Archiv der Kategorie: basteln

{Märchenzeit} Vorleseglück und Kreativspaß

Märchen vorlesen und gemeinsam kreativ werden

Wir leben in turbulenten Zeiten. Von einem Tag auf den anderen ist unser Alltag durch die Coronakrise so ganz anders geworden. Kinder sind nun wochenlang mit ihren Eltern zuhause. Und das Alltagsleben ist aus den Angeln gehoben.

Wir haben uns überlegt, wie wir mit der Lese- und Schreibwerkstatt ein wenig Freude und Leichtigkeit in diese Zeit bringen können. Auch unsere Gruppenstunden ruhen zurzeit. Gleichzeitig glauben wir, dass  gerade das gemeinsame Vorlesen eine wunderbare Möglichkeit ist, Geborgenheit zu schenken und Zeit zusammen zu verbringen.

Deshalb laden wir euch zur Märchenzeit ein.

Folgendes haben wir uns überlegt:  Kramt die Märchenbücher heraus (oder sucht online nach Märchen), schnappt euch eure Kinder und kuschelt euch aufs Sofa, ins Bett oder im Garten auf eine Picknickdecke.

Schenkt euren Kindern eure Zeit, eure volle Aufmerksamkeit und ein Märchen und taucht gemeinsam in ein beliebiges Märchen ein.

Danach darf es kreativ werden!

Überlegt euch gemeinsam eine kreative Aktion passend zu dem gelesenen Märchen. Vielleicht backt ihr Zimtsterne, wenn ihr Sterntaler lest oder ihr bastelt einen Blumenstrauß, wenn ihr euch für Rotkäppchen entschieden habt oder baut einen Turm, wenn Rapunzel euch inspiriert hat? Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Egal, was euch zu dem Märchen einfällt: teilt eure Ideen gerne mit einem Foto mit uns und inspiriert so andere zu weiteren kreativen Aktionen.

Vielleicht entsteht so ein ganzes Netzwerk an kreativen Ideen rund um die Welt der Märchen, die ihr dann wiederum mit euren Kindern nachmachen könnt?

Auch in der Lese- und Schreibwerkstatt sind Märchen immer wieder Thema. Wie wäre es mit haarigen Experimente zu Rapunzel. Oder eine Bastelidee für kleine Froschkönige? Oder ihr schaut euch das Märchen von Sterntaler in Gebärdensprache an?

Zu gewinnen gibt es auch noch etwas!

Wir schnüren Buchpakete und verlosen sie unter allen Teilnehmern am 30. April. Welche Bücherpakete das genau sein werden, werden wir nach und nach bekannt geben, weil wir diese Aktion spontan starten und gleichzeitig nach möglichen Sponsoren Ausschau halten.

Eure Bilder und Bastelideen könnt ihr entweder unter dem Blogbeitrag verlinken oder per Mail an uns senden: info@lese-schreib-werkstatt.de. Bei Instagram könnt ihr den Hashtag #märchenzeit nutzen. Verlinkt uns dort an @littleredtemptations damit wir eure Beiträge auch finden.

Schreibt einfach kurz dazu, welches Märchen euch zu welcher Kreativaktion inspiriert hat.

Lasst uns gemeinsam das Beste aus den nächsten Wochen machen und unseren Kindern einige märchenhafte Stunden schenken!

Wir freuen uns auf eure Ideen!

Christine

Teilt die Märchenzeit gerne über eure Social-Media-Kanäle. Wir freuen uns, wenn viele Menschen den Weg zur Märchenzeit finden.

Und hier kommen die Ideen, die wir nach und nach ergänzen:

Beitrag 1: Märchenfiguren aus Korken – Rotkäppchen

Den ersten Beitrag habe ich mit meinen Kindern (6 und 9 Jahre) als Beispiel für euch erstellt. Schaut gerne auf little red temptations vorbei um zu erfahren, wie wir die Figuren bemalt haben.

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Beitrag 2: Rapunzel – Homemade Shampoo und Stiftebox

Von Dana und Katrin haben wir diese tolle Idee bekommen. Erst haben sie die Haare gestylt. Dann wurde es kreativ: eine Stiftebox versteckt sich nun im Turm und mit selbstgemachtem Haarshampoo macht Haare waschen bestimmt besonders viel Freude.

 

Rapunzel

Beitrag 3: Dornröschen-Szene

Melina (7 Jahre) und Jasmin haben uns ein tolles Dornröschenschloß gebastelt. Gerade ist der Prinz dabei, die Dornenhecke zu überwinden.

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Beitrag 4: Merida Ton in Ton – Vorlesen und Gestalten

Von Linda und Sylvia kommt ein Beitrag, bei dem kräftig gestaltet wurde. Aus Ton haben sie Merida nachgeformt.

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Beitrag 5: Lippenpeeling für den Froschkönig

Vom Team der Lese- und Schreibwerkstatt:
Fühlen sich deine Lippen nach dem Märchenvorlesen auch immer so spröde an? Sei kein Frosch, mache dein eigenes Lippenpeeling.

{Willi Virus} Ein Bösewicht zu Besuch

Nun ist es also soweit: Der erste bestätigte Fall des neuen Corona-Virus COVID-19 ist im Saarland bekanntgeworden. Und bei wie vielen anderen Veranstaltungen musste auch bei unserem Bücherflohmarkt sicherheitshalber abgesagt werden. Hoffentlicht hilft es, die Verbreitung des Virus weiter einzuschränken.

Bis zum neuen Termin des Flohmarkts geht es bei uns in der Lese- und Schreibwerkstatt mit neuen Themen und Ideen weiter. Zum Thema Viren haben wir zum Glück bereits vorgesorgt, denn es ist noch gar nicht lange her, dass wir uns diese Körperchen angesehen haben.

Hier ist er. Willi Virus. Er ist ein Schnupfenvirus. Und er will es sich bei uns gemütlich machen.

Und Willi weiß genau Bescheid, und erzählt uns, wie er in unseren Körper kommt, wie er den Schnupfen verursacht… und wie wir es ihm noch einfacher machen können, sich zu verbreiten, andere Kinder zu infizieren und jeden von uns ein Stück kranker zu machen.
In der Zwischenzeit haben wir Menschen aber dazugelernt und wissen schon ein paar Sachen, wie wir dem entgegenwirken können.

Ein tolles Bilderbuch, aus mehreren Gründen:

  • Wie oft hat man schon ein Buch aus der Sicht eines Bösewichts?
  • Viele wunderbare Details, mit Informationen zum Weiterlernen
  • Die farblich einprägsamen Illustrationen sind stark an tatsächliche wissenschaftliche Erkentnisse angelehnt
  • Allgemeine Erklärung, warum wir heute so auf Erkältungen reagieren, und praktische Tipps für Kinder am Schluss

Nach der Geschichte ging es schon (mit gewaschenen Händen) in die ersten Vorbereitungen in der Küche:

Währenddessen darf die zweite Gruppe eigene Viren basteln.

Es gibt viele verschieden Viren, die ganz unterschiedlich aussehen können. Mit unseren Vorlagen könnt ihr Mitbasteln – wobei eigene Virenformen natürlich erlaubt sind!


Vorlagen als PDF

Schritt 1:
Die Proteinhülle des Virus: Den Kreis auf ein Stück Papier aufmalen. Wir hatten uns für Transparentpapier entschieden – ideal als Fensterdeko.

Schritt 2:
Den Kreis zu Achteln falten, also 3 Mal. Wie RNA oder DNA wird aus einfacheren Bestandsteilen ein größerer Organismus.

Schritt 3:
Die Rezeptoren: Vorlage aussuchen oder ein eigene Muster am Rand einzeichnen.

Schritt 4:
Die Rezeptoren ausschneiden. Ohne sie können sie sich nicht an den Wirt binden.

Schritt 5 (optional):
Mutation. Jedes Virus ist ein wenig anders, also können weiter Muster entstehen. Ist die Veränderung für die Weiterverbreitung von Vorteil, besteht eine höhere Chance, dass die Mutation in zukünftigen Viren bestehen bleibt.

Um uns ein wenig in Bewegung zu halten, ging es mit einem kleinen 1, 2 oder 3 weiter:

Erkältungs- und Hausmittelquiz


Quiz online spielen
| Quiz als PDF
Das Lösungswort zur PDF-Ausgabe findet ihr, wenn man die ganze Box markiert:

INFEKT ist richtig – CORONA und SPOREN sind falsche Fährten

 

Und dann haben wir uns gestärkt! Soooo wirksam ist Vitamin C zur Verhinderung von Erkältungen gar nicht, vor allem nicht in Deutschland, wo wir eigentlich keinen Vitaminmangel haben. Aber mit einem gestärkten Körper kann schonmal nichts schief gehen, außerdem ist es lecker und bestimmt noch ganz generell gesund. =)

Und davor haben wir uns alle die Hände gewaschen!

Und mit Orangensaft

Wir wünschen euch allen eine schöne ansteckungsfreie Zeit!

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{Geschichtenzauber im Advent} Väterchen Frost in Russland


In diesem Jahr reisen wir an den vier Adventssamstagen um die Welt und schauen, wie in anderen Ländern Weihnachten gefeiert wird. Wir lernen fremde Bräuche kennen, basteln und backen passend zu jedem bereisten Land etwas und natürlich wartet jede Woche eine neue und spannende Geschichte auf uns!

Wir haben das große Glück, für jeden Termin einen Muttersprachler für jede Geschichte zu finden, der uns ein wenig über die Weihnachts- oder Winterzeit im jeweiligen Land erzählen kann.
Am dritten Adventssamstag ging es in ein etwas weiter entferntes Land: Russland.

Russland ist das größte Land, in das wir bis jetzt gereist sind. Früher war Russland sozusagen noch größer, als es Teil der Sowjetunion war. Damals waren viele verschiedene Völker zusammen. Die Weltkarte hat sich seitdem ganz schön verändert.

Hier wieder die größten Unterschiede zum duetschen Weihnachtsfest:

  • am 24./25. Dezember ist… nichts besonderes
  • zuerst wird Silvester gefeiert – ganz genau, Weihnachten kommt erst später im neuen Jahr!
    • Zu Neujahr gibt es auch Tannenbäume. Besonders am roten Platz in Moskau, dort gibt es einen riesigen Tannenbaum mit vielen, vielen Lichtern
    • Viele Leute gehen raus und fahren auf aufgebauten Bahnen Schlittschuh. Im Winter ist es zwar richtig kalt, aber durch die vielen Hochhäuser wird es ein wenig eng und vor allem die Kinder sind oft draußen.
  • Vor dem neuen Jahr gibt es an Wochenenden Tannenbaumfeste
    • zu denen kommen Дед Мороз, Väterchen Frost, und seine Helferin und Enkelin Снегурочка, Schneeflöckchen
    • Väterchen Frost wohnt im Wald ganz weit im Norden, mit Tieren, Schnee, Frost und seiner Enkelin
    • Väterchen Frost hat einen blauen Mantel und einen Stab; wenn er mit dem Stab stößt, kommt der Frost und Russland verwandelt sich in eine Winterlandschaft
    • Mädchen verkleiden sich zum Tannenbaumfest als Schneeflöckchen und tanzen so, als ob sie Schneeflocken sind, die im Wald vom Himmel heruntertanzen
    • Kinder verkleiden sich als Waldtiere, um Väterchen Frost eine Freude zu bereiten
      Die Kostüme, und Kleidung generell waren früher handgemacht, so viel gab es nämlich nicht fertig zum Kaufen
    • Väterchen Frost bringt kleine Geschenke, meistens Süßigkeiten
    • eine typische russische Süßigkeit zu Weihachten ist der петушок Hahn-Lutscher
  • orthodoxe Christen feiern am 6. Januar Weihnachten
    (das erinnert uns doch gleich an Italien, denn da kommt die Hexe Befana und bringt ebenfalls Geschenke)

    • Aber nicht viele gehen in die Kirche, denn früher, in der Sowjetunion, war Religion weniger gerne gesehen. Im Laufe der Geschichte der Sowjetunion kam es für Gläubige, die ihre Religion öffentlich ausüben wollten, mehrfach zu Gefängnisstrafen und Schlimmerem. Während die Leute ihren Glauben also größtenteils im Geheimen ausübten, kennen sie die russische Kirche weniger.
    • Zu Weihnachten gibt es dann auch die großen Geschenke unterm Weihnachtsbaum
    • Heute geht es zu Weihnachten auch christlicher zu, wobei das Neujahr aber wesentlich öffentlicher ist
    • Vom 1.-10. Januar ist für gewöhnlich Urlaub

Mit so viel Wissen angereichert, bekamen wir auch noch ein klassisches russisches Wintermärchen zu hören: Морозко, die Geschichte von einem Mädchen, das die Familie nicht ernähren konnte, im Wald aussetzte und dort von Väterchen Frost entdeckt wurde. Sie kam zu ihn nach Hause und wurde seine Enkelin, das Schneeflöckchen.

Passend zu Russland und zu Väterchen Frost und Schneeflöckchen hatten wir natürlich auch dieses Mal etwas vorbereitet – etwas zum Backen und etwas zum Basteln.

Beim Backen konnte kräftig mitgeholfen werden. Um das russische Gebäck пряник, Prjanik, zu machen, muss der Teig ausgerollt und ausgestochen werden. Auch die Zuckerglasur muss vorbereitet werden.

Dann ab damit in den Ofen! Während wir warteten, gab es einiges an Bastelei.

Beim Basteln gab es – wie könnte es anders sein – ganz ganz viele Schneeflocken!

Am vielfältigsten wurden aber die Papierschneeflocken, die von einfach bis kunstfertig an die Fensterscheiben geklebt werden können:

Anscheinend eine Bastelaufgabe, die langfristig nachwirkt, denn mindestens eine junge Leseratte verbrachte noch die folgende Woche mit vielen, vielen Papierschnitten!

Und dann war es soweit: Die leckeren Prjaniki konnten mit Schnee bedeckt werden. Dabei zuzusehen, wie die Zuckermasse auf die Kekse träufelte, war schön!

Gut mischen, damit jedes Prjanik Schnee abbekommt!
Dann nur ein wenig warten, dass die Glasur trocknet und ab in die Tüten. Es war genug für alle da.

Und am Ende kam tatsächlich Väterchen Frost vorbei und brachte für jeden die ein oder andere Süßigkeit!

Frohe Weihnachtszeit! La semana que viene nos vamos a Perú!

Ret

{Geschichtenzauber im Advent} Die Weihnachtshexe in Italien


In diesem Jahr reisen wir an den vier Adventssamstagen um die Welt und schauen, wie in anderen Ländern Weihnachten gefeiert wird. Wir lernen fremde Bräuche kennen, basteln und backen passend zu jedem bereisten Land etwas und natürlich wartet jede Woche eine neue und spannende Geschichte auf uns!

Wir haben das große Glück, für jeden Termin einen Muttersprachler für jede Geschichte zu finden, der uns ein wenig über die Weihnachts- oder Winterzeit im jeweiligen Land erzählen kann.
Am zweiten Adventssamstag wollten wir über Italien erfahren.

Hier die wichtigsten Unterschiede zur Weihnachtstradition, wie wir sie eher in Deutschland kennen:

  • Der Tannenbaum wird erst am 24. geschmückt und bleibt bis zum 6. Januar stehen
  • Am 24. wird auch die Krippe fertiggestellt
  • Am 24. und 25. gibt es Weihnachtsmessen
  • Geschenke gibt es erst am 25.
  • Als Weihnachtsessen gibt es baccala (Stockfisch), panettone (eine Art Stollenkuchen), cannoli (Dessert-Röllchen), cardone (Artischocken) und struffoli – ein Schmalzgebäck, das wir auch selbst probieren und dekorieren durften
    Das bekannteste italienische Weihnachtslied ist Tu scendi dalle stelle („Du steigst von den Sternen herab“)
  • Ganz anders als bei uns ist aber der 6. Januar, an dem La Befana kommt
    • Die Befana ist eine alte hässliche Hexe, die auf einem Besen von Haus zu Haus fliegt
    • Laut Legende sucht sie das Jesuskind, um es zu beschenken – weiß aber nicht, wo es wohnt. Deswegen hinterlässt sie jedem Kind etwas.
    • Artige Kinder bekommen Geschenke. Unartige Kinder bekommen ein Stück Kohle.
    • Umgangssprachlich verwendet man Befana auch, um eine andere Person „hässlich“ zu nennen


Während in der Küche alles für die struffoli vorbereitet wird (unter anderem das heiße Öl zum frittieren), haben wir zwei Stationen vorbereitet:

Die Schneemann-Adventskalender mit Zeiger-Nase haben uns allen so gut gefallen!

Die Idee und die Kreis-Vorlage dazu haben wir hier gefunden.

Zu italienischer Weihnachtsmusik haben wir uns fleißig an die Arbeit gemacht – und am Ende hatte wirklich jeder einen.

Mal kurz schauen, wie es in der Küche aussieht…

Ah, die struffoli können endlich frittiert werden!

Als zweite Bastelstation haben wir Weihnachtssterne gemacht. Wem geht es nicht auch so, man ist im Laden und sieht neue Dekos… und eigentlich braucht man schon ab und zu was Neues… aber Selbstgemachtes ist einfach schöner.

Und die Weihnachtssterne sind eigentlich – wortwörtlich – kinderleicht!

Alles, was man braucht sind diese beiden Hälften.

Dann nur noch zusammenkleben – und fertig!

Sind jetzt die struffoli fertig? Ja! Alles frittiert und mit der ersten Schicht Karamell überzogen!

Schnell alles dekorieren, bevor der Karamell trocknet…

 

Sieht doch wunderbar aus!

 

Frohe Weihnachtszeit! Мы едем в Россию на следующей неделе!

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Verrückte Lücken und selbstgemachte Radiergummi

So viele lustige, spannende oder abenteuerliche Aktionen haben bei uns in der Lese- und Schreibwerkstatt in den vergangenen Monaten wieder stattgefunden. Und Tatsache: wir kommen mit dem Bloggen darüber gar nicht hinterher!

Höchste Zeit also heute endlich wieder mal einen kleinen Einblick in eine Gruppenstunde zu geben.

Vor Kurzem war ich einer der drei Buchhandlungen die ich immer wieder besonders gerne empfehle: bei Anne Treib in Lebach, die zusammen mit der Bücherecke in Nalbach und dem Drachenwinkel in Diefflen für Büchermenschen wie mich absolut wunderbare Orte sind! Nette und gute Beratung überall. Herrliche Bücher in überschaubarer Zahl. Ehrlich: mit den ganz großen Ketten kann ich einfach nicht. Da erschlägt mich die Büchervielfalt und deshalb weise ich immer wieder gerne darauf hin, wie wertvoll die kleinen Buchhandlungen mit ihrer Übersichtlichkeit und Beratungsleistung sind. Wenn ihr eine solche Buchhandlung vor Ort habt, helft dabei mit, dass sie erhalten bleiben!

Bei Anne Treib entdeckte ich Radiergummi zum selber machen und weil ich Geschichten in der Schreibwerkstatt ja immer sehr gerne mit Aktionen verbinde, habe ich gleich eine ganze Ladung der Sets eingekauft. Zuhause stand ich dann vor der großen Frage, welche Geschichte ich denn zum Thema „Radiergummi“ wählen soll.

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Da fiel mir der wunderbar-flunkernde Onkel Theo ein, der seinen Nichten und Neffen zu allen möglichen Themen verrückte Geschichten erzählt, eine davon handelt tatsächlich von einem verfressenen Radiergummi. Die Geschichten kann ich euch zum Vorlesen gerne ans Herz legen. Sie sind herrlich schräg und haben eine sehr angenehme Vorlesedauer.

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Dann fiel mir noch ein zweites Buch ein, das im Moment bei uns zuhause ganz hoch im Kurs steht: Verrückte Lücken von Jens Schumacher. Der Autor war in der Schreibwerkstatt auch schon gelegentlich zu Gast und wir sind alle riesige Fans von dem was er schreibt und auch an Spielen erfindet. Auch auf dem Blog haben wir schon über Aktionen mit ihm berichtet.

Verrückte Lücken ist eine Reihe von ihm, die sooooo witzig ist. Zuerst legt man sich einen Wortvorrat an und sammelt Nomen, Verben, Adjektive und manches mehr. Diese werden dann in die Lücken einer Geschichte eingesetzt, was natürlich zu völlig irren Texten führt.

verrückte lücken

Weil unsere Gruppe mit über 20 Kindern an diesem Tag ordentlich besetzt war, füllten die Kinder in Gruppen die Geschichten aus und lasen sie sich gegenseitig vor. Was haben wir gelacht!

Im Anschluss dann ging es ans Radiergummi-Herstellen. Zuhause hatte ich schon vorgetestet und die Radiergummi sind wirklich klasse. Sie radieren fantastisch und man kann seine Fantasie so toll mit einbringen.

Es dauert ein Weilchen bis die Masse weich geknetet ist, aber dann sind der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt.

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Ruckzuck waren die zwei Stunden auch schon wieder vorbei und jeder nahm vorsichtig seinen Radiergummi mit nach Hause. Da kamen die Kunstwerke noch für eine halbe Stunde in den Ofen. Dann waren die Radiergummi bereit für ihren Arbeitseinsatz.

Bis zur nächsten Gruppenstunde

Christine

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Eierwochen

Die Wochen vor Ostern sind bei uns in diesem Jahr voll mit Eiern. Denn auch in der Lese- und Schreibwerkstatt dreht sich momentan alles ums Ei. Mich persönlich fasziniert das Ei, von der Form, der Vielfalt, der Funktion. Eier sind wunderbar! Und zum Glück gibt es auch ganz viele wunderbare Bücher rund ums Ei.

Doch bevor vorgelesen wurde, stiegen wir erst einmal mit einem Brainstorming ein. Was wissen die Leseratten selbst denn über Eier? Klar, sie werden von Vögeln gelegt. Aber nur von Vögeln? Schnell war klar, dass auch viele andere Tierarten Eier legen und dass es sogar ein Säugetier gibt, das Eier legt: das Schnabeltier.

Wir überlegten, wie ein Ei aufgebaut ist, wie es aussieht und vieles mehr.

Dann ging es zum Vorlesen. Mitgebracht hatte ich die Geschichte von Klara Gluck, einem Huhn das keine Eier legen kann und dabei so unendlich gerne welche hätte. Unerschrocken macht sie sich deshalb auf um überall verwaiste Eier einzusammeln und diese dann auszubrüten. Eine süße Geschichte und spannend auf der letzten Seite zu entdecken, welche Tiere sie denn da alle ausgebrütet hat. Da war auch das Schnabeltier dabei, Vögel, Schlangen und ein uns bis dahin unbekanntes Tier, das uns in der nächsten Gruppenstunde allerdings wieder begegnen sollte.

Wir machten uns im Anschluss ebenfalls auf Abenteuersuche. Denn nun lautete die Aufgabe sich ein Abenteuer für das Huhn auszudenken und dieses aufzuschreiben. Da war jede Menge Fantasie gefragt. Die Leseratten dachten sich tolle Geschichten aus, von hoch auf dem Eiffelturm, bis hin zu düsteren Höhlen oder sumpfigen Moorlandschaften war ihr Huhn unterwegs um Eier zu suchen.

Und kreativ ging es weiter. Denn für die Eier an Ostern brauchen wir natürlich auch Eierbecher. Diese bastelten wir aus Klopapierrollen. Wie das genau geht, findet ihr auf unseren Schwesternblog beschrieben.

In der folgenden Woche starteten wir dann die große Rühreisause. In dieser Stunde stand eines der wunderbarsten Ei-Bücher überhaupt im Mittelpunkt: das Ei von Britta Teckentrupp. Dieses Buch enthält so viel Wissen über Eier und es ist so liebevoll illustiert. Traumhaft! Bereits in der Woche davor haben wir einige Zufallsseiten aufgeschlagen und so arbeiteten wir auch in dieser Woche mit dem Buch:

eine Seite aufschlagen, vorlesen und darüber diskutieren. Wir überlegten uns welcher Vogel wohl das kleinste Ei legt (der Kolibri) und wie oft er mit seinen Flügeln pro Sekunde schlägt (unglaubliche 50 Mal). Wir erfuhren, dass der Elefantenvogel das größte Ei gelegt hat, das jemals gelegt wurde. Und wir erfuhren, dass das Tier das wir beim Hühnerbuch in der Woche vorher nicht identifizieren konnten ein Ameisenigel ist und neben dem Schnabeltier das einzige Säugetier der Welt ist, das Eier legt. Da war dieses Geheimnis auch gelüftet.

Nach dem Lesen machten wir ein Experiment. Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich im vergangenen Jahr den klein und groß Verlag (link zum Verlag) entdeckt und war ganz begeistert von der liebevollen Machart der Bücher. „Das Experimente-Buch“ beispielsweise hat total süße Bildaufbauten. Sehr ungewöhnlich und originell. Wir fanden ein Experiment mit einem Ei, das in einem Wasserglas zum Schweben gebracht wird:

Ei vorsichtig ins Glas geben,
Warmes Wasser dazu
Salz rein und
rühren.

Und dann? Fängt das Ei doch plötzlich an zu schweben!

Nun ging es weiter in die Küche: zum Rührei machen. Geplant war, dass sich jedes Kind ein Raclettpfännchen individuell zusammen stellen kann. Es fing auch richtig gut an:

Doch dann: Gerät kaputt. Also schnell an die Herdplatten, dort zwei Rühreimischungen improvisieren, während die Kinder Eier basteln und dann doch noch am Ende ganz lecker Rührei essen.

Das Bastelprogramm, neben den Hasen-Eierbechern von der vorhergehenden Woche: Ostereier aus Papier

Unsere Küchenfee des Tages Verena kam ganz schön ins Schwitzen und hat alles souverän gemeistert.

(Bilder haben wir in der Schnelle dann doch keine geschossen. Aber geschmeckt hat es!)

Da kann Ostern aber jetzt wirklich kommen!

Christine


PS: In der Juniorgruppe hat die Idee mit dem Ausmalen der Spielkarten für ein Memory-Spiel wunderbar funktioniert!
Gespielt wurde später ein Memory-Spiel und dann auch „links Mitte rechts“ bzw. „Das große Osterhüpfen
Beim Memory-Spielen die eigenen Karten finden
PDF zum Ausdrucken mit Klick aufs Bild

{MINT} Rapunzel und die Naturwissenschaft

Worum geht es heute?

Vor einiger Zeit dachte ich darüber nach, wie man Märchen mal richtig modern umsetzen kann. Ich persönlich finde, dass Märchen ein Stück Kulturgut sind und dass Kinder unbedingt Märchen kennen sollten. Nicht nur in der Disney-Variante, sondern klassisch.

Auch Märchen aus anderen Kulturkreisen erzählen wir ja von Zeit zu Zeit in unserer Reihe „Märchen der Welt“.

Zu Rapunzel hatte ich auf einmal die Idee, wie man das Märchen mit MINT-Inhalten ersetzen kann. MINT steht für die Bildungsbereiche Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Der Einfall kam mir, als ich das Buch „Super-Erfinder“ vom Dorling-Kindersley-Verlag mit meinem Sohn durchgeblättert habe. Wir haben wirklich viele Bücher aus dem Verlag. Seit mein Sohn auf der Welt ist, habe ich festgestellt, wie interessant gerade Sachbücher für Jungs sind. In diesem Buch geht es darum, große Ideen zu verstehen und nachzubauen. Ein spannender Ansatz, wie ich finde.

Buch vom Dorling-Kindersley-Verlag
Super Erfinder – Große Ideen – nachbauen und verstehen

Mit meiner Tochter habe ich schon immer so viele Bilderbücher gelesen. Auch mein Sohn liebt Bilderbücher und Geschichten, darüber hinaus entdecke ich aber, diese Hingabe sich in Forschungsgebiete zu vertiefen und ganz viel Faktenwissen über Themen herauszufinden. Ihm verdanken die Leseratten der Schreibwerkstatt zum Beispiel auch unsere Dinowochen.

Zurück zu den Super-Erfindern: Wir lasen also gerade über Türme und wie man Türme bauen kann, da kam mir die Idee, dass man so das klassische Märchen von Rapunzel in ihrem Turm mit einem Experiment verbinden kann. Und als ich schon mal am Überlegen war, kam die Idee auch die Haare von Rapunzel ins Thema einzubauen.

Turmbau und Haare

Neben das Märchenbuch legte ich zu Beginn der Stunde einige Haare und einen Turm und ließ die Kinder raten, um welche Geschichte es heute gehen könnte. Klar:  Haare + Turm + Märchenbuch = Rapunzel. (Und nee Kinder, das Chamäleon gibt es nur in der Disneyversion)

Ich las das Märchen vor und dann überlegten wir, ob es tatsächlich sein könnte, einen Menschen mit Kraft der Haare einen Turm hochklettern zu lassen. Eine knappe Mehrheit konnte sich vorstellen, dass das möglich sei.

Mit Haaren Dinge hochheben
Eins packt es schonmal

Dazu hatte ich das erste Experiment: Mit Hilfe einer Waage und einiger 25g schweren Keksverpackungen überlegten wir gemeinsam, wie viele Keksverpackungen ein einzelnes Haar wohl aushalten könnte? Eine Packung, zwei Packungen, drei oder sogar vier? Und wie viel Gramm haben wir bei vier Packungen à 25 g?

Riegel wiegen
50 g schafft es auch schon!
3 Packungen und 75 g hat das Haar ausgehalten!

Fast alle schätzen, dass 50 g möglich seien. Wir probierten und siehe da: nachdem wir das Haar mit Tesa an den Keksen befestigt hatten, schwebte die Packung am Haar gehalten. Auch 75 g funktionierten. Zumindest kurz. Nun zupften sich alle Haare aus und wogen alle möglichen kleineren Gegenstände ab und testeten, welche Gewichte ihre Haare halten konnten.

Wie viel kann dein Haar aushalten?

Danach gab es noch ein kleines Reibungsexperiment  zur elektrostatischen Ladung mit zwei Luftballons. Wie das funktioniert, findet ihr zum Beispiel hier schön erklärt.

elektrostatisches Ballon-Experiment
eine haarige Angelegenheit

Uns standen also buchstäblich die Haare zu Berge. Und schon ging es weiter. Nun überlegten wir, warum Haare beim Verbrennen stinken, aber im Alltag gar keinen eigenen Geruch haben.

Ein Haar verbrennen
Natürlich nur unter Aufsicht

Ich erzählte, dass in den Haaren Schwefelverbindungen waren, die durch das Verbrennen oxidieren (was Oxidation ist, habe ich nicht erklärt, das hätte an dieser Stelle zu weit geführt und irgendwann lernen sie es im Chemieunterricht). Also machten wir gleich den Geruchstest: einige Haare auf einen Teller, mit einem Streichholz anzünden, riechen. Ja, eindeutig stinkender Schwefel.

Nach so viel haarigen Experimenten, stand nur ein wenig Bastelarbeit an. Denn in dem Super-Erfinder-Buch hatte ich eine Anleitung gefunden, wie man aus Papier einen Turm baut.

Anleitung aus dem Buch
Alles klar, na dann, an die Arbeit!

Jede Menge Tesafilm wurde benötigt und Papier in DinA 5. Dann ging es los: die ganze Gruppe baute an dem Papierturm mit. Das war richtig spannend zu beobachte, wie der Turmbau  zum Gemeinschaftsprojekt wurde.

Zur Stärkung gab es zwischendurch noch Geburtstagsmuffins. Dann wurde bis zum Schluss weitergebaut. Vier Stockwerke zählte am Ende unser Turm.

Den Turm bauen – eine Gemeinschaftsarbeit

Hätten wir noch etwas mehr Zeit gehabt, hätte ich diese mit Turmspielen gefüllt: z. B. Jenga, RhinoHero oder der verzauberte Turm.

Thematisch hätte das auch wunderbar noch gepasst.

unser gebastelter Turm
4 Stockwerke!

Mich hat diese Stunde wieder ganz besonders motiviert auch immer mal wieder Sachbücher in die Gruppenstunden einzubauen und die Themenbereiche von MINT mit einfließen zu lassen. Ich finde den Ansatz Leseförderung mit Naturwissenschaften zu verbinden sehr spannend. Und wer weiß, dank meines Sohnes tummeln sich bei mir zuhause noch viele viele Sachbücher!

Ich schließe heute mit einem meiner liebsten Buchzitate:

Du öffnest ein Buch, ein Buch öffnet dich!

Christine

{Herzenswünsche} Im Garten der Pusteblumen

Im Tal der Windmühlen machen die perfekten Maschinen alles perfekt. Zu perfekt. Perfektes Essen, perfekte Erlebnisse, perfekte Freunde, alles kein Problem.
Nach und nach verlernen die Menschen das Wünschen.
Alle?
Nein, Anna die kleine Schneiderin
und der Vogelmann
haben
Träume.
Einen großen Herzenswunsch,
den sie sich erfüllen wollen. ✨

Im Garten der Pusteblumen von Noellia Blanco & Valeria Docampo
Wie diese ineinander verflochtenen Herzen erstellt werden, erfahrt ihr weiter unten

Wer die große Wörterfabrik von der gleichen Illustratorin kennt, weiß, wie wunderbar die Bilderbücher sind – ein Erlebnis an sich. In dieser Gruppenstunde konnten wir uns unseren tiefsten und verborgensten Wünschen stellen – ohne sie preiszugeben. 🤫

Ein völlig verschlüsselter Herzenswunsch, der erst entziffert werden kann, wenn das Herz geöffnet und entsperrt wird.

Unsere Herzenswünsche sind manchmal etwas sehr persönliches, aber auch etwas sehr wunderbares. Wenn man ihn ganz fest im Herzen behält, geht er vielleicht auch in Erfüllung.
Genau das haben wir vor!
Wir schreiben (ganz verborgen) unsere innersten Wünsche auf – und (passend zur Schneiderin) verflechten sie fest in ein Herz. ❤

verflochtenes Herzenswunsch-Herz aus Papier mit aufgemalten Herzen
Ein fertiges Herz

Für ein Herzenswunsch-Herz braucht man Papier. Hier findet ihr auch eine Druckvorlage; wenn ihr es selbst erstellen wollt, braucht ihr 2 Streifen mit Seitenverhältnis 3:1 pro Herz. Jeden Streifen in der Mitte falten, aus den Enden Halbkreise schneiden und dann so tief, wie die Streifen breit sind, 2, 3 oder 4 regelmäßige Einschneidungen machen. ✂️


[Druckvorlage als PDF]

Hat man die beiden Teile des Herzens fertig, schreibt man sich in das Innere des Herzens auf die entstandenen Streifen seinen geheimen Wunsch. ✏

Dann empfiehlt es sich, die Außenseite zu bemalen. Für jeden der 2 Teile seine eigene Farbe. Später kann man die Streifen so besser auseinanderhalten und es ergibt sich ein schönes zweifarbiges Karomuster. 🎨

Dann wird es kniffelig. Das Ineinanderflechten der Streifen der beiden Herzensteile besteht aus einem abwechselnden Einfädeln eines Streifen des einen Teils in oder um einen Streifen des anderen Teils. Dabei liegen die beiden Herzteile rechtwinklig zueinander. Bei 2 Einschnitten ist es da noch viel einfacher als mit 4 Einschnitten. ➰

Anleitungen dazu finden sich auch im Internet. ➿

Sobald das Herz fertiggeflochten ist, lässt es sich noch weiterdekorieren. Als schönen Zusatz haben wir uns noch kleine Herzen ausgestanzt oder gebastelt, auf die wir „freie“ Wünsche geschrieben haben – Wünsche, die wir mit anderen teilen und zwar im Herzen tragen wollen, aber großzügig an andere verteilen. Dadurch sind unsere Herzenswünsche mit Verschlüsselungsfunktion zu einem Wünscheportemonnaie geworden. 👛

💝 OK, um ganz ehrlich zu sein, war diese Stunde eine krankheitsbedingte Notfalllösung – aber mir und anscheinend auch vielen anderen hat es trotzdem gefallen. 💓 Die Herzen sind einmal was anderes, wenn auch ein wenig friemelig. 💞Unter der 2. Klassenstufe würde ich diese Bastelei nicht anbieten. 💖 Vor allem bei unseren jüngeren Leseratten haben wir auch erst ein Herz mit 2 Einschnitten angeboten. 💕

Wunschlos glücklich sehen wir uns beim nächsten Mal!

Ret

 

{Elefantöses Kamishibai} Elefanten im Haus

Viele Elefanten vor dem Kamishibai
Viele Elefanten

Wisst ihr was ich so besonders spannend beim Vorlesen finde? Man hat diese ganz unterschiedlichen Möglichkeiten wie man eine Geschichte präsentieren möchte. Ganz zu schweigen davon, wie viel Abwechslung alleine schon bei der Auswahl von den Geschichten auf dem Büchermarkt herrscht.

Ich lese sehr gerne aus Büchern vor oder erarbeite sie auch dialogisch mit meinen Leseratten. Aber auch Bilderbuchapps, Bilderbuchkinos mag ich sehr gerne weil sie Abwechslung in die Gruppenstunden bringen. Für das herrliche Kinderbuch „Elefanten im Haus“ habe ich mein Kamishibai wieder einmal zum Einsatz gebracht. Dieses japanische „Bilderbuchkino“ blickt auf eine lange Erzähltradition zurück und wurde in Japan von Märchenerzählern von Dorf zu Dorf transportiert. Mit Scherenschnitten oder Bildern lies der Märchenerzähler dann im Holzrahmen Geschichten lebendig werden und verdiente sich damit seinen Lebensunterhalt.

Heute gibt es fertige Bildkarten zu zahlreichen Geschichten. Besonders viele findet man im donBosco-Verlag, dort auch zu religiösen Festen oder jahreszeitlichen Themen. Aber auch der Beltz-Verlag hat mittlerweile Klassiker wie den Grüffelo im Format für Kamishibais aufgelegt.

Diese fertigen Bildkarten haben auf der Rückseite den zu lesenden oder erzählenden Text und auf der Vorderseite ganz groß die Bilder zur Geschichte.

In der Geschichte „Elefanten im Haus“ geht es um ein Kind, das mit seinem Vater in einem Mehrfamilienhaus lebt – leider ganz ohne Kinder. Als neue Nachbarn einziehen, ist die Stimmung im Haus erst einmal sehr bedenklich: die sind ganz anders. Die essen andere Sachen, die riechen anders, sehen anders aus. Und laut sind sie auch noch. Naja, es sind eben Elefanten.

Für die Protagonistin ist das alles ganz egal: hier ist nur eine Frage wichtig! Haben die Kinder? Ja, das haben sie und so, wie Kinder auch im wirklichen Leben schnell neue Freundschaften schließen, finden sich auch hier die Kinder schnell zusammen und sehen das „Anderssein“ einfach auch ein wenig als exotisches Abenteuer.

Und am Ende erfahren die anderen Hausbewohner auch, dass es durchaus Vorteile hat „Elefanten im Haus“ zu haben.

Elefanten – auch in unserem Haus!

Die Geschichte eignet sich herrlich um über Fremdsein, Anderssein, Ausländerfeindlichkeit oder auch positiv über Toleranz zu sprechen. Uns hat es sehr viel Freude gemacht über die Geschichte zu diskutieren.

Losgebastelt!

Und dann wurde es richtig bunt: wir hatten verschiedene Elefantenstationen und die Kinder konnten unterschiedliche Elefanten basteln – mit Luftballon-Rüssel, als Origami oder auch zum Aufstellen – so bunt und einzigartig wie wir Menschen eben sind. Und jeder ganz anders und ganz besonders.

Die Elefanten als Fingerpuppen oder mit Hexentreppe hatten wir schon einmal in einer Gruppenstunde zum Thema Elefanten.

[Druckvorlage als PDF]

Besonders schön und vielfältig waren unsere Luftballon-Elefanten:

Aus den Aufstell-Elefanten hatten wir am Ende eine ganze Herde!

[Bastelvorlage als PDF]

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Kennenlernen der Elefanten um euch herum
Christine

{Von Drachen und Freundschaft} Das Sonnenblumenschwert

Der kleine Ritter will das schaffen, was noch keiner geschafft hat: den Drachen besiegen! Dafür braucht er ein richtiges Schwert. Aber stattdessen…

… bekommt er eine Sonnenblume. Er gibt sein Bestes… und es funktioniert… könnte man jedenfalls sagen, denn statt den Drachen mit Stärke zu besiegen, werden die beiden Freunde! Und das nur wegen der Sonnenblume.

Die Leseminis sind endlich wieder am Start! Und am Ende der Stunde konnte jeder einen Drachen und ein Sonnenblumenschwert zum Verschenken und Verfreundschaften mit nach Hause bringen.

Solche Drachen zu Basteln ist ganz einfach. Man nehme ein Stück leere Klopapierrolle oder Küchentuchrolle.

Die Rolle wird in Bastelpapier eingerollt.

Mit größeren Puschelbällen werden die Augen gemacht und dann noch mit Kulleraugen beklebt. Mit kleinen Puschelbällen kann man Nüstern hinzufügen.

Und die Feuerflammen dürfen natürlich nicht fehlen! Viele, viele Streifen in den passenden Farben werden dafür in Streifen geschnitten und in das Drachenmaul geklebt.

Fertig ist der Drache!

Wer seinen Drachen mal richtig Feuer speien lassen will, der kann die Feuerflammen alle in das Drachenmaul stopfen…

… und dann kräftig reinpusten!

Bis zum nächsten Mal!

Ret