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Samstagsgruppe

Leselust-Wochen: Zum Reinschnuppern

„Du öffnest ein Buch – ein Buch öffnet dich!“

Broschüre als PDF:
Leselust Wochen Seite 1
Leselust Wochen Seite 2

Liebe Leseratten, liebe Eltern, liebe Bücherfreunde,

seit vielen Jahren wollen wir in der Lese- und Schreibwerkstatt Kinder und Jugendliche für Bücher begeistern.

Gemeinsam tauchen wir Woche für Woche in unterschiedliche Welten ein, lassen Abenteuer lebendig werden und backen, basteln, experimentieren rund um die verschiedensten Themen.

Bücher und Geschichten stellen für uns den Ausgangspunkt zu spannenden Aktionen dar, mit denen wir Geschichten tatsächlich erlebbar machen.

Erstmalig bieten wir in diesem Jahr mit den Leselust-Wochen verschiedene Aktionen an, in die Kinder und Jugendliche reinschnuppern können.

Und auch Mitmachaktionen gemeinsam mit Eltern finden sich im Programm.

Wir freuen uns auf neugierige Leseratten, die gerne einmal bei uns vorbeispitzen wollen!

Viel Freude bei den Leselust-Wochen wünschen
Christine Sinnwell-Backes und das Team der Lese- und Schreibwerkstatt!

Freitag, 15.11.2019
20.00 Uhr in Kooperation mit dem Drachenwinkel: Lesung für Jugendliche und Erwachsene mit Kathleen Weise im Drachenwinkel
Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr
Wenn wir nach den Sternen greifen
2039: Der Aufbruch zur ersten bemannten Mars-Mission steht kurz bevor – auch der Vater der 17-jährigen Ianthe wurde hierfür ausgewählt. Auf einem abgeschirmten NASA-Gelände am Strand verbringen alle Familien einen letzten gemeinsamen Urlaub. Ianthe ist hin- und hergerissen zwischen Abschiedsschmerz und Wut, weil ihr Vater für seinen Traum seine Familie verlässt. Und doch will auch sie nach den Sternen greifen: Ianthe hat ein Angebot von einem Plattenlabel in der Tasche. Der einzige Haken daran: Sie müsste dafür nach Seattle ziehen. Kann sie ihrer Familie eine weitere Veränderung antun, nur damit auch sie ihre Träume verwirklichen kann?
Karten gibt es im VVK im Drachenwinkel in Diefflen

Samstag, 16.11.2019
10.00 – 12.00 Uhr: Schreibworkshop für Jugendliche ab 12 Jahre
Die Berliner Autorin Kathleen Weise leitet einen Schreibworkshop speziell für Jugendliche ab 12 Jahre
Mitzubringen ist, bis auf reichlich Fantasie, nichts.
Für den Schreibworkshop ist eine Anmeldung bis zum 14.11. erforderlich, da die Plätze begrenzt sind!

Samstag, 16.11.2019
10.00 – 12.00 Uhr: Autorenlesung für Kinder ab 7 Jahre: Ara Ventura:
Florian der Auserwählte
Eigentlich ist der 14-jährige Florian noch immer ein wenig miesepetrig gelaunt, weil er vor einiger Zeit mit seiner Familie umziehen musste, weg von seinen Freunden. Doch dann entdeckt er im Keller der neuen Nachbarin Tante Melodie ein Geheimnis und auf einmal eröffnen sich ihm ganz neue Welten. Nachdem er von einem wundersamen Gelee probiert, kann er plötzlich durch die Zeit reisen und erlebt ein Abenteuer nach dem nächsten. Zudem erwachen in Florian ganz besondere Fähigkeiten. Er ist der „Auserwählte“ und muss schnell lernen, mit seinen neuen Gaben umzugehen, um sich nicht aus Versehen selbst in Lebensgefahr zu bringen …

Samstag, 16.11.2019
14.00-15.30 Uhr: Malen mit Sternenlicht
Die Tiere im Wald lieben die Sterne am Himmel. Ganz besonders der Maulwurf.
Wir finden Sternbilder und bringen sie zum Leuchten.
Für Kinder von 4 bis 7 Jahre
Bitte alte Kleidung anziehen!

Mittwoch, 20.11.2019
17.30 bis 19.30 Uhr Krimi-Werkstatt – Schreibworkshop für Jugendliche
In der Krimi-Werkstatt gibt es für Jugendliche ab 12 Jahren jede Menge Tipps und Tricks, wie spannende Storys entstehen. Gemeinsam überlegen wir uns, welche Täter welche Schandtaten begangen haben könnten. Wir gehen der Frage nach, was im alten Haus neben dem Friedhof passiert ist und was es wohl mit den seltsamen Geräuschen auf dem Dachboden auf sich hat…

Samstag, 23.11.2019
10.00 bis 12.00 Uhr: Bunte Familien-Bücherrallye
Jede Menge Aufgaben gilt es in Gruppen bei der Familien-Bücherrallye zu bewältigen. Dabei können neue Bücher entdeckt werden, die bei der Lösung vieler Rätsel und Aufgaben helfen.
Zur Bücherrallye sind Kinder ab sechs Jahren mit Eltern oder Großeltern eingeladen.
Damit wir planen können, bitten wir um Anmeldung bis zum 18.11.2019

Mittwoch, 27.11.2019
17.30-19.30: Weihnachtsschmuck basteln aus alten Büchern
Zum Wegwerfen sind alte Bücher oft noch zu schade. Wir basteln daraus Weihnachtsschmuck und zeigen schöne Upcycling-Ideen.
An diesem Tag sind Kinder und Eltern eingeladen, gemeinsam kreativ zu sein.

Samstag, 30.11.2019
Geschichtenzauber im Advent
10.00 bis 12.00 Uhr
In diesem Jahr reisen wir an den vier Adventssamstagen um die Welt und schauen, wie in anderen Ländern Weihnachten gefeiert wird. Wir lernen fremde Bräuche kennen, basteln und backen passend zu jedem bereisten Land etwas und natürlich wartet jede Woche eine neue und spannende Geschichte auf euch!
Der Geschichtenzauber im Advent ist für Kinder ab 6 Jahren. Da die Plätze begrenzt sind, bitten wir um Anmeldung.

Ort: Bis auf die Lesung im Drachenwinkel finden alle Aktionen in der Grundschule Nalbach (Piesbacher Str. 11a), im einstöckigen Pavillon statt:

Die Lese- und Schreibwerkstatt ist eine Kooperation zwischen der Gemeinde Nalbach und dem Kreis Saarlouis.
Wir sind Teil von Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung!
Wir bedanken uns bei kommpowerCent für die Unterstützung.

Kontakt:
Christine Sinnwell-Backes
Leiterin der Lese- und Schreibwerkstatt
Tel.: 06838-9002173
e-mail: c.sinnwell-backes@nalbach.de

Verrückte Lücken und selbstgemachte Radiergummi

So viele lustige, spannende oder abenteuerliche Aktionen haben bei uns in der Lese- und Schreibwerkstatt in den vergangenen Monaten wieder stattgefunden. Und Tatsache: wir kommen mit dem Bloggen darüber gar nicht hinterher!

Höchste Zeit also heute endlich wieder mal einen kleinen Einblick in eine Gruppenstunde zu geben.

Vor Kurzem war ich einer der drei Buchhandlungen die ich immer wieder besonders gerne empfehle: bei Anne Treib in Lebach, die zusammen mit der Bücherecke in Nalbach und dem Drachenwinkel in Diefflen für Büchermenschen wie mich absolut wunderbare Orte sind! Nette und gute Beratung überall. Herrliche Bücher in überschaubarer Zahl. Ehrlich: mit den ganz großen Ketten kann ich einfach nicht. Da erschlägt mich die Büchervielfalt und deshalb weise ich immer wieder gerne darauf hin, wie wertvoll die kleinen Buchhandlungen mit ihrer Übersichtlichkeit und Beratungsleistung sind. Wenn ihr eine solche Buchhandlung vor Ort habt, helft dabei mit, dass sie erhalten bleiben!

Bei Anne Treib entdeckte ich Radiergummi zum selber machen und weil ich Geschichten in der Schreibwerkstatt ja immer sehr gerne mit Aktionen verbinde, habe ich gleich eine ganze Ladung der Sets eingekauft. Zuhause stand ich dann vor der großen Frage, welche Geschichte ich denn zum Thema „Radiergummi“ wählen soll.

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Da fiel mir der wunderbar-flunkernde Onkel Theo ein, der seinen Nichten und Neffen zu allen möglichen Themen verrückte Geschichten erzählt, eine davon handelt tatsächlich von einem verfressenen Radiergummi. Die Geschichten kann ich euch zum Vorlesen gerne ans Herz legen. Sie sind herrlich schräg und haben eine sehr angenehme Vorlesedauer.

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Dann fiel mir noch ein zweites Buch ein, das im Moment bei uns zuhause ganz hoch im Kurs steht: Verrückte Lücken von Jens Schumacher. Der Autor war in der Schreibwerkstatt auch schon gelegentlich zu Gast und wir sind alle riesige Fans von dem was er schreibt und auch an Spielen erfindet. Auch auf dem Blog haben wir schon über Aktionen mit ihm berichtet.

Verrückte Lücken ist eine Reihe von ihm, die sooooo witzig ist. Zuerst legt man sich einen Wortvorrat an und sammelt Nomen, Verben, Adjektive und manches mehr. Diese werden dann in die Lücken einer Geschichte eingesetzt, was natürlich zu völlig irren Texten führt.

verrückte lücken

Weil unsere Gruppe mit über 20 Kindern an diesem Tag ordentlich besetzt war, füllten die Kinder in Gruppen die Geschichten aus und lasen sie sich gegenseitig vor. Was haben wir gelacht!

Im Anschluss dann ging es ans Radiergummi-Herstellen. Zuhause hatte ich schon vorgetestet und die Radiergummi sind wirklich klasse. Sie radieren fantastisch und man kann seine Fantasie so toll mit einbringen.

Es dauert ein Weilchen bis die Masse weich geknetet ist, aber dann sind der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt.

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Ruckzuck waren die zwei Stunden auch schon wieder vorbei und jeder nahm vorsichtig seinen Radiergummi mit nach Hause. Da kamen die Kunstwerke noch für eine halbe Stunde in den Ofen. Dann waren die Radiergummi bereit für ihren Arbeitseinsatz.

Bis zur nächsten Gruppenstunde

Christine

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Eierwochen

Die Wochen vor Ostern sind bei uns in diesem Jahr voll mit Eiern. Denn auch in der Lese- und Schreibwerkstatt dreht sich momentan alles ums Ei. Mich persönlich fasziniert das Ei, von der Form, der Vielfalt, der Funktion. Eier sind wunderbar! Und zum Glück gibt es auch ganz viele wunderbare Bücher rund ums Ei.

Doch bevor vorgelesen wurde, stiegen wir erst einmal mit einem Brainstorming ein. Was wissen die Leseratten selbst denn über Eier? Klar, sie werden von Vögeln gelegt. Aber nur von Vögeln? Schnell war klar, dass auch viele andere Tierarten Eier legen und dass es sogar ein Säugetier gibt, das Eier legt: das Schnabeltier.

Wir überlegten, wie ein Ei aufgebaut ist, wie es aussieht und vieles mehr.

Dann ging es zum Vorlesen. Mitgebracht hatte ich die Geschichte von Klara Gluck, einem Huhn das keine Eier legen kann und dabei so unendlich gerne welche hätte. Unerschrocken macht sie sich deshalb auf um überall verwaiste Eier einzusammeln und diese dann auszubrüten. Eine süße Geschichte und spannend auf der letzten Seite zu entdecken, welche Tiere sie denn da alle ausgebrütet hat. Da war auch das Schnabeltier dabei, Vögel, Schlangen und ein uns bis dahin unbekanntes Tier, das uns in der nächsten Gruppenstunde allerdings wieder begegnen sollte.

Wir machten uns im Anschluss ebenfalls auf Abenteuersuche. Denn nun lautete die Aufgabe sich ein Abenteuer für das Huhn auszudenken und dieses aufzuschreiben. Da war jede Menge Fantasie gefragt. Die Leseratten dachten sich tolle Geschichten aus, von hoch auf dem Eiffelturm, bis hin zu düsteren Höhlen oder sumpfigen Moorlandschaften war ihr Huhn unterwegs um Eier zu suchen.

Und kreativ ging es weiter. Denn für die Eier an Ostern brauchen wir natürlich auch Eierbecher. Diese bastelten wir aus Klopapierrollen. Wie das genau geht, findet ihr auf unseren Schwesternblog beschrieben.

In der folgenden Woche starteten wir dann die große Rühreisause. In dieser Stunde stand eines der wunderbarsten Ei-Bücher überhaupt im Mittelpunkt: das Ei von Britta Teckentrupp. Dieses Buch enthält so viel Wissen über Eier und es ist so liebevoll illustiert. Traumhaft! Bereits in der Woche davor haben wir einige Zufallsseiten aufgeschlagen und so arbeiteten wir auch in dieser Woche mit dem Buch:

eine Seite aufschlagen, vorlesen und darüber diskutieren. Wir überlegten uns welcher Vogel wohl das kleinste Ei legt (der Kolibri) und wie oft er mit seinen Flügeln pro Sekunde schlägt (unglaubliche 50 Mal). Wir erfuhren, dass der Elefantenvogel das größte Ei gelegt hat, das jemals gelegt wurde. Und wir erfuhren, dass das Tier das wir beim Hühnerbuch in der Woche vorher nicht identifizieren konnten ein Ameisenigel ist und neben dem Schnabeltier das einzige Säugetier der Welt ist, das Eier legt. Da war dieses Geheimnis auch gelüftet.

Nach dem Lesen machten wir ein Experiment. Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich im vergangenen Jahr den klein und groß Verlag (link zum Verlag) entdeckt und war ganz begeistert von der liebevollen Machart der Bücher. „Das Experimente-Buch“ beispielsweise hat total süße Bildaufbauten. Sehr ungewöhnlich und originell. Wir fanden ein Experiment mit einem Ei, das in einem Wasserglas zum Schweben gebracht wird:

Ei vorsichtig ins Glas geben,
Warmes Wasser dazu
Salz rein und
rühren.

Und dann? Fängt das Ei doch plötzlich an zu schweben!

Nun ging es weiter in die Küche: zum Rührei machen. Geplant war, dass sich jedes Kind ein Raclettpfännchen individuell zusammen stellen kann. Es fing auch richtig gut an:

Doch dann: Gerät kaputt. Also schnell an die Herdplatten, dort zwei Rühreimischungen improvisieren, während die Kinder Eier basteln und dann doch noch am Ende ganz lecker Rührei essen.

Das Bastelprogramm, neben den Hasen-Eierbechern von der vorhergehenden Woche: Ostereier aus Papier

Unsere Küchenfee des Tages Verena kam ganz schön ins Schwitzen und hat alles souverän gemeistert.

(Bilder haben wir in der Schnelle dann doch keine geschossen. Aber geschmeckt hat es!)

Da kann Ostern aber jetzt wirklich kommen!

Christine


PS: In der Juniorgruppe hat die Idee mit dem Ausmalen der Spielkarten für ein Memory-Spiel wunderbar funktioniert!
Gespielt wurde später ein Memory-Spiel und dann auch „links Mitte rechts“ bzw. „Das große Osterhüpfen
Beim Memory-Spielen die eigenen Karten finden
PDF zum Ausdrucken mit Klick aufs Bild

{MINT} Rapunzel und die Naturwissenschaft

Worum geht es heute?

Vor einiger Zeit dachte ich darüber nach, wie man Märchen mal richtig modern umsetzen kann. Ich persönlich finde, dass Märchen ein Stück Kulturgut sind und dass Kinder unbedingt Märchen kennen sollten. Nicht nur in der Disney-Variante, sondern klassisch.

Auch Märchen aus anderen Kulturkreisen erzählen wir ja von Zeit zu Zeit in unserer Reihe „Märchen der Welt“.

Zu Rapunzel hatte ich auf einmal die Idee, wie man das Märchen mit MINT-Inhalten ersetzen kann. MINT steht für die Bildungsbereiche Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Der Einfall kam mir, als ich das Buch „Super-Erfinder“ vom Dorling-Kindersley-Verlag mit meinem Sohn durchgeblättert habe. Wir haben wirklich viele Bücher aus dem Verlag. Seit mein Sohn auf der Welt ist, habe ich festgestellt, wie interessant gerade Sachbücher für Jungs sind. In diesem Buch geht es darum, große Ideen zu verstehen und nachzubauen. Ein spannender Ansatz, wie ich finde.

Buch vom Dorling-Kindersley-Verlag
Super Erfinder – Große Ideen – nachbauen und verstehen

Mit meiner Tochter habe ich schon immer so viele Bilderbücher gelesen. Auch mein Sohn liebt Bilderbücher und Geschichten, darüber hinaus entdecke ich aber, diese Hingabe sich in Forschungsgebiete zu vertiefen und ganz viel Faktenwissen über Themen herauszufinden. Ihm verdanken die Leseratten der Schreibwerkstatt zum Beispiel auch unsere Dinowochen.

Zurück zu den Super-Erfindern: Wir lasen also gerade über Türme und wie man Türme bauen kann, da kam mir die Idee, dass man so das klassische Märchen von Rapunzel in ihrem Turm mit einem Experiment verbinden kann. Und als ich schon mal am Überlegen war, kam die Idee auch die Haare von Rapunzel ins Thema einzubauen.

Turmbau und Haare

Neben das Märchenbuch legte ich zu Beginn der Stunde einige Haare und einen Turm und ließ die Kinder raten, um welche Geschichte es heute gehen könnte. Klar:  Haare + Turm + Märchenbuch = Rapunzel. (Und nee Kinder, das Chamäleon gibt es nur in der Disneyversion)

Ich las das Märchen vor und dann überlegten wir, ob es tatsächlich sein könnte, einen Menschen mit Kraft der Haare einen Turm hochklettern zu lassen. Eine knappe Mehrheit konnte sich vorstellen, dass das möglich sei.

Mit Haaren Dinge hochheben
Eins packt es schonmal

Dazu hatte ich das erste Experiment: Mit Hilfe einer Waage und einiger 25g schweren Keksverpackungen überlegten wir gemeinsam, wie viele Keksverpackungen ein einzelnes Haar wohl aushalten könnte? Eine Packung, zwei Packungen, drei oder sogar vier? Und wie viel Gramm haben wir bei vier Packungen à 25 g?

Riegel wiegen
50 g schafft es auch schon!
3 Packungen und 75 g hat das Haar ausgehalten!

Fast alle schätzen, dass 50 g möglich seien. Wir probierten und siehe da: nachdem wir das Haar mit Tesa an den Keksen befestigt hatten, schwebte die Packung am Haar gehalten. Auch 75 g funktionierten. Zumindest kurz. Nun zupften sich alle Haare aus und wogen alle möglichen kleineren Gegenstände ab und testeten, welche Gewichte ihre Haare halten konnten.

Wie viel kann dein Haar aushalten?

Danach gab es noch ein kleines Reibungsexperiment  zur elektrostatischen Ladung mit zwei Luftballons. Wie das funktioniert, findet ihr zum Beispiel hier schön erklärt.

elektrostatisches Ballon-Experiment
eine haarige Angelegenheit

Uns standen also buchstäblich die Haare zu Berge. Und schon ging es weiter. Nun überlegten wir, warum Haare beim Verbrennen stinken, aber im Alltag gar keinen eigenen Geruch haben.

Ein Haar verbrennen
Natürlich nur unter Aufsicht

Ich erzählte, dass in den Haaren Schwefelverbindungen waren, die durch das Verbrennen oxidieren (was Oxidation ist, habe ich nicht erklärt, das hätte an dieser Stelle zu weit geführt und irgendwann lernen sie es im Chemieunterricht). Also machten wir gleich den Geruchstest: einige Haare auf einen Teller, mit einem Streichholz anzünden, riechen. Ja, eindeutig stinkender Schwefel.

Nach so viel haarigen Experimenten, stand nur ein wenig Bastelarbeit an. Denn in dem Super-Erfinder-Buch hatte ich eine Anleitung gefunden, wie man aus Papier einen Turm baut.

Anleitung aus dem Buch
Alles klar, na dann, an die Arbeit!

Jede Menge Tesafilm wurde benötigt und Papier in DinA 5. Dann ging es los: die ganze Gruppe baute an dem Papierturm mit. Das war richtig spannend zu beobachte, wie der Turmbau  zum Gemeinschaftsprojekt wurde.

Zur Stärkung gab es zwischendurch noch Geburtstagsmuffins. Dann wurde bis zum Schluss weitergebaut. Vier Stockwerke zählte am Ende unser Turm.

Den Turm bauen – eine Gemeinschaftsarbeit

Hätten wir noch etwas mehr Zeit gehabt, hätte ich diese mit Turmspielen gefüllt: z. B. Jenga, RhinoHero oder der verzauberte Turm.

Thematisch hätte das auch wunderbar noch gepasst.

unser gebastelter Turm
4 Stockwerke!

Mich hat diese Stunde wieder ganz besonders motiviert auch immer mal wieder Sachbücher in die Gruppenstunden einzubauen und die Themenbereiche von MINT mit einfließen zu lassen. Ich finde den Ansatz Leseförderung mit Naturwissenschaften zu verbinden sehr spannend. Und wer weiß, dank meines Sohnes tummeln sich bei mir zuhause noch viele viele Sachbücher!

Ich schließe heute mit einem meiner liebsten Buchzitate:

Du öffnest ein Buch, ein Buch öffnet dich!

Christine

{Herzenswünsche} Im Garten der Pusteblumen

Im Tal der Windmühlen machen die perfekten Maschinen alles perfekt. Zu perfekt. Perfektes Essen, perfekte Erlebnisse, perfekte Freunde, alles kein Problem.
Nach und nach verlernen die Menschen das Wünschen.
Alle?
Nein, Anna die kleine Schneiderin
und der Vogelmann
haben
Träume.
Einen großen Herzenswunsch,
den sie sich erfüllen wollen. ✨

Im Garten der Pusteblumen von Noellia Blanco & Valeria Docampo
Wie diese ineinander verflochtenen Herzen erstellt werden, erfahrt ihr weiter unten

Wer die große Wörterfabrik von der gleichen Illustratorin kennt, weiß, wie wunderbar die Bilderbücher sind – ein Erlebnis an sich. In dieser Gruppenstunde konnten wir uns unseren tiefsten und verborgensten Wünschen stellen – ohne sie preiszugeben. 🤫

Ein völlig verschlüsselter Herzenswunsch, der erst entziffert werden kann, wenn das Herz geöffnet und entsperrt wird.

Unsere Herzenswünsche sind manchmal etwas sehr persönliches, aber auch etwas sehr wunderbares. Wenn man ihn ganz fest im Herzen behält, geht er vielleicht auch in Erfüllung.
Genau das haben wir vor!
Wir schreiben (ganz verborgen) unsere innersten Wünsche auf – und (passend zur Schneiderin) verflechten sie fest in ein Herz. ❤

verflochtenes Herzenswunsch-Herz aus Papier mit aufgemalten Herzen
Ein fertiges Herz

Für ein Herzenswunsch-Herz braucht man Papier. Hier findet ihr auch eine Druckvorlage; wenn ihr es selbst erstellen wollt, braucht ihr 2 Streifen mit Seitenverhältnis 3:1 pro Herz. Jeden Streifen in der Mitte falten, aus den Enden Halbkreise schneiden und dann so tief, wie die Streifen breit sind, 2, 3 oder 4 regelmäßige Einschneidungen machen. ✂️


[Druckvorlage als PDF]

Hat man die beiden Teile des Herzens fertig, schreibt man sich in das Innere des Herzens auf die entstandenen Streifen seinen geheimen Wunsch. ✏

Dann empfiehlt es sich, die Außenseite zu bemalen. Für jeden der 2 Teile seine eigene Farbe. Später kann man die Streifen so besser auseinanderhalten und es ergibt sich ein schönes zweifarbiges Karomuster. 🎨

Dann wird es kniffelig. Das Ineinanderflechten der Streifen der beiden Herzensteile besteht aus einem abwechselnden Einfädeln eines Streifen des einen Teils in oder um einen Streifen des anderen Teils. Dabei liegen die beiden Herzteile rechtwinklig zueinander. Bei 2 Einschnitten ist es da noch viel einfacher als mit 4 Einschnitten. ➰

Anleitungen dazu finden sich auch im Internet. ➿

Sobald das Herz fertiggeflochten ist, lässt es sich noch weiterdekorieren. Als schönen Zusatz haben wir uns noch kleine Herzen ausgestanzt oder gebastelt, auf die wir „freie“ Wünsche geschrieben haben – Wünsche, die wir mit anderen teilen und zwar im Herzen tragen wollen, aber großzügig an andere verteilen. Dadurch sind unsere Herzenswünsche mit Verschlüsselungsfunktion zu einem Wünscheportemonnaie geworden. 👛

💝 OK, um ganz ehrlich zu sein, war diese Stunde eine krankheitsbedingte Notfalllösung – aber mir und anscheinend auch vielen anderen hat es trotzdem gefallen. 💓 Die Herzen sind einmal was anderes, wenn auch ein wenig friemelig. 💞Unter der 2. Klassenstufe würde ich diese Bastelei nicht anbieten. 💖 Vor allem bei unseren jüngeren Leseratten haben wir auch erst ein Herz mit 2 Einschnitten angeboten. 💕

Wunschlos glücklich sehen wir uns beim nächsten Mal!

Ret

 

{Elefantöses Kamishibai} Elefanten im Haus

Viele Elefanten vor dem Kamishibai
Viele Elefanten

Wisst ihr was ich so besonders spannend beim Vorlesen finde? Man hat diese ganz unterschiedlichen Möglichkeiten wie man eine Geschichte präsentieren möchte. Ganz zu schweigen davon, wie viel Abwechslung alleine schon bei der Auswahl von den Geschichten auf dem Büchermarkt herrscht.

Ich lese sehr gerne aus Büchern vor oder erarbeite sie auch dialogisch mit meinen Leseratten. Aber auch Bilderbuchapps, Bilderbuchkinos mag ich sehr gerne weil sie Abwechslung in die Gruppenstunden bringen. Für das herrliche Kinderbuch „Elefanten im Haus“ habe ich mein Kamishibai wieder einmal zum Einsatz gebracht. Dieses japanische „Bilderbuchkino“ blickt auf eine lange Erzähltradition zurück und wurde in Japan von Märchenerzählern von Dorf zu Dorf transportiert. Mit Scherenschnitten oder Bildern lies der Märchenerzähler dann im Holzrahmen Geschichten lebendig werden und verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt.

Heute gibt es fertige Bildkarten zu zahlreichen Geschichten. Besonders viele findet man im donBosco-Verlag, dort auch zu religiösen Festen oder jahreszeitlichen Themen. Aber auch der Beltz-Verlag hat mittlerweile Klassiker wie den Grüffelo im Format für Kamishibais aufgelegt.

Diese fertigen Bildkarten haben auf der Rückseite den zu lesenden oder erzählenden Text und auf der Vorderseite ganz groß die Bilder zur Geschichte.

In der Geschichte „Elefanten im Haus“ geht es um ein Kind, das mit seinem Vater in einem Mehrfamilienhaus lebt – leider ganz ohne Kinder. Als neue Nachbarn einziehen, ist die Stimmung im Haus erst einmal sehr bedenklich: die sind ganz anders. Die essen andere Sachen, die riechen anders, sehen anders aus. Und laut sind sie auch noch. Naja, es sind eben Elefanten.

Für die Protagonistin ist das alles ganz egal: hier ist nur eine Frage wichtig! Haben die Kinder? Ja, das haben sie und so, wie Kinder auch im wirklichen Leben schnell neue Freundschaften schließen, finden sich auch hier die Kinder schnell zusammen und sehen das „Anderssein“ einfach auch ein wenig als exotisches Abenteuer.

Und am Ende erfahren die anderen Hausbewohner auch, dass es durchaus Vorteile hat „Elefanten im Haus“ zu haben.

Elefanten – auch in unserem Haus!

Die Geschichte eignet sich herrlich um über Fremdsein, Anderssein, Ausländerfeindlichkeit oder auch positiv über Toleranz zu sprechen. Uns hat es sehr viel Freude gemacht über die Geschichte zu diskutieren.

Losgebastelt!

Und dann wurde es richtig bunt: wir hatten verschiedene Elefantenstationen und die Kinder konnten unterschiedliche Elefanten basteln – mit Luftballon-Rüssel, als Origami oder auch zum Aufstellen – so bunt und einzigartig wie wir Menschen eben sind. Und jeder ganz anders und ganz besonders.

Die Elefanten als Fingerpuppen oder mit Hexentreppe hatten wir schon einmal in einer Gruppenstunde zum Thema Elefanten.

[Druckvorlage als PDF]

Besonders schön und vielfältig waren unsere Luftballon-Elefanten:

Aus den Aufstell-Elefanten hatten wir am Ende eine ganze Herde!

[Bastelvorlage als PDF]

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Kennenlernen der Elefanten um euch herum
Christine

{Tierische Weihnachten} Dr. Brumm und der Weihnachtsbaum

Mit unserem „Geschichtenzauber im Advent“ wollen wir in der Lese- und Schreibwerkstatt besonders weihnachtlich das Jahr abklingen lassen. Dieses Jahr stehen die Advent unter dem Thema „tierische Weihnachten“.

Und zur Weihnachtszeit gehört natürlich auch ein Weihnachtsbaum!

Das weiß auch Dr. Brumm, der etwas chaotische Bär. Als er sich einen Tannenbaum holen will, erlebt er auch dieses mal eine Wilde Geschichte

Am Ende geht aber wieder alles gut aus und Dr. Brumm, Dachs und Pottwal haben ihren Tannenbaum.

Passend zur Geschichte hatten wir drei Aufgaben. Zum einen wollten wir einen eigenen Weihnachtsbaum basteln.

Eine Videoanleitung findet ihr auf YouTube. Der Tannenbaum eignet sich besonders gut für ein LED-Teelicht (kein echtes Teelicht).

Grün war eine beliebte Farbe, aber Blautöne und Weiß eignen sich für eine Winterlandschaft auch.

Für zwischendurch gab es Bärenvorlagen zum Basteln.

Im Nachhinein haben wir bemerkt, dass der Autor von Dr. Brumm einen Hampelbär als Download zur Verfügung stellt. Wer also einen eigenen Dr. Brumm als Hampelmann basteln will, kann die Vorlage von Daniel Napp benutzen.

Highlight waren aber die Cupcakes zum Selbstdekorieren.

Da wir den Backofen diesmal nicht benutzen wollten, hatten wir schon alles vorbereitet.

Einen Boden mit Schokogeschmack als Basis, als Gesichtsfarbe Schokofondant, die Ohren aus Oreostückchen, die Augen aus Smarties, die Schnauze aus Amaretto-Kekschen und dann alles noch ein wenig mit Lebensmittelfarbe ausschmücken. Ein fantastischer Bären-Cupcake, ganz nach eigener Vorstellung:

Socken für unsere kleinen Raben

Auch in der Juniorgruppe ging es weihnachtlich weiter. Und es gab auch schon einen Wunsch: Der kleine Rabe Socke. „Alles verschenkt!“ ist ein kurzes Buch – deswegen habe ich mir ein paar Spielideen ausgedacht:

  • Nimm Socke!
    Wie Reise nach Jerusalem, nur dass statt Stühle Socken kreuz und quer im Raum verteilt werden. Wenn die Musik aufhört, Socke schnappen.
    Material: Socken, eine weniger als Spieler
  • Sockenweitwurf
    Material: 1 Socke, evtl. schwerere Füllung
  • (Sockeneimer
    2 Teams versuchen, einen Behälter mit Wasser zu füllen, aber nur mit einer Socke als Transportmittel. Material: 2 Socken, 2 wassergefüllte Eimer, 2 Behälter)
    für wärmere Zeiten geeignet
  • Sockenfühlen
    Gegenstände in Socken verstecken, nach Ertasten raten lassen. Material: Socke, Gegenstände
  • Der Bart des Weihnachtsmannes

Entschieden haben wir uns dann für „Nimm Socke!“ – was am Anfang ganz gut funktioniert hat, aber trotz festlicher Weihnachtsmusik war bei den letzten übriggebliebenen Kindern nicht viel Bewegung dabei. Dafür haben wir aber auch unser Bastelprogramm:

Weihnachtssocken, damit der Nikolaus eine kleine Nascherei hineinstecken kann oder damit man selbst ein gemaltes Bild für die Eltern hineinstecken kann, passen ganz gut zum kleinen Rabe Socke.

Um dem ganzen einen gerundeten Abschluss zu geben – und weil die kleinen Lesemäuse heute erstaunlich schnell waren – gab es eine zweite Geschichte zum Vorlesen: „Ganz schön clever, Opa Bär“. Bei diesem Buch konnten die Kinder wunderbar die Gangarten der Tiere nachmachen; vom Bär stapf, stapf, stapf über den Fuchs pirsch, pirsch, pirsch bis hin zum Eichhörnchen hüpf, hüpf gingen wir alle den Berg hinauf, an diesem „perfekten Tag!“ Das hat mich besonders gefreut, denn seit „Josefine Meerschwein – Freunde sind ein großes Glück“ halte ich immer wieder Ausschau nach Bilderbüchern, bei denen man kleine Bewegungsaktionen einplanen kann, was bei den kleinen Mitlesern schön ankommt.

Countdown bis Heiligabend läuft, die ersten Türchen im Kalender sind geöffnet! Bis zum nächsten Mal,

Ret

{Vorlesen an ungewöhnlichen Orten} Malalas magischer Stift

Unsere Reihe Vorlesen an ungewöhnlichen Orten geht in die dritte Runde – und dieses Mal bewegen wir uns ganz aus Nalbach heraus in die nächste Ebene: den Landkreis Saarlouis. In Saarlouis treffen wir den Landrat Patrik Lauer. Mit ihm gehen wir auf Reise in ein fernes Land und erfahren, wie wichtig es ist, seine Stimme zu erheben und sich für die Rechte anderer Menschen einzusetzen und ihnen zu helfen.

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Malalas Geschichte

Malala ist ein Mädchen, das in Pakistan geboren wurde. Pakistan ist ein Land, das an Indien angrenzt und es ist ein Land auf der Welt, in dem es Frauen immer noch am schlechtesten geht, weil sie dort die wenigsten Rechte haben und unterdrückt werden. (Die Vereinten Nationen stellen Pakistan beim Index der geschlechtsspezifischen Entwicklung an 133ster von 160 Stellen. Beim Global Gender Gap Report vom Weltwirtschaftsforum steht Pakistan an zweitletzter Stelle.)

Malala ist ein ganz normales Mädchen, das auf die Schule geht, aber dann sind da Sachen passiert, da wurde es auf einmal schwierig überhaupt auf die Schule gehen zu können. Und dann hat man zwei Möglichkeiten. Man kann aufgeben. Oder man kann sagen, dass die Schule einem wichtig ist, dass da etwas passieren muss. Genau das hat sie gemacht und hat letztendlich soviel damit bewirkt, dass sie zur jüngsten Friedensnobelpreisträgerin der Welt wurde. Den bekommt man dann, wenn man sich für etwas ganz Besonderes einsetzt.

Und diese Geschichte haben wir erfahren, indem uns Landrat Patrik Lauer uns aus dem Bilderbuch „Malalas magischer Stift“ vorliest.

Zu Hause schaute sie gerne die Serie Shaka Laka Boom Boom, in der ein Junge einen magischen Stift hatte, mit dem er seine Zeichnungen zum Leben erwecken konnte.


Lauer: [liest]

Wenn ich einen magischen Stift hätte, würde ich ihn benützen, um das Schloss an meiner Tür anzubringen, damit meine Brüder mich nicht stören könnten. Oder die Zeit anzuhalten, damit ich morgens noch eine Stunde schlafen könnte. Oder den Gestank des Müllbergs in der Nähe unseres Hauses zu beseitigen. Oder ich würde ihn dazu benützen, andere Menschen glücklich zu machen. Ich würde die schönsten Kleider der Welt für meine Mutter zeichnen. Die besten Gebäude des ganzen Tals für meinen Vater zeichnen, damit er viele Schulen eröffnen könnte, in den Kinder umsonst lernen könnten. Oder einen richtigen Ball zeichnen, damit meine Brüder und ich nicht mehr mit einer alten Socke spielen müssten, die mit Abfall gefüllt ist.

[…]

Christine: Jetzt überlegt mal, ihr hättet einen magischen Stift, was würdet ihr denn machen?

Ich: Eine Tafel Schokolade, die nie leer wird…

Christine: Mein Sohn würde sich den größten Eisbecher der Welt malen.

LSW: Ich würde anderen Menschen helfen wollen und Armen Kleider und Geld geben, für die, die es sich nicht leisten können.

Elisa: Ich glaube ich würde mir Flügel malen. Ich glaube, ich würde auch gucken, dass ich armen Kindern helfe, indem ich ihnen Geld gebe […], dass sie sich was kaufen können oder essen. […]

LSW: Ich würde malen, dass andere Kinder auch zur Schule können.

Christine: Das Thema haben wir gerade in der Mittwochsgruppe. Aus der Elfenbeinküste ist da gerade ein Lehrer da, der Olivier, und der hat am Mittwoch erzählt, wie es an der Elfenbeinküste aussieht. Da sind die Kinder 50, 70 Schüler in einer Klasse. Da haben die Jugendlichen aus der Mittwochsgruppe, die haben dann auch so Augen gemacht, als der erzählt hat. […]

LSW: Ich würde meinen Freunden noch einen magischen Stift malen.

Christine: Das ist schwer clever!

Lauer: [liest weiter]

[…] wenn ich den magischen Stift hätte, dann würde ich ihn benützen, um eine bessere Welt und friedlichere Welt zu zeichnen. Als erstes würde ich Krieg, Armut und Hunger ausradieren. Dann würde ich Mädchen und Jungen als gleichberechtigt bezeichnen.

[…]


Doch Malala kann sich nicht auf einen magischen Stift verlassen und bemüht sich darum, die beste Schülerin der Klasse zu sein. Nach ein paar Jahren wird es gefährlicher und immer mehr Mädchen kommen nicht mehr in die Schule. Malala beginnt zu schreiben, darüber, wie es ist, mit Angst zur Schule gehen zu müssen, darüber, wie stolz sie darauf ist, auf die Schule zu gehen. Und Leute aus der Welt hören ihr zu.

Das war ziemlich mutig. Denn hier kommt ein schwarzes Kapitel. Man hat versucht, sie aufzuhalten, man hat einen Anschlag auf sie verübt. Zum Glück hat sie das nicht aufgehalten, ganz im Gegenteil.

So hat Malala ihren magischen Stift gefunden, indem sie selbst hart daran gearbeitet hat, ihre Stimme zu erheben, den Mut zu haben, für ihre Überzeugungen ihre Stimme zu erheben. So hat sie es vor die Vereinten Nationen geschafft und vor allen gesprochen, vor den mächtigsten Botschafter der Welt.


Lauer: [liest]

Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt retten.

Das war also die Geschichte.


Christine: Und es war tatsächlich so, dass die Menschen, die auf der schwarzen Seite im Buch Malala verboten haben, auf die Schule zu gehen, die haben ja auch viele andere Sachen verboten – und sie hatten wirklich eine solche Angst davor, dass Malala bekannt macht, was dort geschieht, dass sie irgendwann einen Anschlag im Bus gemacht hatten. Malala wollte also mit dem Bus fahren, die Leute haben einen Anschlag auf sie gemacht und haben ihr dann auch in den Kopf geschossen. Wie durch ein Wunder hat sie das ganze überlebt, hat Pakistan dann aber auch verlassen müssen. Seither hat sie in England eine Heimat gefunden. Und das war was, womit die Leute, die Malala unterdrücken wollten, nicht gerechnet hatten, denn dann hat auf einmal die ganze Welt hingeschaut. Die ganze Welt hat mitbekommen, dass die ein Mädchen umbringen wollten, weil es die Wahrheit sagt, weil es einfach sagt: „Ich will doch lernen. Ich will doch in die Schule gehen.“ Stellt euch mal vor, man würde euch verbieten, in die Schule zu gehen. Da würdet ihr im ersten Moment noch lachen und sagen, „juhu, keine Schule“, aber diese Menschen würden euch auch verbieten, Mädchen sollen auch keine Musik hören. Also, die haben ganz viel verboten. Dass Mädchen nicht in die Schule sollen, bedeutet ja, Mädchen sollen nicht Schreiben lernen. Die sollen nicht lernen, dass es auf der Welt Dinge gibt, die wichtig sind. Sondern, die sollen ganz klein in ihrer Familie sein und einfach nur putzen und kochen und für mehr sind Frauen gar nicht gut. Das ist es ja, was man damit sagen möchte. […] Und deswegen hat Malala auch gekämpft, es geht ja nicht nur darum, dass Mädchen nicht in die Schule können, man nimmt ihnen auch die ganze Zukunft weg. Man nimmt ihnen alles weg und dürfen keinen Beruf erlernen. Nein, statdessen, sei eine kleine Dienerin für ihre späteren Männer.

LSW: Da waren auch die Männer an der Macht und die Frauen durften fast gar nichts machen.

Christine: Das haben wir auf der Welt leider noch an vielen Orten. Das war früher auch hier so. In Pakistan, zum Beispiel, ist es so, dass Frauen nur mit der Erlaubnis ihrer Männer überhaupt arbeiten dürfen. Und das war bis in die 70er Jahre hier in Deutschland sogar so. Das wissen die meisten gar nicht mehr, aber bis Mitte der 70er Jahre, da waren eure Mütter, je nachdem, wie alt sie sind, oder vielleicht eher eure Omas, wenn die arbeiten wollten, mussten sie ihren Mann um Erlaubnis fragen. Sie mussten fragen: „Erlaubst du mir, dass ich arbeiten darf?“ Da würden die Frauen heute auf die Barrikanden gehen. Wenn da heute ein Gestz käme, da würden wir alle stehen. Aber was macht man, wenn es so ein Gesetz noch gar nicht gibt? Dann muss man darum kämpfen. Und die Frauen haben überall auf der Welt kämpfen müssen. […] Und deswegen ist es auch so wichtig, dass es einen jungen Menschen wie Malala gibt, der zeigt, dass sie nicht zu klein oder zu jung oder so ist, sondern selbst als Kind schon etwas bewegen kann. Und das ist eine ganz, ganz wichtige Geschichte, gerade weil sie wahr ist.


Und mit magischen Stiften wäre es so einfach, Dinge zu verbessern. Wir haben aber keine magischen Stifte. Dafür haben wir aber normale Stifte, und wir haben unsere Stimme und unsere Gedanken, und das ist ein Werkzeug, mit dem man schon einiges verändern kann. Wie wir die Welt selbst verändern können, dazu ist den Leseratten auch gleich etwas eingefallen:

Wie wir Menschen helfen

LSW: Kochen, für andere Menschen, die das brauchen.

LSW: Für Arme Sache spenden, die man nicht mehr braucht. Kleider und so. Oder Geld.

LSW: Wenn man lange Haare hat, kann man sich die abschneiden und sie spenden, wenn jemand Krebs hat, kann der die tragen.

Christine: Wir könnten auch Bücher verkaufen. Das machen wir ja auch tatsächlich immer. Das heißt, der Bücherflohmarkt, den wir organisieren, der ist sowas, wo jeder einzelne von euch schon mitgeholfen hat und damit ja auch versucht hat, die Welt ein bisschen zu verbessern. Wer von euch kann denn sagen, er hat schonmal was Gutes gemacht?

LSW: Gestern habe ich meinen Eltern geholfen, auf meine Schwester aufzupassen.

Christine: Ich würde auch sagen, es sind ganz oft die kleinen Sachen im Alltag. Ich sag euch mal was anderes, ganz oft hat man ja in Klassen auch Kinder, die Außenseiter sind […], das sind auch so Sachen, wo jeder, jeder einzelne etwas machen kann.

LSW: Ich habe schon oft mit meiner Mama geschrubbt, saubermachen helfen und kochen.

Christine: Ja, das sind die kleinen Sachen im Alltag, die helfen, aber darüber hinaus kann man auch einen Schritt weitergehen und beispielsweise sagen, wenn wir die Bücher verkauft haben, im letzten Jahr, haben wir es hier an den Kreis gemacht. Und deswegen ist es auch ganz gut, dass wir heute hier sind, im Landkreis, denn der Landkreis selbst, der sorgt natürlich auch dafür, dass es Sachen gibt, wie man Leuten helfen kann. Das können wir uns ja erzählen lassen. Da haben wir ja sozusagen den Chef hier sitzen.

Lauer: Ja. […] Wir haben z.B. ein Projekt, das heißt Bürger in Not, und dieses Projekt ist eins, wo wir Menschen helfen, denen niemand anderer hilft. D.h., wir haben hier in Deutschland Situationen, dass es hier ganz viele Gesetze gibt, ganz viel Hilfeleistung für Menschen. Wenn ihr z.B. […] studiert, dann gibt es ein BaFöG, das ist für Studenten, deren Eltern nicht so wohlhabend sind, damit sie Geld bekommen, damit der Staat sie unterstützt. […] Deutschland hat ganz viele Hilfesysteme aufgebaut, trotzdem passiert es immer wieder, dass Menschen in eine Situation kommen, wo der Staat gar nicht daran gedacht hat und sie auf einmal unverschuldet in einer Notlage sind und da gibt es nichts. Die stehen da und kommen nicht weiter. Da geht es z.B. darum, wenn ein Kind bei seiner Mama lebt und die Mama muss in Kur oder ins Krankenhaus, gibt es keine Regelungen, wer die Fahrtkosten zahlt, damit das Kind mal seine Mama besuchen kann. Sowas ist überhaupt nicht vorgesehen. In solchen Fällen helfen wir zum Beispiel. Oder wenn jemand nach einem Wohnungsbrand eine Erstausstattung braucht, weil die Versicherung zunächst noch nicht zahlt, dann helfen wir auch und in vielen, vielen anderen Fällen. Wir haben jedes Jahr tatsächlich 70 bis 80 Menschen, die zu uns kommen und denen wir Hilfe geben, weil wir sagen, ja, die sind unverschuldet in eine Notlage geraten, und die bekommen eine Spende, das können manchmal nur 200, 300 € sein, wenn es notwendig ist, das Höchste war 5000 €, um zu helfen. Das war dann auch ganz schlimm, wenn wir so viel helfen, dann ist der auch in einer ganz schlimmen Situation. Mit diesem Geld helfen wir Menschen mit existentieller Not. Das können wir nur, das ist ein Topf, der Bürger in Not Topf, der wird nur durch Spenden gespeist. D.h., es sind immer Initiativen wie eurer oder Spenden von Privatleuten oder Spenden von Firmen, die Geld sammeln […] Deswegen sind wir darauf angewiesen, dass wir jedes Jahr, wie von euch jetzt, von eurem Bücherflohmarkt, wo wir ganz stolz darauf sind und froh sind, dass wir Geld erhalten, damit wir den Menschen hier in unserem Landkreis helfen können.

Christine: Wir haben ja 1000 € gespenden. Das heißt, wie viele Bücher haben wir verkauft? Ein Buch sind 50 Cent.

LSW: 2000.

Christine: Stellt euch mal vor: 2000 Bücher. Das sind eine ganze Menge. Und dafür wird dann irgendwo jetzt einem oder ein paar Menschen mit Geld geholfen. Das heißt, jeder einzelne von euch, der an dem Tag Bücher geschleppt hat, aufgebaut hat, der hat damit z.B. auch beigetragen, dass auf diesem Weg jemandem geholfen werden kann. Das der Bücherflohmarkt überhaupt klappt, das geht nur, weil das gnaze Jahr über ein kleines und starkes Team das Lager besetzt. Jede zweite Woche geht es ins Lager und nimmt Buchspenden an und räumt und sortiert das, und das machen sie alle in ihrer Freizeit. Das machen sie einfach so. Die denken dann, das ist mein Anteil im Leben, da kann ich so einen kleinen Beitrag machen. […]
Jetzt hören wir noch, was so ein Landkreis noch so macht.

Wie der Landkreis Menschen hilft

Lauer: Wir fangen schon ganz früh an: Beim Kindergarten kümmern wir uns darum, dass von Anfang an Kinder von früh an Bildungsinhalte bekommen, dass schon früh gelernt wird im Kindergarten, dass da Zweisprachigkeit ist mit Französisch, ob das kleine FOrschungsprojekte sind […], die werden von uns initiiert, werden von uns auch mitbezahlt. Der Landkreis gibt also auch Geld dafür, damit solche Projekte stattfinden können. Wir bezahlen jede Erzieher_in im Kindergarten, wir schauen auch, dass ausreichend Erzieher_innen im Kindergarten sind und da bezahlen wir auch immerhin fast die Hälfte der Personalkosten. Das wissen kaum Leute […]

Dann kommen wir in die Grundschule, da sind wir bei dem Thema Bildung, da sind wir ganz stark dabei. […] Ab der 5. Klasse kommt ihr alle in Schulen des Landkreises. Dem Landkreis gehört also [z.B. das Robert-Schumann-Gymnasium in Saarlouis oder die Gemeinschaftsschule am Litermont in Nalbach] und ist auch für die Schule verantwortlich. […] Auch alle Berufsbildungszentren, wenn ihr später mal eine Ausbildung macht oder ihr macht dort ein Fachabitur, auch die gehören zum Landkreis, und die Förderschulen. Insgesamt 28 Schulen – und an den 28 Schulen kümmern wir uns um alles, sage ich mal, außer um die Lehrer und die Noten. Die Lehrer, dafür ist der Bildungsminister zuständig, und für die Noten sind eure Lehrer zuständig. Aber alles andere, ob ihr einen Beamer in der Klasse habt, wie eure Tische aussehen, wie die Ausstattung des Schulhofes ist, wie die Turnhalle aussieht mit allen Gerätschaften, ob ihr mit Whiteboards arbeiten könnt, die Ausstattung für den Musikunterricht, all das übernimmt der Landkreis, der ist auch zuständig für die Schulsekretär_innen […], die Schulbuchkoordinator_innen, wo ihr euch die Schulbücher ausleihen könnt, die Hausmeister_innen, die Reinigungskräfte, aber auch die Schulpsychologen und die Schoolworker […]

Was für uns auch ganz wichtig ist, ist dass wir sagen, jedes Kind muss in der Schule ein gutes und gesundes Mittagessen haben. Deswegen haben wir ganz viele Schulmensen gebaut, fast an jeder Schule, an den meisten wird sogar frisch gekocht […] Das kennt ihr vielleicht auch aus der Grundschule in Nalbach. Da war ich, das weiß jetzt wahrscheinlich auch niemand von euch, bis vor 7 Jahren euer Bürgermeister. Eure Grundschule wird ja jetzt 10 Jahre alt und die habe ich noch gebaut, hatte auch das große Glück, dass ich da die Christine getroffen habe, sie war ja die erste Leiterin der offenen Ganztagsschule. Die hat die ganze Ganztagsschule, wie wir sie kennen, aufgebaut und die ist ja auch ganz toll und erfolgreich. Und damals haben wir als erste Grundschule im Saarland eine Küche in eine Schule gebaut und haben dafür gesorgt, mit der Firma Schwed zusammen, dass ihr ein gutes Mitagessen bekommt. Und diese Philosophie, dass wir sagen, viele Kindern kriegen, wenn wir uns nicht darum kümmern, wahrscheinlich gar kein gutes Mitagessen. Deswegen legen wir da großen Wert darauf […], wir versuchen aber auch, Kinder in vielfältiger Weise zu fördern, auch inhaltlich zu fördern. Wir haben z.B. als Landkreis hier in Saarlouis ein Schülerforschungszentrum eröffnet, mit ganz viel Aufwand. Da kann man mit der Klasse hingehen, da soll das Interesse von Kindern an Naturwissenschaften geweckt werden, an Ingenieurswissenschaften, an Mathematik, an Informatik, an Physik und v.a. ist das ein Programm, das für Mädels gedacht ist, weil wir wollen, dass sie denken, dass ist alles nur Jungensachen, die Technik, sondern viele Mädchen stellen fest, dass Technik gar kein Hexenwerk ist, sondern, wenn man sich damit beschäftigt, ist das sogar recht durchschaubar und vielen macht das dann auch Spaß. Und genau das wollen wir, Spaß an der Technik wecken. […] Die die sich dafür interessieren, die machen dann auch bei Jugend Forscht Projekten mit, da bieten wir ganz viel an, auch schon im Grundschulalter. Wir haben auch ein Projekt, das leider nicht ganz so gut anläuft, wie wir es uns gewünscht hätten, das haben wir MINTegration genannt. MINTegration, das richtet sich insbesondere an junge Mädels, v.a. solche, die zu uns aus einem anderen Land gekommen sind. […] Das Schülerforschungszentrum könnte ja auch mal ein besonderer Ort zum Vorlesen sein.

Christine: Das wäre super [gerät in viele neue Gedankengänge]

Lauer: Wir haben auch für Kinder, die Lernschwierigkeiten haben, oder Kinder, die Probleme haben und nicht gerne zur Schule gehen wollen, für die gibt es auch Projekte, die der Landkreis betreut, wir haben also einen eigenen schulpsychologischen Dienst. […] Wir hatten jetzt ein großes Reha-Projekt, da ist es uns gelungen, da hatten wir 6 Kinder, die psychisch so angeschlagen waren udn so viele Probleme hatten, dass sie sich geweigert hatten, zur Schule zu gehen. Das fanden wir ganz schlimm, da hilft es aber auch nicht, wenn man sie bestraft, das waren keine Schulschwänzer, das waren wirklich Kinder, die konnten nicht. Die haben Schweißausbrüche bekommen, wenn sie nur das Schulgelände gesehen haben, die hatten ganz, ganz schlimme Probleme. Wir hatten jetzt versucht denen zu helfen. Da haben wir es geschafft, in einem halben Jahr, haben wir von 6 Kindern 3 wieder in den normalen Schulbetrieb integrieren können, die waren dann wieder so stark, dass sie gesagt haben, jawoll, ich kann wieder zur Schule gehen.
Also, das waren Schüler, wir machen auch ganz viele andere Sachen, wir helfen v.a. älteren Menschen, da sind wir eingetlich der Hauptansprechpartner. Wir versuchen alles, damit ältere Menschen in ihren eigenen vier Wänden alt werden können. […]

Christine: Und die Menschen werden ja immer älter. Und ihr werdet noch älter, als die Menschen heute. Wer von euch hat denn von euch eine Urgroßmutter?

LSW: Meine Urgroßmutter, die ist im Dezember 96 geworden.

LSW: Meine eine Uroma ist 90, meine andere ist 89.

LSW: Meine ist 87.

Elisa: Mhh, irgendwas mit 80…

Christine: Die Uroma ist Mitte 80. 86 oder 87. […]

Lauer: Einige von ihnen werden kränker, nicht alle, aber einige. […] Dann stellt sich auch manchmal die Frage, ob sie zu Hause alleine noch zurechtkommen. Es gibt ja Menschen, die sind körperlich erkrankt, es gibt aber auch Menschen, bei denen lässt das Gedächtnis nach […] und da kann es schon zu schwierigen Situationen kommen. […] Die meisten Menschen, die so alt und krank sind, wollen aber nicht in ein Pflegeheim, sonder fast alle Menschen wollen zu Hause alt werden. Ich glaube, das könnt ihr euch gut vorstellen. […] Deswegen organisieren wir ganz viele Hilfsprogramme für ältere Menschen, wir gucken z.B., dass es Lieferdienste gibt […], wir versuchen aber auch, ältere Menschen, wenn sie kein Aute mehr fahren können, mobil zu halten, dass es Bürgerbusse gibt, die die Menschen zum Einkaufen bringen, was auch wichtig ist, weil sie dann sehen, was es alles im Supermarkt gibt, treffen dort ein paar Leute, dann werden sie nicht so einsam. Wenn sie nur zu Hause sitzen und nur Fernsehen gucken, […] dann ist das eigentlich auch nicht gut für sie. […] Wir haben Wohnraumhilfen, die helfen z.B. den Menschen ihre Bäder umzubauen […], wir vermitteln ihnen Zuschüsse, wir erklären, wie sie zu Hause leben könne, auch mit Begleitung.
Wir machen aber auch ganz viel für das mittlere Alter, wir fördern Wirtschaft, wir machen Tourismus […], wir kümmern uns um arbeitslose Menschen, dass sie wieder in Arbeit kommen, […] gerade bei jungen Menschen haben wir stark bei 25, da gibt es 10 verschiedene Werkstätten, wo junge Menschen da mal ausprobieren können, was ihnen Spaß macht… Also ganz, ganz viele Projekte.

Christine: Da fällt mir noch so ein tolles Projekt ein. Das nennt sich Lese- und Schreibwerkstatt!

Lauer: Ach so, ja, entschuldigung, das ist auch ein Projekt, das wir bezahlen, stimmt! Was für ein tolles Projekt! Dann haben wir das Jugendamt, ja, das Jugendamt hilft auch immer, wenn jemand in Schwierigkeiten steckt. Eigentlich sind wir, ich sag immer, für die Menschen zuständig, die Probleme haben im Leben. […] Auch die, die keine eigene Stimme haben, wie Malala, oder sich nicht trauen ihre eigene Stimme zu erheben. […] Und ich glaube, das ist der Grund, warum so wenige Menschen wissen, was der Landkreis macht. Denn, wenn ihr euch vorstellt, ihr hättet Probleme in der Familie, dann kommt häufig vom Landkreis die Hilfe. Dann freut ihr euch zwar, aber ihr erzählt das dann nicht weiter, weil ihr nicht wollt, dass jemand anderes weiß, dass ihr da Probleme habt oder dass ihr arbeitslos seid oder dass ihr Probleme in der Schule habt. Das ist ja etwas, worüber die Menschen nicht gerne drüber reden. Das ist schon gut, wenn sie sich an uns wenden, aber das erzählt man nicht dem Nachbarn. […]
Aber wir sind ganz stolz, dass wir den Menschen helfen können, weil ich denke, dass das ganz wichtig für den Zusammenhalt ist. […]
Noch eine wichtige Funktion: Was steht denn auf dem Nummernschild vom Auto eurer Eltern?

LSW: SLS

Lauer: Genau, das bedeutet, ihr gehört zum Landkreis Saarlouis. Und diese Nummernschilder bekommt ihr […] in der KFZ-Zulassungsstelle, die ist genau gegenüber von ihr, da muss man hin, wenn man ein neues Auto hat. […]
Und wer baut ein Haus?

LSW: Wir sind am Umbauen.

Lauer: Ja, und wenn man umbaut, dann braucht man eine Baugenehmigung. Und auch dafür ist der Landkreis zuständig. […]

Unsere magische Stifte

Nachdem wir uns schon Gedanken gemacht hatten, wie wir in der Welt mithelfen und sie Stück für Stück verbessern können und was wir tun würden, wenn wir einen magischen Stift hätten, geht es jetzt daran, das umzusetzen. Denn wir haben jeder tatsächlich fantastische, goldene Stifte bekommen.

Die Stifte wurden uns netterweise von Edding speziell für diesen Tag geschenkt. Dazu gab es auch eine Leseraktion vom NordSüd-Verlag: Bis zum 30. Juli 2018 konnten wir unsere Zeichnungen an den Verlag senden – im Herbst sollen die Zeichnungen Malala überreicht werden.

unseren fleißigen Leseratten fällt auch gleich ein, wie sie die Welt verbessern können
den Müll von der Straße aufheben
beim Bücherflohmarkt helfen

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich an Patrik Lauer für seine Zeit, fürs Vorlesen und für die Gastfreundschaft, Edding für die goldenen Stifte, NordSüd für ein wertvolles Bilderbuch und Malala für ihren Mut und ihre Stimme.

Gruppenbild mit Patrik Lauer

Bis zum nächsten Mal – und denkt dran:

„Lasst uns unsere Stifte und Bücher ergreifen. Sie sind unsere mächtigste Waffe.“ – Malala Yousafzai

Ret

SorTier-Spaß mit dem SorTier-Buch

Was habe ich wieder ein schönes Buch für meine Leseratten entdeckt: das Sortierbuch!

SorTIERbuch von Ann Cathrin Raab

Und damit die Kinder zum Thema geführt werden, habe ich in dieser Stunde einfach einmal eine Kiste Legosteine ausgekippt und gemeint: Sortiert mal! Das haben die Kinder mit Feuereifer gemacht und festgestellt: man kann ja nach ganz unterschiedlichen Varianten sortieren: nach Farben, nach Größe, nach Art der Teilchen (Räder, Figuren).

Lauter lose Legos. Lossortiert!

Und schon waren wir mitten im Sortierthema (ehrlich, so fleißig wie meine Kinder in der Stunde sortiert haben, werden die Kinderzimmer daheim nicht aufgeräumt). Jeder durfte nach ein paar Minuten vorstellen, für welche Sortierart er sich entschlossen hat und wir kamen zum eigentlichen Vorlesen:

Eine herrlich verrückte Idee steckt hinter dem Sortierbuch, die uns allen eine wunderbare Gruppenstunde bereitet hat. Die Idee: im Buch gibt es auf jeder Doppelseite jede Menge ganz unterschiedliche Tiere. Die sind ganz einfach illustriert und tummeln sich immer unter einem anderen Motto.

Das Motto habe ich verdeckt und habe die Kinder jedes Mal raten lassen, nach welchem Schema die Tiere sich wohl gerade am Sortieren sind. Das hat schon für manchen Lacher gesorgt: Flieger nach oben, Landtiere nach unten. Ja, das war noch ganz leicht. Aber manchmal musste man schon ganz genau schauen, wie sich die Tiere zusammen tun.

Danach haben wir alle ebenfalls kleine Tiere gestaltet und dann als Gruppe ebenfalls Sortier-Bilder auf ein Laken gelegt und uns Themen ausgedacht. Da waren alle mit Feuereifer dabei.

Gegen Ende haben wir uns dann noch sortiert: draußen haben wir uns nach Größe, Haarfarbe etc ebenfalls geordnet.

Das Sortierbuch kommt mit wirklich viel Spielfreude daher und fordert die Kinder auf, genau hinzuschauen und zu beobachten.

Spinnen haben 8 (hier auch manchmal 6) Beine

Pumpf

Christine

{Der gereimte Löwe} Bissige Basteleien

Manchmal hat James Krüss einfach die besten Kinderreime und man muss einfach eine ganze Gruppenstunde um eins seiner Gedichte planen.

Wir gehen Krüss jetzt auf den Leim
Und suchen für ihn einen Reim,
Was könnt’s nur sein, was meint denn ihr,
Wer ist für Löwe Partnertier?

Und sobald wir das erfahren haben, wollen uns wir nach der Aufregung ein klein bisschen bewegen.

Kinder stehen im Kreis
Löwe – Möwe – Affe – Giraffe

Wir kennen das Spiel als den „Grinch“, anderswo nennt man es „Kartenrutschen„.
Jeder stellt sich im Kreis auf, merkt sich, wo er steht (oder sitzt) und bekommt eine Karte.
Für unser Tier-Grinch haben wir uns extra Karten gebastelt [PDF], mit sich reimenden Tieren.
Die eingesammelten Karten werden wieder gemischt und dann wird eine Karte nach der anderen aufgedeckt. Wer seine Karte hört darf weiterrücken – wenn schon jemand dort steht (oder sitzt), blockiert man ihm damit dem Weg und er darf erst weiterrücken, wenn der Weg wieder frei ist. Wer einmal im Kreis herumgerückt ist hat gewonnen.

Aber dann wird in die Löwenpranken gespuckt und wir gehen an die Arbeit. Zwei überaus hungrige Löwen haben wir im Angebot: Einen Wäscheklammer-Herzlöwen (wenn der sich festbeist, lässt er so leicht nicht mehr los) und einen Lesezeichen-Löwen für den Lesehunger.

Einige unserer Leseratten kannten schon die Lesezeichen-Monster, die am liebsten die Seitenecken anknabbern. Jetzt kam die Herausforderung: Wie macht man einen Löwen daraus?

Mjamm!

Lösung: Orange-braunes Papier, und eine Mähne dazu ausschneiden

Die Idee hinter den Herzlöwen ist genauso einfach wie genial:

Sind sie nicht flauschig?

Man nehme zwei Herzen unterschiedlicher Größe in Löwenfarben. Das große Herz wird der Kopf. Das kleine Herz wird umgekippt und wird die Schnauze. Zusätzlich kann ein kleines Herzchen noch als Schnäuzchen dienen.

Es hilft, einen Ausstanzer dazu zu haben. Die Seiten der Herzen werden angeschnitten und bekommen damit lauter Fransen. Je mehr desto besser, und am Ende kann man die Fransen ein wenig wölben.
Sobald die Herzen fertig bearbeitet sind, kann geklebt werden: Die Herzen werden zusammengeklebt. Das große Herz wird (am besten mit doppelseitigem Klebeband) an die Klammer geklebt.

Und fertig ist der Löwe, der sich an allem festbeißen kann (vorsicht auf die Finger).

Auch nächstes Mal geht es tierisch weiter. Wir berichten!

Biss dann!

Ret