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Malfuria (von Christoph Marzi)

 Malfuria
von Christoph Marzi
Arena Verlag; Auflage: 1. Aufl. (15. Januar 2007)
323 Seiten
ISBN: 978-3401060897
ab 12 Jahre

Inhalt:
Eigentlich ist Catalina ein ganz normales Mädchen, das in der singenden Stadt Barcelona bei einem Kartenmacher in die Lehre geht.
Doch eines Tages legt ein fliegendes Schiff am Hafen an und überall tauchen unheimliche Männer mit gruselig grinsenden Masken auf.- Schatten.
Einer von ihnen bedroht Catalina und ihren Meister. Sie versuchen zu flüchten, doch der Schatten hat bereits Besitz von dem Körper des Meisters ergriffen. Der alte Mann versucht sich verzweifelt zu wehren, doch es ist zwecklos.
Catalina kann nur knapp vor ihrem Meister fliehen, der sie plötzlich angreift. Auf ihrer Flucht durch die Straßen Barcelonas stößt sie mit Jordi zusammen.
Da die Schatten ihnen schon auf ihren Fersen sind flieht der Junge mit ihr.
Zusammen suchen sie nach Antworten, warum eine ganze Schar seltsamer Kreaturen hinter den beiden Kindern her  sind.

Meine Meinung:
Es ist eine Geschichte, die nur darauf wartet von einem erwartungsvollen Leser verschlungen zu werden. Sie birgt sowohl Spannung, als auch Magie und Phantasie.
Kurz: Ein Buch, dass sich zum Lesen lohnt.

Rezension von Marie Lipeck

Helena und die Ratten in den Schatten (von Christoph Marzi, mit Illustrationen von Monika Parciak)

Helena und die Ratten in den Schatten
von Christoph Marzi, mit Illustrationen von Monika Parciak
Arena (21. Juli 2010)
80 Seiten
ISBN: 978-3401065618
Ab 7 Jahre

Inhalt:
Helena ist neu in der Stadt. Jeder in der Stadt weiß über die Ratten in den Schatten. Wenn etwas Schlimmes in der Stadt passiert, dann waren es die Ratten in den Schatten: Ratten in den Schatten haben die Katze entführt, Ratten in den Schatten haben den kleinen Timo mitgenommen, Ratten in den Schatten haben meine Zeitung geklaut. Nach einer Weile werden die Warnungen zur Gewohnheit und Helena kümmert sich nicht weiter darum. Bis ihr Stoffäffchen Chico in die Dunkelheit fällt…

Meine Meinung:
Wer das Buch gesehen hat, weiß schon fast alles: eine richtig geniale Gestaltung des Buches, die Illustrationen passen perfekt zur Geschichte. Mal sind die Wörter größer, mal kleiner geschrieben. Mal sind die Sätze ganz normal, mal sind sie verschnörkelt und manchmal verstecken sie sich sogar am Bildrand entlang. Die Geschichte macht das Buch empfehlenswert für Kinder ab 5 Jahren, die Schrift ist aber etwas schwer für Erstleser. Aber jeder erfahrene Leser kann seine Freude an dieser Graphic Novel haben, nicht nur Kinder von 5-10, sondern auch Kinder, Jugendliche und sogar Erwachsene, die eine Geschichte und gute Illustrationen für Zwischendurch suchen, von 11-111.
Dieses Buch ist perfekt zum Vorlesen und zum Bilder zeigen. Es zeigt, dass Schatten und Nacht eigentlich gar nicht so schlimm sind und dass nicht alles immer so ist, wie die Leute sagen. Mit diesem Buch kann man gar nichts falsch machen; Bilder und Sprache ergänzen sich zu einem märchenhaften Zusammenspiel, wer hineinschaut möchte für eine Weile gar nicht mehr hinausschauen.

Ret Samys, 19

Memory – Stadt der Träume (von Christoph Marzi)

Memory – Stadt der Träume
von Christoph Marzi
Arena (September 2011)
320 Seiten
ISBN: 978-3-401-06622-6
Ab 12 Jahre

Inhalt:
Highgate Cemetery, London, eine Stunde vor Mitternacht. Geister sind Träume vom Leben und eigentlich ganz nette Kerle. Jude Finney ist der einzige, der sie sehen kann. An dieser Nacht findet er auf dem Friedhof ein Mädchen. Obwohl sie ein Geist zu sein scheint, ist sie warm.
Das geheimnisvolle Mädchen hat ihre Erinnerung verloren und weder die Geister des Friedhofs noch die Füchsin wissen, was sie ist. Da sie „ihre Geschichte verloren hat“ und sie wiederfinden muss, wird sie Story genannt. Mit der Hilfe vom mausgrauen Jungen Jude findet sie heraus, dass sie noch am Leben ist und dass sie sich beeilen müssen, wenn sie zurück in ihren Körper will. Doch nicht nur sie ist in Gefahr, geheimnisvolle Gesichtslose tauchen auf und wollen den Geistern an den Kragen – ganz London ist in Gefahr.

Meine Meinung:
Marzi hat mal wieder Jugend-Fantasy gezaubert. Sehr gut.

Anfangs hatte mich das Buch abgeschreckt, Gründe gab es viele: Es ist wie Heaven – Stadt der Feen von Christoph Marzi gestaltet, ein sehr schöes Buch, dessen Ende ich mir aber bewahren wollte; es spielt sogar in London, wie Heaven; ich war schon oft von Geistergeschichten enttäuscht worden. Auch während der Lektüre gab es einige Stellen, die mich sehr an andere Geschichten erinnert (die traurigen Engel sind den Wheeping Angels aus der Fernsehserie Doctor Who ähnlich – kein Wunder, da Christoph Marzi die Serie mag; der Straßenmaler Van Dyck ist eindeutig dem Schauspieler Dick van Dyke in seiner Rolle als Bert in Mary Poppins nachempfunden – ebenfalls eine Inspiration, die schon bei Heaven bemerkbar war; „Kitsune“, die Fuchsgeister waren mir seit einiger Zeit ebenfalls ein Begriff). Doch diese kleine Einflechtungen, die im Nachhinein sehr schön geworden sind, machten gar nichts:

Nachdem ich den Prolog gelesen hatte, war ich wieder einmal von der beinahe poetischen Beschreibung gefangen. Gleichzeitig bemerkte ich schon während der ersten Kapitel, dass die Figuren  wunderbar authentisch handelten und dass sich die dunkle und  verzauberte Atmosphäre typisch Marzi-haft durch das ganze Buch  hindurchzieht – nicht gruselig, aber gefährlich genug um Kindern etwas Angst einzuflößen. Zahlreiche Details und Beschreibungen der Geschichte der jeweiligen Orte verstärken den Eindruck tatsächlich in London zu sein, eine an sich schon eindrucksvolle Stadt, die durch die Geister auf eine merkwürdig angenehme Weise lebendig wird.
Aus der Sicht des eigentlich ganz normalen Jungen Jude kann man die alten Friedhöfe ganz anders als in den Reiseführern betrachten und das Mysterium um das Mädchen ohne Geschichte lösen.

Ret Samys, 19