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{Harry-Potter-Lesenacht} Zauberhafte Nacht in Hogwarts

Darauf haben wir uns schon seit Ewigkeiten gefreut: Endlich eine neue Lesenacht. Und nicht irgendeine, nein, mit Harry Potter hatten wir eine der besten Lesenächte überhaupt.

Der Junge, der überlebte

Besonders interessant war es zu sehen, wie die verschiedenen Altersgruppen ihre Erfahrungen über Hogwarts und die Zauberwelt austauschen konnten. Die jüngeren haben vielleicht gerade so von J. K. Rowlings Meisterwerk gehört, andere haben nur die Filme gesehen (und so viel verpasst), dann gab es ein paar richtige Potterheads und Profis – und gerade die Eltern waren Feuer und Flamme und konnten richtig viel beisteuern! Wir hatten ein volles Programm, deswegen haben wir die Lesenacht für euch aufgeteilt:

Navigation

Vorbereitung mit Zauberer Kalibo

Zauberer sind die ehrlichsten Menschen auf der Welt. Erst erzählen sie dir, dass sie dich betrügen werden. Und dann tun sie es.

– James Randi
Fast alle da, die Show kann gleich anfangen

Bevor es richtig losging, haben wir die Leseratten aus der Samstags- und Mittwochsgruppe zu einem richtigen Aufwärmspektakel eingeladen. Nämlich mit einem echten Zauberer.

Kalibo versteht sein Handwerk

Da stand er vor uns, der große, der einzigartige Kalibo! Und er hatte es nicht einfach. Die Lese- und Schreibwerkstatt war voller aufmerksamer Augen… aber egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, Kalibo weiß, wie man das Gehirn der Zuschauer austrickst, wie man ihnen etwas vorspielt, was es nicht wirklich gibt, und wie er uns beeindrucken kann und uns zum Lachen bringen kann. Das beste, was ein Zauberer machen kann, ist mit unseren Erwartungen zu spielen. Und dass Kalibo das bei allen Altersgruppen hinbekommt, ist unglaublich – manchmal im wahrsten Sinne des Wortes.

Kartentricks, Becherzauber, Versteckmagie, Seilverwirrung und noch viel mehr, wir hatten alle viel Spaß.

Es geht los

Wir waren gut vorbereitet.

Eulenpost

Schon Wochen vorher hatten wir geplant, gebastelt und getüftelt. Eigentlich hatten wir sogar noch mehr Ideen, aber ohne einen Zeitumkehrer können wir an einer Nacht auch nur so viel machen.

… wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei augenommen sind.

Natürlich haben wir uns auch die Zeit genommen, die Zaubererwelt in den Gruppenstunden zu behandeln. Dazu gab es verschiedene kleinere Basteleien, aber wir haben auch Vorbereitungen für die Lesenacht getroffen. Ganz wichtig war es, Zauberumhänge für jeden vorzubereiten, und natürlich den persönlichen Zauberstab! Und die sind klasse geworden. Alles, was man dazu braucht:

  • Essstäbchen
  • Heißkleber
  • Akrylfarbe, am besten in schwarz, braun, grau, silber, bronze und gold

Unter der Aufsicht eines Erwachsenen mit Heißklebeerfahrung entstehen dann die einzigartigsten Muster:

Die fertigen Zauberstäbe verkäuft später Mr. Ollivander
Molly Weasleys magische Küchenuhr – sind alle auf dem Weg zur Lesenacht?

Und dann war es endlich so weit! Der Abend des 20. Mai war angebrochen. Alle waren da und wir konnten uns in der Leseecke treffen. Dort haben wir den Vorgang der Lesenacht besprochen. Es gab viele verschiedene Stationen, die wir an diesem Abend vorbereitet haben, und an allen wird natürlich die passende Textstelle aus Harry Potter vorgelesen. Kein Problem für uns, denn jeder von uns besitzt zufällig eine Ausgabe der Bücher.

„Willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts! Bevor wir mit unserem Bankett beginnen, möchte ich ein paar Worte sagen.“

Der Sprechende Hut

Nachdem wir uns begrüßt hatten, das Allwichtigste zuerst: Die Zeremonie für die Einteilung in die Häuser. Selbstverständlich hatten wir den Sprechenden Hut vorher gebeten, sich Gedanken darüber zu machen, welche Kinder gerne zusammen in ein Haus passen.

Ein sprechender Hut entsteht
Fertig ist der alte Reimeklopfer

Und das hat er auch getan. Der arme, alte Hut hat ja seit seiner Entstehung nichts anderes zu tun, als sich Gedanken für die Zeremonie am Anfang des Schuljahres zu machen. Wie immer beginnt er mit einem Lied, das er speziell für dieses Jahr neu gedichtet hat:

Schaut mich an, ich bin nicht schön,
Wo man guckt sieht man nur Falten.
Doch ich spreche, krächz‘ und stöhn‘,
D’rum hört auf mich, den Hut, den alten.

Seit tausend Jahren oder so
Trug mich schon manch‘ Jung‘ und Mädel
Nicht auf dem Knie, nicht auf dem Po,
Sondern nur auf ihrem Schädel.

Wie denn das, und auch: Warum?
Das sag‘ ich euch, ich bleib‘ nicht stumm.

Jeder Stein, auf den ihr schaut,
Hat ein Zauberer erstellt,
Wurd‘ aus Hexenhand gebaut,
Bis es allen Vier’n gefällt.

Slytherin, der mochte Macht,
Gerissenheit und List und Tücke.
Merlin hat’s hier weit gebracht –
Versuch‘ es selbst mit Deinem Glücke.

Rawenclaw, sie war so schlau!
Rätsel konnt‘ sie überwinden.
Kommst Du hierhin, weiß ich genau,
Wirst Du den Schatz der Weisheit finden.

Hufflepuff fand viel Applaus.
Mit Geduld und Güte und mit Fleiß
Bist Du dabei, in ihrem Haus.
Und Freundschaft ist ein Teil vom Preis.

Gryffindor war voller Mut,
Voll Waghals und voll Tatenfeuer
In diesem Haus sieht dieser Hut
Den Sinn nach ganz viel Abenteuer.

Lang ist’s her, seit Hogwarts Gründer
Hier legten ihren letzten Stein.
Darum sprech‘ ich für ihre Münder
Und teil‘ euch in die Häuser ein.

Und dann fing die Einteilung an. Ein Kind nach dem anderen wurde zum Hut gerufen, der Hut dachte gut nach, und das Haus wurde laut in die Menge gerufen.

Schaut mich an, ich bin nicht schön,
Wo man guckt sieht man nur Falten.
Doch ich spreche, krächz‘ und stöhn‘,
D’rum hört auf mich, den Hut, den alten.

Jeder einzelne wurde in sein Haus eingeteilt. Der Sprechende Hut irrt sich nie.

Lang ist’s her, seit Hogwarts Gründer
Hier legten ihren letzten Stein.
Darum sprech‘ ich für ihre Münder
Und teil‘ euch in die Häuser ein.

Wie in den Büchern hat jedes Haus auch seinen eigenen Hausleiter. Die Betreuer wurden die Teamleiter der Gruppe, damit die verschiedenen Aufgabenstationen rund um Hogwarts gelöst werden konnten.

Gryffindor, Hufflepuff, Rawenclaw oder Slytherin?

Gringotts-Zaubererbank

Die Kobolde haben zum Schulanfang eine Ausnahme gemacht und eine Filiale in der Nähe von Hogwarts eröffnet. Jeder erhielt ein Säckchen Taschengeld – 3 Galleonen. Mit denen konnte man Verschiedenes kaufen, Zauberstäbe, Tränke, Umhänge… auch in der Zaubererwelt ist nichts umsonst.
An anderen Stationen war es möglich, Geld zu gewinnen.

Galleonen aus der Gringotts-Bank

Vorgelesen wurde natürlich die Szene, in der Harry mit Hagrid zum ersten Mal in Gringotts kommt.

Madam Malkins Zauberumhänge

Hier hat sich unsere Vorbereitung ausgezahlt. Diejenigen, die ohne Verkleidung gekommen sind, konnten an dieser Station die aus großen, schwarzen Plastiksäcken gebastelten Umhänge kaufen, um der Kleiderordnung von Hogwarts gerecht zu werden.

Die Große Halle

Nach einer einmaligen Bezahlung war die Große Halle ein Versammlungsort zum Durchschnaufen. Hier durfte geschmaust werden. Wie man sieht, waren viele Eltern und Kinder begeistert am Werk und haben uns wunderbare Hexenspeisen gezaubert!

Die Große Halle
Hexenbesen
Hexenhüte
Leckeres und Gesundes in Eulenform
Achtung, giftige Kröten!
Eulen-Cupcakes

Bertie Botts Bohnen in allen Geschmacksrichtungen
Der goldene Schnatz – Harry hat ihn schließlich auch mit dem Mund gefangen
Fluffy-Pupse
Blutige Finger
Leckere Cupcakes für alle Häuser
Schleimmonster-Zyklopen

Und welche Textstelle eignet sich hier mehr, als die Stelle nach dem Sprechenden Hut, wenn alle am Bankett versammelt sind.

Mr Ollivanders Zauberstäbe

Was wären Hexen und Zauberer ohne ihre Zauberstäbe? Zum Glück kennt sich Mr. Ollivander in der Kunst der Zauberstabkunde aus. Jede junge Hexe und jeder junge Zauberer fand seinen Zauberstab – oder, wie wir alle wissen, die Zauberstäbe fanden ihre Meister. Nur eine Galleone, und der Zauberstab ging über den Tresen.

Ollivander – Gute Zauberstäbe
seit 382 v. Chr
Der Zauberstab sucht sich den Zauberer oder die Hexe aus

Weidenholz? Mahagoni? Eiche? Stechpalme? Ahorn? Buchenholz? Elfenbein? Ollivander kennt sich aus.
Einhornhaare, Phönixfeder oder Drachenherzfasern…
Elf Zoll, handlich und geschmeidig…

Im Buch ist diese Stelle ja sehr wichtig, deswegen wird sie auch hier vorgelesen. Wir lernen über Voldemort und seinen Zauberstab.

Professor Snapes Zaubertränke

Albernes Zauberstabgefuchtel und kindische Hexereien wird es hier nicht geben. Außer es geht um die heißen Zauberstäbe, die sind verhext gut und lassen sich für eine Galleone kaufen.

Lieferung für die Hauselfen
Heiße Zauberstäbe – mit Soße

Professor Snape, weiß, wie man mit der richtigen Mixtur neugierige Besucher beeindruckt. Ein Tropfen zu viel oder zu wenig und es würde eine grauenhafte Nacht werden, die niemand vergessen würde. Aber Severus Snape ist ein meisterhafter Tränkemischer.

Professor Snapes Zaubertränke werden gekostet

Snape ist ein richtiger fieser Charakter. Der Ausschnitt über die erste Zaubertränkestunde mit ihm ist vielleicht gerade durch die Verfilmung mit Alan Rickman unsterblich geworden. /*

Fotoshooting

Die Zeitung der Zauberer, der Tagesprophet, weiß, welche Artikel sich auf der Titelseite gut machen. Die Ausgabe mit den Erstklässlern von Hogwarts auf der ersten Seite verkäuft sich wie warme Semmeln. Mit den richtigen Utensilien und Verkleidungen war es kein Problem, sich als berühmte Zauberer und Hexen auszugeben und stolz in die Kamera zu schauen.

Für alle Häuser und Verkleidungskünstler etwas dabei
Hogwarts ist eine ernste und disziplinierte Schule

Bewegte Portraits

Spaß bei den bewegten Portraits

Eine Besonderheit für alle, die in der nichtmagischen Muggelwelt aufgewachsen sind, sind die sich bewegenden Bilder. Das Zaubereiministerium hat uns verboten, echte magische Portraits in die Muggelwelt zu schmuggeln, aber zum Glück waren ein paar kluge Muggel erfinderisch genug, um uns eine Alternative zu geben. Durch einen kleinen technischen Aufwand ergeben sich folgende bewegliche Bilder:

Diese Streifenbilder, zusammen mit einer Zauberfolie, durfte jedes Kind mit nach Hause nehmen.

[PDF-Download]

Spiele und diverses

Quidditch (aus Muggelschutzgründen clever getarnt)

Häuserfarben-Sudoku
Das Rätsel…
… und die Auflösung.
Hexenbesen-Übungen mit Madam Hooch

Weitere Stationen waren:

  • Erfinde deinen eigenen Patronus (mit Weiß auf schwarzem Papier)
  • Schurkenkegeln (wir mussten irgendwie unsere Frust an Umbridge auslassen)
  • Weasleys zauberhafte Zauberscherze – eigene Erfindungen für die Zwillinge vorschlagen
  • Und noch mehr…

Im Anschluss an die vielen Spiele konnte man sich entweder zu Schlafsack und Matratze zurückziehen oder noch ein paar Runden unserer für Harry Potter umgeschriebenen Version von „Werwölfe von Düsterwald“ mitspielen.

Guten Morgen!

Nach aufregenden Stunden in Hogwarts und einer schönen Nacht, in der gelesen und geschlafen wurde, fängt der Tag in Hogwarts viel zu früh morgens an. Zum Wachwerden gibt es deswegen ein paar kleine Aufgaben draußen, in der hellen Sonne und der klaren Luft! Um herauszufinden, welches Haus dieses Jahr den Pokal gewinnt, können die Schüler hier ganz viele Punkte gewinnen:

Zaubererduell

Beim Zaubererduell geht es darum, dass man sich als Haus einigt, welcher Fluch auf das gegnerische Haus gefeuert werden soll. Ob man als Haus gewonnen hat, entscheidet das Pentagramm.
Im Finale und Halbfinale wird entschieden, auf welchen Platz das Haus gelangt.

Pentagramm der Zauberflüche

Aber natürlich gilt es in Hogwarts nicht nur zauberfertig zu sein, auch die Theorie muss geprüft werden. Wer hat gut aufgepasst? Wer kann im 1-2-oder-3 die meisten Fragen beantworten?

Das Frühstück im Anschluss hatten wir uns verdient. Als alles aufgeräumt war, haben wir noch ein wenig Energie übrig gehabt, um ein Zauber-Menschenmemory zu spielen und mit „All die…“ herauszufinden, wie viele von uns regelmäßig die Zaubererwelt durchstreifen.
Als letztes haben wir uns noch in der Leseecke versammelt und uns verabschiedet.

Was für eine Nacht!

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Henri der Bücherdieb – eine etwas andere Hasengeschichte

Gesucht Henri der Bücherdieb

Henri – der Bücherdieb

Kurz vor Ostern muss in der Lese- und Schreibwerkstatt natürlich eine Hasengeschichte zum Vorlesen her. In diesem Jahr ist mir die Auswahl ganz besonders leicht gefallen, denn vor einigen Monaten bin ich auf „Henri der Bücherdieb“ , erschienen im Lingenverlag, gestoßen und war direkt ganz verzaubert. Ach, wenn ich ein Hase wäre: ich glaube ich wäre auch ein Henri oder in dem Fall eine Henriette.

Das Buch habe ich auf einem Kongress in Köln kennen gelernt. Ich war als Referentin für die Stiftung Lesen auf einer Tagung von „Lesestart für Flüchtlingskinder“. In der Mittagspause kam ich mit einigen Teilnehmerinnen ins Gespräch und eine erzählte mir von dem Buch. Am nächsten Tag habe ich es direkt in der Buchhandlung bestellt.

Wer denkt, dass Hasen nun Möhren und Salat gerne fressen, der kennt Henri nicht. Henri liebt Bücher. Er will sie besitzen und immer mehr und mehr Bücher haben. So viele, dass er schließlich zum Dieb wird und bei Menschen einbricht um dort Bücher zu klauen. So entwickelt sich eine sehr süße Geschichte um Henri und einen kleinen Jungen namens Arthur – ebenfalls Bücherliebhaber und entsetzt darüber, dass bei ihm auf einmal Bücher im Regal fehlen. Diesem Dieb muss er doch auf die Schliche kommen!

Und die Bilder! Was verstecken sich da herrliche Ideen in den Bildern. Besonders schön fand ich die Listen mit Lieblingsbüchern, die Henri in seinem Zimmer hat. Auf diesen finden Bücherfreunde jede Menge Bücher die wir auch in echt kennen – nur eben in Hasensprache. Hier habe ich Henris Listen für euch. Erkennt ihr alle Hasenbücher?

Henri der Bücherdieb

Diese lustigen Namen nahm ich als Idee um mit den Kindern eigene Bücher zu „verhasen“. Alternativ ist es auch sehr schön, die Listen, die Henri selbst erstellt hat, als große Plakate dabei zu haben und diese beim Vorlesen von den Kindern Titel für Titel vorlesen und natürlich erraten zu lassen.

Hier unsere eigenen Ideen:

Gesucht Henri der Bücherdieb ListeHenri Bücherdieb

Doch am Samstag vor Ostern gibt es neben einer Geschichte immer noch etwas ganz Wichtiges! Ostereiersuche! Und das haben wir auch in diesem Jahr wieder gemacht. Dieses Mal mit passender Hasentüte. Osterhasentüte

Und zum Schluss hat uns Origamigroßmeister Ret Samys dann noch in die Welt der  gefalteten Hasen eingeführt. Gesucht Henri Bücherdieb

Origami Hasen

Sogar ein youtube-Video ist dazu wieder für euch entstanden. Nehmt euch ein quadratisches Stück Papier (für Origamifalttechniken sind dünne Papiere zu empfehlen) und legt los.

 

Habt ihr einen spontanen Einfall, wie ihr einen Buchtitel verhasen könnt? Dann schreibt ihn uns doch in einem Kommentar.

Liebe Grüße

Christine

Weihnachtself

{Das Weihnachtself-Projekt}

Alle Jahre wieder haben wir vor Weihnachten ein besonderes Projekt vor. Jahre lang sind wir in Geschichten um die Welt gereist und haben uns Traditionen in anderen Ländern angeschaut, haben dazu mit den Kindern gebacken und gebastelt.

Im vergangenen Jahr haben wir uns dann erstmals einem Gedicht intensiv gewidmet und das „Weihnachtsmaus-Projekt“ war geboren. In diesem Jahr nun ist Weihnachtself Luis zu uns in die Schreibwerkstatt eingezogen.

Doch wie kam es dazu? Heute haben wir für euch die Vorgeschichte und ein wunderbares Mitmachprojekt:

Mission Weihnachtself

Alles begann mit einem Brief. Adressiert war er an

Das Weihnachtsdorf
Abteilung Buch und Lesestoff
Unterabteilung Gruselgeschichten für Kinder/Alter 6 – 10
Sparte Autoren von A bis E
Zu Händen Weihnachtself Luis
Nordpol-Allee 1346

WeihnachtselfDer Elf, der den Brief gerade in den Händen hielt, war nicht Luis. Vielmehr war es sein Vorgesetzter Winnie, der aufgeregt mit dem Brief vor Luis Nase herum wedelte. „Is vom WWA!“ rief er so laut, dass die Köpfe der anderen Elfen in der Abteilung Buch und Lesestoff sich ruckartig zu ihnen drehten. „Was, vom WWA?“ hörte man nun die Elfen murmeln. Neugierig schauten nun alle zu Luis, der den Umschlag in seinen Händen hielt. Post vom WWA zu bekommen war höchst ungewöhnlich.

Das weltweite Weihnachtshelfer-Austauschprogramm setzte sich seit Jahren dafür ein, die Weihnachtstraditionen anderer Länder kennen zu lernen und so internationale Freundschaften zu schließen. Während in Italien zum Beispiel die Befana die Geschenke bringt und in Deutschland das Christkind im Einsatz ist, bringt in Amerika traditionell der Weihnachtsmann – auch Santa Claus – genannt, die Geschenke für die amerikanischen Kinder. Und das sind ganz schön viele.

Genau hier kommen übrigens die Weihnachtselfen ins Spiel. Denn ohne diese kleinen Wesen würde der Weihnachtsmann selbst am Nordpol ganz schön ins Schwitzen kommen. Und weil er an Weihnachten schon genug mit dem Ausliefern der Geschenke zu tun hat, unterstützen die Weihnachtselfen ihn tatkräftig bei der Vorbereitung. Sie kundschaften aus, welche Geschenke die Kinder gerne hätten. In der Weihnachtswerkstatt stellen sie unendlich viele Spielsachen, Bücher, Kuscheltiere und vieles mehr her.

Da kommt keine Langeweile auf und Tag und Nacht wuseln die Weihnachtselfen beschäftigt umher. Damit bei so vielen so fleißigen Helfern nicht das Chaos ausbricht, hat jeder Elf einen speziellen Bereich in dem er eingesetzt wird: da gibt es die Spielzeugtester und –entwickler, die Verpacker oder Aussucher und viele andere mehr. Und in jeder dieser Abteilungen gibt es Unterabteilungen.

Und in einer dieser Abteilungen stand nun Luis mit dem Brief in der Hand. „Na los. Mach schon auf.“ ermunterte Winnie ihn. Vorsichtig öffnete Luis den Umschlag und begann den Brief laut vorzulesen.

„Sehr geehrter Herr Elf,

das weltweite Weihnachtshelfer-Austauschprogramm freut sich sehr Ihnen mitzuteilen, dass Sie in diesem Jahr zu den auserwählten Elfen gehören, die eines unserer begehrten Stipendien erhalten haben.

Sie werden in diesem Jahr nach Deutschland reisen und die dortigen Sitten und Bräuche rund um die Weihnachtszeit genau studieren dürfen.

Ihren genauen Einsatzort bekommen Sie in Kürze mitgeteilt.

Wir hoffen, Sie haben eine fröhliche Weihnachtszeit vor sich.

Merry christmas, god jul, feliz navidad

wünscht Ihnen Ihr

WWA“

Die Elfen um Luis herum begannen zu jubeln und der kleine Elf konnte sein Glück kaum fassen. Da würde eine aufregende Zeit auf ihn zukommen!

Und schon wenige Wochen später war es soweit: der Austausch begann!

Seinen geheimen Beobachtungsort hat Luis Ende November bekommen und seitdem führte die Tür seines kleinen Elfenhauses nicht länger in die Schneeflockengasse 345, sondern in die Lese- und Schreibwerkstatt Nalbach.

Luis neuer Arbeitsplatz gefällt ihm außerordentlich gut. Bücher, überall Bücher! Und das Beste: hier darf er nicht nur in Gruselgeschichten stöbern. Hier kann er nach Herzenslust in die Welt der Geschichten eintauchen. Und mit seiner Bücherliebe ist er nicht alleine: jede Woche kommen Kinder und stöbern ebenfalls in den Bücherregalen. Gut versteckt hinter den Büchern beobachtet Luis die Kinder. Manchmal schiebt er Kindern heimlich Bücher ein wenig nach vorne um ihnen so unauffällig Buchtipps zu geben.

Und alleine ist er auch nach Schulschluss nicht: denn auch Leni, die Leseratte, hat ihr Zuhause in der Bücherei. Abends, wenn Schule und Betreuung aus sind, sitzen die Beiden oft noch lange zusammen und lassen die Beine von den Regalen baumeln. Dann erzählen sie sich ihre Lieblingsgeschichten und tauschen sich über ihr Leben zwischen Bücherstapeln aus.

Nur eines ist Luis so gar nicht gewohnt: er hat nichts zu tun außer zu beobachten. Für einen Weihnachtselfen der zum Helfen geschaffen ist, ist dieses Nichtstun gar nicht so einfach und so juckt es den kleinen Elfen in den Fingern irgendwo zu helfen. Leni hat er schon dabei geholfen, ihr Leserattenhäuschen blitzeblank zu putzen und in der Bücherei versucht er Ordnung in die Bücherregale zu bringen.

Doch er würde gerne noch mehr tun. Leni findet die Idee anderen zu helfen fantastisch und beide überlegen angestrengt, wo sie helfen könnten. Während die zwei eifrig Pläne schmieden, grübelt Leni: „Wir könnten die Kinder fragen.“ Luis schaut Leni fragend an: „Was könnten wir die Kinder fragen?“ Leni lächelt: „Na, ob sie helfen wollen natürlich. Helfen helfen. Stell dir mal vor, wenn all die Kinder in der Lese- und Schreibwerkstatt sich überlegen würden in der Adventszeit ein paar gute Taten zu tun. Das wäre doch was.“ Luis ist begeistert. „Oh ja! Still und heimlich wie wir Weihnachtselfen könnten sie den Menschen in ihrem Umfeld ein wenig Gutes tun. Kleine Freuden bereiten, Aufmerksam sein,…!“ Beide werden ganz aufgeregt. „Leni, denkst du die Kinder machen da mit?“ Leni nickt. „Natürlich machen die da mit. Die sind richtig toll!“ „Aber wie erfahren die von unserem Plan?“ will Luis wissen. Denn beide sind recht schüchtern und verstecken sich sobald jemand die Bücherei betritt. Leni lächelt. „Da habe ich eine Idee… warte nur ab. Ab jetzt heißt es: „Weihnachtselfen gesucht!“

Eine ganze Nacht lang werkeln Leni und Luis und malen und kleben und schreiben. Und was am Morgen dann in der Lese- und Schreibwerkstatt liegt, nun, das schaut ihr euch am Besten selbst an.

Na, seid ihr dabei? Wollt ihr mithelfen?

Wir freuen uns über Weihnachtselfen die andere glücklich machen wollen. Und wer mag, hinterlässt ein Kärtchen am Ort, an dem er eine gute Tat vollbracht hat. Die Kärtchen findet ihr hier: Weihnachtself-Visitenkarte

Und jetzt stellt euch vor ihr beginnt damit kleine Freuden in die Welt zu tragen und immer mehr machen mit? Wäre das nicht eine kleine Art Weihnachtswunder?

Eine frohe Vorweihnachtszeit für euch!

Christine

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{Literatur-Wanderung} Mit Ronja Räubertochter im Wald

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Schon seit Jahren möchte ich die Ferien in der Schreibwerkstatt dazu nutzen, eine Waldaktion zu machen. Denn Ferien haben wir ja praktisch nie weil wir auch während der Schulferien unsere Gruppenstunden immer weiterlaufen lassen.

Aber irgendwie hat es sich nie ergeben diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. Ständig waren da noch tausend andere Ideen und Aktionen die ich mit den Leseratten machen wollte.

Doch nun haben wir es endlich geschafft. Im Rahmen einer Ronja-Räubertochter-Wanderung sind wir heute bei uns am Litermont durch den Wald marschiert. Buch im Gepäck, 13 kleine Leseratten-Nachwuchsräuber dabei sowie ein paar Betreuer, damit uns auch ja niemand im Wald abhanden kommt.

Pünktlich setzte ein feiner Nieselregen ein, der uns im Wald begleiten sollte. Naja, irgendwie machte er das Räuberleben gleich noch authentischer. Wir hatten Jacken, wir hatten Mützen, wir hatten „Ronja Räubertochter“ in Buchform im Gepäck.

An verschiedenen Stellen hielten wir an und ich las oder erzählte kleine Passagen aus dem Buch, z. B. die Nebelszene in der Birk Ronja mit einer Riemenlänge Abstand folgen musste und er sie letztendlich vor den Unterirdischen bewahrte.

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Das haben wir gleich einmal ausprobiert und da wir auch passenderweise Nebel vorzuweisen hatten (zum Glück nicht so dicht und ohne die Unterirdischen), ging es in Zweierteams los: je zwei Kinder wurden mit einem Riemen (Wolle) miteinander verbunden und der Vordermann musste vorsichtig vorgehen und den Hintermann durch den Nebel führen. Gar nicht so einfach ist es, so blind zu vertrauen.

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Am Ende winkte ein ordentliches Räuberpicknick im trockenen Unterschlupf, den in erster Linie unsere taffe Betreuerin Verena für uns organisiert hatte. Heißer Tee sorgte dafür, dass die Finger wieder warm wurden und schnell waren alle Bäuche aufgefüllt.

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Wenn das Wetter ein wenig schöner gewesen wäre, hätten wir auch noch ein paar Walderfahrungsspiele gemacht, das hebe ich mir für die nächste Waldlesung auf.

Und mein Vorsatz ist gefasst: in Zukunft werden wir öfter nach draußen gehen und Leseaktionen mit Wanderungen verbinden.

Jederzeit ein gutes Buch

wünscht euch

Christine

{Lindbergh} Von fliegenden Mäusen und Strohhalm-Bruchlandungen zwischen den Buchregalen

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Als ich in der vergangenen Woche mit den Leseratten samstags „Die Reise“ gelesen habe, wusste ich noch gar nicht, wohin mich die Reise in den nächsten Wochen führen würde. Schon beim Vorlesen entstand ja die Idee mit den Kindern in der nächsten Gruppenstunde ein wenig zu forschen und zu experiementieren wie wir uns denn fortbewegen könnten.

Und natürlich sollte auch in dieser Gruppenstunde ein Buch im Mittelpunkt stehen. Mein wunderbar genialer Bibliothekar aus Leidenschaft Ret Samys hatte dann direkt nach „Lindbergh“ gegriffen und so tauchte ich zuhause ab in die wahrlich abenteuerliche Welt der kleinen, erfindungsreichen Maus. Beim Lesen und Betrachten der Zeichnungen war ich vollkommen fasziniert und wusste gleich, dass dies der perfekte Anschluss an „Die Reise“ für uns darstellt.

In „Lindbergh“ steht eine kleine Maus mit einer großen Idee im Mittelpunkt. Nichts geringeres als eine Flugmaschine möchte der kleine Nager bauen um damit nach Amerika zu fliegen. Und so macht sich der belesene Nager ans Erfinden und Experimentieren und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Was das Buch so besonders macht, sind die wirklich außergewöhnlich schönen Zeichnungen von Torben Kuhlmann, der mit diesem Buch seine Abschlussarbeit geschrieben hat und für „Lindbergh“ zahlreiche Auszeichnungen bekommen hat.

Und es vereint gleichzeitig die großen Träume der Menschen in sich: fliegen können, frei sein und natürlich auch der Aufbruch in eine neue Welt.

In den Zeichnungen finden sich so viele Details eingemalt, das Buch ist von der ersten bis zur letzen Seite unendlich liebevoll gemalt. Alleine die Idee, dass die Maus ihre Skizzen mit einem verkohlten Streichholz zeichnet: herrlich!

Und genau so experimentierfreudig wie die kleine Maus waren auch unsere Leseratten. Nachdem ich zu Beginn der Gruppenstunde erzählt habe, wie die Menschen sich anfangs nur zu Fuß fortbewegen konnten und dann immer mehr Erfindungen getätigt hatten, um später Wagen, Schiffe und schließlich Flugzeuge zu nutzen, war die Neugier der Kinder geweckt, als ich erzählte, dass ich heute ein Buch dabei habe, in dem es um eine kleine Maus mit einem großen Entdeckertraum geht.

Was so eine Maus wohl gerne erfinden würde? Das wäre sicherlich auch spannend zu erfahren und würde bestimmt zu der ein oder anderen spannenden Geschichte führen.

Doch wie auch die Maus und später Lindbergh wollten wir im Anschluss an das Buch auch in die Luft gehen. Dazu haben wir verschiedene Experimente vorbereitet. Die Kinder konnten zum Beispiel einen Strohhalm dessen Öffnung vorne verstopft wurde mit einer Pumpe durch den Raum schießen. Wie das funktioniert? Mit Druck natürlich, denn anders als Kuhlmanns Maus hatten wir natürlich keinen Dampfapparat.

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Und was passiert, wenn wir einen aufgefalteten Teebeutel anzünden? Durch den sogenannten Kamineffekt fliegen die Funken hoch in die Luft und wir sehen, dass heiße Luft aufsteigt was zum Beispiel wichtig für Heißluftballons ist.

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Dann ging es ans Bauen von Strohhalmgleitern. Hier konnten die Kinder sich Fluggleiter bauen und überlegen, ob sie eher dicke oder dünne Halme benutzen sollten, ob die Papierstreifen besser schmal oder breiter geschnitten werden damit der Gleiter möglichst weit fliegt.

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Am Ende testeten wir die Fluggeräte natürlich auch um zu sehen, wer an diesem Tag wohl dem Traum vom Fliegen am Nächsten gekommen war. Das Wettfliegen machte allen so großen Spaß, dass wir Runde um Runde ausprobierten.

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Vielleicht bauen wir beim nächsten Mal auch noch Papierflugzeuge und testen diese dann auf ihre Weitflug- und Piouretten-Eigenschaften.

Den Abschluss unserer Gruppenstunde machte dann die Erfinder-App von Pettersson und Findus bei der die Kinder herrlich skurile Erfindungen zum Funktionieren bringen mussten.

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Und dann gibt es doch auch schon das nächste Buch von Kuhlmann „Armstrong“, das es nun bald zu entdecken gibt. Was habe ich dafür schon Ideen im Kopf. Angenfangen von einer Ballonrakete über… ach nein. Pssst! Ich darf doch nicht schon alles verraten.

Doch halt: eines muss ich euch ja noch verraten und das passt natürlich auch noch perfekt zu „Armstrong“ – das Spiel „Reise zum Mond“. Dieses Spiel eignet sich sehr gut um in einer Gruppe gespielt zu werden.

Der Spielleiter gibt den Satz „Ich reise zum Mond und nehme … mit“. Diesen Satz muss jedes Mitglieder der Gruppe nach und nach wiederholen und dabei einsetzen was es zum Mond mitnehmen würde. Aber Halt! So einfach ist das Spiel eben nicht, denn der Spielleiter hat sich eine Bedingung ausgedacht, die erfüllt sein muss damit man mit zum Mond genommen wird und natürlich weiß diese Bedingung zu Anfang nur er selbst.

Zum Beispiel könnte er nur rote Sachen akzeptieren oder nur Worte, die mit S anfangen.

Die Gruppe muss nach und nach dahinter kommen, was das System ist um mitgenommen zu werden. Bei jedem Satz antwortet der Spielleiter entweder mit:

Ja, du darfst mit zum Mond oder eben mit Nein. Du darfst nicht mitfliegen.

Meine Leseratten lieben das Spiel und zerbrechen sich sehr gerne die Köpfe darüber, was bei der jeweiligen Reise zum Mond wohl mitgenommen werden darf.

Und ich reise nun zwar nicht zum Mond, schicke aber meine kleinen Kinder gleich ins Reich der Träume. Davor lesen wir natürlich vor!

Zurück bleibt eine glücklich grinsende Oberleseratte, die den Kopf voller Ideen und das Herz voller Glücksgefühle wegen eines solch wunderbaren Bucheswie „Lindbergh“ hat.

Leselustige Grüße

Christine

 

 

Bücherflohmarkt 2016

Es ist wieder so weit! Bücher werden für 50 Cent das Stück verkauft, Essen und Trinken in Hülle und Fülle, lustiges Kinderprogramm. Und alles für nicht nur einen guten Zweck: Mit einem Teil des Gewinns werden kreative Projekte rund um die Themen Bücher, Lesen, Schreiben und Fantasie im Landkreis Saarlouis unterstützt, der Rest geht wird verteilt an den Kinder-Hospizdienst, Stefan-Morsch-Stiftung, die Flüchtlingshilfe sowie an ein soziales Projekt aus dem Kreis Saarlouis.

Anfahrt:

Bücherflohmarkt 2016

{Lesenacht} Update zur Kinderradionacht (Download & Audio)

Über die Lesenacht haben wir euch schon ausführlich berichtet. Klickt hier, wenn ihr den Beitrag noch nicht gelesen habt!

Jetzt, wo wir alle auch gut ausgeruht von einer ganzen Nacht voller Programm sind, gibt es ein kleines Update zur Kinderradionacht. Da waren wir ja nicht alleine unterwegs. Wir hatten auch noch den SR zu Besuch. Und die haben gesehen, wie viel Spaß wir hatten und haben sogar über uns berichtet.

Hier sind unsere 5 Minuten Berühmtheit im Radio:


Und passend zur Lesenacht haben wir ein kleines Gewinnspiel:

Erfinderquiz

8 Fragen zu genialen Köpfen und Erfindungen

Schickt uns das Lösungswort bis zum 17.12.2015 an info@lese-schreib-werkstatt.de und ihr dürft euch ein Buch aus unserer Geschenkkiste aussuchen.

 

Selbst nach der Erfindernacht haben wir noch einige Ideen im Hinterkopf. Ein paar davon könnt ihr ja jetzt schon in unserem Blog entdecken.

 

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{Lesenacht} Kinderradionacht 2015

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Was für eine Nacht! Genial!!!

SR1 war bei uns und hat dann auch über uns berichtet:

Die ARD-Kinderradionacht lief dieses Jahr rund ums Erfinden, Entdecken und um Gehirnschmalz. Wir veranstalten regelmäßig eine Lesenacht und da kam die Kinderradionacht wie gerufen. Wir sind jede Woche kreativ und zeigen viel Erfindergeist. Normalerweise geht es immer um Geschichten, aber das bedeutet nicht, dass wir auch anders denken können. Oder dass es keine genialen Geschichten gibt. Davon gibt es sogar jede Menge:

5-DSCN6366Eine kleine Auswahl.

Schon letzte Woche hatten wir uns auf das Thema vorbereitet. Wir haben verschiedene Früchte benutzt, um sie mit Kupfer und Zink in eine Batterie zu verwandeln. Wir haben schmutziges Wasser so lange gefiltert, bis es wieder klar wurde. Und wir haben unseren eigenen Cola-Brunnen mit Mentos gebaut. 😉 Es hat uns viel Spaß gemacht und hoffentlich hat der ein oder andere etwas dazugelernt.

Wie an jeder Lesenacht gibt es verschiedene Stationen, an denen man sich gruppenweise versuchen kann. Dieses Jahr gab es unter Anderem zwei ganz besondere Stationen:

  • Mit tatkräftiger Unterstützung von zwei echten Wissenschaftlern und professionellen Chemikern kommen wir verschiedenen Flüssigkeiten auf die Spur.

    1-DSCN6339Warum schwimmt das Ei im Wasser?

    Unter ihrer Anleitung durften wir ein paar Experimente ausprobieren:

    • Lackmuspapier und Blaukrautsaft färben sich bei verschiedenen Flüssigkeiten anders. Daran sehen wir, ob sie basisch oder sauer sind.
    • Wenn man Tropfen aus einer frischen Orangenschale in eine Teelichtflamme spritzt, verbrennen sie ganz schnell und riechen schön. Das liegt an den ätherischen Ölen in der Schale.
    • Legt man ein Ei ins Wasser, sinkt es, aber wenn man dann Salz dazugibt wird das Wasser dadurch scjwerer und das leichtere Ei steigt an die Wasseroberfläche.
    • Und noch mehr…

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  • Die andere besondere Station war der Raum für die Radioübertragung. Von 8 Uhr abends bis 1 Uhr Morgens durfte jeder, der wollte, aufbleiben und sich die Radiobeiträge für die Kinderradionacht anhören. Unser Favorit war ganz klar Jimmy Böndchen – Non-stop Lachen und Spannung.
  • Die Snack-Bar darf natürlich nicht fehlen! Zwischen den Stationen eine kleine Stärkung?
    Außerdem durfte man hier auch seinen Forscherpass basteln und – ganz wichtig für die Lesenacht – sich Bücher aussuchen, wenn man selbst keine mitgebracht hat.
  • Beim Geister-Arm drückst sich der Arm von ganz alleine nach oben. Probiert es selbst: Alles was man dafür tun muss, ist die Arme eines Partners unten zu halten, während der dagegendrückt.
    (Na gut, es sind keine Geister im Spiel.
    Es liegt einfach daran, dass sich die Armmuskeln an die Anspannung gewöhnen.)
  • In der Chemie gibt es ganz viele verschiedene Reaktionen. Aber Menschen reagieren auch. Beim Reaktionstest kann man sehen, wie schnell man reagiert. Einfach ein DIN-A-4-Blatt in lange Streifen teilen und eine Skala anbringen. Dann mit einem Partner den Test ausführen:
    Einer lässt den Streifen Papier von oben fallen, der andere versucht ihn, so schnell wie möglich mit Daumen und Zeigefinger zu schnappen.Übung macht übringens den Meister. Man wird immer besser dabei.
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    Selbst einen geheimen Trank erfinden? Kein Problem! Wass soll’s sein? Liebestrank? Gegenteiltrank? Zombietrank? Wir haben ein paar hochgefährliche Tinkturen aufgemalt.
  • Bechertelefone funktionieren tatsächlich! Und sie sind sehr einfach herzustellen.
    2-DSCN6348Kabellose Telefone gibt es eigentlich noch gar nicht sooo lange.
  • Schlafenszeit
    Nach einer Weile werden dann doch alle müde… Oder auch nicht… aber nach 1 Uhr morgens muss jeder trotzdem in die Schlafsäcke, auf die Luftmatratze und auf weiche Kissen und unter warme Decken.
  • Aufstehen! Frühstücken! Aufräumen.
    Irgendwann ist auch diese Nacht zuende. Angeblich haben ein paar müde Gesichter die Nacht durchgemacht… Ob wir ihnen glauben sollen? Wir sagen nichts.
    Aber das Frühstück ist wie immer klasse. Jeder hat seine Lieblingszutat mitgebracht: Kakao, gesalzene Butter, Käse, Müsli…
    Ganz besonders kam dann die leckere Überraschung vom Bäcker:
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    Eine Forscherlupe aus süßem Teig. Lecker!

Und dann war leider auch schon alles vorbei. Wir haben die Langschläfer vor dem Frühstück noch ein wenig ausschlafen lassen, deswegen konnten wir leider unser 1, 2 oder 3 nicht spielen. Aber für diejenigen, die Rätsel mögen und sich aus unserer Geschenketruhe ein Buch aussuchen wollen, haben wir es hier zusammengestellt:
Erfinderquiz

8 Fragen zu genialen Köpfen und Erfindungen

Schickt uns das Lösungswort bis zum 17.12.2015 an info@lese-schreib-werkstatt.de und ihr dürft euch ein Buch aus unserer Geschenkkiste aussuchen.

Bis zum *gähn* nächsten Mal
Ret

2 Monate in der Elfenbeinküste

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Marie mit Olivier, dem Leiter des Deutschclubs, mit dem wir eine Partnerschaft haben

Seit einiger Zeit haben wir mit einem Partnerclub in der Elfenbeinküste Kontakt. Aus unserem Team hat Marie ein zweimonatiges Praktikum in der größten Stadt in der Elfenbeinküste, Abidjan, am Goethe-Institut gemacht. Das Leben dort ist ziemlich unterschiedlich zum Leben in Deutschland, deswegen erzählt sie uns ein wenig davon:

Meine Eindrücke aus der Côte d’Ivoire

Mein Flug von Paris nach Abidjan hat ein bisschen mehr als 6 Stunden gedauert. Neben

mir saß eine nette, aber völlig übermüdete Ivorerin, die vor mehr als 20 Jahren ausgewandert ist, um in den Staaten erst zu studieren und anschließend dort zu leben und zu arbeiten.

Man sollte wissen, dass es keine Direktflüge von den USA nach Abidjan gibt und alle über Europa fliegen müssen. Sie hatte eine Reise von fast einem Tag hinter sich. Sie war sehr offen und nett – eine Eigenschaft, die für ihr Land und ihre Kultur repräsentativ ist.

Als das Flugzeug schließlich landet, gibt sie mir ihre ivorische Handynummer. Ich fand das zwar nett, aber auch ein bisschen merkwürdig, da ich sie kaum kannte. Jetzt weiß ich, dass es hier ganz normal ist. Die Menschen hier gehen sehr offen mit ihren Handynummern um und erwarten das selbe von mir. So sehr ich mich der Lebensweise hier anpassen möchte, ist meine (mittlerweile ivorische) Handynummer etwas, das ich nur sehr selten herausgebe.
Die Menschen rufen hier für alles Mögliche mal eben an, sei es nur für ein ‚Coucou‘ (umgangssprachlich für Hallo) oder weil sie dich länger nicht gesehen haben. Die vielleicht nett gemeinten Gesten werden ganz schnell zum Albtraum, wenn dich die Personen mehrmals am Tag und vor allem zu unsäglichen Zeiten anrufen.
Ein weitaus wichtiger Grund, warum ich meine Nummer nur selten herausgebe, ist, dass die meisten, die mich fragen Männer sind und mich auf der Straße angehalten haben, um nach der Nummer zu fragen.

Warum mich hier so viele fragen? Weil ich weiß bin. Viele denken, nur weil meine Haut heller ist, habe ich Geld oder finden mich deswegen attraktiver. Im Laden sucht man vergeblich Selbstbräuner, stattdessen findet man Crèmes, die den Teint bleichen sollen. Ich falle hier selbst im größten Gewusel der Stadt auf. Daran muss ich mich immer noch gewöhnen.

IMG-20150422-WA0000Das sind alles Dinge, die jeder anders aufnimmt. Was mich am meisten hier wurmt, ist, dass ich anders behandelt werde, nur weil ich eine andere Hautfarbe habe. Ich sehe dazu keinen Grund und achte stets darauf, den Leuten den selben Respekt zuzuweisen, wie sie mir und lasse es nicht zu, dass ich eine Sonderbehandlung bekomme, auch wenn es nicht immer in meiner Macht steht.

All diese Sachen sind mir z.T. bewusst aber auch z.T. unbewusst aufgefallen, noch bevor ich aus dem Flughafen gegangen bin. Einmal aus dem Flughafen, empfängt mich ein Temperaturunterschied von fast 25 Grad, ich bin erst einmal heilfroh, dass mich meine Chefin und ein Fahrer aus dem Goethe-Institut abgeholt haben. Der Fahrer verstaut meine Sachen und fährt mich zu meiner Wohnung, wobei er kleine Umwege fährt, um mir die Stadt bei Nacht zu zeigen.

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Ich bin dankbar für den Fahrtwind, der mir durch das offene Fenster entgegendröhnt. Abidjan liegt direkt am Meer, somit ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, was die gefühlte Temperatur höher erscheinen lässt, als sie tatsächlich ist. Dennoch sind über 30 Grad Durchschnittstemperatur nicht ohne. Während wir so dahinfahren, fällt mir der Verkehr auf.
Ich sehe Autos die so zerdellt sind, dass es so aussieht, als seien sie schon verschrottet geworden und notdürftig mit Klebeband wieder zusamengeflickt.
Es gibt kaum Straßenmarkierungen, keiner hält sich an irgendwelche Regeln, die man in Deutschland so präzise befolgt, alles sieht einfach anders aus. Für mich ist das ein ganz neuer Anblick, da ich Europa vorher noch nie verlassen habe.

Zum Glück weiß der Fahrer besser als ich, wo ich wohnen soll, denn Straßennamen oder gar Hausnummern gibt es hier äußerst selten. Als wir vor dem Hausblock stehen, kommt uns einer der beiden Wächter entgegen, die Tag und Nacht am Eingang wache stehen. Das hat hier jeder Hausblock mit annähernd europäischen Standart. Er und der Fahrer helfen mir mit meinen Koffern in den 3. Stock zu kommen. Ich sperre meine Wohnungstür auf und finde eine weitaus bessere Wohnung vor wie erhofft.
Allerdings zahle ich auch einen stolzen Preis für sie.
Das Goethe-Institut liegt äußerst zentral, somit sind die Wohnungen teuer, wenn man in der Nähe wohnen möchte. Seit die afrikanische Zenralbank (mit ihren 1500 europäischen Mitarbeitern) wieder im Land ist, steigen die Wohnungspreise enorm an. Sie konkurrieren problemlos mit den Mietpreisen der größten deutschen Städte.

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Bilder der Wohnung – Klick für größere Bilder.
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Die Klimanalage – mein Lebensretter!

Obwohl meine Wohnung einige Macken vorweist – Wasser, das aus dem Wasserhahn ins Waschbecken und von dort aus direkt auf den Boden fließt, anstatt in das dafür vorgesehene Rohr oder der einzige Schrank, der nicht nutzbar ist, weil sich Holzwürmer eingenistet haben, um nur ein paar zu nennen – bin ich doch sehr zufrieden mit meiner ersten eigenen Wohnung. Ich wohne besser als der Großteil der Bevölkerung und ich sehe keinen Grund meine Lebensqualität dadurch eingeschränkt zu sehen.

IMG-20150501-WA0002Ich habe das große Glück eine andere Praktikantin des Instituts als Nachbarin zu haben. Gerade in den ersten Tagen war das sehr hilfreich. Sie zeigte mir die Gegend, in der wir wohnten und so wusste ich schnell wo der nächste Supermarkt und der nächste Obst- und Gemüsemarkt waren. Sie machte mich auf viele Sachen aufmerksam und erklärte mir viele Sachen.
Z.B. wie man hier Taxi fährt. Ganz im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den meisten Taxis kein Taxameter und falls doch wird es nie benutzt. Stattdessen erklärt man dem Taxifahrer ungefähr wo man hinmöchte (man orientiert sich an großen Gebäuden, Werbeschildern, Kirchen oder Schulen, da die meisten Straßen keine Namen haben) und verhandelt, bevor man einsteigt, mit dem Taxifahrer um den Preis.

So fuhren wir dann auch ins Goethe-Institut mit dem Taxi. Von Außen ist das Institut leicht anhand des Schriftzuges und der typischen grünen Farbe zu erkennen. Auch hier gibt es Wächter, die Tag und Nacht auf das Institut aufpassen.

Ich werde zu meiner Chefin gebracht uns sie begrüßt mich nett und offen. Sie zeigt mir das Institut und alle, die dafür arbeiten. Sie beschreibt das Institut als kleine Oase und ich muss ihr zustimmen.

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Arbeitsplatz am Goethe-Institut

In der Mitte gibt es einen kleinen bepflanzten Innenhof und auch rundherum hibt es hier und da immer wieder Pflanzen und sogar ein paar Palmen. Mir wird mein Arbeitsplatz gezeigt und erklärt was ich in den nächsten 2 Monaten machem werde. Die Sprachabteilung des Goethe-Instituts ist für die Sprachkurse im Institut, aber auch für die Deutschlehrer und Schüler in der Côte d’Ivoire, Mali, Burkina Faso und Guinea zuständig. Es gibt aber auch eine Außenstelle, die für die anderen Länder vor Ort der Ansprechpartner ist.

Die Côte d’Ivoire ist mit 250 000 Deutsch lernenden Schülern das Land im frankophonen Afrika, in dem am meisten Schüler Deutsch lernen. Das Institut unterstützt die Deutschlehrer mittels Buchspenden von Lehrwerken, Fortbildungen und Expertise. Die Arbeit ist nicht leicht, da niemand so genau weiß wieviele Deutschlehrer es genau gibt. Das Goethe Institut hat vor einem Jahr begonnen eine eigene Liste von den Namen und Kontaktdaten von jedem Lehrer zu erstellen mit dem in Kontakt waren. Mittlerweile sind es über 1000 und fast täglich kommen neue dazu.

Gerade zum Ende des Schuljahres kommen viele Lehrer vorbei und bitten um kleine Präsente und Bücher, um die besten Schüler auf ihren in der Schule organisierten Deutschtagen honorieren zu können oder sie laden uns zu ihren Deutschtagen ein. Vielen davon müssen wir absagen, weil es einfach zu schwer ist die Orte zu erreichen, weil die Straßen dorthin zu schlecht sind, als dass man sie unter einer Tagesreise erreichen könnte. Dennoch haben wir einer Handvoll zugesagt.

Eine weitere Aufgabe momentan ist den Aufenthalt von mehreren Deutschlehrern und Schülern in Deutschland zu organisieren. Das Institut bietet jedes Jahr Stipendien an, die es Deutschlehrern ermöglicht, in Deutschland Fortbildungsseminare zu machen und den Schülern in Deutschland einen Sprachkurs zu machen. Den Aufenthalt zu organisieren nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, da man jedem für jedes Formular hinterhertelefonieren, Flüge buchen, Termine für die Visumsbeantragung und Vorbereitungstreffen organisieren muss. Hier läuft alles in einem ganz anderem Tempo ab.

Momentan läuft alles aber noch chaotischer ab als sonst, denn überall wird gestreikt. Als ich hier ankam, streikten die Studenten an der Uni, weil sie nicht genügend Material haben. Dann lief die Uni für ein paar Tage, bis die Dozenten einen unbefristeten Streik ankündigten, weil vor Jahren versprochene Zusatzzahlungen noch immer nicht in Kraft getreten sind. Der dauert mittlerweile schon 3 Wochen. Immer wieder streiken dann auch die Lehrer an den Schulen. Warum?

  1. Als das Militär streikte und mit Panzern die ganzen Straßen blockierten, hatten sie ihre Forderungen innerhalb von 2 Tagen durch.
  2. Im Moment ist Wahlkampf und die Politiker versuchen, kurz vor der Wahl noch Stimmen für sich zu sammeln.
    Und
  3. streiken sie, weil ihr Gehalt auf Grund früherer Streiks gekürzt wurden. Ein nicht enden wollender Teufelskreis.

Die Leidtragenden sind die Schüler und Studenten.

Dieser Text ist als Vorlage zu einem Zeitungsartikel in der Saarbrücker Zeitung entstanden.

Jahresschreiber (1/52): Ret im Schnee

Der Spielplatz ist bedeckt mit Schnee.
Alles ist so weiß.
An den Schaukeln hängt das Eis.
Dass ich dann trotzdem toben geh‘,
Unberührt des stillen Kalts,
Ist doch klar.
Der Spielplatz war
In der Lichtung eines Walds
Und ist mir stets geblieben.
(Zum ersten Mal jetzt aufgeschrieben.)

– Ret Samys (22)