Archiv der Kategorie: Reisen & Länder

{Die Suche} Gürtel für unsere Fantasiekreide

Die ReiseDie SucheDie Rückkehr:
Mittlerweile ist zumindest der erste Band der Bilderbuch-Trilogie bei uns in der Lese- und Schreibwerkstatt ein richtiger Klassiker geworden. Alle Gruppen kennen das Buch; auf Seminaren empfiehlt und bespricht es unsere Leiterin Christine ständig – und jetzt haben wir alle Bände. Das Besondere: Die wundervoll aufwändig illustrierten Bücher haben keinen Text. Kinder können (in allen Sprachen) selbst „vorlesen“ und beschreiben, was passiert… und mit eigener Zauberkreide kann man selbst erraten, welche Zeichnung unsere Helden aus der Geschichte rettet und seine eigene Zauberwelt zeichnen!

Also soweit eigentlich ein alter Hut. Aber jetzt haben wir Zauberkreide und müssen sie auf unseren Abenteuern mitnehmen… Und deswegen lesen wir den zweiten Band. Aus der Trilogie ist das eigentlich sogar mein Lieblingsbuch, es gibt so viele Details, die Elemente der Geschichte im Voraus andeuten. Und endlich erfahren wir, was es mit den düsteren Gestalten im ersten Band auf sich hat…

Der König aus „Die Suche“ hat für unser Problem die passende Erfindung: einen Gürtel!

Wir haben weit im Voraus die Eltern unserer Lesemäuse gebeten, alte Jeans zum Zerschneiden wegzulegen. Übergröße ist kein Problem.

Als erstes muss aufgepasst werden, wie die Jeans geschnitten wird. Gebraucht werden die Hintertaschen, die Rise (die Gürtelzone inklusive Gürtelschlaufen und Verschluss), aber nicht die Vordertaschen und nicht der Reißverschluss. Damit die Hintertaschen nicht von innen aufgeschnitten werden, am besten vorher abtasten.
Bei „Jeans“, die keine Hintertaschen haben, kann man auch versuchen die Vordertaschen zu nehmen.

Für die Kinder war es eine große Hilfe, dass wir die Schnittlinien mit Textilstiften vorgezeichnet haben.

Dann kann der Fantasiegürtel voll mit Farbe und Glitzer ausgestattet werden! Immerhin soll er uns in unseren Abenteuern begleiten.

Dann muss der Gürtel trocknen. Eine letzte Kleinigkeit fehlt aber noch: Passt der Gürtel? Wenn das die alte Hose vom Papa war, eher nicht. Man könnte an der passenden Stelle ein neues Loch für den Knopf bohren, aber wir haben stattdessen einen Druckknopf angebracht, den sich die Kinder selbst aussuchen konnten.

Fertiger Gürtel mit rosa Herz-Druckknopf – nur noch etwas trocknen lassen
Voll ausgestattet für ein Abenteuer!

Bis zum nächsten Abenteuer!

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{Wunschwochen} Zeitkapsel-Briefe aus der Vergangenheit mit Hase Felix

Es gibt so viele wundervolle Bilderbücher und Geschichten zum Vorlesen. Deswegen ist es kein Problem, unsere Lesemäuse mal selbst Bücher aussuchen zu lassen, die ihnen gefallen. Eines dieser Schmuckstücke war Neue Briefe von Felix: Ein kleiner Hase reist durch die Vergangenheit. Ein echter Klassiker, der heute noch so gut ankommt wie in meiner Kindheit!

Wer die Bücher kennt, der weiß, dass das Besondere an den Büchern die Briefe vom Hasen Felix sind. In diesem Band zog sich das Abenteuer nicht nur durch verschiedene Länder und Kulturen, sondern gleich durch Raum und Zeit. Indianer, das alte Japan, Mittelalter und Steinzeit, einfach unglaublich – aber zum Glück findet der kuschelige Stoffhase wieder zurück zu Sophie.

öffnen erst am 22.4.2024

Wir haben überlegt und uns ausgedacht, wie wir denn selbst Briefe aus der Vergangenheit bekommen können. Aus einer früheren Aktion haben wir noch Siegelwachs und zwei Siegelstempel. Also ran ans Werk!

Jedes Kind schreibt einen Brief an sich selbst. Manche malen Bilder von Felix in einer Epoche, andere diktieren den Betreuern ein kleines Hallo. Dann wird das schön zusammengefaltet.

Als nächstes wird der Umschlag gebastelt. Das Papier darf gerne in der Lieblingsfarbe sein. Der Brief wird hineingesteckt und dann ist es soweit: Die Siegelwachskerze wird angezündet und ein paar Tropfen landen an der richtigen Stelle auf dem Umschlag. Rot, rosa oder gold stehen zur Auswahl. Dann schnell den Stempel draufmachen und schon ist der Brief so verschlossen, dass man sehen kann, ob jemand ihn schon aufgemacht hat oder nicht. Das Herzsiegel war am beliebtesten, aber auch das edle Eulensiegel lässt sich gut sehen.


Jeder durfte selbst aussuchen, wann der Brief erst geöffnet werden darf. Wenn sie 17 Jahre alt sind? In 10 Jahren? Eine schöne, runde Zahl, wie 2020?

Ich bin jedenfalls gespannt, ob wir in ein paar Jahren von den ersten geöffneten Briefen hören. Wie wir wohl auf heute als Vergangenheit reagieren? Wenn wir etwas von den Zeitkapseln erfahren, teilen wir gerne, was passiert.

Bis dahin bleibt die Zukunft ein Geheimnis. Ich freue mich darauf, es zu lüften.

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{Mausreise zum Mond} Armstrong

Vor zwei Wochen haben wir begeistert eines unserer Lieblingsbilderbücher gelesen: Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus. Was liegt da näher als Torben Kuhlmanns neuestes Buch zu lesen und damit kreativ zu arbeiten? Armstrong beschreibt das vielleicht spannendste Kapitel der Mausheit (und Menschheit): die ersten Astronauten auf dem Mond.

Doch bevor es mit dem Abenteuer anfängt, spielen wir eine Runde Reise zum Mond, denn Astronauten müssen sich ja richtig auf ihre Mission vorbereiten. Nachdem jeder die Astronautenausbildung abgeschlossen hat, geht es los…

MOND! Schnell zugreifen.

…aber nicht irgendwie. Die Reise zum Mond dauert mindestens 3 Tage. Und weil Armstrong (trotz Kürzungen) so ein dickes Buch ist, haben wir genug Proviant mitgenommen. Aber es muss bei so einer vollen Rakete natürlich gut eingeteilt werden, also darf nur zugegriffen werden, wenn das Wort „Mond“ vorgelesen wird. (Dank einer Veranstaltung waren wir zum Glück nicht zu viele Kinder, sonst wäre es vielleicht etwas chaotisch geworden.)

Als Proviant gab es in der Samstagsmorgensgruppe Trauben und Mini-Brezeln. In der Juniorengruppe bekam jeder ein Babybel einen Vollmond und ein Brause-Bonbon Raketenpulver.

Ohne Einfallsreichtum hätten wir es nie auf den Mond geschafft. Hier konnte jeder seinen inneren Ingenieur beschwören und seine eigene Rakete fliegen lassen. Eine Rakete auf den Luftballon malen, einen Strohhalm fest draufkleben, und schauen, wer am weitesten die Schnur entlangfliegen kann.

Fallenlassen – klatsch

Doch eines ist noch wichtiger als auf den Mond zu kommen: Die Astronauten müssen auch wieder sicher und unversehrt zurück auf die Erde kommen. Die Abenteuermaus war schlau genug, um sich dafür ein System auszudenken. Mit Fallschirm und Polsterung haben wir unser Bestes gegeben und in Teams 3 Astronauten-Eier so gut wie möglich geschützt. Beim Fallenlassen haben wir erneut festgestellt, dass Raumfahrt nicht einfach sein kann. Ein Ei hat überlebt.

Mit Zaubersand haben wir schon länger nicht gearbeitet! Er eignet sich super für eine Mondlandschaft.

Aber wir sind ja nur Astronauten, und wir können darauf bauen, dass die Profis bei NASA und ESA mehr davon verstehen. Wir haben hart trainiert, und jetzt ist es soweit. Zum krönenden Abschluss basteln wir unsere eigene Flagge und setzen sie auf unsere Mondlandschaft!

In Gedenken an alle Astronauten-Eier, die für immer verloren, aber niemals vergessen sein werden
Ein kleiner Schritt für mich…
… aber ein großer Schritt für die Menschheit.

Genau wie die Maus hat jeder sein eigenes Logo auf die Fahne gemalt.

Mission erfüllt! Wer dann noch nicht genug hat, hat hier noch die Gelegenheit, sein Wissen zu beweisen – oder es aufzufrischen:

Mondquiz

Wer das Lösungswort zum PDF-Quiz braucht, sollte die folgende Textstelle markieren:

ARMSTRONG (RAUMFAHRT und MONDPHASE sind falsche Fährten)
Ex luna, scienta
Ret

Baoulé – Eine Geschichte aus der Elfenbeinküste

Versionen auf Französisch und auf Baoulé: http://wp.me/p3Ira7-IA#audio

N’Guessan Olivier Kouadio, engagierter Deutschlehrer an der Elfenbeinküste, war am Wochenende zu Gast in unserer Gruppenstunde.
Mehr zum Besuch.

Im Anschluss hat Olivier uns das Märchen von der Königin Abla Pokou aufgenommen, die ein großes Opfer bringen musste, um ihr Volk zu retten.
Tatsächlich basiert die Sage auf historischen Ereignissen und die Königin hat es wirklich gegeben. Mehr dazu auf Wikipedia.

Bereits seit 2014 haben wir eine Verbindung zu Oliviers Deutschclub „Martin Luther“ an der Elfenbeinküste. Durch eine Mail hatte ich damals von seinem Engagement und seiner Begeisterung für die deutsche Sprache und Kultur erfahren und Kontakt mit ihm aufgenommen. Wer mehr über die Anfänge unseres Clubaustauschs erfahren möchte, findet hier auf dem Blog unter der Kategorie „Elfenbeinküste“ auch noch mehr Informationen dazu:

{Besuch von der Elfenbeinküste} Eine besondere Gruppenstunde

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Einen wirklich ganz besonderen Gast hatten wir an diesem Samstag bei uns in der Lese- und Schreibwerkstatt zu Besuch.

N’Guessan Olivier Kouadio, engagierter Deutschlehrer an der Elfenbeinküste, war am Wochenende zu Gast in unserer Gruppenstunde.

Bereits seit 2014 haben wir eine Verbindung zu Oliviers Deutschclub „Martin Luther“ an der Elfenbeinküste. Durch eine Mail hatte ich damals von seinem Engagement und seiner Begeisterung für die deutsche Sprache und Kultur erfahren und Kontakt mit ihm aufgenommen. Wer mehr über die Anfänge unseres Clubaustauschs erfahren möchte, findet hier auf dem Blog unter der Kategorie „Elfenbeinküste“ auch noch mehr Informationen dazu.

Nun hat Olivier ein Stipendium vom Goethe-Institut bekommen, das ihm die Reise nach Deutschland und einen zweiwöchigen Aufenthalt in Berlin ermöglicht hat. Im Anschluss daran ging es für Olivier direkt weiter nach Freiburg wo er zur Zeit an einer Sprachschule hospitiert. Und von dort haben wir ihn nun ein Wochenende zu uns eingeladen.

Für uns alle stellte das persönliche Kennenlernen einen ganz besonderen Moment im Rahmen unserer Partnerschaft statt. Denn es ist natürlich ein großer Unterschied, ob man sich übers Internet schreibt, oder sich tatsächlich persönlich begegnet. Wir alle waren sehr gespannt auf Olivier und er hat uns mit seiner Liebe zur deutschen Sprache richtig mitgerissen.

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Wir alle hörten ihm aufmerksam zu, wenn er davon berichtete, wie der schulische Alltag an der Elfenbeinküste für ihn und seine Schüler aussieht.

Klassen mit über 60 Schülern, Klassenräume die von den Schülern selbst sauber gehalten werden müssen, Schulgeld das sich nicht jeder leisten kann: da staunten unsere Leseratten nicht schlecht. Besonders nachdenklich machte es uns alle, wenn Olivier von Schülern erzählte, die aus den umliegenden Dörfern kamen und zu weit weg wohnten, um den Schulweg täglich meistern zu können. Diese werden von ihren Familien oft in kleinen Wohnungen eingemietet und müssen dort während des Schuljahres dann komplett alleine leben. Und das teilweise schon mit zehn Jahren. „Die Kinder werden früh selbständig“ erzählte Olivier und berichtet von seinem Wunsch, eine Art Jugendherberge für diese Schüler mit der Zeit aufzubauen, in der sie dann nicht alleine wohnen und betreut wären.

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Viele Kinder hatten spontan ein wenig Taschengeld mitgebracht, auch die erwachsenen Gäste hatten Geld dabei und wir sammelten in einer Spendenbox für Oliviers Schüler an der Elfenbeinküste. Das tun wir auch weiterhin. Und sollte jemand von euch helfen wollen, dann schreibt mir doch einfach eine Mail an christine_sinnwell@web.de

Für uns ist dieser Austausch eine sehr besondere Erfahrung. Wir lernen viel über eine andere Kultur kennen und die Elfenbeinküste ist längst nicht mehr nur ein anonymer Punkt auf der Landkarte für uns.

Neben der Amtssprache Französisch gibt es über 60 regionale Dialekte, z. B. Baoulé, das von Olivier gesprochen wird.

Für euch und die Leseratten der Schreibwerkstatt hat Olivier noch eine Sage eingesprochen, in der er uns erzählt, wie es dazu kam, dass das Volk Baoule an der Elfenbeinküste lebte und welch traurigen Ursprung das Wort hat.

In den nächsten Wochen wollen wir mit unseren Leseratten auch Bilder zu der Geschichte malen.

Und auf Dauer überlegen wir schon, wie wir daraus ein kulturübergreifendes Projekt machen. Denn Olivier wird mit seinen Deutschclub-Mitgliedern weiter auf die Suche nach Geschichten und Sagen gehen und diese mit ihnen für uns einsprechen. Ret Samys hatte nun die wunderbare Idee, dass  wir  umgekehrt deutsche Märchen für die afrikanischen Schüler aufnehmen können. Und ich denke, dass das ein ganz herrliches Projekt werden wird. Auch hierfür brauchen wir die Spendengelder, denn wir würden für Oliviers Club gerne einen Beamer und einen Laptop besorgen, damit wir solche Projekte noch besser und direkter vernetzen könnten. Vielleicht begegnen sich unsere Gruppen ja irgendwann per Skype? Und Olivier könnte mit seinen Teilnehmern die Beiträge auf dem Blog gemeinsam anschauen.

Nun aber zu dem Märchen von der Königin Abla Pokou die ein großes Opfer bringen musste, um ihr Volk zu retten. Die erste Version ist auf Deutsch, dann kommt die Französische und dann könnt ihr euch das Märchen auch auf Baoulé anhören.

Tatsächlich basiert die Sage auf historischen Ereignissen und die Königin hat es wirklich gegeben. Mehr dazu hier.

Einen besonders schönen Buchtipp habe ich auch noch von euch. Das Buch habe ich von zwei wundervollen Leseförderinnen bekommen. Christine Kranz und Tina Seibert von der Stiftung Lesen haben es mir geschenkt (ihr habt damit aber so was von den Nagel auf den Kopf getroffen!) und ich empfehle es als Geschenkidee sehr gerne weiter.

Afrika – wie ist es da? heißt es und enthält viele bunte Geschichten aus Afrika. Für kleine Kinder- für größere Kinder: hier findet ihr eine sehr schöne Sammlung an afrikanischen Geschichten. Und manche davon finden sich auf der beiliegenden Hör-CD auch gleich noch vorgelesen vor.

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Und Olivier konnte auch direkt bestätigen, dass der Baobab – der Affenbrotbaum – der im Buch in manchen Geschichten vorkommt, tatsächlich in den Dörfern eine große Bedeutung hat.

Viele Kinder hatten zur Gruppenstunde auch Kekse, Muffins und Knabbereien mitgebracht. Besonders bedanken wir uns bei der syrischen Familie von Osama, die für uns extra syrisches Essen zubereitet haben, was auch Olivier sehr gerührt hat.

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Und so sieht das Geld an der Elfenbeinküste aus:05-DSCN8038

Und unser genialer Quizmaster Ret Samys hat auch wieder ein Quiz über die Elfenbeinküste entworfen. Hier findet ihr es:   cotedivoire  Gar nicht so einfach, sage ich euch. Das Lösungswort ergibt den Namen einer wichtigen Stadt an der Elfenbeinküste.

Zum Schluss ein kleines Sprüchlein aus eigener Feder, das meine Gedanken zu diesem Wochenende zusammenfasst:

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Liebe Grüße

Christine

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{Lindbergh} Von fliegenden Mäusen und Strohhalm-Bruchlandungen zwischen den Buchregalen

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Als ich in der vergangenen Woche mit den Leseratten samstags „Die Reise“ gelesen habe, wusste ich noch gar nicht, wohin mich die Reise in den nächsten Wochen führen würde. Schon beim Vorlesen entstand ja die Idee mit den Kindern in der nächsten Gruppenstunde ein wenig zu forschen und zu experiementieren wie wir uns denn fortbewegen könnten.

Und natürlich sollte auch in dieser Gruppenstunde ein Buch im Mittelpunkt stehen. Mein wunderbar genialer Bibliothekar aus Leidenschaft Ret Samys hatte dann direkt nach „Lindbergh“ gegriffen und so tauchte ich zuhause ab in die wahrlich abenteuerliche Welt der kleinen, erfindungsreichen Maus. Beim Lesen und Betrachten der Zeichnungen war ich vollkommen fasziniert und wusste gleich, dass dies der perfekte Anschluss an „Die Reise“ für uns darstellt.

In „Lindbergh“ steht eine kleine Maus mit einer großen Idee im Mittelpunkt. Nichts geringeres als eine Flugmaschine möchte der kleine Nager bauen um damit nach Amerika zu fliegen. Und so macht sich der belesene Nager ans Erfinden und Experimentieren und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Was das Buch so besonders macht, sind die wirklich außergewöhnlich schönen Zeichnungen von Torben Kuhlmann, der mit diesem Buch seine Abschlussarbeit geschrieben hat und für „Lindbergh“ zahlreiche Auszeichnungen bekommen hat.

Und es vereint gleichzeitig die großen Träume der Menschen in sich: fliegen können, frei sein und natürlich auch der Aufbruch in eine neue Welt.

In den Zeichnungen finden sich so viele Details eingemalt, das Buch ist von der ersten bis zur letzen Seite unendlich liebevoll gemalt. Alleine die Idee, dass die Maus ihre Skizzen mit einem verkohlten Streichholz zeichnet: herrlich!

Und genau so experimentierfreudig wie die kleine Maus waren auch unsere Leseratten. Nachdem ich zu Beginn der Gruppenstunde erzählt habe, wie die Menschen sich anfangs nur zu Fuß fortbewegen konnten und dann immer mehr Erfindungen getätigt hatten, um später Wagen, Schiffe und schließlich Flugzeuge zu nutzen, war die Neugier der Kinder geweckt, als ich erzählte, dass ich heute ein Buch dabei habe, in dem es um eine kleine Maus mit einem großen Entdeckertraum geht.

Was so eine Maus wohl gerne erfinden würde? Das wäre sicherlich auch spannend zu erfahren und würde bestimmt zu der ein oder anderen spannenden Geschichte führen.

Doch wie auch die Maus und später Lindbergh wollten wir im Anschluss an das Buch auch in die Luft gehen. Dazu haben wir verschiedene Experimente vorbereitet. Die Kinder konnten zum Beispiel einen Strohhalm dessen Öffnung vorne verstopft wurde mit einer Pumpe durch den Raum schießen. Wie das funktioniert? Mit Druck natürlich, denn anders als Kuhlmanns Maus hatten wir natürlich keinen Dampfapparat.

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Und was passiert, wenn wir einen aufgefalteten Teebeutel anzünden? Durch den sogenannten Kamineffekt fliegen die Funken hoch in die Luft und wir sehen, dass heiße Luft aufsteigt was zum Beispiel wichtig für Heißluftballons ist.

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Dann ging es ans Bauen von Strohhalmgleitern. Hier konnten die Kinder sich Fluggleiter bauen und überlegen, ob sie eher dicke oder dünne Halme benutzen sollten, ob die Papierstreifen besser schmal oder breiter geschnitten werden damit der Gleiter möglichst weit fliegt.

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Am Ende testeten wir die Fluggeräte natürlich auch um zu sehen, wer an diesem Tag wohl dem Traum vom Fliegen am Nächsten gekommen war. Das Wettfliegen machte allen so großen Spaß, dass wir Runde um Runde ausprobierten.

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Vielleicht bauen wir beim nächsten Mal auch noch Papierflugzeuge und testen diese dann auf ihre Weitflug- und Piouretten-Eigenschaften.

Den Abschluss unserer Gruppenstunde machte dann die Erfinder-App von Pettersson und Findus bei der die Kinder herrlich skurile Erfindungen zum Funktionieren bringen mussten.

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Und dann gibt es doch auch schon das nächste Buch von Kuhlmann „Armstrong“, das es nun bald zu entdecken gibt. Was habe ich dafür schon Ideen im Kopf. Angenfangen von einer Ballonrakete über… ach nein. Pssst! Ich darf doch nicht schon alles verraten.

Doch halt: eines muss ich euch ja noch verraten und das passt natürlich auch noch perfekt zu „Armstrong“ – das Spiel „Reise zum Mond“. Dieses Spiel eignet sich sehr gut um in einer Gruppe gespielt zu werden.

Der Spielleiter gibt den Satz „Ich reise zum Mond und nehme … mit“. Diesen Satz muss jedes Mitglieder der Gruppe nach und nach wiederholen und dabei einsetzen was es zum Mond mitnehmen würde. Aber Halt! So einfach ist das Spiel eben nicht, denn der Spielleiter hat sich eine Bedingung ausgedacht, die erfüllt sein muss damit man mit zum Mond genommen wird und natürlich weiß diese Bedingung zu Anfang nur er selbst.

Zum Beispiel könnte er nur rote Sachen akzeptieren oder nur Worte, die mit S anfangen.

Die Gruppe muss nach und nach dahinter kommen, was das System ist um mitgenommen zu werden. Bei jedem Satz antwortet der Spielleiter entweder mit:

Ja, du darfst mit zum Mond oder eben mit Nein. Du darfst nicht mitfliegen.

Meine Leseratten lieben das Spiel und zerbrechen sich sehr gerne die Köpfe darüber, was bei der jeweiligen Reise zum Mond wohl mitgenommen werden darf.

Und ich reise nun zwar nicht zum Mond, schicke aber meine kleinen Kinder gleich ins Reich der Träume. Davor lesen wir natürlich vor!

Zurück bleibt eine glücklich grinsende Oberleseratte, die den Kopf voller Ideen und das Herz voller Glücksgefühle wegen eines solch wunderbaren Bucheswie „Lindbergh“ hat.

Leselustige Grüße

Christine

 

 

{Die Reise} oder die magische Welt zwischen den Buchdeckeln

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Es gibt Bücher, die ziehen mich beim ersten Durchblättern in ihren Bann. Sofort habe ich dann Ideen im Kopf, was ich mit diesem Buch mit meinen kleinen Leseratten machen möchte. Sehe vor meinem inneren Auge wie ich die Gruppenstunde gestalten möchte.

Ein solch magisches Buch ist für mich „Die Reise“ von Aaron Becker, erschienen im großartigen Gerstenberg Verlag. In der Geschichte, die so ganz ohne Worte auskommt, geht es um ein Mädchen für das niemand Zeit hat. Es langweilt sich und hat zum Glück ein magisches Stück Kreide in der Hand. Mit diesem beginnt die wundersame Reise in eine fremde Welt.

Die Bilder sind so stimmungsvoll und bieten so viel Raum zum entdecken. Ich war von Anfang an verzaubert von der Geschichte. Und diesen Zauber wollte ich natürlich auch bei den Leseratten gleich zu Beginn erwecken. Deshalb habe ich zuhause für jeden ein Stück Zauberkreide vorbereitet. Dazu habe ich Wachsmalstifte hübsch verpackt und jedem Kind vor der Vorleseaktion ein Stück Zauberkreide geschenkt.

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Zudem bekam jedes Kind ein Blatt Papier, das in vier gleichgroße Stücke eingeteilt werden musste. Und ganz wichtig natürlich: für jedes Kind gab es ein Fantasiebonbon. Diese Bonbons lutschen wir immer am Anfang der Gruppenstunde um möglichst viel Fantasie zu bekommen.

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Wir haben das Buch erst in unserer Vorleseecke zu lesen begonnen. An der Stelle an der das Kind dann durch die magische Tür tritt, durften auch unsere Leseratten durch eine magische Tür treten.Im Vorfeld habe ich mit roter Kreide auf einen großen Papierbogen eine rote Tür gemalt und diese auf einer Seite aufgeschnitten, so dass nun auch alle Kinder durch die Tür in die Geschichte eintreten konnten.

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Nun ging es richtig los. Wir hatten ein Bilderbuchkino vorbereitet in dem die Kinder nun Platz nahmen. Wir schauten uns die Bilder an und entdeckten gemeinsam, was dort alles zu sehen war. Besonders spannend wurde es immer dann, wenn die rote Kreide zum Einsatz kam. Denn bevor ich die Bilder dazu zeigte, ließ ich die Kinder überlegen, was das Mädchen wohl für eine Lösung finden würde.

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Die Zauberkreiden kamen zum Einsatz und die Kinder entwickelten unglaubliche Ideen, wie es weitergehen könnte. Wir verglichen die Zeichnungen miteinander und waren verblüfft, wie viele herrliche Ideen da zustande kamen.

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An dem Steg überlegen die Kinder beispielsweise ob die Brücke einfach weitergehen könnte.

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Am Wasserfall wurde gegrübelt, ob sie sich vielleicht eine Rutsche malt um hinunter zu rutschen oder eher ein Flugzeug malt. Oder vielleicht eine Wolke, auf der das Boot weiterfahren/fliegen könnte?

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Und wie sollte das Mädchen aus dem Käfig entkommen? Würde der Vogel helfen? Malt sie sich einen Schlüssel für das Schloß und einen Sattel für auf dem Vogel zu reiten?

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Oder am Ende: was würde mit den Reifen geschehen? Würde damit der Vogel dressiert werden oder würden die Kinder zusammen Hulahoop tanzen? Oder sind es die Räder von einem Eisauto?

Ach, was war das spannend. Und wir waren allesamt verzaubert, von dem Buch, von der vielen Fantasie die im Raum lag. Von den magischen Ideen, die die Kinder hatten. „Ach, wie schade, dass es keine echte Zauberkreide gibt.“ wurde da geseufzt.

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Und im Anschluss durften die Kinder dann selbst zu Weltenerfindern werden. Denn die Aufgabe lautete hier, wie ihre Welt aussehen würde, wenn sie ein Stück Zauberkreide hätten.

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In der nächsten Woche werden wir die Geschichte noch einmal zum Anlass nehmen um dann als Forscher unterwegs zu sein. Denn wir wollen experimentieren. Da es in dem Buch ja immer wieder andere Fortbewegungsmöglichkeiten gibt, werden wir verschiedene Experimente aufbauen mit dem Ziel, herauszufinden wie man sich fortbewegen kann.

Da wird es Ballonraketen geben, Fallschirmspringer, Papierflieger und Korkflosse und dabei werden wir erforschen, wie die einzelnen Fortbewegungsmöglichkeiten funktionieren. Doch davon im nächsten Beitrag mehr. Und dann verrate ich euch auch noch ein schönes Gruppenspiel passend zum Thema „Die Reise zum Mond“.

Neben der Lese- und Schreibwerkstatt setze ich das Buch übrigens auch sehr gerne bei den „Lesestart für Flüchtlingskinder“-Seminaren ein, die ich für die Stiftung Lesen gebe. Bei diesen Seminaren geht es darum, engagierten Menschen zu zeigen, wie sie mit Büchern mit Kindern arbeiten können die nicht oder kaum die deutsche Sprache kennen.

Und gerade dieses wortlose Buch funktioniert so fantastisch um es auch ohne gemeinsame Sprache zu entdecken.

Ach, was soll ich sagen: ich liebe liebe liebe dieses Buch!

Liebe Grüße

Christine

 

2 Monate in der Elfenbeinküste

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Marie mit Olivier, dem Leiter des Deutschclubs, mit dem wir eine Partnerschaft haben

Seit einiger Zeit haben wir mit einem Partnerclub in der Elfenbeinküste Kontakt. Aus unserem Team hat Marie ein zweimonatiges Praktikum in der größten Stadt in der Elfenbeinküste, Abidjan, am Goethe-Institut gemacht. Das Leben dort ist ziemlich unterschiedlich zum Leben in Deutschland, deswegen erzählt sie uns ein wenig davon:

Meine Eindrücke aus der Côte d’Ivoire

Mein Flug von Paris nach Abidjan hat ein bisschen mehr als 6 Stunden gedauert. Neben

mir saß eine nette, aber völlig übermüdete Ivorerin, die vor mehr als 20 Jahren ausgewandert ist, um in den Staaten erst zu studieren und anschließend dort zu leben und zu arbeiten.

Man sollte wissen, dass es keine Direktflüge von den USA nach Abidjan gibt und alle über Europa fliegen müssen. Sie hatte eine Reise von fast einem Tag hinter sich. Sie war sehr offen und nett – eine Eigenschaft, die für ihr Land und ihre Kultur repräsentativ ist.

Als das Flugzeug schließlich landet, gibt sie mir ihre ivorische Handynummer. Ich fand das zwar nett, aber auch ein bisschen merkwürdig, da ich sie kaum kannte. Jetzt weiß ich, dass es hier ganz normal ist. Die Menschen hier gehen sehr offen mit ihren Handynummern um und erwarten das selbe von mir. So sehr ich mich der Lebensweise hier anpassen möchte, ist meine (mittlerweile ivorische) Handynummer etwas, das ich nur sehr selten herausgebe.
Die Menschen rufen hier für alles Mögliche mal eben an, sei es nur für ein ‚Coucou‘ (umgangssprachlich für Hallo) oder weil sie dich länger nicht gesehen haben. Die vielleicht nett gemeinten Gesten werden ganz schnell zum Albtraum, wenn dich die Personen mehrmals am Tag und vor allem zu unsäglichen Zeiten anrufen.
Ein weitaus wichtiger Grund, warum ich meine Nummer nur selten herausgebe, ist, dass die meisten, die mich fragen Männer sind und mich auf der Straße angehalten haben, um nach der Nummer zu fragen.

Warum mich hier so viele fragen? Weil ich weiß bin. Viele denken, nur weil meine Haut heller ist, habe ich Geld oder finden mich deswegen attraktiver. Im Laden sucht man vergeblich Selbstbräuner, stattdessen findet man Crèmes, die den Teint bleichen sollen. Ich falle hier selbst im größten Gewusel der Stadt auf. Daran muss ich mich immer noch gewöhnen.

IMG-20150422-WA0000Das sind alles Dinge, die jeder anders aufnimmt. Was mich am meisten hier wurmt, ist, dass ich anders behandelt werde, nur weil ich eine andere Hautfarbe habe. Ich sehe dazu keinen Grund und achte stets darauf, den Leuten den selben Respekt zuzuweisen, wie sie mir und lasse es nicht zu, dass ich eine Sonderbehandlung bekomme, auch wenn es nicht immer in meiner Macht steht.

All diese Sachen sind mir z.T. bewusst aber auch z.T. unbewusst aufgefallen, noch bevor ich aus dem Flughafen gegangen bin. Einmal aus dem Flughafen, empfängt mich ein Temperaturunterschied von fast 25 Grad, ich bin erst einmal heilfroh, dass mich meine Chefin und ein Fahrer aus dem Goethe-Institut abgeholt haben. Der Fahrer verstaut meine Sachen und fährt mich zu meiner Wohnung, wobei er kleine Umwege fährt, um mir die Stadt bei Nacht zu zeigen.

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Ich bin dankbar für den Fahrtwind, der mir durch das offene Fenster entgegendröhnt. Abidjan liegt direkt am Meer, somit ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, was die gefühlte Temperatur höher erscheinen lässt, als sie tatsächlich ist. Dennoch sind über 30 Grad Durchschnittstemperatur nicht ohne. Während wir so dahinfahren, fällt mir der Verkehr auf.
Ich sehe Autos die so zerdellt sind, dass es so aussieht, als seien sie schon verschrottet geworden und notdürftig mit Klebeband wieder zusamengeflickt.
Es gibt kaum Straßenmarkierungen, keiner hält sich an irgendwelche Regeln, die man in Deutschland so präzise befolgt, alles sieht einfach anders aus. Für mich ist das ein ganz neuer Anblick, da ich Europa vorher noch nie verlassen habe.

Zum Glück weiß der Fahrer besser als ich, wo ich wohnen soll, denn Straßennamen oder gar Hausnummern gibt es hier äußerst selten. Als wir vor dem Hausblock stehen, kommt uns einer der beiden Wächter entgegen, die Tag und Nacht am Eingang wache stehen. Das hat hier jeder Hausblock mit annähernd europäischen Standart. Er und der Fahrer helfen mir mit meinen Koffern in den 3. Stock zu kommen. Ich sperre meine Wohnungstür auf und finde eine weitaus bessere Wohnung vor wie erhofft.
Allerdings zahle ich auch einen stolzen Preis für sie.
Das Goethe-Institut liegt äußerst zentral, somit sind die Wohnungen teuer, wenn man in der Nähe wohnen möchte. Seit die afrikanische Zenralbank (mit ihren 1500 europäischen Mitarbeitern) wieder im Land ist, steigen die Wohnungspreise enorm an. Sie konkurrieren problemlos mit den Mietpreisen der größten deutschen Städte.

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Bilder der Wohnung – Klick für größere Bilder.
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Die Klimanalage – mein Lebensretter!

Obwohl meine Wohnung einige Macken vorweist – Wasser, das aus dem Wasserhahn ins Waschbecken und von dort aus direkt auf den Boden fließt, anstatt in das dafür vorgesehene Rohr oder der einzige Schrank, der nicht nutzbar ist, weil sich Holzwürmer eingenistet haben, um nur ein paar zu nennen – bin ich doch sehr zufrieden mit meiner ersten eigenen Wohnung. Ich wohne besser als der Großteil der Bevölkerung und ich sehe keinen Grund meine Lebensqualität dadurch eingeschränkt zu sehen.

IMG-20150501-WA0002Ich habe das große Glück eine andere Praktikantin des Instituts als Nachbarin zu haben. Gerade in den ersten Tagen war das sehr hilfreich. Sie zeigte mir die Gegend, in der wir wohnten und so wusste ich schnell wo der nächste Supermarkt und der nächste Obst- und Gemüsemarkt waren. Sie machte mich auf viele Sachen aufmerksam und erklärte mir viele Sachen.
Z.B. wie man hier Taxi fährt. Ganz im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den meisten Taxis kein Taxameter und falls doch wird es nie benutzt. Stattdessen erklärt man dem Taxifahrer ungefähr wo man hinmöchte (man orientiert sich an großen Gebäuden, Werbeschildern, Kirchen oder Schulen, da die meisten Straßen keine Namen haben) und verhandelt, bevor man einsteigt, mit dem Taxifahrer um den Preis.

So fuhren wir dann auch ins Goethe-Institut mit dem Taxi. Von Außen ist das Institut leicht anhand des Schriftzuges und der typischen grünen Farbe zu erkennen. Auch hier gibt es Wächter, die Tag und Nacht auf das Institut aufpassen.

Ich werde zu meiner Chefin gebracht uns sie begrüßt mich nett und offen. Sie zeigt mir das Institut und alle, die dafür arbeiten. Sie beschreibt das Institut als kleine Oase und ich muss ihr zustimmen.

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Arbeitsplatz am Goethe-Institut

In der Mitte gibt es einen kleinen bepflanzten Innenhof und auch rundherum hibt es hier und da immer wieder Pflanzen und sogar ein paar Palmen. Mir wird mein Arbeitsplatz gezeigt und erklärt was ich in den nächsten 2 Monaten machem werde. Die Sprachabteilung des Goethe-Instituts ist für die Sprachkurse im Institut, aber auch für die Deutschlehrer und Schüler in der Côte d’Ivoire, Mali, Burkina Faso und Guinea zuständig. Es gibt aber auch eine Außenstelle, die für die anderen Länder vor Ort der Ansprechpartner ist.

Die Côte d’Ivoire ist mit 250 000 Deutsch lernenden Schülern das Land im frankophonen Afrika, in dem am meisten Schüler Deutsch lernen. Das Institut unterstützt die Deutschlehrer mittels Buchspenden von Lehrwerken, Fortbildungen und Expertise. Die Arbeit ist nicht leicht, da niemand so genau weiß wieviele Deutschlehrer es genau gibt. Das Goethe Institut hat vor einem Jahr begonnen eine eigene Liste von den Namen und Kontaktdaten von jedem Lehrer zu erstellen mit dem in Kontakt waren. Mittlerweile sind es über 1000 und fast täglich kommen neue dazu.

Gerade zum Ende des Schuljahres kommen viele Lehrer vorbei und bitten um kleine Präsente und Bücher, um die besten Schüler auf ihren in der Schule organisierten Deutschtagen honorieren zu können oder sie laden uns zu ihren Deutschtagen ein. Vielen davon müssen wir absagen, weil es einfach zu schwer ist die Orte zu erreichen, weil die Straßen dorthin zu schlecht sind, als dass man sie unter einer Tagesreise erreichen könnte. Dennoch haben wir einer Handvoll zugesagt.

Eine weitere Aufgabe momentan ist den Aufenthalt von mehreren Deutschlehrern und Schülern in Deutschland zu organisieren. Das Institut bietet jedes Jahr Stipendien an, die es Deutschlehrern ermöglicht, in Deutschland Fortbildungsseminare zu machen und den Schülern in Deutschland einen Sprachkurs zu machen. Den Aufenthalt zu organisieren nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, da man jedem für jedes Formular hinterhertelefonieren, Flüge buchen, Termine für die Visumsbeantragung und Vorbereitungstreffen organisieren muss. Hier läuft alles in einem ganz anderem Tempo ab.

Momentan läuft alles aber noch chaotischer ab als sonst, denn überall wird gestreikt. Als ich hier ankam, streikten die Studenten an der Uni, weil sie nicht genügend Material haben. Dann lief die Uni für ein paar Tage, bis die Dozenten einen unbefristeten Streik ankündigten, weil vor Jahren versprochene Zusatzzahlungen noch immer nicht in Kraft getreten sind. Der dauert mittlerweile schon 3 Wochen. Immer wieder streiken dann auch die Lehrer an den Schulen. Warum?

  1. Als das Militär streikte und mit Panzern die ganzen Straßen blockierten, hatten sie ihre Forderungen innerhalb von 2 Tagen durch.
  2. Im Moment ist Wahlkampf und die Politiker versuchen, kurz vor der Wahl noch Stimmen für sich zu sammeln.
    Und
  3. streiken sie, weil ihr Gehalt auf Grund früherer Streiks gekürzt wurden. Ein nicht enden wollender Teufelskreis.

Die Leidtragenden sind die Schüler und Studenten.

Dieser Text ist als Vorlage zu einem Zeitungsartikel in der Saarbrücker Zeitung entstanden.

Rettet die Weihnachtskarten!

weihnachtskarte

Weihnachtliche Grüße versenden und dabei unser Afrika-Projekt unterstützen

Weihnachtliche Grüße per Post zu senden wird seltener. Die neuen Medien verdrängen die handgeschriebenen Weihnachtsgrüße oftmals. Viele Menschen senden ihre Weihnachtsgrüße heute per Mail oder What´s App. Die kleinen Leseratten der Lese- und Schreibwerkstatt finden das eigentlich schade, denn freut man sich nicht ganz besonders, wenn man den Briefkasten öffnet und darin Weihnachtspost findet?

rettet die weihnachtskarten

Den liebevollen Brauch Weihnachtskarten ganz klassisch zu versenden möchten die Leseratten deshalb in diesem Jahr wieder aufleben lassen. Dafür haben wir zwei weihnachtliche Kartenmotive entworfen und diese einmal als Postkarte mit abziehbarem Aufkleber sowie als klassische Weihnachtskarte zum Aufklappen gestaltet.

Für 1 € pro Karte kann man diese in der Lese- und Schreibwerkstatt, in der Bücherecke Nalbach bei Margarete Fell, in Eppelborn bei Juchems Naschwerk sowie in Diefflen im Drachenwinkel erwerben.  Aber auch über unseren Blog kann man Karten kaufen. Dazu einfach eine Mail an info@lese-schreib-werkstatt.de schreiben.

Weihnachtskarte

Der Erlös der Aktion „Rettet die Weihnachtskarten“ geht in die Portokasse unseres Afrika-Projektes. Seit Anfang des Jahres hat unser Leseclub einen Partnerclub an der Elfenbeinküste. Dort lernen afrikanische Schüler in ihrer Freizeit Deutsch in einem Deutschclub. Im Rahmen dieser Clubfreundschaft haben die Kinder der Lese- und Schreibwerkstatt in den vergangenen Wochen Stifte, Spielsachen, Schulsachen und mehr gesammelt um diese ihren Freunden an der Elfenbeinküste zu senden. Da das Porto sehr hoch ist, erhofft sich die Lese- und Schreibwerkstatt mit der Kartenaktion einen Teil der Kosten abzudecken.

Wir wollen in diesem Jahr mit der Aktion „Rettet die Weihnachtskarte“ doppelt Gutes tun. Zum einen hoffen wir, dass wir manches Lächeln bei den Empfängern der Weihnachtsgrüße auslösen können, zum anderen möchten wir aber auch möglichst alle Sachspenden nach Afrika senden können.

Liebe Grüße

Christine

 

Unser kleines Vorweihnachtswunder – Hilfe für die Elfenbeinküste

Mein persönliches kleines Weihnachtswunder findet momentan jeden Tag Stück für Stück statt…

Vor einigen Tagen/Wochen habe ich bei fb und in unserem Gemeindeblatt eine Bitte geäußert: Stifte, Schokolade, Seife, Schulsachen und manches mehr wollte ich für unsere Leseclubfreunde an der Elfenbeinküste sammeln.
Mehr über das Projekt findet ihr auf dem Blog, wenn ihr Elfenbeinküste in unser Suchfeld eingebt.
Niemals hätte ich damit gerechnet, dass so viele Menschen dieser Bitte nachkommen würden und eine solche Welle der Hilfsbereitschaft losgetreten wird.
Wir bekommen von so vielen Menschen Tüten und Kisten mit so vielem von dem, was wir für Olivier Kouadio und seine Schützlinge brauchen. Ich bin so gerührt! Menschen, die mich gar nicht kennen, schicken mir Pakete zu und als ich erzählt habe, dass wir auch Hilfe beim Porto brauchen (und das brauchen wir in der Tat dringend, denn wir werden fast 1000 € brauchen um all die gespendeten Dinge nach Afrika zu senden) haben nun auch Leute angefangen für unsere Portokasse zu spenden. Ein Dank geht an dieser Stelle auch schon einmal an Dirk Boudier und seine Komturei.
Deshalb auf diesem Weg: ein tiefes, von Herzen kommendes DANKESCHÖN!
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Auf dem Bild seht ihr, wie in unseren Gruppenstunden momentan Woche für Woche Spenden eingehen.

Ihr sorgt dafür, dass mein Herz voll ist von weihnachtlichen Gefühlen und ich glaube seit ich ein Kind war, habe ich den Geist der Weihnacht nie stärker gespürt, wie in diesem Jahr!

Da uns das Zusammensuchen des Portos sehr beschäftigt, kann ich euch an dieser Stelle schon einmal verraten, dass wir ein ganz besonderes Projekt ins Leben gerufen haben. „Rettet die Weihnachtskarte“ heißt es und wir hoffen, dass wir damit einen guten Teil des Portos stemmen können. Doch dazu bald mehr!

Hier seht ihr schon mal wie fleißig meine Jugendgruppe am Vorbereiten der Aktion ist:

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Eine wunderbare vorweihnachtliche Zeit!

Christine