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Das Schwarze Buch der Geheimnisse (von F. E. Higgins)

Diesen Buchtipp habe ich auf einem alten Stick gefunden. Ich habe euch die Staubschicht entfernt und den Tipp auf den Blog kopiert.

 

Das Buch: Ludlow Fitch flieht aus der großen Stadt vor seinen Eltern, die seine Zähne für etwas Geld verkaufen wollen, nach Pagus Parvus, einem ruhigen Dorf. Dort macht er die Bekanntschaft mit Pfandleiher Joe Zabbidou, einem Geheimnispfandleiher, und wird von ihm eingestellt. Kurz nach der Eröffnung dessen Ladens sieht der reiche Jeremiah Ratchet eine Gefahr in diesen Pfandleiher. Denn Jeremiah ist ein goldgieriger Mann, dem beinahe das gesamte Dorf gehört; so gut wie jeder hat Schulden bei ihm, und wenn man die Schulden nicht bezahlt, wickelt er einen in seine düsteren Geschäfte. Nur Joe lässt das unbeeindruckt, er kauft weiterhin Krempel auf. Aber nach einer Weile kommt in jeder Nacht ein Bürger des Dorfes und verkauft sein Geheimnis und Ludlow schreibt sie auf. Jeder Bürger hat ein dunkles Geheimnis und hinter jedem Geheimnis steckt Jeremiah Ratchet. Für die Bürger ist Joe Zabbidou die letzte Hoffnung. Sie wollen Rache für die Untaten Jeremiahs, doch Joe lässt die Gepeinigten nur weiter gegen den fiesen Peiniger aussagen, bis die Bürger es nicht mehr aushalten…

Meine Meinung: Es ist ein Buch über einen Mann mit erstaunlicher Sicherheit und Aura, einem Dorf, das endlich zurückschlägt, aber auch eine Geschichte über die damalige Zeit. Während man sich in der spannenden Geschichte vertieft, sieht man sich selbst in den unterdrückten Leuten wieder und will diesen Mistkerl vor die Straße setzen und dem ganzen ein Ende bereiten. Bis zum Ende muss man dann warten, bis auch Ludlow sein Geheimnis verrät.

Spannende und geheimnisvolle Geschichte mit historischem Anhang ab 12.

Der Autor: F.E.Higgins wurde in London geboren und wuchs in Irland auf. Heute Lebt sie in einem kleinen Dorf in Kent in einem Haus des 15. Jahrhundert. Das Schwarze Buch der Geheimnisse ist ihr erstes Kinderbuch und auch ihr erstes Buch bei Oetinger.

 

„Wunderbar. Jeder, der sich auf ein großes Leseereignis freut, ist hier genau richtig. Higgins hat eine einzigartige, unheimliche Welt geschaffen, vergleichbar mit Autoren wie Dickens oder Peake. Ihre Figuren sind brillant umgesetzt, und die Geschichte hält den Leser in Atem.“

Eoin Colfer (Autor von Artemis Fowl)

Buchtipp von Ret

Gatty – Das Vermächtnis der Pilgerin (von Kevin Crossley-Holland)

Gatty – Das Vermächtnis der Pilgerin
Von Kevin Crossley-Holland
Boje Verlag 2007
416 Seiten
Gebundene Ausgabe 18,90 €
ISBN-13: 978-3-414-82060-0
ab 14 Jahre

Eine abenteuerliche Pilgerreise im Mittelalter

Britannien 1203: Das überschaubare Leben der 15-jährigen Gatty nimmt ein plötzliches Ende, als sie an den Hof von Lady Gwyneth de Ewloe berufen wird. Obwohl das Mädchen bisher nur auf dem Feld gearbeitet hat, wird sie eine der Kammerzofen Lady Gwyneths. Am Hof von Ewloe beginnt Gatty Singen, Lesen und Schreiben zu lernen. Voller Begeisterung stürzt sie sich in ihre neuen Aufgaben.
Doch das ist erst der Anfang. Gemeinsam mit sieben anderen Pilgern bricht Gatty an der Seite Lady Gwyneth auf, um als Pilger das Heilige Land zu erreichen. Viele neue und interessante Eindrücke können die Menschen unterwegs sammeln. Sie begegnen Personen, die ihnen auf ihrem Weg weiterhelfen und durchreisen zahlreiche Länder, manchmal zu Pferde, zu Fuß oder auch per Schiff.
Doch der Weg nach Jerusalem erweist sich auch als gefährlich und mühsam. Noch ahnt die Gruppe nicht, welche Gefahren sie fernab der Heimat erwarten.

„Gatty – Das Vermächtnis der Pilgerin“ ist ein wunderbares, fesselndes Buch. Der Autor beschreibt ein farbenprächtiges Gemälde des mittelalterlichen Lebens. Der Alltag der Menschen war hart und die Kluft zwischen Arm und Reich groß. Gerade in der Figur der Gatty wird dies deutlich. Wenn Gatty an den Hof von Lady Gwyneth kommt, sind ihre Manieren noch grob. Sie ist eine Arbeiterin. Doch im Lauf der Geschichte entwickelt sich Gatty und nähert sich durch ihre Ausbildungen der höfischen Gesellschaft.
Doch was die sympathische Protagonistin auszeichnet, ist ihr großes Herz und ihr Mut. Sie ist offen und voller Lebensfreude. Deswegen schließt der Leser sie in sein Herz und erlebt ihre Abenteuer mit ihr. Gatty hat manchmal eine naive Art über Dinge nachzudenken oder sie wahrzunehmen. Dabei erkennt sie aber oft die wesentlichen Zusammenhänge und überrascht die anderen durch die Weisheit, die hinter ihren Gedanken steht.
„Gatty“ ist ein wunderbares Jugendbuch, das sicherlich nicht nur für jugendliche Leser sehr empfehlenswert ist.

Rezensiert von Christine Sinnwell-Backes