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Ostern: Ein Rückblick

Ein fettes Danke!

Wie ihr ja wisst, haben wir vor ein paar Wochen unseren großen Bücherflohmarkt veranstaltet – und es war ein voller Erfolg! Einer der vielen Dinge, über die wir uns so gefreut haben, waren die vielen Kreativspenden, deren Verkauf dem Kinderhospizdienst Saar zugute kommt. Viele wunderbare Spenden aus ganz Deutschland und sogar Österreich kamen zusammen und haben neue Besitzer gefunden. Unseren tollen Spendern wollten wir ein kleines Danke zukommen lassen.

Kreativ an die Arbeit!

Jede Karte wird liebevoll beklebt
Ein kleines Danke für große Herzen!

Die Geschichten

Jedes Jahr sind wir ein wenig enttäuscht, denn Ostern ist ein Fest, zu dessen Thema es zwar viele Bücher zu kaufen gibt, aber keine besonders guten (und die Hasenbilderbücher haben wir schon ausreichend abgedeckt, erwähnen kann man aber „Gesucht! Henri Bücherdieb“ und „Der Löwe und der Hase“ und natürlich die Briefe vom Felix). Für nächstes Jahr haben wir schon ein oder zwei Ideen gefunden, aber dieses Jahr kam uns die Zeitschrift Gecko zur Rettung! Darin findet man einige Bilderbuchgeschichten und in den Ausgaben um Ostern findet sich dann auch eine passende Geschichte. Auch letztes Jahr haben wir damit gearbeitet.

Gecko – ein echter Lebensretter zu vielen verschiedenen Themen!

Eine der Geschichten ist aus der tollen Reihe Fanny & Klee. Klee ist 4, seine Schwester ist 7, und er wird nicht einschlafen, bis ihm Fanny erklärt, warum wir eigentlich Nester für die Ostereier bauen, wenn doch immer der Osterhase die Eier bringt…

In der anderen Geschichte, „Juri und der Osterhase“, hat der Osterhase wohl dieses Mal keine interessanten Verstecke gefunden. Kein Problem, Frühaufsteher Juri versteckt sie überall, wo schon ein Ei drin ist: im Eimer, auf die Leiter, in die Zeitung, im Reis…

Schließlich sind wir auch auf eigene Geschichten gekommen. Die wilde Reise eines Osterhasen durch den Wald, der seine Freunde retten wollte, haben wir mit Legematerial gemeinsam überlegt und erzählt.

Die Basteleien

Ostern ist ein Fest, bei dem man nicht nur selbst vom Osterhasen überrascht wird, man kann auch selbst kleine Überraschungen verstecken.

Aus diesem Grund haben wir für unsere Liebsten ein paar Überraschungsverpackungen abgeschaut und ein paar leckere Überraschungen darin versteckt. Passend zur Ostereiersuche konnte man mit dem Geschenkpaket zum Anderen hoppeln, um mit einem Lächeln für das Naschzeug belohnt zu werden.

Oder aber, vielleicht wenn der Weg so lang ist und man eher etwas in Briefgröße haben wollte, man konnte sich eigene Oster-Grußkarten ausdenken. Wir haben uns süße Küken-Bilder mit Korken gestempelt:

Die Augen kann man nach dem Trocknen aufmalen oder man kann Kulleraugen in die trocknende Farbe hineindrücken. Füße und Flügel nicht vergessen, mit Filzstift an den Kreis zu malen – und ein kleiner Schnabel, schnell aus rotem Papier geschnitten, darf auch nicht fehlen.

Und dann durfte natürlich auch nicht der Behälter für die Ostereiersuche fehlen! Die sind einfach zu machen: Das offene Ende einer Papiertüte wird zu Hasenohren zugeschnitten. Ein Gesicht, ein bisschen ausmalen – und sobald der Inhalt im Beutel ist, werden die Ohren mit einer Schnur festgezurrt.

Wer dann noch nicht seinen Basteldurst gestillt hatte, konnte sich an dem übriggebliebenen Baker-Ross-Material austoben, da gab es in unserem Vorrat noch genug Oster-Körbe, Sprungfeder-Hasen, Oster-Lesezeichen und mehr.

Die Eiersuche

Die Hauptveranstaltung, auf die sich die Kinder freuen, ist natürlich die Suche! Ob der Osterhase uns etwas hinterlassen hat?

Oh ja! Er hat wohl schon von uns gehört. Da war dann auch genug für jeden da: Unsere Hasen-Beutel füllten sich langsam…

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{Kinotag} Die kleine Hexe

Bild: Little. Red. Temptations.

Diese Zaubersprüche bringen euch zu den verschiedenen Teilen im Beitrag:

Zuerst das Buch

Die kleine Hexe ist im Kino! Und wir haben uns den Film gemeinsam angeschaut. Aber was wäre eine Buchverfilmung ohne das Buch? Ganz genau! Deswegen ging es für uns die Woche davor erst einmal zurück zu den Ursprüngen! 7892 Sprüche auswendig lernen… mussten wir zum Glück nicht. 😉

Als Einführung hatten wir ein Meisterwerk vor uns stehen:

Eine unglaubliche kreative Leistung zur kleinen Hexe!

Das ist einfach bombastisch! Da steckt einiges an Arbeit und Liebe zum Detail drin. Felix und Noah Brill, die beiden Köpfe hinter diesem Kleine-Hexe-Kasten, waren so nett und haben uns die Box für einen Samstagvormittag ausgeliehen, damit wir ihn gebührend bestaunen konnten.

Und dann ging es los. Natürlich haben wir nicht das ganze Buch vorlesen können. Leider. Aber dafür gibt es eine wunderbare Lösung, denn seit letztem Jahr ist mit Die kleine Hexe: Ausflug mit Abraxas ein sehr schönes Bilderbuch auf den Markt gekommen, das einen Teil der Geschichte wiedergibt.

Der Geschichte gelauscht, den Kopf voll mit zauberhaften Ideen, haben wir uns daran gemacht, kreativ zu sein.

Papierblumen basteln

Wer unserern Schwesternblog Little. Red. Temptations. noch nicht kennt, der weiß noch gar nicht, wie viele wunderbare Ideen da auf einen warten! Christine, unsere Gruppenleiterin, bloggt dort übers Backen und übers Basteln – und hier ist eine der vielen Ideen, die sie liebevoll umsetzt:

Bild: Little. Red. Temptations.

„Wie sollten Papierblumen duften können?“ „Doch, doch“, versicherte die kleine Hexe ernsthaft. „Sie duften viel schöner als richtige Blumen. Riechst du es nicht?“ Die Papierblumen dufteten wirklich!

Bild: Little. Red. Temptations.

Wie man diese Papierblumen nur aus Servietten hinbekommt, hat euch Christine ausführlich zusammengestellt.

Das tolle an den Papierblumen ist, dass sie nicht nur zur kleinen Hexe passen, sie sind eine beinahe universelle Deko, als Geschenkpapier-Verzierung, für Parties, auf den Tisch überall wo Farbe hin muss und ich bin mir sicher, es zaubert auch den Mamas und Papas ein kleines Lächeln aufs Gesicht.

Raben basteln

Seien wir mal ehrlich. Ohne Abraxas wäre die kleine Hexe aufgeschmissen. Wer also seinen eigenen dickköpfigen, alleswissenden Stubenhocker mit nach Hause nehmen wollte, hatte bei uns die Gelegenheit:

Aber es muss natürlich kein rein schwarzes Gefieder sein. Jeder Rabe ist einzigartig!

Eine ausführliche Bastelanleitung findet ihr hier.

Hexenbesen basteln

„Führen Sie Besen?“, fragte die kleine Hexe.

Während die erste Gruppe ihre Papierblumen fertig bastelt, ist die nächste Gruppe mit Hexenbesen beschäftigt. Die sind ganz einfach und sehen richtig prima aus!

Hexenbesen aus Bleistiften

Deko oder zauberhafte Schreibutensilien

Zutaten

  • Bleistift
  • Ein Stück Schnur
  • Kreppapier
  • Schere & Klebeband

Anweisungen

  1. Ein laaanges Stück Krepppapier abschneiden
  2. Mit der Schere viele tiefe Einschnitte machen, aber nicht ganz durchschneiden
  3. Die einschnittsfreie Seite des Krepppapiers mit Klebeband an das stumpfe Bleistiftende kleben
  4. Das Krepppapier um den Stift wickeln, bis das Reisigbündel ganz geformt ist
  5. Das Krepppapier mit Klebeband zukleben, damit es gut hält
Fertig.

Magic Uwe

Applaus für den großen, den wunderbaren Hobbyzauberer (und seine Assistenten)!

Zauberer & Co.

Wer bei unserer Harry-Potter-Lesenacht im letzten Jahr echte Zaubertricks vermisst hat, weil er die Vorführung von Kalibo verpasst hat, durfte jetzt noch ein paar Tricks kennenlernen. Uwe ist in seiner Freizeit begeisterter Magier und hat uns ein paar sehr geniale Tricks vorgeführt. Farben erriechen, Tücher verschwinden lassen, sogar Gedankenlesen war dabei.

Ins Kino!

Eine Woche später:

Es ist soweit! Die Lese- und Schreibwerkstatt geht ins Kino. Jeder bekommt Popkorn – vom Schmelzer Kino gespendet – und die Vorstellung ist nur für uns!
Jetzt musste nur noch der Film gut sein. Zu sehr beunruhigt waren wir nicht, der Trailer ließ sich ja schonmal sehen:

Jaaa!

Und es stellt sich heraus: Der Film war her-vor-ragend!
Da steckt eine Menge gute Produktionsqualität dahinter. Die Farbpalette war durchgehend klasse, die Klangproduktion war sehr überzeugend, die Effekte wunderbar umgesetzt und ohne viel Drumrum, die Botschaft war stellenweise sogar besser durchgebracht als im Buch

Vielleicht war Abraxas als CGI-Rabe etwas unbeholfen, aber das passte ja auch wunderbar zum Charakter und zur Geschichte. Die (in Kinderfilmen mittlerweile leider obligatorischen) Furzwitze sind zum Glück auf nur 3 begrenzt. Und das ganze Buch hat leider nicht reingepasst, aber das ist bei einem Film auch nicht zu erwarten, stattdessen waren aber die besten Stellen für mich drin!

Meine Lieblingsmomente waren eindeutig die Szenen, bei denen so viel schief laufen hätte können, die aber einfallsreich und seriös durchgezogen wurde, ohne den Zuschauer (jeglichen Alters) zu unterschätzen: Beide Walpuirgisnächte habe ich nicht die Augen von der Leinwand reißen können. 👏

Gespannt sitzen wir auf den gemütlichen Kinosesseln.

Wir waren jedenfalls alle (über 40 Kinder) begeistert! Wir bedanken uns beim Kino Schmelzer Lichtspiele für den Besuch und bei Studiocanal für den Film!

Zauberhafte Abenteuer und bis zum nächsten Mal!

Ret

{Glücklicher Start ins Jahr} LOS geht’s

Auch dieses Jahr beginnen wir wieder mit dem Thema „Glück“! In der Samstagsgruppe wurde es wunderbar kreativ und in der Juniorgruppe haben wir dann noch eins draufgelegt.

Angefangen haben wir mit Loni, dem Glücks-Pumpf, denn die ganzen neuen Kinder kannten die Geschichte noch gar nicht und das einzige Kind, das sie kannte, war immer noch vom Buch begeistert.

Die Glückslose der Lesemäuse haben sie natürlich mitgenommen, hier sind die vorgebastelten Exemplare.

Dann ging es ans Basteln. Es ist eigentlich ganz einfach und bis aufs Zuschneiden der Klebefolie mussten wir den kleinen Lesemäusen fast gar nicht helfen:

Rubellose

Genial einfach: Rubellos-Karten selbst erstellen

Zutaten

  • Acrylfarbe (grau oder silber passt gut)
  • Spülmittel
  • Bucheinbandfolie
  • Karton

Anweisungen

  1. Mischt die Acrylfarbe und das Spülmittel im Verhältnis 2:1 zusammen. D.h. auf einen Klecks Spülmittel kommen 2 Kleckse Acrylfarbe.
  2. Nehmt ein Stück Karton oder Papier und malt oder schreibt das, was unter die Rubbelfläche kommen soll. Eine Geheimbotschaft, ein Rätsel, ein Glückslos mit Gewinn oder Niete oder Symbole, die man sammeln muss.
  3. Beklebt die bemalte oder beschreibte Fläche mit Bucheinbandfolie.
  4. Schnappt euch einen Pinsel und bemalt die foliierte Fläche mit der Acryl-Spüli-Mischung.
  5. Lasst die Farbe trocknen.
Fertig. Überreicht das Rubellos dem oder der Glücklichen eurer Wahl. Denn geteiltes Glück ist doppeltes Glück.

Als Belohnung für die ganze Arbeit gab es für jeden ein Stück französischen Dreikönigskuchen.

La galette des rois

Und mit dieser Prise Glück zum Weitergeben in der Hand startet ein neues Jahr voller Lese-Abenteuer und Geschichten-Entdeckungen für die Juniorgruppe.

Viel Glück im neuen Jahr!

Ret

{Glücklicher Start ins Jahr} Unser Rucksack voller Glück

Ein neues Jahr liegt vor uns und wir beginnen es in der Lese- und Schreibwerkstatt so, wie wir es in den letzten Jahren immer getan haben: mit viel 🍀Glück🍀.

Mit so einem positiven Thema gleich am Anfang kann für 2018 gar nichts mehr schief gehen. Aber wie können wir uns 🍀Glück🍀 eigentlich vorstellen? Manchmal fühlen wir uns so leicht, dass wir vor Freude einfach in die Luft hüpfen – und wenn uns das 🍀Glück🍀 verlassen hat und wir nur noch schwarze Gedanken im Kopf haben, sind wir schwermütig. Julia Vollmert hat sich dazu Gedanken gemacht und dieses Buch geschrieben!

Dass das 🍀Glück🍀 im Buch wie ein Rucksack ist, fanden wir echt genial. Ein Rucksack voller 🍀Glück🍀 ist so leicht, dass wir fast davonschweben, aber ein Rucksack mit finsteren Gedanken ist so schwer, dass wir gebückt laufen und zu nichts mehr Lust haben. Die können wir aber durch glückliche Gedanken vertreiben und der Rucksack wird wieder leichter.

Der schwere Rucksack: Was bringt uns runter?
Der leichte Rucksack: Welche Dinge sind so toll, dass wir vor Freude in die Luft hüpfen?

Aber das war uns nicht genug! Wir wollten den Rucksack nicht nur als etwas in unserer Vorstellung, als Metapher. Wir wollten einen echten Rucksack, in den wir dieses Jahr schöne Sachen stecken können, damit sie, wenn wir sie brauchen, ganz nah bei uns sind und wir sie überallhin mitnehmen können. Und… kreativ wollten wir dabei auch sein.

Ein Rucksack-Rucksack!

Kein Problem. Für das neue Jahr haben wir uns Stoffrucksäcke organisiert. Und Stoffmalstifte hatten wir bereits parat. Also waren wir fleißig und haben uns richtig drangesetzt. Zur Belohnung gab es aber auch eine kleine Stärkung:

Ob ich 🍀Glück🍀 habe und die Figur in meinem Stückchen finde?

Galette des Rois ist eine französische Tradition, die wir in der Lese- und Schreibwerkstatt durch die Nähe zur französischen Grenze schon ein paar Jahre eingeführt haben. In diesem Dreikönigskuchen ist eine Porzellanfigur (die Fève) versteckt – und wer sie in seinem Stück entdeckt, bekommt eine Krone, ist König für den Tag und darf die Familie herumkommandieren muss diesen Samstag nicht aufräumen helfen. Dazu gehört eine kleine Portion 🍀Glück🍀 – aber sonst hatte man wenigstens ein Stückchen Kuchen.

Aber dann ging es wieder ans Schaffen! Und die Ergebnisse lassen sich sehen.

Das lässt das Herz eines Fans höher schlagen.
Unsere eigenen Glücks-Rucksäcke!
Die kreativsten Hände gestalten ihre eigenen Rucksäcke.
Hier passt gaaanz viel 🍀Glück🍀 rein.

Dann ging es darum, selbst zu überlegen, welche Dinge jeden einzelnen von uns persönlich glücklich machen und welche finsteren, schweren Gedanken wir durch die leichten Gedanken ausgleichen wollen – so, wie wir es vorher gemeinsam getan hatten. Jeder für sich konnte dann nochmal neu entdecken, wie schön dieses Jahr wird und welche Stolpersteine uns das Leben zwar erschweren, aber uns insgesamt nicht aufhalten.

Dass es auf mehreren Rucksäcken Einhörner gibt, ist klar.

Was ihn glücklich macht, ist leicht zu erraten!
Savoir-vivre.

Und in den ersten Taschen war dann schon ein wenig 🍀Glück🍀 drin: ein paar frisch ausgeliehene Bücher.

Einen fröhlichen Start ins neue Jahr!

Ret

{Weihnachten mit allen Sinnen} Hören

Zur Weihnachtszeit planen wir oft außergewöhnliche Themenwochen. Dieses Jahr wollen wir Weihnachten mit allen Sinnen erleben. Letzte Woche hatten wir ja bereits die Sinne Sehen und Tasten und hatten die Blindenschrift kennengelernt. Diese Woche starten wir mit der 2. stellvertretenden Schulleiterin Sandra Czerwinski der Ruth-Schaumann-Schule (Blog) in Lebach, wo (unter anderem) Gehörlose und Schwerhörige Lesen, Schreiben, Rechnen und alles Andere lernen.

Inhalt:

Die Sterntaler – gebärdenunterstützt

Nachdem wir schon unsere ersten Fragen stellen durften (siehe das interview weiter unten), haben wir mit der Geschichte angefangen. Ein altes und bekanntes Märchen der Gebrüder Grimm: Die Sterntaler. Und die Erzählung wird doppelt interessant. Beweisstück A:

Das Kamishibai-Erzähltheater

Und dann haben wir das unglaubliche Glück, jemanden da zu haben, der sich genug mit der Gebärdensprache auskennt, um uns zu zeigen, wie es ohne gesprochene Worte aussehen kann.

Christine erzählt, Frau Czerwinski spricht mit Gebärden nach

Ach, aber stille Bilder verleihen dem Erlebnis leider nicht das nötige Gewicht… deswegen haben wir ein Video für euch!

Frau Czerwinski hat sich dazu bereit erklärt, vor der Kamera zu stehen und uns zu zeigen, wie die Geschichte in Gebärdensprache aussieht – allerdings nicht gedolmetscht, sondern „gebärdenunterstützt“. Zum einen ist die DGS (deutsche Gebärdensprache) noch wesentlich komplizierter (es ist ja auch eine eigenständige und offiziell anerkannte Sprache) und ein paar Kollegen beherrschen sie fließender und sicherer, zum anderen ist die gebärdenunterstützte Version für uns Gebärdenanalphabeten unmittelbarer nachzuvollziehen.

Sterne basteln

Passend zur Geschichte wird gebastelt! Die Sterne aus Pfeifenreinigern und Perlen sind einfach zu machen und lassen sich sehen. Ob nur einen Stern für den Weihnachtsbaum oder gleich genug, um die Decke zu bekleben, das bleibt jedem selbst überlassen.

Die goldenen Weihnachtssterne sind nicht schwer zu basteln

Schneidet euch 3 gleich lange Stücke Pfeifenreiniger ab und legt sie über Kreuz. Wickelt sie umeinander.


Anschließend werden an allennoch talerlosen Stern-Strahlen Perlen eingefädelt.

Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt:

Eine Weihnachtsstern-Spinne. Sehr selten.

Nachdem man genug Perlen hat, wird das Ende nach hinten gebogen, sodass keine abfallen können.


Man kann eine Schnur daran befestigen, um den Stern an den Baum zu hängen, oder man kann eine der Schlaufen benutzen.

Der liebe Nikolaus

Da kam noch eine Überraschung zu uns. Schwere Stiefel und ein voller Beutel, begleitet von zwei Federleichten Füßen im weißen Kleid.

Von drauß‘, vom Walde, kommt er her…

Viele unserer belesenen Bücherwürmer kannten sogar ein Gedicht auswendig und haben es für den Nikolaus aufgesagt. Zum Glück weiß er, dass alle Kinder hier auch ganz brav waren. Auch unsere Gäste aus Lebach, die hat er auch nicht vergessen – es war genug für jeden da.

In der Tüte vom Nikolaus verstecken sich kleine Naschereien, ein kleines Spielzeug… und was lugt da heraus?
Die Chocri-Schokolade! Speziell für die Kinder der Lese- und Schreibwerkstatt und für unsere Gäste gestaltet.

Und dann kam noch eine Überraschung auf uns zu! Unsere Gäste hatten uns etwas mitgebracht. Einen Kalender, den die Kinder der Ruth-Schaumann-Schule selbst gemalt. Der wurde dann professionell gedruckt.

Tolles Geschenk: Der Kalender der Ruth-Schaumann-Schule. Professionell produziert.

Vielen Dank, lieber Nikolaus! Und vielen Dank, liebe Ruth-Schaumann-Schule!

Interview mit Frau Czerwinski

Christine: Es gibt ja eine ganz besondere Sprache, wie man sich verständigen kann. Wer weiß denn, wie sie heißt?
Lese- und Schreibwerkstatt: Zeichensprache.
Frau Czerwinski: Ja, das sagen wir anders. Wir sagen jetzt Gebärdensprache dazu.
Christine: Wir werden jetzt eine Gebärde lernen, nämlich die für „guten Morgen“.
Fr. Czerwinski: Guten. Morgen. Das könnt ihr auch, ne?

Christine: Und so begrüßen wir uns heute auch mal. […]

Christine: Guten Morgen, liebe Samstagsgruppe. Ich habe ja schon erzählt, heute ist ganz besonders für uns, dass wir ein paar Gäste haben, die nicht wie wir auf der Grundschule vor Ort sind, stattdessen sogar ein ganzes Stück fahren müssen, um auf eine besondere Schule zu müssen. Woher kommt ihr denn? […] Saarbrücken. Das ist schon eine ganz schöne Strecke. Und bei dir? […] Aus Schwalbach.
Christine: Wir hatten letzte Woche die Leiterin der Blindenschule zu Gast, die hat uns dann erklärt, wie das überhaupt so ist, wie man lesen kann, wenn man nichts sieht und dann haben wir die Blindenschrift kennengelernt. Jetzt eben haben wir nochmal eine ganz besondere Form kennengelernt, wie man sich auch verständigen kann – wenn man zum Beispiel gar nichts hört. Wann ist denn die – und von wem – entwickelt worden?
Fr. Czerwinski: Das weiß ich gar nicht, ich glaube, das hat sich so an den ganzen Internaten und Schulen entwickelt. Deshalb gibt es auch nicht eine Gebärdensprache, die überall gesprochen wird, sondern es gibt ganz, ganz viele Dialekte und verschiedenen Sprachen. In jedem Land gibt es eigene Gebärdensprachen. Es gibt sowas wie eine internationale Gebärdensprache, die arbeitet viel mehr mit Mimik, zum Beispiel, also auch viel Pantomime dabei. Und wenn sich jemand aus China und jemand aus Deutschland sich trifft, dann können sie sich ja nicht unterhalten, weil der andere ja eine fremde Sprache spricht. Wenn die beiden gehörlos sind und können Gebärden, dann können die relativ einfach miteinander sprechen. Das ist wie wenn jemand aus Norddeutschland und jemand aus Süddeutschland kommt, die sprechen ja auch nicht unbedingt genau die gleiche Sprache, aber die können sich trotzdem verständigen. Und so ist es auch mit den Gebärdendialekten auch. […] Vor allem die Wochentage und die Farben sind von Region zu Region komplett verschieden. Also, Sonntag ist fast überall „beten“. Und Samstag ist fast überall „waschen“, da war früher immer Waschtag. Aber alles andere wurde dann von den Schulen entwickelt. Da gab es zum Beispiel „stricken“ am Dienstag oder so, also die Gebärde zum Stricken. Und so gibt es auch in Lebach spezielle Wochentag-Gebärden.

Christine: Wie ist es denn da so in der Schule? […] Wie sind denn die Klassengrößen? Sind da auch so 25, 30 Kinder in der Klasse?
Fr. Czerwinski: Wie viel sind es denn bei euch in der Klasse? […] [Hier sind es] 9. Bei mir in der Klasse sind’s 11. Wir haben aber auch Klassen mit 7 Kindern. In der ersten Klasse sind jetzt gerade zwei Klassen mit je 7 Kindern.

Christine: Und wie viele Schuljahre gibt es bei euch? Also, auch einfach nur die ersten vier Grundschuljahre?
Fr. Czerwinski: Also, es gibt fünf Grundschuljahre, aber das ist in der Regelschule mittlerweile auch so, dass man praktisch die ersten 2 Schuljahre in 3 Jahren machen kann, das ist bei uns auch so, bei uns wird das meistens gelöst, dass die Kinder 5 Jahre haben. Früher hatten wir noch einen Schulkindergarten, der wurde abgeschafft, aber dafür haben wir jetzt 5 Grundschuljahre und dann geht es bis zur 10. Klasse bei uns. Und wenn man dann weitermachen möchte, dann muss man leider das Bundesland wechseln. Also, wenn man weiter in eine Gehörlosenschule gehen möchte, gibt es zum Beispiel in Frankenthal eine Schule oder in Trier, wo es noch weitergeht. Und da [geht es] bis zum Abitur. Bei uns kann man leider kein Abitur machen, weil das Saarland […] so klein [ist], wir haben ungefähr 120 Schüler.
[…]

Fr. Czerwinski: In meiner Schule, da kümmern wir uns auch schon um Kinder im Kindergarten. Ich fahre zum Beispiel Dienstag immer in die Kindergärten und fahre dort zu Kindern, die Hörgeräte tragen. Oder die ein CI (Cochlea-Implantat, A. d. R.) haben, das ist eine andere Art Hörgerät, oder die sonst irgendwie Probleme mit dem Hören haben. Wir betreuen die Kinder da. Und wir fahren auch in ganz viele Grundschulen und Regelschulen. […] Die meisten Schüler sind gar nicht bei uns an der Schule, sondern in ganz vielen anderen Schulen. Vorhin hat jemand erzählt… du hast erzählt, dass da jemand auch an die Schule kommt, ne? Kommt da auch jemand aus der Schule, ja? […] Wir betreuen also auch Kinder in den Regelschulen und fahren da regelmäßig hin, falls es da Fragen gibt, oder erklären die Technik. Hat das Kind da auch so eine Höranlage? […] Genau. Und da zeigen wir, wie das funktioniert. Wir haben auch so Höranlagen. Das heißt, die Kinder tragen dann so eine Hörhilfe, da gibt es so ganz verschiedene, und wenn dann der Lehrer so ein Kästchen um den Hals hat, dann wird die Stimme des Lehrers direkt ans Hörgerät gesendet. Dann können die Kinder auch besser hören, wenn sich der Lehrer wegdreht oder wenn viel Lärm ist. […] Und wenn man dann vom Wochenende erzählt, das macht ihr in der Schule bestimmt auch in der Grundschule oft noch, dann kann man diese FM-Anlage auch rumgeben. Dann kann jeder da reinsprechen und dann hört das Kind auch denjenigen, der reinspricht. […] Sonst, wenn jetzt der Lehrer hier was erzählt und dann ruft er jemanden auf, dann ist das für ein Kind, das Probleme mit dem Hören hat, oft ganz schwierig, den weiter hinten zu verstehen und dann geben wir immer die FM-Anlage rum. […] Und Störlärm ist für alle Kinder mit Hörproblematik das größte Problem. Auch Kinder, die keine Hörgeräte tragen. Es gibt ja auch Kinder wie ihr beiden, ihr habt ja beide keine Hörgeräte, aber ihr habt ja auch diese Roger, diese Hörgeräte im Unterricht. […]
Christine: Hier an der Schule haben wir ja ein ganzes Klassenzimmer extra ausgestattet bekommen. Da sind so spezielle Schutzelemente gekommen und so.
Fr. Czerwinski: Wir haben auch Teppichboden bei uns überall in der Klasse, wir haben alle Hausschuhe an, auch die Lehrer. […] Das macht das ganze aber auch ganz gemütlich. Und wiel wir nicht so viele Kinder sind, in der Klassen, ist es dann sehr gemütlich.

Christine: Und habt ihr denn auch ganz normal, ich sag mal bis um halb eins, ein Uhr Unterricht? Oder… bei der Blindenschule haben wir zum Beispiel gelernt, dass die Kinder bis so 3, 4 Uhr in der Schule sind, wie ist es bei euch?
Fr. Czerwinski: [Bis 3.] Außer freitags, da haben wir nur bis 1. Aber wir machen dann auch die Hausaufgaben in der Schule, wir essen in der Schule, dann sind meistens auch AGs und Spiele und Zeit zum draußen Rumrennen, Wald-AG z. B.

Christine: Wie ist das dann von den Klassen gemischt? Hat man Klassen wo wirklich komplett Kinder ohne Gehör speziell sitzen?
Fr. Czerwinski: Die sind gemischt. Vom Alter her, vom Leistungsstand und es gibt da Kinder, die unterschiedlichste Grade der Hörsschädigung haben. Das heißt, es gibt Klassen, da brauche ich die Gebärdensprache eigentlich gar nicht, weil da alle noch relativ gut hören, wir unterstützen trotzdem mit Gebärden, weil das für die Kinder immer etwas einfacher ist, wenn man das mit Gebärden unterstützt. Und wir haben auch Kinder, die ganz dringend Gebärden brauchen, die zwar mit Hörgeräten oder mit CIs versorgt sind, aber das reicht einfach nicht. Die lernen bei uns dann auch die Gebärdensprache.

LSW: Also ist es seltener, dass die Kinder gar nicht hören können?
Fr. Czerwinski: Sehr selten. Heutzutage haben wir sehr gute Technik, die Hörgeräte haben sich unglaublich verbessert in den letzten Jahren, auch die CIs. Und wenn ein Kind früh entdeckt wird und frü versorgt wird, ein förderndes Elternhaus gibt, dann sind die Kinder auch in der Regelschule, da läuft das eigentlich auch. Aber wir haben jetzt ganz viele Flüchtlingskinder, die jetzt mit 5 Jahren kommen und überhaupt noch nie ein Hörgerät hatten oder auch komplett taub sind und noch nie irgend eine Sprache hatten, da brauchen wir extrem viele Gebärden. Das ist jetzt in den letzten Jahren sehr auf uns zugekommen. Also, viele Kinder aus Syrien, aus Jordanien, aus dem Iran, die jetzt zu uns kommen und die gar nicht hören können. Ein Kind, das ist 6 Jahre alt und das ist überhaupt nicht versogt worden mit Hörgeräten. Das fängt jetzt an, langsam ein bisschen Gebärdensprache aufzubauen. Das ist schwierig. Wir haben auch Kleine, die jetzt mit Hörgeräten versorgt sind, wo es dann schneller läuft. Wir haben auch Kinder, da kann man nicht implantieren, wenn der Hörnerv auch nicht intakt ist […] oder auch, wenn man sehr, sehr spät implantiert. […] Aber wenn man jetzt schon gehört hat und durch einen Unfall nicht mehr hören kann oder durch eine Krankheit – Also, viele Kinder haben früher durch Meningitis oder durch Röteln oder durch Masern, Mumps, diese ganzen Kinderkrankheiten, gegen die man jetzt gut impfen kann – als man das noch nicht konnte, haben viele Kinder deswegen eine Hörschädigung bekommen, die waren dann ganz taub. Das ist ja heute nicht mehr oft der Fall, weil die meisten Kinder geimpft werden. Aber wenn man schonmal gehört hat und dann ein Implantat bekommt, dann ist es auch viel einfacher, wieder hören zu lernen. Aber wenn man nie gehört hat, über Jahre, dann ist es mühsamer.

LSW: Es gibt doch bestimmt einen ziemlich großen Unterschied zwischen den verschiedenen Ländern und den Gebärdensprachen. Gibt es da eine Gebärdensprache, die der deutschen noch am nächsten ist und die man hier verstehen kann?
Fr. Czerwinski: Also, Gebärdensprache an sich kann man eigentlich in allen Ländern gut verstehen, wenn man sie gut kann. Ich habe eine Freundin, die war in Amerika, an der Gallaudet University, das ist eine Universität nur für Gehörlose, da sprechen alle Gebärden, da ist man total der Außenseiter, wenn man nicht Gebärden kann. Meine Freundin war dort und hat dort ASL, also American Sign Language, gelernt, spricht auch super gut, aber die wollte Dolmetscherin werden, hier in Deutschland, und musste sich viel umstellen, weil es doch eine andere Sprache ist.
LSW: Heißt das, man kann das in den amerikanischen Medien auch gut verstehen, also in Planet of the Apes ist ja gerade viel drin.
Fr. Czerwinski: Wenn man es gut kann, dann ja. Das kann man schon verstehen. Aber meine Gebärdenkenntnisse sind da leider auch nicht so gut. Ich habe damals im Studium leider keine Gebärden gelernt, da galt es noch: Das verträgt sich nicht, entweder kann ein Kind reden lernen oder Gebärden. Und wenn ein Kind noch gehört hat, dann sagte man, das muss sprechen lernen und Gebärden soll es nicht. Das ist in der Geschichte der Gehörlosendidaktik ein ganz schwarzes Thema, ist auch heute noch umstritten, viele sagen heute noch Gebärden sind nicht gut, aber mittlerweile ist die Gebärdensprache als vollständige Sprache anerkannt. Und es ist eine eigene Sprache mit eigener Grammatik. Ich kann mal ein Beispiel machen. Es gibt auch zei Unterschiede, es gibt LGB, das sind lautsprachenbegleitende Gebärden. Da mache ich zu jedem Wort, das ich spreche eine Gebärde. Also z. B. „das“, das ist das „S“ von den Buchstabenzeichen.

Fr. Czerwinski: „Das“, „Motorrad“, kennt ihr ja, nyemm-nyemm-nyemm.

Fr. Czerwinski: „Fährt“. [Flache, vertikale Hand von rechts nach links] „Den“, das ist das „N“, das ist für Gehörlose ganz schwierig zu unterscheiden, „den“ und „dem“ zu unterscheiden, das macht ihr wahrscheinlich oft auch noch falsch.

Fr. Czerwinski: „Berg hinauf“ [Bogenbewegung nach oben] Also habe ich jetzt zu jedem Wort eine Gebärde gemacht. Wenn ich jetzt Gebärdensprache mache, mache ich [zwei kurze Bewegungen, einmal „Motorrad“ und einmal die „Fährt“-Bewegung nach oben], ja, also mache ich so mein Motorrad [Flache, vertikale Hand] und so wäre mein Auto [Flache, horizontale Hand] […] Da sage ich also in zwei Gebärden den ganzen Satz. 🙂 Das ist viel ökonomischer. Und manchmal auch viel deutlicher, weil man dann auch mit Mimik oder Geschwindigkeit arbeitet. […] Da kann man also ganz viel mit Gebärden machen. Und ihr seht, da braucht man ganz viel den Oberkörper dazu und muss viel mit dem Gesicht und mit den Augen machen, und das kann man dann international ganz gut verstehen. Also, wenn ich so mache: 😦 Das könnt ihr in jeder Sprache gut verstehen. […] Also, die Körpersprache, die ihr alle verwendet, die hilft dann da unglaublich. Ihr merkt das vielleicht auch, wenn man in einer Fremdsprache spricht, wenn man telefoniert, auf Französisch, ist das furchtbar schwierig, wenn man dann aber jemanden trifft, der Französisch spricht, kann man da ganz viel mit Mimik und so machen, dann ist das viel leichter für uns zu sprechen und zu verstehen. Deshalb ist es für unsere Schüler extrem wichtig, ein gutes Mundbild zu haben, das Gesicht zu sehen. […] Wenn man Haare davor hat, ist es nicht so gut, wenn man Kuagummi kaut ist das Verstehen nicht so gut. Und Licht ist ganz wichtig, dass man gut ausgeleuchtet ist. Dann macht man für alle das Verstehen leichter. Das ist ja das schöne, was für unsere Kinder gut ist, ist für alle Kinder und alle Beteiligten gut. In meinem Alter hat man auch schon ein bisschen Probleme, nicht mehr gut zu hören. 🙂 Das fängt ja in meinem Alter schon ganz gut an. Und das wird uns wahrscheinlich allen mal so gehen, wie wir alle gern Musik hören, dauernd irgendwelche Kophörer in den Ohren haben, vor allem so die Teenager, sind ja mit dem Handy fast verwachsen. Und das führt später dann auch zu Hörschäden, leider, mit dem Alter. Ich habe in meiner Jugend viel Walkman genhört. Das ist nicht so gesund. 😀 […]

LSW: Ich find ja super, dass die Kids das Abitur machen können, aber wie geht’s dann weiter?
Fr. Czerwinski: Es gibt Gehörlose, die an der Uni studieren. Die haben dann zum Beispiel einen eigenen Dolmetscher, oder zwei Dolmetscher sind es dann meistens. Das muss man nur wahnsinnig durchkämpfen, dass man das bezahlt bekommt. Es gibt auch Schriftdolmetscher, das heißt, die Tippen direkt, wenn was gesprochen wird, tippen die das direkt in den PC. Und dann haben die ihr eigenes Tablet dabei und dann lesen die direkt mit, was geschrieben wird. Das haben wir z. B. bei Lehrerkonferenzen auch. Wir haben auch gehörlose Lehrer bei uns in der Schule, und Schwerhörige, und wir haben bei Konferenzen immer Schriftdolmetscher da. Die schreiben dann alles mit, das ist nicht immer ganz richtig, weil das so schnell gehen muss, die haben dann immer so Kürzel, die sie tippen, z. B. für Förderschullehrer machen die nur „FS“ und dann kommt „Förderschullehrer“ gleich getippt. Die haben also eine Art Steno am Computer. Und damit arbeiten wir dann auch. […]
Christine: […] Ich glaube, mit der heutigen Technik ist es heute vielleicht auch einfach, weil die Uni auch wesentlich medialer geworden ist. Die ganze Vorlesung gibt es danach, sage ich mal, zum Herunterladen. […]
Fr. Czerwinski: Was halt schwierig ist, ist wenn man wirklich auf Gebärdensprache angewiesen ist. Man braucht ja für jedes Wort eigentlich eine Gebärde. Aber es reicht ja nicht, wenn man im Phyikunterricht […] sagt „Katalysator“, dann wissen die Kinder trotzdem nicht, was ein Katalysator ist, nur weil ich die Gebärde mache. Trotzdem muss ich diese Gebärde mit Inhalt füllen. […] Es reicht nicht, wenn ich alles einfach nur gebärde. […]

Christine: Gibt’s bei euch denn die normalen Fächer? Oder habt ihr auch irgendein besonderes Fach? Zum Beispiel frage ich mich: Geht Musik, wenn Kinder taub sind?
Fr. Czerwinski: Wir machen einfach ganz laut Musik, mit Trommeln und so. Geht Prima. 🙂 […] Und wir haben das Fach Gehörlosenkunde, also Gebärdensprache. Einmal die Woche macht der Herr Ridder bei uns Gebärdenunterricht. Der ließt dann auch […] Bilderbücher in Gebärden, z. B.
LSW: Haben wir hier ein Buch, in dem alle Gebärden drin sind?
Christine: Nein, aber vielleicht sollten wir uns so eins mal besorgen.
Ret: Wir haben genau ein Buch, das heißt Henriette Bimmelbahn [Planet Willi (a. d. R.)], da sind ein paar Gebärden drin.

LSW: Was heißt denn „ich liebe dich“?
Fr. Czerwinski: Da gibt’s verschiedene… also, es gibt ein Zeichen – das ist das „i“, das ist das „L“ und das ist das „Y“. D. h., wenn man so macht, dann heißt das „I love you“, also auf Englisch. […]

LSW: Gibt es auch Schimpfwörter auf Gebärden?
Fr. Czerwinski: Die weiß ich natürlich nicht. 😉

LSW: Wie machen die Sport?
Fr. Czerwinski: Ganz normal. Sport kann jeder machen. Also, nur beim Schwimmen wird es manchmal schwierig, mit dem Hörgerät, die die anhaben, dann ist es einfach ein bisschen schwierig, da muss man vorher erklären. […] Und dann erst die Hörgeräte ausziehen. […] Aber es gibt mittlerweile CIs, mit denen man unter Wasser hören kann. […] Ja, dann hören die besser als du.

Fr. Czerwinski: Ich kann euch noch etwas Lustiges zu der FM-Anlage erzählen. […] Wenn man als Lehrer vergisst, sie auszumachen, in der Pause, dann können nämlich die Kinder mit Hörgeräten die Lehrer belauschen. Mir ist es mal passiert, ich hatte die auf der Toilette angelassen. 😅

LSW: Wenn das FM-Geräte sind, kann man damit Radios stören?
Fr. Czerwinski: Das sind bestimmte Frequenzen. […] Ist mittlerweile auch nicht mehr FM, das ist der falsche Begriff, mittlerweile. Das wird nicht mehr über Radio übertragen, sondern über… [Bluetooth, meistens].

500 € für die Ruth-Schaumann-Schule

Bücher helfen! ist ein ganz besonderes Projekt für uns, denn mit unserem großen Bücherflohmarkt können wir einiges an Geld einer wohltätigen Organisation im Saarland spenden. Letzte Woche haben wir einen Check schon ausgestellt. Und diese Woche gibt es 500 € für die staatliche Förderschule mit überregionalem Förderzentrum Hören und Kommunikation.

Ein Check von 500 € für die Ruth-Schaumann-Schule.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Czerwinski – und an ihren Schülern, die für uns ihre Zeit aufgeopfert haben, um uns zu zeigen und zu beschreiben, wie in Deutschland eine vollkommen andere Sprache täglich benutzt wird und welche anderen Möglichkeiten es gibt, eigentlich allen Menschen das Leben leichter zu machen, wenn man

Zum Abschluss unserer sinn-vollen und sinnes-reichen Weihnachtswochen bleiben nur noch zwei Sinne übrig – und die werden wir voll ausnutzen.

Tolle, lege; Tolle, lege!

Ret

{Tierbilder} Diese Puzzleteile gehören zusammen

„Wir gehören zusammen“ von Britta Teckentrup ist ein interessantes Buch. Zum einen ist es zum Vorlesen gedacht, mit Reimen und lustigen Tierbeschreibungen. Zum anderen ist es zum Entdecken gemacht: Auf jeder Seite findet man eine Menge ähnlicher Tiere – mal haben Hunde ähnliche Farben, Fische haben ein anderes Schuppenmuster und Käfer haben unteschiedliche Fühler – aber nur zwei sehen genau gleich aus. Genau die richtigen zwei Tiere zu finden ist ein echtes Leseerlebnis – solange in der Gruppe der Lesemäuse nicht zu viele nach vorne drängeln. 😉

Aber nur weil die Kinder das Buch nicht zu Hause haben, heißt das nicht, dass sie mit dem Suchen nach zusammengehörenden Teilen aufhören müssen! Seit mehr als einem Jahr haben wir in unseren Schränken Blanko-Puzzles herumliegen. Zeit, sie einzusetzen.

Hund & Katze

Weil auf den Puzzles nur schlecht radiert werden kann, hat jeder erstmal eine Vorzeichnung gemacht. Die verschiedensten Lieblingstiere haben mit Bleistift und Filzstift ihre Form bekommen… auf dem Puzzle werden sie nachgemalt und bekommen ihre endgültige Farbenpracht.

Am Schluss ist noch genug Zeit, das eigene Puzzle zu lösen.

Wichtig ist, dass das Tier so viel Platz auf dem Puzzle einnimmt, wie es möglich ist. Am besten wird alles, inklusive Rahmen, ausgemalt.

Kaninchen

 

Fledermaus
Spinnen
Fische
Hund

Viel Spaß beim Puzzlen!
Ret

{Die Suche} Gürtel für unsere Fantasiekreide

Die ReiseDie SucheDie Rückkehr:
Mittlerweile ist zumindest der erste Band der Bilderbuch-Trilogie bei uns in der Lese- und Schreibwerkstatt ein richtiger Klassiker geworden. Alle Gruppen kennen das Buch; auf Seminaren empfiehlt und bespricht es unsere Leiterin Christine ständig – und jetzt haben wir alle Bände. Das Besondere: Die wundervoll aufwändig illustrierten Bücher haben keinen Text. Kinder können (in allen Sprachen) selbst „vorlesen“ und beschreiben, was passiert… und mit eigener Zauberkreide kann man selbst erraten, welche Zeichnung unsere Helden aus der Geschichte rettet und seine eigene Zauberwelt zeichnen!

Also soweit eigentlich ein alter Hut. Aber jetzt haben wir Zauberkreide und müssen sie auf unseren Abenteuern mitnehmen… Und deswegen lesen wir den zweiten Band. Aus der Trilogie ist das eigentlich sogar mein Lieblingsbuch, es gibt so viele Details, die Elemente der Geschichte im Voraus andeuten. Und endlich erfahren wir, was es mit den düsteren Gestalten im ersten Band auf sich hat…

Der König aus „Die Suche“ hat für unser Problem die passende Erfindung: einen Gürtel!

Wir haben weit im Voraus die Eltern unserer Lesemäuse gebeten, alte Jeans zum Zerschneiden wegzulegen. Übergröße ist kein Problem.

Als erstes muss aufgepasst werden, wie die Jeans geschnitten wird. Gebraucht werden die Hintertaschen, die Rise (die Gürtelzone inklusive Gürtelschlaufen und Verschluss), aber nicht die Vordertaschen und nicht der Reißverschluss. Damit die Hintertaschen nicht von innen aufgeschnitten werden, am besten vorher abtasten.
Bei „Jeans“, die keine Hintertaschen haben, kann man auch versuchen die Vordertaschen zu nehmen.

Für die Kinder war es eine große Hilfe, dass wir die Schnittlinien mit Textilstiften vorgezeichnet haben.

Dann kann der Fantasiegürtel voll mit Farbe und Glitzer ausgestattet werden! Immerhin soll er uns in unseren Abenteuern begleiten.

Dann muss der Gürtel trocknen. Eine letzte Kleinigkeit fehlt aber noch: Passt der Gürtel? Wenn das die alte Hose vom Papa war, eher nicht. Man könnte an der passenden Stelle ein neues Loch für den Knopf bohren, aber wir haben stattdessen einen Druckknopf angebracht, den sich die Kinder selbst aussuchen konnten.

Fertiger Gürtel mit rosa Herz-Druckknopf – nur noch etwas trocknen lassen
Voll ausgestattet für ein Abenteuer!

Bis zum nächsten Abenteuer!

Ret

{Gesucht! Henri, der Bücherdieb} Ich ❤ Bücher und T-Shirts

Als Leseratten und Lesemäuse können wir von Büchern ja nie genug bekommen. Aber was ist mit Lese-Hasen? In Gesucht! Henri, der Bücherdieb lernen wir einen bücher-begeisterten Hasen kennen. So begeistert, dass er die Bücher aus den Häusern der Menschen klaut. Man erkennt ihn an seinem T-Shirt, auf dem „Ich ❤ Bücher“ steht. So begeistert vom Lesen sind wir auch!

Was Henri kann, können wir schon lange. Mit bunter Stoffmalkreide auf weißen T-Shirts und mit vorgeschnittenen Malschablonen gestalten wir unsere eigenen  „Ich ❤ Bücher“-T-Shirts, in unseren Lieblingsfarben und mit so vielen Herzen und Zusatzsymbolen wie wir wollen.

Ein paar Tricks haben wir dabei herausgefunden:

  • Es geht einfacher, wenn man die Schablonen mit Maskingtape ans T-Shirt klebt.
  • Ein Stück Pappe im T-Shirt hilft auch enorm.
  • Trotzdem wird es etwas rutschig. Mit den Stiften zu malen ist nicht immer ganz wie auf dem Blatt. Stattdessen kann man die Stifte aber auch als Stempel benutzen, bis die Fläche ausgemalt ist.
  • Bei besonders wichtigen Formen hilft es, hinterher die Umrandung nachzufahren.

Und zum Schluß noch ein kleines Spiel: Wisst ihr, welche Bücher unser Hase hier gemeint hat?

  • Der Schnüffelo
  • Der kleine Hase Nimmersatt
  • Wo die wilden Kaninchen wohnen
  • Charlie und die Löwenzahnfabrik
  • Vom kleinen Häschen, das wissen wollte, wer ihm auf dem Kopf gemacht hat
  • Der Räuber Möhrenplotz
  • Pippi Karottenstrumpf
  • Max und Möhritz
  • Harry Hopper und das Radieschen der Weisen
  • Alice im Mümmelland
  • Hänsel und Beete
  • Wilbur und Karotte
  • Die Chroniken von Mjam-ja
  • Die Schöne und der Salat
  • Der kleine Hase Krokus-Kuss

Und hier noch ein paar Titel für ältere Leser:

  • Oliver frisst
  • Das Schicksal ist eine miese Rübe
  • Die Tribute von Möhrem
  • Der Herr der Löffel
  • Per Anhalter durch das Feld
  • Die Hasen von Winterfell
  • Dr. Hoppel und Mr. Hyde
  • Der alte Hase und das Meer
  • Die drei Mümmeltiere
  • In 80 Tagen um das Feld
  • Knabber(n) zum Morgengrauen
  • Der Langohrige, der aus dem Bau stieg und verschwand

Bis zum nächsten Mal!

Ret

{Das Schlaf} Watteschafe… ich meine, Watte-Schlafe

Flix ist Comiczeichner, aber diesmal hat er ein Bilderbuch geschrieben: Das Schlaf.

Das Schlaf mit Aktenkoffer

Das Schlaf ist genial, auf jeder Seite gibt es Sachen zu entdecken und etwas zum Lachen oder zum Schmunzeln (und Flix ist ein wunderbarer Zeichner). Leider konnten wir die Kinder mit der Geschichte nicht zum Schlafen überreden, deswegen mussten wir uns etwas anderes ausdenken:

Ich war mal wieder fleißig… ungefähr einmal im Jahr gestalte ich eine druckfertige Bastelvorlage. Was ihr für die Schafe Schlafe braucht:

  • Festes Papier (A4) für die Vorlage
  • Schere
  • Wattepads
  • Einen Stift, um die Schablone auf der Watte nachzuzeichnen

Und so geht’s:

Die Wattepads zur Hälfte durchschneiden
  1. Schneidet die alle Vorlagen aus.
    • Den Kopf und die kleinen Kreise braucht ihr vielleicht nur einmal auszuschneiden, die sind nur als Schablone gedacht.
    • Ein Schaf besteht aus einer Körper-Vorlage, zwei Bein-Vorlagen und 14 Wattepads
  2. Malt mit einem Stift auf je ein Wattepad die Schablonen nach. Insgesamt braucht ihr:
    • Einen Kopf
    • Zwei Kreise

    Die Wattepads dann an den nachgezeichneten Linien ausschneiden und in die Einschneidelinien reinschneiden.

  3. Die übrigen Wattepads in der Mitte halb durchschneiden.
  4. Die Wattepads in den Körper stecken.
    • Die ausgeschnittenen Wattepads sind für bestimmte Stellen gedacht: der Kopfteil für den Kopf, einer der Kreise dahinter, in den Hals, der andere Kreis in den letzten Schlitz am Po.
    • Ich empfehle, von einem Ende zum anderen vorzugehen.
  5. Erst zum Schluß kommen die Beinteile in den Körper.
Prickeln ist nicht empfohlen – sehr zeitaufwändig und die Schlitze müssen unbedingt mit der Schere geschnitten werden

Ein paar Dinge kann man noch ausprobieren:

  • Den Kopf statt als Wattepad einfach als Papier reinstecken.
  • Die Wattepads auseinanderreißen und entweder die Hälften einzeln in die Schlitze stecken oder beide Hälften seitenverkehrt zusammen reinstecken. Dadurch wird das Schaf schön flauschig. Leider wird es sehr viel schwerer, die Wattepads reinzustecken. Aber für den Kopf oder für das Endteil ist es vielleicht eine Überlegung wert.
  • Auf das Kopfteil können noch Augen aufgemalt oder -geklebt werden.
Am besten erst außen alles abschneiden und dann die Schlitze ganz am Schluß
Herde #1
Herde #2
Eins… zwei… dr… zzzzzz…
Määh!

Gute Nacht.
Hat Spaß gemacht.
Bis nächstes Mal.

Ret

{Video-Anleitung} Papiergespenster-Puppen

Oh, Oktober! Hallo Halloween. Gute gebastelte Geister gewinnen Gruselabende. Papiergespenster-Puppen passen perfekt.

Musik: http://freemusicarchive.org/music/Little_Glass_Men/Debut_EP/Modulation_of_the_Spirit_WB
Modulation of the Spirit von Little Glass Men (Lizenz: CC-BY)