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Jahresschreiber (35/52): Allerhand gelesen

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Von Jahresschreiber Ret Samys (23)

Die Fundsache (von Shaun Tan)

Die Fundsache – Eine Geschichte für alle, die Wichtigeres zu tun haben
von Shaun Tan
Carlsen Verlag GmbH; Auflage: 2 (September 2009)
32 Seiten
ISBN: 978-3551517258
ab 6 Jahre

Inhalt:
In einer Stadt voller Straßen, Schildern, Vorschriften, Verboten und grauen Erwachsenen findet ein Junge ein Ding. Es ist groß, rot und merkwürdig, aber freundlich. Es scheint nur… verloren. Allein. Und es passt nicht hier her. Also macht er sich zusammen mit dem Ding auf die Suche nach Antworten. Die Erwachsenen sind zu beschäftigt mit dem Alltag, um es zu bemerken. Selbst Pete, der zu allem eine Meinung hat, weiß nicht weiter…

Der Autor:
Das australische Layout-, Typografie und Illustrationsgenie und Bilderbuchautor Shaun Tan wurde 1974 in Fremantle geboren. Er hat Entwurfzeichnungen für Wall.E und Horton hört ein Hu angefertigt und für seine Werke viele Preise erhalten, u.a. den Hugo-Award, den Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis, den Deutschen Jugendliteraturpreis und sogar einen Oscar. Seine sich zwischen Bilderbuch und Graphic Novel bewegende Werke wurden in viele Sprachen übersetzt und werden von Klein und Groß gelesen.

Eigene Meinung:
Ihr seht etwas aus dem Augenwinkel, etwas, das nicht ganz passt. Und ihr findet dieses Buch.
Dieses Buch ist eine Fundsache. Es ist groß, es ist voller merkwürdiger Dinge und es ist einsam, ganz einsame Klasse! Findet die Zeit euch das Buch anzuschauen, vielleicht ist es dann nicht mehr so allein, vielleicht findet ihr sogar einen Platz, wo es hingehört.

Die Welt, die Shaun Tan mit unglaublichen Illustrationen bemalt und mit einem Papierstückchen-Design umrahmt hat, ist eine Erwachsenenwelt. Für alles gibt es Regeln. Jeder ist mit dem zu sehr Beschäftigtsein beschäftigt, um das einzige merkwürdige, farbenprächtige, nicht langweilig-graue Ding zu bemerken: die Fundsache, die einem die Augen öffnet.

Schaut auf die Details! Jeder, der mit diesem Buch unbeschäftigter umgeht als mit normalen Büchern, bemerkt so einiges: Dieses Buch wurde genehmigt vom „Bundesamt für Information“ und vom „Bundesamt für Zensur“, der Untertitel Eine Geschichte für alle, die Wichtigeres zu tun haben und die Dankesseite sind im Stil der Hintergrundgestaltung gehalten, das Motto der „Bundesbehörde für Krimskrams“ ist keerus unterum teppichae und so viel mehr!

Rezensiert von Ret Samys

Helena und die Ratten in den Schatten (von Christoph Marzi, mit Illustrationen von Monika Parciak)

Helena und die Ratten in den Schatten
von Christoph Marzi, mit Illustrationen von Monika Parciak
Arena (21. Juli 2010)
80 Seiten
ISBN: 978-3401065618
Ab 7 Jahre

Inhalt:
Helena ist neu in der Stadt. Jeder in der Stadt weiß über die Ratten in den Schatten. Wenn etwas Schlimmes in der Stadt passiert, dann waren es die Ratten in den Schatten: Ratten in den Schatten haben die Katze entführt, Ratten in den Schatten haben den kleinen Timo mitgenommen, Ratten in den Schatten haben meine Zeitung geklaut. Nach einer Weile werden die Warnungen zur Gewohnheit und Helena kümmert sich nicht weiter darum. Bis ihr Stoffäffchen Chico in die Dunkelheit fällt…

Meine Meinung:
Wer das Buch gesehen hat, weiß schon fast alles: eine richtig geniale Gestaltung des Buches, die Illustrationen passen perfekt zur Geschichte. Mal sind die Wörter größer, mal kleiner geschrieben. Mal sind die Sätze ganz normal, mal sind sie verschnörkelt und manchmal verstecken sie sich sogar am Bildrand entlang. Die Geschichte macht das Buch empfehlenswert für Kinder ab 5 Jahren, die Schrift ist aber etwas schwer für Erstleser. Aber jeder erfahrene Leser kann seine Freude an dieser Graphic Novel haben, nicht nur Kinder von 5-10, sondern auch Kinder, Jugendliche und sogar Erwachsene, die eine Geschichte und gute Illustrationen für Zwischendurch suchen, von 11-111.
Dieses Buch ist perfekt zum Vorlesen und zum Bilder zeigen. Es zeigt, dass Schatten und Nacht eigentlich gar nicht so schlimm sind und dass nicht alles immer so ist, wie die Leute sagen. Mit diesem Buch kann man gar nichts falsch machen; Bilder und Sprache ergänzen sich zu einem märchenhaften Zusammenspiel, wer hineinschaut möchte für eine Weile gar nicht mehr hinausschauen.

Ret Samys, 19