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{Märchenzeit} Vorleseglück und Kreativspaß

Märchen vorlesen und gemeinsam kreativ werden

Wir leben in turbulenten Zeiten. Von einem Tag auf den anderen ist unser Alltag durch die Coronakrise so ganz anders geworden. Kinder sind nun wochenlang mit ihren Eltern zuhause. Und das Alltagsleben ist aus den Angeln gehoben.

Wir haben uns überlegt, wie wir mit der Lese- und Schreibwerkstatt ein wenig Freude und Leichtigkeit in diese Zeit bringen können. Auch unsere Gruppenstunden ruhen zurzeit. Gleichzeitig glauben wir, dass  gerade das gemeinsame Vorlesen eine wunderbare Möglichkeit ist, Geborgenheit zu schenken und Zeit zusammen zu verbringen.

Deshalb laden wir euch zur Märchenzeit ein.

Folgendes haben wir uns überlegt:  Kramt die Märchenbücher heraus (oder sucht online nach Märchen), schnappt euch eure Kinder und kuschelt euch aufs Sofa, ins Bett oder im Garten auf eine Picknickdecke.

Schenkt euren Kindern eure Zeit, eure volle Aufmerksamkeit und ein Märchen und taucht gemeinsam in ein beliebiges Märchen ein.

Danach darf es kreativ werden!

Überlegt euch gemeinsam eine kreative Aktion passend zu dem gelesenen Märchen. Vielleicht backt ihr Zimtsterne, wenn ihr Sterntaler lest oder ihr bastelt einen Blumenstrauß, wenn ihr euch für Rotkäppchen entschieden habt oder baut einen Turm, wenn Rapunzel euch inspiriert hat? Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Egal, was euch zu dem Märchen einfällt: teilt eure Ideen gerne mit einem Foto mit uns und inspiriert so andere zu weiteren kreativen Aktionen.

Vielleicht entsteht so ein ganzes Netzwerk an kreativen Ideen rund um die Welt der Märchen, die ihr dann wiederum mit euren Kindern nachmachen könnt?

Auch in der Lese- und Schreibwerkstatt sind Märchen immer wieder Thema. Wie wäre es mit haarigen Experimente zu Rapunzel. Oder eine Bastelidee für kleine Froschkönige? Oder ihr schaut euch das Märchen von Sterntaler in Gebärdensprache an?

Zu gewinnen gibt es auch noch etwas!

Wir schnüren Buchpakete und verlosen sie unter allen Teilnehmern am 30. April. Welche Bücherpakete das genau sein werden, werden wir nach und nach bekannt geben, weil wir diese Aktion spontan starten und gleichzeitig nach möglichen Sponsoren Ausschau halten.

Eure Bilder und Bastelideen könnt ihr entweder unter dem Blogbeitrag verlinken oder per Mail an uns senden: info@lese-schreib-werkstatt.de. Bei Instagram könnt ihr den Hashtag #märchenzeit nutzen. Verlinkt uns dort an @littleredtemptations damit wir eure Beiträge auch finden.

Schreibt einfach kurz dazu, welches Märchen euch zu welcher Kreativaktion inspiriert hat.

Lasst uns gemeinsam das Beste aus den nächsten Wochen machen und unseren Kindern einige märchenhafte Stunden schenken!

Wir freuen uns auf eure Ideen!

Christine

Teilt die Märchenzeit gerne über eure Social-Media-Kanäle. Wir freuen uns, wenn viele Menschen den Weg zur Märchenzeit finden.

Und hier kommen die Ideen, die wir nach und nach ergänzen:

Beitrag 1: Märchenfiguren aus Korken – Rotkäppchen

Den ersten Beitrag habe ich mit meinen Kindern (6 und 9 Jahre) als Beispiel für euch erstellt. Schaut gerne auf little red temptations vorbei um zu erfahren, wie wir die Figuren bemalt haben.

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Beitrag 2: Rapunzel – Homemade Shampoo und Stiftebox

Von Dana und Katrin haben wir diese tolle Idee bekommen. Erst haben sie die Haare gestylt. Dann wurde es kreativ: eine Stiftebox versteckt sich nun im Turm und mit selbstgemachtem Haarshampoo macht Haare waschen bestimmt besonders viel Freude.

 

Rapunzel

Beitrag 3: Dornröschen-Szene

Melina (7 Jahre) und Jasmin haben uns ein tolles Dornröschenschloß gebastelt. Gerade ist der Prinz dabei, die Dornenhecke zu überwinden.

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Beitrag 4: Merida Ton in Ton – Vorlesen und Gestalten

Von Linda und Sylvia kommt ein Beitrag, bei dem kräftig gestaltet wurde. Aus Ton haben sie Merida nachgeformt.

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Beitrag 5: Lippenpeeling für den Froschkönig

Vom Team der Lese- und Schreibwerkstatt:
Fühlen sich deine Lippen nach dem Märchenvorlesen auch immer so spröde an? Sei kein Frosch, mache dein eigenes Lippenpeeling.

Henri der Bücherdieb – eine etwas andere Hasengeschichte

Gesucht Henri der Bücherdieb

Henri – der Bücherdieb

Kurz vor Ostern muss in der Lese- und Schreibwerkstatt natürlich eine Hasengeschichte zum Vorlesen her. In diesem Jahr ist mir die Auswahl ganz besonders leicht gefallen, denn vor einigen Monaten bin ich auf „Henri der Bücherdieb“ , erschienen im Lingenverlag, gestoßen und war direkt ganz verzaubert. Ach, wenn ich ein Hase wäre: ich glaube ich wäre auch ein Henri oder in dem Fall eine Henriette.

Das Buch habe ich auf einem Kongress in Köln kennen gelernt. Ich war als Referentin für die Stiftung Lesen auf einer Tagung von „Lesestart für Flüchtlingskinder“. In der Mittagspause kam ich mit einigen Teilnehmerinnen ins Gespräch und eine erzählte mir von dem Buch. Am nächsten Tag habe ich es direkt in der Buchhandlung bestellt.

Wer denkt, dass Hasen nun Möhren und Salat gerne fressen, der kennt Henri nicht. Henri liebt Bücher. Er will sie besitzen und immer mehr und mehr Bücher haben. So viele, dass er schließlich zum Dieb wird und bei Menschen einbricht um dort Bücher zu klauen. So entwickelt sich eine sehr süße Geschichte um Henri und einen kleinen Jungen namens Arthur – ebenfalls Bücherliebhaber und entsetzt darüber, dass bei ihm auf einmal Bücher im Regal fehlen. Diesem Dieb muss er doch auf die Schliche kommen!

Und die Bilder! Was verstecken sich da herrliche Ideen in den Bildern. Besonders schön fand ich die Listen mit Lieblingsbüchern, die Henri in seinem Zimmer hat. Auf diesen finden Bücherfreunde jede Menge Bücher die wir auch in echt kennen – nur eben in Hasensprache. Hier habe ich Henris Listen für euch. Erkennt ihr alle Hasenbücher?

Henri der Bücherdieb

Diese lustigen Namen nahm ich als Idee um mit den Kindern eigene Bücher zu „verhasen“. Alternativ ist es auch sehr schön, die Listen, die Henri selbst erstellt hat, als große Plakate dabei zu haben und diese beim Vorlesen von den Kindern Titel für Titel vorlesen und natürlich erraten zu lassen.

Hier unsere eigenen Ideen:

Gesucht Henri der Bücherdieb ListeHenri Bücherdieb

Doch am Samstag vor Ostern gibt es neben einer Geschichte immer noch etwas ganz Wichtiges! Ostereiersuche! Und das haben wir auch in diesem Jahr wieder gemacht. Dieses Mal mit passender Hasentüte. Osterhasentüte

Und zum Schluss hat uns Origamigroßmeister Ret Samys dann noch in die Welt der  gefalteten Hasen eingeführt. Gesucht Henri Bücherdieb

Origami Hasen

Sogar ein youtube-Video ist dazu wieder für euch entstanden. Nehmt euch ein quadratisches Stück Papier (für Origamifalttechniken sind dünne Papiere zu empfehlen) und legt los.

 

Habt ihr einen spontanen Einfall, wie ihr einen Buchtitel verhasen könnt? Dann schreibt ihn uns doch in einem Kommentar.

Liebe Grüße

Christine

„Der Besuch“ von Antje Damm oder: wer baut den besten Flieger

Der Besuch

Als ich zum ersten Mal „Der Besuch“ von Antje Damm in den Händen hielt, wusste ich, dass ich wieder einen kleinen Schatz gefunden hatte. Was für eine wundervolle und poetische Geschichte sich in dem liebevoll gestalteten Bilderbuch verbirgt.

Bereits andere Bücher der Autorin wie „Frag mich“ haben wir in der Schreibwerkstatt schon intensiv im Einsatz gehabt. Da hatten wir zum Beispiel eigene Frag mich-Bücher gestaltet und immer wieder nutze ich das Buch auch gerne, um in Gruppenstunden damit zu eröffnen und ein wenig mehr von den Kindern und Jugendlichen zu erfahren.

Ach, die Bücher aus dem Moritz-Verlag sind ja generell immer so besonders liebevoll. Ich bin ja ein ganz großer Fan des Verlags.

Heute habe ich „Der Besuch“ mit in die Samstagsgruppe genommen. Samstags haben wir ja ein breites Altersspektrum. Die Jüngsten sind knapp 6, die Ältesten gehen auf die 13 zu. Da ist es immer ein kleines Abenteuer Geschichten zu finden, die für alle funktionieren und dazu passend natürlich Aktionen vorzubereiten.

Am Frühstückstisch kam mir heute sehr spontan die Idee, die Figur der Elise schnell auf ein Blatt zu malen und sie als Stabfigur mitzunehmen. Vor dem Lesen habe ich den Kindern also erst einmal Elise vorgestellt und ihnen erzählt, dass sie ziemlich viele Ängste in ihrem Leben hat.

Gemeinsam haben wir dann in einem ersten Schritt erst einmal überlegt, wovor man denn alles Angst haben könnte. Spinnen kam da direkt als erste Antwort (und beim anschließenden Vorlesen mussten die Kinder sehr lachen, dass das auch direkt bei Elise genannt wurde). Aber auch Ängste wie Horrorgestalten wie Gespenster, Vampire fielen der Gruppe ein oder die Angst vor Höhe.

Angst

Einige plauderen dann direkt auch ausführlich über die Ängste der Eltern und wir erfuhren, welche Mama beispielsweise Grashüpfer fürchtet. An dieser Stelle kann ich sagen, dass Geheimdienste, facebook etc nichts gegen Kinder sind, die sich so richtig in Fahrt reden.

Doch zurück zu Elise. Nachdem wir viele Ängste gesammelt und besprochen haben, begann die Vorleseaktion. Dabei betrachteten wir intensiv die Bilder, stellten fest, wie das anfängliche Grau-in-Grau immer mehr der Farbe wich.

Herrlich! Alle waren richtig aufgeregt, wenn sie einen neuen Farbtupfer entdeckten und bemerkten, wie sich beispielsweise Elises Wangen rot verfärbten.

Nach dem Vorlesen haben wir ein Gruppenspiel gespielt. Weil es in dem Buch ja wichtig ist, dass ein Besucher anklopft, haben wir Klopfen gespielt. Das Spiel ist schnell erklärt und macht jede Menge Spaß.

Nach dem Klopfen haben wir uns gemeinsam überlegt, was wäre, wenn die Kinder vor der Tür von Elise stehen würden um ihr eine Freude zu machen. Dazu bastelte jeder eine kleine Stabfigur von sich selbst. Manche würden Kuchen schenken, Blumen oder auch Bücher.

Idee Der Besuch

Der Besuch 1

Der Besuch 2

Danach bildeten wir einen Stuhlkreis. Dabei durfte jeder einmal die Stabfigur von Elise halten. Der jeweilige Sitznachbar klopfte dann an und erklärte Elise (und damit der Gruppe), was er sich ausgedacht hatte, um sie glücklich zu machen.

Wer klopft bei Elise

Stabfigur

Danach ging es ans Papierfliegerbauen. Als alle einen Flieger hatten gingen wir nach draußen und ließen da unsere Flieger losfliegen. War das ein Spass und das Ende einer wunderbaren Gruppenstunde.

Papierflieger

Papierflieger bauen

Flieger

Und Hand aufs Herz: wer beherrscht sie denn noch, die hohe Kunst des Papierfliegerfaltens? Für alle, die ein wenig Nachhilfe brauchen hat uns Ret Samys ein kleines Videotutorial erstellt. Vor allem der zweite Flieger ist ein genialer Gleiter.

 

Hat jemand von euch denn schon mit dem Buch gearbeitet? In dem Fall: her mit euren Ideen. Und wenn ihr das Buch noch nicht kennt: kaufen! Ganz schnell!

Liebe Grüße

Christine

{Literatur-Wanderung} Mit Ronja Räubertochter im Wald

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Schon seit Jahren möchte ich die Ferien in der Schreibwerkstatt dazu nutzen, eine Waldaktion zu machen. Denn Ferien haben wir ja praktisch nie weil wir auch während der Schulferien unsere Gruppenstunden immer weiterlaufen lassen.

Aber irgendwie hat es sich nie ergeben diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. Ständig waren da noch tausend andere Ideen und Aktionen die ich mit den Leseratten machen wollte.

Doch nun haben wir es endlich geschafft. Im Rahmen einer Ronja-Räubertochter-Wanderung sind wir heute bei uns am Litermont durch den Wald marschiert. Buch im Gepäck, 13 kleine Leseratten-Nachwuchsräuber dabei sowie ein paar Betreuer, damit uns auch ja niemand im Wald abhanden kommt.

Pünktlich setzte ein feiner Nieselregen ein, der uns im Wald begleiten sollte. Naja, irgendwie machte er das Räuberleben gleich noch authentischer. Wir hatten Jacken, wir hatten Mützen, wir hatten „Ronja Räubertochter“ in Buchform im Gepäck.

An verschiedenen Stellen hielten wir an und ich las oder erzählte kleine Passagen aus dem Buch, z. B. die Nebelszene in der Birk Ronja mit einer Riemenlänge Abstand folgen musste und er sie letztendlich vor den Unterirdischen bewahrte.

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Das haben wir gleich einmal ausprobiert und da wir auch passenderweise Nebel vorzuweisen hatten (zum Glück nicht so dicht und ohne die Unterirdischen), ging es in Zweierteams los: je zwei Kinder wurden mit einem Riemen (Wolle) miteinander verbunden und der Vordermann musste vorsichtig vorgehen und den Hintermann durch den Nebel führen. Gar nicht so einfach ist es, so blind zu vertrauen.

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Am Ende winkte ein ordentliches Räuberpicknick im trockenen Unterschlupf, den in erster Linie unsere taffe Betreuerin Verena für uns organisiert hatte. Heißer Tee sorgte dafür, dass die Finger wieder warm wurden und schnell waren alle Bäuche aufgefüllt.

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Wenn das Wetter ein wenig schöner gewesen wäre, hätten wir auch noch ein paar Walderfahrungsspiele gemacht, das hebe ich mir für die nächste Waldlesung auf.

Und mein Vorsatz ist gefasst: in Zukunft werden wir öfter nach draußen gehen und Leseaktionen mit Wanderungen verbinden.

Jederzeit ein gutes Buch

wünscht euch

Christine