Archiv der Kategorie: Forschen und entdecken

{Weihnachten mit allen Sinnen} Sehen & Tasten

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Zur Weihnachtszeit planen wir oft außergewöhnliche Themenwochen. Dieses Jahr wollen wir Weihnachten mit allen Sinnen erleben. Diese Woche starten wir mit der Schulleiterin Claudia Theobald der Louis-Braille-Schule in Lebach, wo (unter anderem) Blinde Lesen, Schreiben, Rechnen und alles Andere lernen.
In der folgenden Woche geht es um den Hörsinn – und wie man die Gebärdensprache spricht.

Wir unterstützen die Louis-Braille-Schule mit 500 €.

Inhalt:

Das schwarze Buch der Farben

Das schwarze Buch der Farben – lesen und fühlen.

Unsere außergewöhnliche Stunde startet mit einem außergewöhnlichem Buch. Das schwarze Buch der Farben ist… schwarz. Ein bisschen weißen Text gibt es, aber sonst ist das Buch völlig schwarz. Denn es gibt Menschen auf der Welt, die nichts oder nur sehr wenig sehen – und ihr Leben ganz normal leben. Aber weil die meisten anderen Menschen mit Farben arbeiten, stellt sich die Frage: Wie kann man sich Farben vorstellen, ohne dass man den Sehsinn benutzt?

Schwarze Bilder im schwarzen Buch der Farben

In dem Buch geht es um Thomas, der sich die Farben vorstellt, ohne sie sehen zu können. Mit dem, was er fühlen kann. Mit dem, was er riechen und schmecken kann. Mit dem, was er hören kann. Und das Buch zeigt das ganz gut: Die Bilder sind schwarz-glänzend, zum Nachfühlen und zum Anschauen. Und wenn man ganz genau nachfühlt oder genau hinschaut, findet man auf den Seiten auch kleine Punkte. Diese Punkte, lernen wir später, sind Teil der Braille-Schrift, die Blinde lesen können.

Farben umschreiben

Als Übung gleich am Anfang haben sich die Kinder selbst überlegt, wie sie sich die Farben vorstellen würden. Hier zwei Beispiele:

Wie kann man verschiedene Farben beschreiben, ohne den Sehsinn zu benutzen?

Die Farbe Rot riecht wie eine Rose, schmeckt wie ein Erdbeereis, hört sich an wie Herzpochen und fühlt sich an wie Liebe.

– Jolie
Rund? Orange? Glänzend? Macht mal die Augen zu, wie kann man die Orange noch beschreiben?

Gelb riecht wie Zitrone, schmeckt wie ein Banane, hört sich an wie ein Zitronenfalter und fühlt sich an wie die Sonne.

– Kira

Wir lernen Braille

Schulleiterin Theobald erklärt Bürgermeister Peter Lenehrt die Bogenmaschine.

Braille wurde 1829 veröffentlicht und wird heute weltweit (mit Abwandlungen für verschiedene Schriftsysteme) verwendet. Wir durften selbst an die Schreibmaschine und konnten sehen, wie man damit schreibt.

Mit der Punktschriftmaschine schreiben wir unsere Namen in Blindenschrift.

Dann ging es an die Übung! Jeder sollte wenigstens seinen Namen in Braille schreiben können. Ein Buchstabe nach dem anderen… und schon fertig.

Auch der Bürgermeister lernt die Punktschrift kennen.

Bei der „Punktschriftmaschine“ wurde es interessant. Auf einer Schreibmaschinen- oder Computertastatur findet man alle Buchstaben nebeneinander aufgereiht, aber hier findet man nur neun Tasten:

  • Eine Taste für jeden der 6 möglichen Punkte
  • Eine Leertaste in der Mitte
  • Eine Eingabetaste ganz links
  • Eine Rücktaste ganz rechts
  • Zusätzlich: Wagenrücklauf, für den Zeilenumbruch
Wir lernen, wie man mit einer Punktschriftmaschine schreibt.

Ihr möchtet auch Braille lernen? Hier ist eine Tabelle zur Einführung. Versucht doch mal, euren Namen zu schreiben!

Buchstabe Braille Buchstabe Braille
a n
b o
c p
d q
e r
f s
g t
h u
i v
j w
k x
l y
m z
Gar nicht so einfach – stellt auch der Bürgermeister fest.

Weihnachtskarten für die Sinne

An dieser Stelle hätten wir euch gerne unseren tolle Weihnachtskarten gezeigt, aber wir waren so begeistert vom Thema, dass wir einfach nicht weggekommen sind. Unser Plan war eigentlich, ein weihnachtliches Fühlerlebnis, ähnlich wie im Buch, auf Weihnachtskarten zu bringen. Dazu hätten wir Muster auf die Fotokartonkarten geprägt.

Karten für Sehende und Seheingeschränkte basteln? Mit einer Prägemaschine lassen sich fühlbare Muster in Papier eindrücken.

Auch ohne Prägemaschine und Prägemuster besteht die Möglichkeit, selbstgestaltete Muster zu prägen. Als Untergrund nimmt man sich eine mittelweiche Oberfläche, wie Umzugskarton oder Gummimatten. Darauf legt man das Papier oder den Fotokarton. Es gibt zwei Optionen:

  • Drückt Stellen gezielt ein. Dazu können z. B. Buchstaben aus Papier herausgeschnitten werden und durch das Loch im Papier „malt“/drückt man mit einem stumpfen Stift oder dem Ende eines Pinsels. Tipp: Masking-Tape zum Befestigen des Papiers an die zu prägende Unterlage.
  • Dünne, aber feste Objekte auf die Karte legen, z. B. Halsketten, dünne Holzteile, festere Schnur. Anschließend eine Platte darüber legen. Schließlich mit einem Nudelholz über die Platte walzen.

Wer für Seheingeschränkte Karten prägen will, sollte auf klar definierte Linien und eindeutige Muster achten, zu viele Details lassen sich schwerer ertasten.

Ein Beispiel für die Prägekarten, mit Schneeflocken als ertastbares Muster

Interview mit Frau Theobald

Wir waren alle total neugierig und hatten viele Fragen. Frau Theobald der Louis-Braille-Schule Lebach hat unsere Fragen unermüdlich beantwortet – einmal nach dem Buch und einmal am Ende der Gruppenstunden.

Bürgermeister Peter Lehnert hört sich interessiert das Interview an.

Teil 1

Lese- und Schreibwerkstatt: Wie sind der denn auf die Idee gekommen, [Braille-Schrift] zu produzieren?
Frau Theobald: Der Louis Braille? Der hat als Kind gesehen und hat sich dann in der Werkstatt seiner Eltern am Auge verletzt. Das hat sich entzündet und dann wurde er auf beiden Augen blind. Aber er wollte immer Lesen lernen, er hat sich immer gedacht, das ist so toll und ich will nicht immer vorgelesen bekommen, sondern will selbst lesen lernen. Da war er auch in Frankreich auf besonderen Schulen, auch in Paris, und dann hat er herausgefunden, dass zu der Zeit die Soldaten sich oft Nachrichten geschickt haben, die man ertasten musste, so wie man das auch mit dem Morsen macht. Daraus hat er dann experimentiert und hat herausgefunden, dass man damit alle Buchstaben darstellen kann. So hat er die Schrift erfunden.
LSW: Ist das wahr?
Fr. Theobald: Das ist wahr. Das ist wirklich so passiert.

LSW: Aber in der Schule gibt es ja Tafeln, und wenn man da was malt, dann sehen die das nicht.
Fr. Theobald: Genau, deswegen haben wir zwar auch Tafeln in der Schule, aber die benutzen wir für den Unterricht mit den Blinden gar nicht. Die bekommen von uns dann wirklich Papier, wie ihr es in dem Buch gesehen habt, wo alles draufsteht. Und es gibt auch […] so wie in dem Buch, wo man die Erdbeeren fühlen kann, gibt’s bei uns auch besonderes Papier, dass man Bilder und Zeichnungen fühlen kann. Da brauchen wir das nicht auf die Tafel zu malen, sondern haben das immer auf Papier auf dem Tisch.

LSW: Habt ihr eigentlich auch die gleichen Fächer wie wir in der Schule?
Fr. Theobald: Ja.
LSW: Und wie macht ihr denn da Mathe?
Fr. Theobald: Mathe ist ganz, ganz kompliziert. Aber das normale Rechnen, was ihr kennt, 3+4 oder 7×8, das kann man auch mit dieser Braille-Schrift schreiben. Aber dann gibt es, wenn man anfangen muss zu zeichnen, wenn man Quadrate, Rechtecke und Kreise zeichnet, da gibt es ganz besondere Folien. Da wird das nicht draufgemalt, mit dem Stift, sondern reingedrückt mit einer Nadel, sodass man auch den Kreis fühlen kann.

LSW: Wie macht ihr denn dann Sport?
Fr. Theobald: Wir haben für Sport eine ganz besondere Halle. Der Boden fühlt sich unter den Füßen unterschiedlich an, sodass die Kinder, wenn sie rennen, merken wann jetzt gleich die Wand kommt. Die Wände sind auch gepolstert und es gibt z. B. Bälle, die haben in der Mitte ein Glöckchen. wenn ich dir einen Ball zuwerfe, siehst du ihn kommen und siehst ihn fangen und wenn ich so ein Glöckchenball einen Blinden zuwerfe, dann hört er ihn kommen und kann ihn fangen. Die lernen also, einen Ball nach Gehör zu fangen und zu werfen.

LSW: Wie macht ihr denn Arbeitsblätter?
Fr. Theobald: Die Kinder machen die Arbeitsblätter selbst, auf der Maschine. Das zeige ich euch gleich, wie das geht, und das dürft ihr dann auch gerne ausprobieren. Und wir Lehrer haben einen Computer und einen ganz besonderen Drucker, der uns das dann in Punktschrift ausdruckt.

LSW: Wie schreibt man eigentlich Zahlen?
Fr. Theobald: Die Zahlen sind die Buchtaben von A bis J und da ist ein besonderes Zeichen vornedran, dass man weiß, wenn dieses Zeichen kommt, dann ist das jetzt kein A, sondern die 1.

LSW: Warum schreibt ihr dann nicht mit den Löchern in unserer Schrift? Wenn die das dann fühlen, merken die das doch auch?
Fr. Theobald: Das ist ganz, ganz, ganz schwierig, weil es ja immer Buchstaben gibt- Erstens schreiben wir ja mit großen Buchstaben und mit kleinen Buchstaben, sodass wir ja nicht 26, sondern 52 Buchstaben lernen müssten. Und dann fühlt man den Unterschied zwischen einem kleinem A und einem kleinen O nicht so schnell und nicht so deutlich. Das ist sich sehr ähnlich. Oder ein kleines B und ein kleines D, die sind sich sehr ähnlich und das kann man ganz schwierig fühlen. Deshalb.

LSW: Habt ihr Schreibschrift?
Fr. Theobald: Nein. 🙂 Es gibt nur die Maschinenschrift, die schreiben auch nicht von Hand.

LSW: Habt ihr Groß- und Kleinschreibung?
Fr. Theobald: Die Kinder lernen am Anfang Groß- und Kleinschreibung, um zu lernen, dass man Namenwörter groß schreibt, ja, da gibt es ein bestimmtes Zeichen für, aber das nimmt ganz viel Platz weg, sodass sie mit der Zeit anfangen nur noch klein zu schreiben.

Christine: Wie lange dauert es denn, bis sie für Buchstaben alles soweit können?
Fr. Theobald: Zwei, zweieinhalb Schuljahre dauert es schon. Deshalb gehen die Kinder auch nicht 4 Jahre bei uns in die Grundschule, sondern 5. […]

Christine: Und wie groß sind die Klassen so?
Fr. Theobald: Bei uns die kleinste Klasse, das sind nur 5 Kinder und in der großen Klassen sind 8 Kinder. Aber auch nicht nur Bilnde immer zusammen, sondern das Blinde und Kinder, die schwierig sehen, größere Schrift brauchen oder ganz besondere andere Geräte brauchen.

„Ich schenk dir eine Geschichte“ als Großdruck

Christine: Und die kommen ja aus dem ganzen Saarland. Das ist wirklich im Saarland die einzige Schule dieser Art, die dann in Lebach ist. Das heißt, für manche ist der Schulweg mit Sicherheit auch ein langer immer, oder?
Fr. Theobald: Ja, wir haben Kinder, die sind eine ganze Stunde mit dem Bus… Also, wir haben Schulbusse, die die Kinder abholen gehen und wieder nach Hause bringen, aber manche sind schon bis zu einer Stunde, morgens und mittags wieder, mit dem Bus unterwegs. Dafür bleiben die Kinder auch ganz lange, wir haben nämlich von 8 bis 15 Uhr für alle Schüler Unterricht.

LSW: Wenn die dann mit dem Bus fahren, wie können die dann z. B. die Treppen hochgehen?
Fr. Theobald: Die blinden Kinder haben einen sogenannten Blindenstock. Das ist wie ein verlängerter Arm, die haben einen Stock in der Hand, den sie vor sich hin- und herbewegen, über den Boden. Und damit spüren sie dann in der Hand und dem Arm, was jetzt kommt. Und dann spüren sie auch, wann eine Treppenstufe kommt, wann sie jetzt das Bein hochmachen müssen, weil die Stufe kommt.

Christine: Wer war denn schonmal am Bahnhof, was gibt es denn da?
Max: Da gibt es immer so Rillen am Bahnsteig und wenn da Rillen kommen, da gibt ein Knubbel am Blindenstock, der dreht sich und da sind so Fugen und Hubbel. Wenn da Hubbel kommen, weiß er, er muss stehen bleiben. Und wenn da Striche kommen, macht er den Stab da rein und geht die Striche entlang. Aber wenn da mal keine Striche sind und da einfach der Abgrund ist, ist der Stab auch ganz wichtig, der Stab sinkt da ja ein. […] Und, das ist bei uns an der Schule auch so, da sind diese weißen Streifen für Blinde, dass auch Blinde, die Erwachsene sind, auch da gehen können. Und wenn man dann keinen Stock hat bei einem Bahnhof und da weitergehen würde, dann würde man bei die Schienen fallen und das wäre sehr gefährlich.
Christine: Das hast du sehr gut erklärt. Die Bushaltestellen werden gerade alle so erneuert. Wo merkt ihr es denn gerade im Straßenverkehr noch, dass es für Blinde auch eine Besonderheit gibt?
LSW: Bei der Ampel. Oder am Zebrastreifen.
Christine: Und viele Ampeln haben ja auch dieses Geräusch.

LSW: Es gibt ja auch Blindenhunde. Wie können die denn den Blinden das zeigen?
Fr. Theobald: Die bleiben dann einfach stehen. Der Hund, der sieht den Weg, der sicher ist und geht den Weg, der sicher ist. Der Mensch hat den ja ganz knapp an der Hand. Und wenn irgendwas gefährlich wird, bleibt der Hund einfach stehen und wenn der Hund stehen bleibt, heißt das für den Menschen, der mit dem Hund läuft auch, bleib jetzt stehen, es wird gefährlich.

Christine: Wisst ihr, was ihr zu Hause machen könnt? Fragt mal eure Eltern, ob ihr an den Arzneimittelschrank dürft und holt euch mal eine Arzneimittelverpackung. Und da werdet ihr irgendwo auch diese kleinen Pünktchen spüren.
LSW: Kann ein Blinder eigentlich auch Fahrrad fahren?
Fr. Theobald: Ja. Geht auch. Ist zwar selten, gibt’s aber auch.

LSW: Welche Abschlüsse kann man den machen?
Fr. Theobald: […] Bei uns direkt an der Schule nur den Hauptschulabschluss.
LSW: Und dann?
Fr. Theobald: Wenn die Kinder dann in die anderen Schulen möchten… Also, das gibt es ja auch, wir betreuen Kinder in normalen Schulen, dann müssen sie entweder nach Neuwied oder Ilvesheim für die mittlere Reife oder nach Marburg fürs Abitur. Die sind dann im Internat.
LSW: Haben schon welche gemacht?
Fr. Theobald: Ja.

LSW: Wie unterscheidet ein Blinder Euros und Cents?
Fr. Theobald: Alle Münzen haben am Rand unterschiedliche Rillen. Beim Euro ist es z. B so, da sind ganz viele feine Rillen drin, durchgehend. […] Beim 20-Cent-Stück sind tiefere Einkerbungen und sonst ist es glatt, beim 2-Euro-Stück ist immer ein Stückchen glatt, ein Stückchen gerillt, ein Stückchen glatt… Und daran fühlen die das.
LSW: Und wie unterscheiden die Scheine?
Fr. Theobald: Da ist mit Blindenschrift drauf, da ist die Zahl. (Kein Braille, nur versch. Muster – Reliefschrift, Rippelungen – A.d.R.) Und an der Größe des Scheins, die sind unterschiedlich groß. […] Es gibt auch Geräte, so kleine Kästchen, da kann man das Stück reinschieben und wenn’s passt, sehen sie’s.

LSW: Wie gehen die einkaufen?
Fr. Theobald: Wie wir auch. Da gibt es auch ganz bestimmte Geräte. Wenn man im Lebensmittelmarkt kaufen möchte und keine Blindenschrift drauf ist, gibt es für Erwachsene Vorlesegeräte zu kaufen. Das ist so ein kleines elektronisches Gerät, das kann der blinde Mensch vor die Konservendose halte und das liest dann vor, was da draufsteht.

LSW: Kann man das Buch da als Blinder gut lesen? Ist es gut produziert?
Fr. Theobald: Ja. Das geht schon. Ja.
LSW: Und auch die Bilder?
Fr. Theobald: Die Bilder… Eigentlich ist da für blinde Menschen zu viel Information drauf. Man macht da meistens nur die Umrisse. Das Innere der Erdbeere, hier, zu ertasten ist schon zu schwierig. […] Das Wichtige, das Ausschlaggebebende, ist die Form der Erdbeere und die zackigen Blätter, das wäre das Einzige, was man einem Blinden zum Tasten geben würde.

LSW: Können Kinder ganz normale Romane lesen?
Fr. Theobald: Ja. In so Büchern, wie ich sie euch gezeigt habe. Diese Bücher kann man auch kaufen. Es gibt in Deutschland eine Bibliothek, die nur Blindenbücher hat. Und wenn man ein blinder Mensch ist, dann darf man sich da auch umsonst Bücher ausleihen. Die werden auch umsonst mit der Post geschickt und wenn man fertig ist, schickt man sie wieder zurück. Und das ganz Lustige ist, wir haben in der Schule ja auch Kinder, die blind sind, wir machen da auch Sachen, die ihr mit Sicherheit auch macht, so Schullandheimaufenthalt oder Klassenfahrten und das ist dann ganz besonders lustig, weil die Blinden dann abends unter der Bettdecke heimlich lesen. Die brauchen ja noch nicht einmal Taschenlampen anzumachen. Das heißt, wir kriegen das gar nicht mit, wenn die abends noch spät in ihrem Buch lesen.
LSW: Da bin ich neidisch.

So sieht ein Buch in Braille aus.

Christine: Wie ist das eigentlich, im Buch ging es ja auch darum, Farben zu umschreiben, sind die neugierig darauf, Farben umschrieben zu kriegen?
Fr. Theobald: Doch, das ist ja im normalen Sprachgebrauch drin. Jeder von uns nutzt ja Farben als Beschreibung. Deshalb ist es so, dass blinde Menschen, blinde Kinder, auch wenn sie von Geburt an blind sind, schon mit Farben konfrontiert sind. Die verbinden das dann ähnlich wie in dem Buch mit ganz besonderen Sachen. Grün wie das Gras oder oft ist es gelb wie die Sonne. Es gibt ja auch viele, die noch ein bisschen Restsehen haben und Farben schon noch erkennen. Nicht nur hell/dunkel, sonder auch ein bisschen Farben. Von daher ist das genauso wichtig. Und: Unsere Schüler sagen auch: „Ich gucke fernsehen.“ Oder: „Ich gucke meine Hausaufgaben nach.“ Das ist für die ganz normal. Die hören Fernsehen, aber sie sagen halt, dass sie gucken. […] Genau, sie könnten auch CDs hören.

Teil 2

LSW: Benutzt man Braille überall auf der Welt?
Fr. Theobald: Ja. Also, jeder Buchstabe hat sein Zeichen, das ist in jeder Schrift so, aber bei uns hat man sich gefragt, ob sie das „au“ immer als A und U schreiben. Es gibt bestimmte Buchstabenkombinationen, die wir Abkürzen, also das „au“, das „ei“, das lange „ie“, das „sch“. Und das ist bei uns natürlich anders als in England, wo zum Beispiel das „th“ so eine besondere Verbindung ist, die gekürzt wird.
Christine: Aber die Chinesen haben ja ein ganz anderes Zeichensystem.
Fr. Theobald: Da bin ich überfragt. Aber ich kann mir vorstellen, dass es mit Eurobraille oder ähnlichem dann besser geht.

LSW: Habt ihr Arbeitsblätter, wo die Hausaufgaben stehen?
Fr. Theobald: Wir sagen ihnen, was Hausaufgabe ist und dann schreiben sie das mit ihrer Maschine selbst auf. Die lernen sich auch ganz viel zu merken. Die hören ja viel besser und können sich Sachen, die sie hören, viel besser merken als wir, sodass wir auch ganz oft einfach diktieren und erzählen und sie schreiben mit.

LSW: Wie lange gibt es schon die Schrift?
Fr. Theobald: Seit 1825, seit Louis Braille sie erfunden hat. Seit ca. 200 Jahren.

Ein Astrid-Lindgren-Braille-Kalender mit Reliefbild

Christine: Während wir noch reden, gebe ich euch das noch herum: ein Astrid-Lindgren-Kalender. Einmal ist da die Blindenschrift, untendrunter ist aber auch normal geschrieben. Das A könnt ihr da ganz gut sehen, mit dem einen Punkt in der Ecke; und die Bilder, die sind dann auch geprägt. Da könnt ihr mal drüberfahren und nachspüren. Und im Kalender unten sind dann auch die Zahlen alle nochmal in der Blindenschrift geprägt. Und hier ist noch eine [Zeitschrift].
Fr. Theobald: Da ist sogar mit der Punktschrift, mit der Braille-Schrift, ein Bild gemalt. Wir haben auch Kinder, die beherrschen die Maschine so genial, die können Tannenbäume, Geschenke, Schmetterlinge quasi malen.

So sieht eine Zeitschrift in Braille aus.

Christine: […] Was man manchmal immer wieder in der Presse liest, […] dass es in Deutschland immer noch viele Orte gibt, wo es schwierig für Menschen mit Behinderung ist, egal welcher Art, Rollstuhlfahrer, Blinde, sich im Alltag zurechtzufinden. Zum Beispiel am Bahnhof, wenn da ein Fahrstuhl kaputt ist, dann ist es so, dass es für einen Rollstuhlfahrer kaum mehr möglich ist, mit dem Zug irgendwo hinzukommen. Wenn Umbaumaßnahmen sind und dieser Streifen funktioniert für Blinde nicht, um zu sehen, da muss ich stoppen, das ist auch eine ganz, ganz gefährliche Situation.
Fr. Theobald: Das fängt ja schon mit dem Fahrplan am Bahnhof an. […] Da könnt ihr nöchstes Mal daran denken, wenn bei einer Verspätung keine Durchsage kommt. Aber ist keiner von euch auf die Frage gekommen, wie Blinde denn Karten spielen, oder sonst spielen? […] Kennt ihr UNO?
LSW: Ja.
Fr. Theobald: Bei UNO fühlt man an den Karten nichts, oder an normalen Kartenspielen. Aber man kann tricksen. Man kann das so machen, dass da auch Blinde mitspielen können. Da könnt ihr mal fühlen. […] Da haben wir nämlich die Karten in die Maschine gespannt und haben für die Blinden die Zahlen und die Farben hingeschrieben.
LSW: Und wie macht man das mit den Zeichen?
Fr. Theobald: Das ist etwas, was wir uns ausgedacht haben. Die Pfeile sind ja auch nur ein Symbol dafür, dass man die Richtung wechselt. Man muss nur erklären, was es bedeutet. […] Und sie können sogar Mensch-ärgere-dich-nicht spielen. Da gibt es nämlich für jede Farbe Figuren, die sich anders anfühlen, sodass ich auch immer weiß, welches meine Männchen sind. Die kann man hier reinstecken, damit sie halten. Jedes Feld hat ein Loch, damit man auch abzählen kann, wie viel ich gehe. Und der Würfel […] kann man fühlen. Gebe ich auch mal rum. […]

Mensch-ärgere-Dich-nicht! für Blinde. Würfel und verschiedene Farben lassen sich ertasten.

LSW: Sind bei den Lehrern auch blinde Lehrer dabei?
Fr. Theobald: Ja, wir haben eine blinde Kollegin. […] Sie ist erblindet Bei ihr war das jetzt super, sie war Gymnasiallehrerin, ist dann erblindet, hat dann die ganzen Fortbildungen selbst gemacht und ist jetzt dann zu uns gekommen als Lehrerin.

Christine: Wie viele Kinder sind denn von Geburt an blind oder stark sehbeeintächtigt?
Fr. Theobald: Die Anteil derer, die erst im Kinder- oder Jugendalter erblinden ist sehr gering. Das sind dann auch eher erbliche Krankheiten, dass das Sehen zurückgeht. [Da weiß man oft schon], dass es durch diesen Geneffekt oder die Krankheit schon irgendwann schlechter wird. Vieles kann dann ja auch heute operativ behoben werden…

LSW: Die müssen bei Mensch-ärgere-dich-nicht ja erstmal fühlen, bevor sie gehen.
Fr. Theobald: Ja, die fühlen das mit der Hand. Die fühlen eine 5, fühlen dann mit der Hand, 1-2-3-4-5 und dann stecken die […] das Männchen wieder rein.
Christine: Dann wäre das Schummeln ja eigentlich leichter. Da braucht man ein Ehrenkodex. 🙂
Fr. Theobald: Ach, beim Kartenspielen, da spielen die meisten Kinder ja schon offen, da sieht man, dass das eine rote 9 ist oder so. Da muss man schon immer Rücksicht nehmen und ehrlich bleiben.
LSW: Und wie spielen die Schach?
Fr. Theobald: Da kann man auch das Schachfeld, die Karos, kann man mit Kreisen und Linien ummalen, sodass man fühlen kann. […] Und die Figuren fühlen sich ja auch anders an, da muss man nichts besonderes machen. […] [Die Farben] kann man durch unterschiedliche Oberflächen machen, das eine gestreift und das andere Punkte drauf, zum Beispiel. […]

500 € für die Louis-Braille-Schule

Christine Sinnwell-Backes hält die 500 € für die Louis-Braille-Schule bereit.

Wir haben einen großen Check vorbereitet. Denn ein Teil des Erlöses vom letzten Bücherflohmarkt geht wie jedes Jahr an eine gemeinnützige Organisation im Saarland. Die Blindenschule in Lebach versucht jetzt auch eine Bücherei einzurichten – mit unserer Spende wollen wir sie unterstützen. 1.000 Bücher haben wir dafür verkauft und wir wünschen Frau Theobald und ihren Kollegen und den Schülern viel Erfolg!

500 € für die Louis-Braille-Schule in Lebach

Wir bedanken uns bei Frau Theobald! Das war für uns ein ganz besonderer Samstagvormittag. Es war ein toller Einstieg in unser „Weihnachten mit allen Sinnen“. Auch nächste Woche kommt eine Schule bei uns vorbei. Wir sind schon sehr gespannt.

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Bis zum nächsten Mal,

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{Sommerferien} Eis hoch 3

Eisbasteln, Eisessen und Eisfragen!

Da hat die letzten Wochen die Sonne geschienen – und jetzt ist der Himmel grau. Haben die Kinder trotzdem Lust auf Eis?
Jaaaaa!

Pixi-Bücher kennen die meisten. Seit über 50 Jahren sind die Geschichten im Miniformat in Deutschland unterwegs und heute sind sie überall. Bei mehr als 2000 verschiedenen Büchern ist es kein Wunder, dass für jeden etwas dabei ist. Und bei der kurzen, süßen und lustigen Geschichte konnten wir uns mit Eis- und Braunbär schön in das Thema einlesen.

Passend zum Sommerferienstart haben wir aus Eisstielen Lesezeichen gebastelt. Der ersten Sommerlektüre steht nichts mehr im Wege, denn die bunt angemalten Stiele mit süßen Eisfiguren an der Spitze sehen richtig klasse aus.

Die selbstgemachten Eishörnchen haben den Kindern dann so gefallen, dass wir sie doch nicht als Girlande in der Lese- und Schreibwerkstatt aufgehangen haben – die durften auch mitgenommen werden.

Aber was wäre ein Eisthema ohne Eisessen?

Darauf fiebern wir doch alle hin! Natürlich durfte jeder ein selbstgemachtes Eis haben. Nachdem der Basteltisch richtig aufgeräumt wurde.

Ich weiß schon, einige unserer Leser hätten jetzt auch gerne ein Eis. Wer also auch einen selbstgemachten Slushie haben möchte, kann sich hier das Rezept ausdrucken:

Wassermelonen-Slush

Ein einfaches Rezept für ein Wassermelonen-Eisgetränk

Zutaten

  • Wassermelone
  • Wasser
  • Eiswürfelform
  • Zitronenkonzentrat
  • Mixer

Anweisungen

  1. Die Wassermelone zubereiten. Aus dem Fruchtfleisch werden Würfel geschnitten.
  2. Die Melonenwürfel zusammen mit dem Wasser in der Eiswürfelform (am besten über Nacht) einfrieren lassen.
  3. Die fertigen Eiswürfel und die gefrorenen Melonenwürfel in eine Schüssel zusammenwerfen und einen Schuss Zitronenkonzentrat dazugeben.
  4. Mit dem Mixer das Ganze zu einem Eisbrei durchmixen.
Den Slush in einen Becher löffeln und einen Strohhalm reinstecken. Fertig.

Wem nach dem Eisessen dann doch zu kalt wurde (oder einfach mitmachen wollte), konnte bei unserem 1-2-oder-3 sein Wissen zum Thema Eis beweisen. Die Fragen haben wir für euch hier als Quiz zusammengestellt. Vielleicht könnt ihr ja eure Freunde oder eure Familie testen…

Wer das Lösungswort zum PDF-Quiz braucht, sollte die folgende Textstelle markieren:

ERDBEER (VANILLE und JOGHURT sind falsche Fährten)

{Mausreise zum Mond} Armstrong

Vor zwei Wochen haben wir begeistert eines unserer Lieblingsbilderbücher gelesen: Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus. Was liegt da näher als Torben Kuhlmanns neuestes Buch zu lesen und damit kreativ zu arbeiten? Armstrong beschreibt das vielleicht spannendste Kapitel der Mausheit (und Menschheit): die ersten Astronauten auf dem Mond.

Doch bevor es mit dem Abenteuer anfängt, spielen wir eine Runde Reise zum Mond, denn Astronauten müssen sich ja richtig auf ihre Mission vorbereiten. Nachdem jeder die Astronautenausbildung abgeschlossen hat, geht es los…

MOND! Schnell zugreifen.

…aber nicht irgendwie. Die Reise zum Mond dauert mindestens 3 Tage. Und weil Armstrong (trotz Kürzungen) so ein dickes Buch ist, haben wir genug Proviant mitgenommen. Aber es muss bei so einer vollen Rakete natürlich gut eingeteilt werden, also darf nur zugegriffen werden, wenn das Wort „Mond“ vorgelesen wird. (Dank einer Veranstaltung waren wir zum Glück nicht zu viele Kinder, sonst wäre es vielleicht etwas chaotisch geworden.)

Als Proviant gab es in der Samstagsmorgensgruppe Trauben und Mini-Brezeln. In der Juniorengruppe bekam jeder ein Babybel einen Vollmond und ein Brause-Bonbon Raketenpulver.

Ohne Einfallsreichtum hätten wir es nie auf den Mond geschafft. Hier konnte jeder seinen inneren Ingenieur beschwören und seine eigene Rakete fliegen lassen. Eine Rakete auf den Luftballon malen, einen Strohhalm fest draufkleben, und schauen, wer am weitesten die Schnur entlangfliegen kann.

Fallenlassen – klatsch

Doch eines ist noch wichtiger als auf den Mond zu kommen: Die Astronauten müssen auch wieder sicher und unversehrt zurück auf die Erde kommen. Die Abenteuermaus war schlau genug, um sich dafür ein System auszudenken. Mit Fallschirm und Polsterung haben wir unser Bestes gegeben und in Teams 3 Astronauten-Eier so gut wie möglich geschützt. Beim Fallenlassen haben wir erneut festgestellt, dass Raumfahrt nicht einfach sein kann. Ein Ei hat überlebt.

Mit Zaubersand haben wir schon länger nicht gearbeitet! Er eignet sich super für eine Mondlandschaft.

Aber wir sind ja nur Astronauten, und wir können darauf bauen, dass die Profis bei NASA und ESA mehr davon verstehen. Wir haben hart trainiert, und jetzt ist es soweit. Zum krönenden Abschluss basteln wir unsere eigene Flagge und setzen sie auf unsere Mondlandschaft!

In Gedenken an alle Astronauten-Eier, die für immer verloren, aber niemals vergessen sein werden
Ein kleiner Schritt für mich…
… aber ein großer Schritt für die Menschheit.

Genau wie die Maus hat jeder sein eigenes Logo auf die Fahne gemalt.

Mission erfüllt! Wer dann noch nicht genug hat, hat hier noch die Gelegenheit, sein Wissen zu beweisen – oder es aufzufrischen:

Mondquiz

Wer das Lösungswort zum PDF-Quiz braucht, sollte die folgende Textstelle markieren:

ARMSTRONG (RAUMFAHRT und MONDPHASE sind falsche Fährten)
Ex luna, scienta
Ret

{Noch einmal wird es pumpfig} Los geht die Pumpfiade und ein GIVE-AWAY gibt es auch noch!

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Letzte Woche habt ihr ja erfahren, was ein Pumpf ist und was es mit den Glückspunkten auf sich hat. Doch auch nach dieser pumpfigen Stunde ratterte es in meinem Kopf und irgendwie ließ mich dieser kleine Pumpf einfach nicht los. Deshalb haben  wir gestern noch einmal eine ganze Gruppenstunde dem Buch „Loni lacht!“ gewidmet und eine Pumpfiade veranstaltet: dabei gab es sieben Stationen, die die Kinder in kleinen Gruppen durchlaufen mussten. Natürlich gab es dabei auch eine pumpfige Laufkarte.

Nach jeder Station durften die Kinder einen Fingerabdruck auf den Bauch ihres Pumpfes setzen und so füllten sich die Glückspunkte fast von alleine auf.

An dieser Stelle habe ich auch eine süße Geschenkidee für kleine Kreative: „Finger-Stempeln für kleine Künstler“ erschienen im Bassermann-Verlag. (Werbetrommel an: Dem Verlag, bei dem auch mein Pancakes-Buch erschienen ist und das ihr außer im Buchhandel natürlich auch gerne signiert bei mir bestellen könnt! Werbetrommel Ende)

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GIVE-AWAY

Das Fingerstempel-Buch oder ein für euch persönlich signiertes Pumpfbuch könnt ihr jeweils einmal gewinnen, wenn ihr mir in einem Kommentar verratet, was euch glücklich macht! Also: hinterlasst uns einen glücklichen Kommentar (das macht uns Blogger auch immer ganz glücklich) und schon seid ihr im Lostopf!

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Doch nun zurück zu den sieben pumpfigen Stationen:

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An Station 1 gab es fertig gebackte Muffins, die noch pumpfig dekoriert werden mussten.

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Station 2 war unsere Experimentierstation. Hier mussten die Kinder erforschen, warum Will der Wasserläufer wohl Angst davor hatte ins Wasser zu gehen und wir machten ein Experiment um zu zeigen, wie die Oberflächenspannung von Wasser funktioniert. Hier haben wir die Experimentieranleitung für euch. warum-willi-angst-vorm-wasser-hat

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„Blinder Pumpf“ spielten wir an Station 3: hier hatte ich vorher einen Pumpf aquarelliert und mit Klettverschluss-Punkten versehen. Die Idee hatte Steffi als sie das Buch mit unserer Juniorgruppe gelesen hatte. Auf die Glückspunkte kommen ebenfalls Klettverschluss-Punkte (die Gegenstücke). Nun bekamen die Kinder die Augen verbunden und mussten die Glückspunkte an Lonis Bauch befestigen.

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„Glückspunktfänger“ lautete der Name der vierten Station: hier warteten lauter Smarties/Glückspunkte darauf von den Kindern mit Strohhälmen angesaugt zu werden. Gewonnen hatte, wer die meisten Smarties erbeutete.

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Kreativ wurde es an der fünften Station: hier ging es um „Lonis Glückspunktsammlung“. Jede Gruppe malte einen Loni und überlegte sich, was glücklich macht. Das wurde auf Punkte geschrieben, die dann auf Lonis Bauch geklebt wurden.

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Die sechste Station war eine Luftballonstation. Die Gruppe setzte sich auf den Boden und musste nur mit den Füßen einen Luftballon (Glückspunkt) einmal durch alle Teammitglieder weitergeben.

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Station 7 war eine Glückspunkte-Party mit jeder Menge Luftballontanz (das waren die Glückspunkte) und natürlich passender Musik (Happy). Da mussten unsere Leseratten im Duett die Luftballons abwechselnd zwischen Bauch, Beinen, Po (das klingt ja fast wie ein Pilates-Kurs) klemmen und dabei wild tanzen.

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Dazwischen wurden natürlich noch die Pumpfmuffins gegessen und ein gemeinsames Pumpfbild entstand auch noch mit den Fingerstempeln.

Und jetzt zeige ich euch mal noch, wie beliebt der Pumpf auch bei uns daheim ist. Mein dreijähriger Sohn ist total begeistert und ich muss nur noch Pumpfe vormalen, die er dann ausmalen kann. Und einen haben wir dann auch mit Klebepunkten versehen, die dann jeden Abend dran geklebt werden und dabei zählen wir auf, was uns heute alles glücklich gemacht hat.

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Pumpfige Grüße

Christine

Give-Away: Um bei unserem Give-Away mitzumachen, müsst ihr bis zum 05.02.2017 einen Kommentar unter diesem Blogpost hinterlassen. Unter allen Kommentaren losen wir dann je einen Gewinner aus. Wir versenden nur nach Deutschland.

Unsere Gewinner stehen fest! Das Pumpfbuch geht an Renate und das Fingerstempelbuch hat Jennifer gewonnen.

Renate: bitte schick uns deine Adresse und sag uns, ob es für dich selbst oder jemand anderen signiert werden soll.

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{Lindbergh} Von fliegenden Mäusen und Strohhalm-Bruchlandungen zwischen den Buchregalen

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Als ich in der vergangenen Woche mit den Leseratten samstags „Die Reise“ gelesen habe, wusste ich noch gar nicht, wohin mich die Reise in den nächsten Wochen führen würde. Schon beim Vorlesen entstand ja die Idee mit den Kindern in der nächsten Gruppenstunde ein wenig zu forschen und zu experiementieren wie wir uns denn fortbewegen könnten.

Und natürlich sollte auch in dieser Gruppenstunde ein Buch im Mittelpunkt stehen. Mein wunderbar genialer Bibliothekar aus Leidenschaft Ret Samys hatte dann direkt nach „Lindbergh“ gegriffen und so tauchte ich zuhause ab in die wahrlich abenteuerliche Welt der kleinen, erfindungsreichen Maus. Beim Lesen und Betrachten der Zeichnungen war ich vollkommen fasziniert und wusste gleich, dass dies der perfekte Anschluss an „Die Reise“ für uns darstellt.

In „Lindbergh“ steht eine kleine Maus mit einer großen Idee im Mittelpunkt. Nichts geringeres als eine Flugmaschine möchte der kleine Nager bauen um damit nach Amerika zu fliegen. Und so macht sich der belesene Nager ans Erfinden und Experimentieren und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Was das Buch so besonders macht, sind die wirklich außergewöhnlich schönen Zeichnungen von Torben Kuhlmann, der mit diesem Buch seine Abschlussarbeit geschrieben hat und für „Lindbergh“ zahlreiche Auszeichnungen bekommen hat.

Und es vereint gleichzeitig die großen Träume der Menschen in sich: fliegen können, frei sein und natürlich auch der Aufbruch in eine neue Welt.

In den Zeichnungen finden sich so viele Details eingemalt, das Buch ist von der ersten bis zur letzen Seite unendlich liebevoll gemalt. Alleine die Idee, dass die Maus ihre Skizzen mit einem verkohlten Streichholz zeichnet: herrlich!

Und genau so experimentierfreudig wie die kleine Maus waren auch unsere Leseratten. Nachdem ich zu Beginn der Gruppenstunde erzählt habe, wie die Menschen sich anfangs nur zu Fuß fortbewegen konnten und dann immer mehr Erfindungen getätigt hatten, um später Wagen, Schiffe und schließlich Flugzeuge zu nutzen, war die Neugier der Kinder geweckt, als ich erzählte, dass ich heute ein Buch dabei habe, in dem es um eine kleine Maus mit einem großen Entdeckertraum geht.

Was so eine Maus wohl gerne erfinden würde? Das wäre sicherlich auch spannend zu erfahren und würde bestimmt zu der ein oder anderen spannenden Geschichte führen.

Doch wie auch die Maus und später Lindbergh wollten wir im Anschluss an das Buch auch in die Luft gehen. Dazu haben wir verschiedene Experimente vorbereitet. Die Kinder konnten zum Beispiel einen Strohhalm dessen Öffnung vorne verstopft wurde mit einer Pumpe durch den Raum schießen. Wie das funktioniert? Mit Druck natürlich, denn anders als Kuhlmanns Maus hatten wir natürlich keinen Dampfapparat.

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Und was passiert, wenn wir einen aufgefalteten Teebeutel anzünden? Durch den sogenannten Kamineffekt fliegen die Funken hoch in die Luft und wir sehen, dass heiße Luft aufsteigt was zum Beispiel wichtig für Heißluftballons ist.

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Dann ging es ans Bauen von Strohhalmgleitern. Hier konnten die Kinder sich Fluggleiter bauen und überlegen, ob sie eher dicke oder dünne Halme benutzen sollten, ob die Papierstreifen besser schmal oder breiter geschnitten werden damit der Gleiter möglichst weit fliegt.

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Am Ende testeten wir die Fluggeräte natürlich auch um zu sehen, wer an diesem Tag wohl dem Traum vom Fliegen am Nächsten gekommen war. Das Wettfliegen machte allen so großen Spaß, dass wir Runde um Runde ausprobierten.

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Vielleicht bauen wir beim nächsten Mal auch noch Papierflugzeuge und testen diese dann auf ihre Weitflug- und Piouretten-Eigenschaften.

Den Abschluss unserer Gruppenstunde machte dann die Erfinder-App von Pettersson und Findus bei der die Kinder herrlich skurile Erfindungen zum Funktionieren bringen mussten.

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Und dann gibt es doch auch schon das nächste Buch von Kuhlmann „Armstrong“, das es nun bald zu entdecken gibt. Was habe ich dafür schon Ideen im Kopf. Angenfangen von einer Ballonrakete über… ach nein. Pssst! Ich darf doch nicht schon alles verraten.

Doch halt: eines muss ich euch ja noch verraten und das passt natürlich auch noch perfekt zu „Armstrong“ – das Spiel „Reise zum Mond“. Dieses Spiel eignet sich sehr gut um in einer Gruppe gespielt zu werden.

Der Spielleiter gibt den Satz „Ich reise zum Mond und nehme … mit“. Diesen Satz muss jedes Mitglieder der Gruppe nach und nach wiederholen und dabei einsetzen was es zum Mond mitnehmen würde. Aber Halt! So einfach ist das Spiel eben nicht, denn der Spielleiter hat sich eine Bedingung ausgedacht, die erfüllt sein muss damit man mit zum Mond genommen wird und natürlich weiß diese Bedingung zu Anfang nur er selbst.

Zum Beispiel könnte er nur rote Sachen akzeptieren oder nur Worte, die mit S anfangen.

Die Gruppe muss nach und nach dahinter kommen, was das System ist um mitgenommen zu werden. Bei jedem Satz antwortet der Spielleiter entweder mit:

Ja, du darfst mit zum Mond oder eben mit Nein. Du darfst nicht mitfliegen.

Meine Leseratten lieben das Spiel und zerbrechen sich sehr gerne die Köpfe darüber, was bei der jeweiligen Reise zum Mond wohl mitgenommen werden darf.

Und ich reise nun zwar nicht zum Mond, schicke aber meine kleinen Kinder gleich ins Reich der Träume. Davor lesen wir natürlich vor!

Zurück bleibt eine glücklich grinsende Oberleseratte, die den Kopf voller Ideen und das Herz voller Glücksgefühle wegen eines solch wunderbaren Bucheswie „Lindbergh“ hat.

Leselustige Grüße

Christine

 

 

{Und auf einmal denkst du anders} Die Lese- und Schreibwerkstatt upcycelt, recycelt und denkt über die Umwelt nach

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Viele Wochen lang hat sich jetzt in unseren Gruppenstunden alles um die Nachhaltigkeit gedreht. Was geschieht mit der Welt? Was können wir tun? Jede einzelne von uns, in seinem ganz normalen Alltag.

Dass das ganz schön viel ist, hätten sich die Kinder anfangs sicherlich gar nicht so vorstellen können. Doch nach Wochen voller Aktionen, Bücherschmökern, Diskutieren und natürlich auch Spielen und Basteln weiß jeder von uns, dass man z. B. das Licht in Räumen ausmacht, in denen man sich nicht aufhält, dass man Plastiktaschen meiden sollte und warum es Sinn macht den Müll zu trennen. Ach und so viel mehr wissen wir auch.

Was ist da nicht alles entstanden. Über die Samenbomben habe ich ja schon berichtet oder über die Geschichte von Mats, der Maus mit den Wundersteinen.

Aber wir haben ja noch viel mehr gemacht: z. B. Glückskekse mit Umweltbotschaft darin.

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Unsere neue Leseratte (unsere Gruppenzeitschrift) beschäftigt sich thematisch mit Umwelt und Naturschutz. Hier könnt ihr sie euch anschauen. Klick.
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Wir haben sogar ein Onlinequiz für euch und dann könnt ihr auch gleich noch testen, welcher Umwelt-Typ ihr seid.

Und so nebenher sind dann ganz viele Ideen und Fragen entstanden aus denen Ret Samys ein tolles Spiel zusammengestellt hat. Auch das findet ihr hier.

Wir haben kleine Zettel verteilt und wollten von unseren Mitmenschen wissen welchen Tipp für eine bessere Welt sie haben.

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Und auch ihr könnt uns gerne in einem Kommentar euren Tipp für eine bessere Welt verraten. Denn aus allen Tipps wollen wir dann eine kleine Umweltfibel erstellen mit vielen Beispielen was der einzelne machen kann, um die Welt ein wenig besser zu machen.

Wir haben aber auch kleine Klappkarten gebastelt in denen sich dann Umwelttipps wiederfinden.

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Und soll ich euch was verraten? Während ich mit den Themenwochen vorhatte, bei den Kindern eine Bewusstseinsveränderung zu erreichen, hat dieses Thema meinen Alltag ganz stark beeinflusst. Ich mache mir zur Zeit so viele Gedanken dazu, was wir tatsächlich alles in unserem Leben verändern können. Kleinigkeiten zum Beispiel wie der Verzicht auf Weichspüler oder die Verwendung von Waschnüssen (das probiere ich nächste Woche mal) oder tatsächlich in der Schreibwerkstatt auf Recyclingpapier umzusteigen. Und Plastik einzusparen.

Ja, auf einmal hat mich die Schreibwerkstatt doch tatsächlich wieder selbst ganz berührt.

In der Leseratte findet ihr zudem auch ein paar sehr schöne Buchtipps zum Thema. Also schaut euch die Leseratte doch gleich einmal an oder macht das Quiz!

Liebe Grüße

Christine

Und hier noch ein Foto vom Upcycling unseres Modeschmucks aus Stoffresten

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{In einem Land vor unserer Zeit} Reise in die Urzeit

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Seit einigen Wochen reisen wir in der Lese- und Schreibwerkstatt weit in die Vergangenheit. Zu den Dinosaurieren führt uns unsere Reise und kaum eine Leseratte vermag sich vorzustellen, welche gigantischen Zeitsprünge wir bis dahin unternehmen müssen. Ganz schön viele Nullen haben 65 Millionen Jahre oder sogar 160 Millionen Jahre.

Damit wir diese Zeitreise ein wenig besser darstellen konnten, haben wir anfangs einen Kreis gebildet und jedes Kind hat von 0 bis 11 Uhr eine Stunde auf der Weltenuhr dargestellt. Dann haben wir überlegt, wann auf dieser Uhr wohl die ersten Lebewesen entstanden sind. Und wann die Dinosaurier gelebt hatten und letztendlich seit wann es den Menschen gab. Dass der Mensch auf der Erduhr nur eine so kurze Zeiteinheit dargestellt, fanden viele ganz erstaunlich.

Und dann starteten wir mit den eigentlichen Dinowochen. Jede Menge Bücher stehen zur Zeit auf unseren Thementischen zum Ausleihen bereit: viele tolle Sachbücher, aber auch Geschichten und Abenteuerbücher können von den Kindern ausgeliehen oder in den Gruppenstunden angeschaut werden.

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Doch wie stellt man die Größe der Dinosaurier für die Kinder bildlich dar? Wir waren raus auf den Schulhof und haben eine Startlinie gezogen. Dann habe ich einen Dinosaurier vorgestellt, einiges Fakten über ihn erzählt und von den Kindern ihr Wissen darüber ergänzen lassen und dann ging es ans Schätzen: wenn der T-Rex bis zu X m lang werden konnte, bis wohin hat er dann wohl gereicht?

Jedes Kind durfte sich an den Punkt stellen, den es vermutete und dann haben wir mit einem Maßband nachgemessen. Da kamen staunende Gesichter dabei heraus. Denn manche Dinos hätten ja locker das halbe Schulgebäude ausgefüllt.

Woche für Woche gibt es nun jede Menge Wissen über Dinos gepaar mit kleineren oder größeren Aktionen.

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Wir haben ein Dinoquiz erstellt, das ihr bald hier findet.

Wir haben leckere Dinokekse gebacken. Kleiner Tipp: wer keine Dinoausstecher hat, kann auch tolle Fußspuren-Kekse machen in dem er einen (sauberen) Plastikdino mit seiner Kralle tief in den Teig drückt.

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Urzeitliche Landschaften wurden gebaut und natürlich immer wieder auch Bücher passend zum Thema vorgestellt. Da werde ich euch auch bald meine Lieblingsbücher vorstellen. Es gibt so unglaublich schöne Dinosaurierbücher.

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Und meine eigene Faszination für die Urzeit wurde nebenher auch wieder geweckt. Als Kind haben mich die riesigen Echsen so fasziniert und auch jetzt bin ich wieder am Staunen über welchen Zeitraum alleine schon die gigantischen Wesen die Erde beherrscht haben. Und mit Wehmut befürchte ich, dass der Mensch eine wesentlich kürze Spanne auf diesem Planeten haben wird. (Da kommt wohl das Nachhaltigkeitsthema das wir nun auch eine ganze Weile hatten, in meinen Gedanken drin vor).

Urzeitliche Grüße

Christine

{Samenbomben für mehr Biodiversität} Es geht rund!

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In unserer Lese- und Schreibwerkstatt dreht sich zur Zeit ja vieles um Nachhaltigkeit und die Frage wie wir die Umwelt schützen können.

Vor allem die Sachbücher sind deshalb sehr gefragt, denn hier finden wir viele Informationen und Antworten. Besonders informativ ist „Der kleine Weltretter“ in dem wir in den vergangenen Wochen immer wieder interessante Fakten erfahren haben. Besonders schön finde ich hier, dass das Buch einmal aufzeigt, was alles schief läuft und wie der Mensch massiv in die natürliche Ordnung der Umwelt eingreift und dann in einem zweiten Teil ganz viele Tipps und Vorschläge gibt, was man tun kann. Das sind oft ganz kleine Dinge.

Und so haben wir uns entschlossen auch im Kleinen tätig zu werden. Wir haben uns gefragt, was passiert, wenn immer mehr Blumenwiesen und Grünflächen durch Bebauung oder Rodung verschwinden oder durch Ziergärten ersetzt werden. Die Bienen und Schmetterlinge bekommen zum Beispiel immer weniger Möglichkeiten sich zu ernähren. Die Artenvielfalt nimmt ab.

Aber was wären wir ohne Bienen? Ohne die Bestäubungsleistung dieser winzigen Tiere würden wir Menschen schnell verhungern. Und genau hier könnten wir doch mit einer kleinen Aktion auf dieses Artenschwinden hinweisen.

So haben wir uns entschlossen, Samenbomben zu bauen, die dann ausgeworfen werden können und an einem Ort einige Blumen wachsen lassen, die den Bienen dann als Futterquelle dienen können.

Für die Kinder ist das eine anschauliche Methode um zu sehen, dass sie selbst tätig werden können und aktiv ins Umweltgeschehen eingreifen können. Zudem können sie gleichzeitig auch beobachten wie die Pflanzen wachsen, wie aus wenigen Samenkörnern Blumen entstehen können.

Zudem bekamen die Kinder auch Aufgabenblätter in denen sie in den kommenden Wochen dokumentieren können, ob die Samenbomben keimen, wie schnell die Pflanzen wachsen, welche Pflanzen daraus entstehen.

In der Bücherei haben wir deshalb nun auch Pflanzenbestimmungsbücher und vor die Gruppenräume haben wir ebenfalls Samenbomben gepflanzt, die wir Woche für Woche beobachten werden.

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Außerdem haben wir kleine Geschenkverpackungen gebastelt, denn die Idee geht ja auch dahin, dass wir ein wenig Aufmerksamkeit auf die Aktion lenken und so kann man die Samenbomben auch weiterverschenken und damit die Idee weitertragen.

Vom dm haben wir Blumensamenmischungen und Tonpulver bekommen. Auch die Litermontapotheke hat uns Tonpulver gespendet. Nachbarn haben Lehm gespendet, so dass wir mit verschiedenen Möglichkeiten Samenbomben herzustellen experimentieren konnten.

Was ihr neben Blumensamen braucht, ist ein Gemisch aus Anzuchterde, Kompost und Tonpulver. Oder alternativ direkt Lehmboden. Und ein wenig Wasser.

Wir haben einmal reinen Lehm verwendet in den wir direkt die Samen eingeknetet haben. Daraus lassen sich auch gut andere Formen herstellen.

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Doch die meisten Samenbomben sind aus einer Mischung entstanden die zu je einem Drittel aus Kompost, Tonpulver und Anzuchterde bestanden hat.

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Diese Komponenten werden gut durchmischt und mit etwas Wasser zu einer breiigen Masse verknetet, die sich dann gut formen lässt.

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In diese Mischung haben wir dann die Samen gegeben und begonnen, die Samenbomben zu formen.

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Bei schönem Wetter sind die Kugeln innerhalb von zwei Tagen gut durchgetrocknet und sind bereit für ihren Einsatz.

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Demnächst werden wir auch ein kleines Video dazu drehen und zeigen euch noch einmal ganz genau wie das Ganze funktioniert.

Hier haben wir aber schon einmal die Anleitung für die Samenbomben mit den Beobachtungsbögen für euch.

Kleiner Tipp: das Tonpulver ist schwierig zu bekommen. Entweder ihr findet es im Internet oder aber ihr geht in die Apotheke oder den Drogeriemarkt und kauft euch Luvos. Das könnt ihr wunderbar verwenden.

Damit es an dem Tag aber doch schon ein wenig blüht, haben wir neben den Samenbomben auch noch kleine Blumen genäht, die dann als Haarschmuck oder Button verwendet werden können.

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Und auch die haben wir sozusagen aus Stoffresten recycelt, genau wie die Materialien für die Verpackung der Bomben, die aus alten Papierresten und alten Zeitungen besteht.

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Ganz zum Schluss verrate ich euch auch noch, wie wir in die Stunde gestartet sind: mit dem Gedicht „Die Tulpe“ von Joseph Guggenmos. Passend zu dem Gedicht hat jedes Kind am Anfang ein Tuch in seiner Hand verborgen. Das ist sozusagen die Zwiebel in der sich die Blume verbirgt. Dann gehen passend zum Text die Arme nach oben und die Tulpe blüht auf, indem die Kinder die Fäuste mit den Tüchern langsam öffnen.

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Das ist doch mal Flower Power!

Und damit sende ich euch blumige Grüße

Christine

P.S.: Gerne nehmen wir Buchtipps zum Thema entgegen.

 

 

{Muss nur noch kurz die Welt retten} Leni Leseratte und die Umwelt

Schon fast seit den Anfängen der Lese- und Schreibwerkstatt bewohnt die kleine Leseratte Leni die Bücherregale der Kinder- und Jugendbücherei. Mit ihrem langen Regenbogenschwanz und dem weißen Fell hat sie schon die Fantasie von vielen Kindern beflügelt und manche Geschichte ist über die belesene Ratte entstanden.

In der heutigen Gruppenstunde war Leni Leseratte dann wieder einmal der Mittelpunkt der Stunde. Heute war sie in großer Mission unterwegs. Denn wir haben uns heute mit dem Thema „Klima, Energie und Umweltschutz“ beschäftigt.

Was genau macht die Erde denn kaputt? haben wir uns beispielsweise gefragt. Was ist Klimawandel und warum recyelt man den Müll? Und schließlich: Wie könnte Leni Leseratte  (und damit natürlich auch die Kinder selbst ) denn dabei helfen die Welt zu retten?

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Um in das Thema einzusteigen, hatte ich eine kleine Geschichte geschrieben und eine Zeichnung angefertigt. Und dann wurde ordentlich überlegt: nachdem wir zusammengetragen hatten was der Erde alles schadet, machten wir uns Gedanken über Umweltschutz, Energiesparen und vielem mehr.

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Ein gutes Buch (zum Selbstlesen für etwas ältere Kinder) zum Thema ist „Der kleine Weltretter“. Dieses Buch hat natürlich auch Leni gelesen und angefangen, sich mit dem Thema Umwelt zu beschäftigen. Hier habe ich die Geschichte für euch:

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Leni Leseratte will die Erde retten

(von Christine Sinnwell-Backes)

Kennst du schon unsere kleine Leseratte Leni? Seit vielen Jahren lebt sie bereits in der Lese- und Schreibwerkstatt. Gut verborgen hinter den Bücherreihen liegt irgendwo der Eingang zu ihrem gemütlichen Rattennest versteckt.

Mit etwas Glück siehst du die kleine weiße Ratte vielleicht einmal auf ihren Streifzügen durch die Bücherei durch die Regale huschen. Ihr regenbogenbunter Schwanz blitzt manchmal zwischen den Büchern hervor. Mit diesem bunten Zauberschwanz kann sie tatsächlich ein klein wenig zaubern. Denn als echte Leseratte möchte sie natürlich tagein tagaus Bücher lesen.

Und du kannst dir sicherlich vorstellen, dass die Bücher viel zu groß zum Lesen für die kleine Leseratte wären, wenn sie da nicht mit ihrem Regenbogenschwanz einen Verkleinerungszauber auf die Bücher legen würde. Dann schrumpfen sie auf Leserattengröße zusammen solange Leni darin liest und Leni kann ihrer liebsten Leidenschaft nachgehen: dem Lesen. Und manchmal geht der Zauber sogar noch weiter: dann verschwindet sie während des Lesens komplett in dem Buch und findet sich mitten in der Geschichte wieder.

Doch vor einigen Tagen war Leni sehr besorgt. Wieder einmal hatte sie sich abends als alle Kinder längst nach Hause gegangen waren nach Lesenachschub umgeschaut. Nach einigem Suchen fand sie ein Buch, das sich sehr interessant anhörte: „Der kleine Weltretter“ hieß es und Lenis Neugier war geweckt. Musste denn die Welt gerettet werden?

Sie begann zu lesen und zog nach wenigen Seiten ihre kleine Rattenstirn in tiefe Falten. Oh je! Was sie da las, gefiel ihr gar nicht gut. Viele Menschen auf der Welt behandelten die wunderbare Erde ja ganz schlecht.

Die arme Umwelt!

Leni beschloss, aktiv zu werden. So konnte es doch nicht weitergehen. Aber was sollte sie tun? Was konnte denn eine kleine Leseratte machen, um die Erde zu schützen?

Und hier setzte die Fantasie der Kinder ein. Nachdem wir fleißig Fantasiebonbons gelutscht haben, entstanden Geschichten, Comics, Bilder… die Kinder sprudelten nur so über vor lauter Ideen.

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Am Ende stellten alle ihre Ideen in der Gruppe vor und ich kann euch verraten, wenn die Politiker diese Ideen teilweise umsetzen würden, dann hätten wir manches Problem weniger.

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Besonders süß fand ich den Anruf einer Mama, die mir erzählt hat, dass sich ihr Kind direkt mit einem anderen Gruppenmitglied mittags verabredet hat, um die Geschichte weiterzuschreiben. Ach, da bin ich gespannt, was in der nächsten Woche heraus kommt. Denn dann werden wir noch einmal das Thema Klima und Energie haben. Da haben wir auch ein Spiel erfunden mit vielen tollen Fragen die sich Ret Samys ausgedacht hat.

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Und im Moment beschäftigen wir uns in unserer Gemeinde nicht alleine mit diesem Themenkomplex. Denn wir haben tolle Aktionswochen mit vielen vielen spannenden Themen. Mehr dazu findet ihr hier.

Liebe Grüße

Christine