verschönert, aber trotzdem ein Signal der Hoffnung ausstrahlt und nicht loslässt.
Geschichtsstrang: redfull redfull redfull redhalf fullbook 3,5/5
Bei nur einem überschaulichen Geschichtsstrang stellt sich immer die Frage, wie der Leser begeistert werden kann, grundsätzlich kann mit Spannung viel erreicht werden – und ich hätte mir persönlich mehr Action gewünscht – aber ich gehöre ja auch zu einer anderen Gruppe von Lesern. Stattdessen kommen hier Konflikte zu Einsatz, wobei ich vor allem vom druchgehenden internen Kampf mit sich selbst beeindruckt war.
Lesespaß: redfull redfull redfull redfull redhalf 4,5/5

DFTBA und :koalahug:

Ret

Septimus Heap – Magyk (von Angie Sage)

Diesen Buchtipp habe ich auf einem alten Stick gefunden. Ich habe euch die Staubschicht entfernt und den Tipp auf den Blog kopiert.

 

Das Buch: Silas Heap ist ein Magier – der siebte Sohn eines Magiers. Sein siebter Sohn Septimus verschwindet kurz nach seiner Geburt. Der siebte Sohn eines siebten Sohnes eines Zauberers verfügt über ungewöhnliche magische Kräfte. Ist der totgeglaubte Septimus deswegen entführt worden? In der Zwischenzeit wird das Findelkind Jenna aus Mitleid in die Familie Heap aufgenommen. Die von Menschen und Geistern bewohnte Burg, an der die Heaps leben wird von einem Wald voller magischer Wesen umkreist, Wendromen, Panzerkäfer, Wolverine, Hexen und viele andere. Als unter der tyrannischen Herrschaft der Königin das Zaubern verboten wurde, brachte Silas seinen Kinder das Zaubern bei. So färbten sich bei allen Kindern die Augen unter dem Einfluss der Magie grün – alle, bis auf Jenna. Nur die verschollene Prinzessin kann der Königin ihre Schranken weisen, wenn sie auf den Thron steigt. Bis aber herauskommt, wer die Prinzessin ist und wo Septimus steckt, müssen sich die Heaps und Jenna vor der Königin in Sicherheit bringen. Denn Jenna steht im Verdacht, die Thronerbin zu sein.

Die Autorin: Angie Sage, in London geboren, lebt als freiberufliche Illustratorin un Autorin in Cornwall. Sie studierte Grafikdesign und Illustration an der Art School in Leicester. Bislang vor allem durch Bilderbücher bekannt, legt sie mit Septimus Heap ihren ersten Roman vor. Inzwischen gibt es insgesamt vier Bände über den Zauberer Septimus Heap.

Meine Meinung: Wenn man in dieser magischen Welt die Geheimnisse lüften will, muss nicht nur dieses, sondern gleich alle Bücher lesen. Angie Sage baut Geheimnis um Geheimnis und Lösung um Lösung auf die vorherigen Bücher von Septimus Heap auf. Trotzdem erscheint jedes Buch vollständig. Genial. Außerdem ist die Reihe leicht und spannend geschrieben, mit einen Schuss Witz. Sie ist nicht nur für Kinder geeignet, sondern auch für alle Erwachsene, die ihre Fantasie fliegen lassen wollen.

Buchtipp von Ret

Wenn der Windmann kommt (von Antonia Michaelis)

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Das Buch: Patrick ist umgezogen. In der neuen Umgebung trifft er auf eine weiße Krähe, die jeden Tag anders heißt, und auf die sehr rätselhafte Pareidolie. Sie lebt im Wald, alleine mit der Krähe und ihrer Mutter. Beide leben dort, weil sie sich vor dem Windmann verstecken, der scheinbar alles in Pareidolies Leben verändern kann – zu ihrem Ungunsten. Zum Glück ist das Mädchen eine Hexe, genau wie ihre Mutter. Oder? Nach einer Weile kommen Patrick Zweifel und er macht sich zusammen mit Pareidolie auf die Suche nach dem Windmann. Denn hinter dem Windmann steckt eine Geschichte, die etwas traurig ist, aber ein gutes Ende nimmt.

Die Autorin: Antonia Michaelis wurde 1979 in Kiel geboren. Ihre Kindheit und Jugend verlebte sie in Augsburg, wo sie im Alter von fünf Jahren bereits anfing zu schreiben. Nach dem Abitur arbeitete sie in Südindien ein Jahr lang als Lehrerin. In Greifswald studierte sie anschließend Medizin, trieb sich zwischendurch ein wenig in Nepal, Peru und Ghana herum, und begann Geschichten für Kinder und Jugendliche zu veröffentlichen. Heute lebt die Autorin mit Mann, kleiner Tochter und 3000 Quadrat,etern Brennesseln in der Nähe der Insel Usedom.

Meine Meinung: Für mich ist das der beste Roman von Antonia Michaelis. Es ist einfach das Beste von ihr drin: Eine gute Geschichte, einfach und in einem Rutsch zu lesen und eine wunderbare Ausformulierung. Am Anfang jedes Kapitels steht immer ein Gedicht von Pareidolies Mutter, fast unmöglich zu verstehen, aber wirklich schön. Erst am Ende der Geschichte kann man erahnen, wie es ausgeht – bis dahin ist es aber geheimnisvoll und spannend. Für dieses Buch gilt: Wenn man an etwas glaubt, selbst wenn es das eigentlich gar nicht gibt, kann es trotzdem wirklich werden.

Ab 8.

Buchtipp von Ret

Indigo – Im Sog des Meeres (von Helen Dunmore)

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Das Buch: Sapphires Leben war unbeschwert, bis ihr Vater verschwindet. Nach langer ergebnisloser Suche befindet man ihn für tot. Doch Sapphy und ihr Bruder Conor glauben nicht daran, sie wissen, ihr Vater ist nur verschollen. Doch wo könnte er sein? Ein Jahr vergeht, und Connor benimmt sich merkwürdig. Als das Meer eine Anziehungskraft auf sie ausübt und sie verbotenerweise allein schwimmen geht, sieht sie Conor mit einem jungen Mädchen reden. Als Sapphy für einen Moment wegschaut, ist das Mädchen verschwunden. Kurz darauf sieht sie den Bruder des Mädchens und erlebt eine Überraschung: Die untere Hälfte des Jungen ähnelt dem unteren Leib einer Seerobbe. Schon nach kurzer Zeit ist sie mit dem “Mer”-Jungen Faro auf Unterwasserreisen unterwegs. Doch diese Reisen sind gefährlich. Denn die Zeit verläuft unter Wasser anders als an Land und jedes Mal wird der Ruf des Meeres immer stärker. Weiß Granny Carne mehr? Und ist der Taucher Roger wirklich gefährlich für Indigo, die Unterwasserwelt?

Die Autorin: Helen Dunmore ist in Yorkshire geboren und lehrte in Finnlannd Englisch, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte, Sie hat zahlreiche belletristische Romane, Kinder- und Jugendbücher, sowie Gedichtbände verfasst, die vielfach ausgezeichnet wurden.

Meine Meinung: Wer sich nicht durch durch den dramatischen Einband beeindrucken lässt, kann sich dennoch auf eine mitreißende Geschichte gefasst machen. Nicht nur, dass man wie Sapphy in das wunderbar beschriebene Wasserreich Indigo gezogen wird, die gefühlsvolle Geschichte um ihren verschollenen Vater und die trauernde Mutter lässt die Geschichte im realistischen Licht erscheinen. Auch die negative Sicht der Meeresbewohner auf die Menschen ist nachzuvollziehen, denn wir waren zum Meer nicht gerade freundlich. Nur eines enttäuscht: Das Geheimnis um den Vater wird nicht vollständig aufgelöst. Es lohnt sich aber vom ersten Band her, die Fortsetzung zu lesen.

Ab 12.

Zirkel (von Sara B. Elfgren)

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Zirkel
Autor/en:  Sara B. Elfgren
Mats Strandberg
Verlag:  Dressler
Seitenzahl: 603
Altersempfehlung des Verlages: ab 14 Jahren

Inhaltsangabe:  Engelsfors- irgendein düsteres Kaff im Nirgendwo.  Das Zuhause von sechs Mädchen, die unglaublich verschieden sind. Eine Übergewichtige, eine Magersüchtige, ein Emo…

Gemeinsam müssen sie in einem Ort, in dem sich das Böse niedergelassen hat ihre Prophezeiung erfüllen und sich gleichzeitig mit den üblichen und unüblichen Problemen dieses Alters herumschlagen.

Doch das Böse weiß von ihnen, und es will jede einzelne von ihnen vernichten…

Persönliche Meinung: Dieses Buch hat mich gefesselt und verzaubert. Keine der Mädchen im Buch waren der typische Charakter. Jede von ihnen hatte eine sehr spezielle und besondere Persönlichkeit, ebenso wie verschiedene Sorgen und Hoffnungen.  Die Gestaltung des Bösen ist hier auf eine neue Art und Weise gelungen. Ich empfehle es jedem Leser, vor allem Mädchen in den schwierigsten Jahren, die man kennt.

Buchtipp von Omnia

Assalay – Das geheimnisvolle Amulett (von Tracey Mathias)

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Das Buch: Im Land Assalay herrscht der tyrannische Monarchenbund der Lords der Freiheit, dreizehn Lords, die egoistisch für sich beanspruchen, was den Armen gehört. Nur eine Minderheit Reiche bleiben von ihnen verschont – wenn sie nichts Schlechtes über die Lords sagen. Doch von all dem bekommen Gaia, Tal und Jason zunächst nichts mit, wie auch, sie leben isoliert vom Rest des Landes auf den Berges. Ihre Probleme bestehen darin, dass sie den nächsten Winter überstehen und dass die Drachen nicht zu viele Ziegen teilen dürfen. Zu ihrem dreizehnten Geburtstag bekommt Gaia ein altes Erbstück von ihrer Mutter, ein Amulett. Gaia fült sich aus irgendeinem Grund mit diese Elfenbeintafel verbunden.

Als einer der Lords und dadurch später Sklaventreiber aber doch auf das Dorf in den Bergen aufmerksam werden, werden die Bewohner des Ortes als Sklaven verschleppt oder ans Existenzminimum getrieben. Auch Jason und Mai, Tals und Gaias Mutter, wurden verschleppt. So beginnt für Gaia und Tal eine Reise in das fremde und gefährliche Land. Ihre Hoffnung, ihre Mutter freikaufen zu können, ruht auf dem alten Amulett. Aber das ist, wie so vieles, von dem Monarchenbund auf Todesstrafe verboten worden.

Denn dieses Amulett ist der Schlüssel zum Umsturz der Lords.

Die Autorin: Tracey Mathias studierte Geschichte und reiste zunächst lange durch die ganze Welt, bevor sie anfing, als Lehrerin zu arbeiten. Sie lebt mit ihrem Ehemann und drei Kindern in London.

“Assalay“ ist ihr Debüt als Autorin.

Meine Meinung: Mit Assalay hat Tracey Mathias angefangen. Hoffen wir, dass sie nicht aufhört. Denn sie weiß, was der Leser begehrt: Spannung, Spaß und Helden. In diesem Fall kleine, mutige Helden, die wie jede andere Kinder Angst vor einer völlig neuer Umgebung haben, sich aber tapfer schlagen. Assalay unterscheidet sich – abgesehen von der Geschichte – kaum von unsere Mittelalter. Das Land ist weniger mystisch, als man nach den ersten 50 Seiten meinen könnte, Drachen spielen nur eine geringfügige Nebenrolle. Es bleibt das nächste Buch von Assalay abzuwarten…

Auf jeden Fall eine spannende Abenteuergeschichte ab 11 Jahren.

 

Mir hat die warme, poetische Sprache von Assalay sehr gefallen. Ein Debüt, dem ich vielen Lesern wünsche! – Isabel Abedi

Buchtipp von Ret

Per Anhalter duch die Galaxis (von Douglas Adams)

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Das Buch: Arthur Dent ist, wie die anderen Erdbewohner, ahnungslos. Aber er hat Glück: Als sein Planet einer Umgehungsstraße Platz machen soll und zerstört wird, rettet ihn sein Freund Ford Perfect. Per Anhalter fliegen sie so mit häßlichen bürokratischen Außerirdischen, die die unerwünschten Gäste aber gleich ins All werfen. Das Unwahrscheinliche geschieht: Sie werden in letzter Sekunde von einem Raumschiff mit Unwahrscheinlichkeitsantrieb aufgefangen. Sie erfahren die Antwort auf das Leben, das Universum und allem – “42“ – und treffen auf einen Mann mit zwei Köpfen, eine Frau von der Erde, Marvin, den depressiven Roboter und einen fröhlichen Bordcomputer.

Meine Meinung: Nichts ist, wie es vorher war, wenn man die Bücher von Douglas Adams liest. Denn der Humorfaktor in diesem Buch ist so gewaltig, dass die Traurigkeit sich vor Scham hinter dem nächsten Planetoidengürtel versteckt und ganz mickrig dreinschaut. Alles, was man schon mal über literarische Werke gesehen hat, wirft man hier am besten gleich über Bord! Denn das ist etwas Neues, etwas durchgeknallt Geniales. Man braucht von Science Fiction keine Ahnung zu haben, auch nicht von allem anderen, man muss nur lachen können. Die Reihe ist außerdem noch spannend und leicht zu lesen geschrieben worden, was den Lesespaß gleich in das nächste Buch der Reihe katapultiert. Wenn man Sci-Fi mag: um so besser, das Buch wird den Geschmack treffen; wer sie nicht riechen kann, hat hier die Nase vorn, denn es ist auch eine Verspöttelung derselben. Alle anderen können sich an den unzähligen Wortspielen, Anspielungen auf Philosophie, Politik, Kritik, VIP, etc. erfreuen und versuchen, den Nachbar durch möglichst anhaltendes Dehnen des Zwerchfells aufzuschrecken.

Der Autor: Douglas Adams schuf die verschiedensten Manifestationen von Per Anhalter durch die Galaxis: die Radiosendungen, Romane, eine TV-Serie, Computerspiele, Theaterstücke, Comicbücher – und Badetücher. Dazu schrieb er die Dirk-Gentlyy-Romane und diverse Sachbücher. Weltweit hielt er Vorträge und war aktives Mitglied des Dian Fossey Gorilla Fund und von Save the Rhino International. Douglas Adams wurde in Cambridge geboren, mit seiner Frau und seiner Tochter lebte er in Ilsington bei London, bevor er ins kalifornische Santa Barbara übersiedelte, wo er 2001 überraschend starb. Nach Douglas Adams‘ Tod kam 2005 endlich die Kinoversion von Per Anhalter durch die Galaxis auf die große Leinwand.

Buchtipp von Ret