Die neueste Kolumne: vom Geräuschemacher und Geräuschemachen in der Vorlesestunde

Heute gibt es für euch die neueste Kolumne, die ich für das Netzwerk Vorlesen schreibe. Dieses Mal geht es um Geräusche. Für alle, die die Kolumne noch nicht auf dem Netzwerk Vorlesen entdeckt haben, habe ich sie hier noch einmal mit ein paar Extrabildern. Dafür findet ihr auf dem Netzwerk Vorlesen eine tolle Zusammenfassung der Kolumne, die ihr euch dort downloaden könnt. Also, los geht es:
Liebe Geräuschemacher und Stillelauscher,heute nehme ich Sie mit in einen Bereich des Vorlesens, der eine ganz besondere Gewichtung bei uns einnimmt: Wir betreten die Welt der Geräusche.

Geräusche sind beim Vorlesen ja ein wertvolles Mittel, um die verschiedensten Nuancen einer Geschichte zu betonen, und ich baue so oft es geht Geräusche in meine Vorlesestunden ein und animiere auch die Kinder immer wieder dazu, die Geschichte aktiv zu begleiten durch das Nachmachen von Tierstimmen, dem Kratzen und Quietschen in Gruselgeschichten und vielem mehr.

Weil ich es so liebe, mit Geräuschen zu spielen habe ich drei Gruppenstunden dann auch ganz dem Thema gewidmet. In den beiden Geckoausgaben 41 und 45 habe ich zwei kurze Geschichten vom Geräuschehändler gefunden.
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In dieser Geschichte geht es um einen Mann der mit Geräuschen handelt. Wundervoll wird erzählt, was er alles lagert, und die Illustrationen sind ebenfalls sehr schön. In jeder Geschichte bekommt er einen ungewöhnlichen Besucher, dem er passende Geräusche heraussucht.EINSTIEG
Doch zurück zum Anfang: Nach unserem Begrüßungsritual wundern sich die Kinder – in der Mitte des Vorlesekreises sind jede Menge Kisten, Kästchen, Tüten, Säcke und vieles mehr aufgebaut. Was soll denn das für ein Thema heute sein? Ich verrate, dass es heute in der Geschichte um einen ganz besonderen Händler geht. Wir überlegen gemeinsam was für Händler uns einfallen und dann erzähle ich ihnen, dass sie heute einen Geräuschehändler kennen lernen. Was gibt es da wohl im Laden zu kaufen? Da kommen jede Menge Antworten, die wir zusammentragen: Tiergeräusche, Pupsgeräusche (großes Gelächter), Straßengeräusche… und vieles mehr.

Bevor ich zu lesen anfange, lasse ich die Kinder die Augen schließen und wir konzentrieren uns, was wir alles um uns herum hören. So bekomme ich direkt schon Stille in die Gruppe und nachdem wir auch hier gesammelt haben, was es alles für Geräusche um uns gibt, fange ich an zu lesen.

VORLESEN MIT GERÄUSCHKULISSE
In der ersten Woche lese ich von einem Gespenst, das den Geräuschehändler besucht. Natürlich möchte es Gruselgeräusche und wir überlegen, was das alles für Geräusche sein können. An passenden Stellen imitieren die Kinder die Geräusche, die das Gespenst kauft.

MIT GERÄUSCHEN HANDELN – BASTELN & SPIELEN
Nach dem Vorlesen teile ich die Kinder dann in zwei Gruppen ein und nun erfahren sie was es mit all den Kisten und Kästchen auf sich hat:

Jede Gruppe darf nun einen Geräuscheladen aufmachen. Sie werden selbst zu Geräuschehändlern und müssen sich Gedanken machen, welche Themen an Geräuschen sie anbieten wollen und wie sie die darstellen. Voller Eifer machen sich die Gruppen ans Vorbereiten. Sie basteln kleine Schilder, überlegen sich, wie man die Geräusche machen kann, und gestalten kleine Geräuschetüten.

Bastelaktion: Hier habe ich Butterbrottüten zum Bemalen bereit gelegt und die Kinder konnten auf die Tüte malen, welches Geräusch sich darin befindet.

Nacheinander besuchen sich nun die Gruppen. Immer einer in der Gruppe ist der Geräuschehändler der verschiedene Geräusche anpreist. Die restlichen Kinder machen an den entsprechenden Stellen die Geräusche. Wir lachen viel und sind überrascht von den originellen Ideen, die die Kinder haben.

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In der zweiten Woche hält dann wieder der Geräuschehändler bei uns Einzug. Dieses Mal hat er eine Straßenlaterne zu Besuch, der nachts die Straßen zu ruhig sind. Auch hier sammeln wir ganz fleißig, welche Geräusche denn eine Straßenlaterne gebrauchen könnte.BASTELN
Im Anschluss an die Geschichte wollen wir wieder kreativ werden: Heute basteln wir kleine Geräuschekästchen mit den Kindern. Jedes Kind bastelt ein Kästchen für ein spezielles Geräusch, das in dem Kästchen ist. Das Kästchen wird thematisch gestaltet und in die Mitte legen die Kinder ein gefaltetes Bild mit dem Geräusch.

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DSC_5724Im Anschluss bauen wir uns einen Geräuscheladen und jedes Kind darf einmal hinter die Ladentheke und dort sein Kästchen verkaufen und natürlich das entsprechende Geräusch vormachen.

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DSC_5730GERÄUSCHE ENTDECKEN DIGITAL
Dazu haben wir unser Gruppen-IPad im Gebrauch. Immer in Dreiergruppen dürfen die Kinder eine App nutzen. „Geräusche des Lebens“ heißt sie und bei dem kleinen Spiel geht es darum, in verschiedenen Situationen wie z. B. Tierhandlung, Straßenverkehr etc. Geräusche richtig zuzuordnen.

Eine Einführung, wie die App genutzt wird, konnte ich gleich streichen, denn absolut jedes Kind hatte Smartphone- oder Tableterfahrung.

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DSC_5728TIERE IMITIEREN
Den Abschluss unserer Geräuschereise machte dann das herrliche Buch „Wenn ich ein Löwe wäre“ von Isabel Pin. In dem Buch ist auf jeder Doppelseite ein Tier abgebildet und an der Stelle des Kopfes ist ein Loch durch das die Kinder schauen und das Tier nachmachen können.

Und genau das haben wir dann auch getan. Wir haben wie Löwen gebrüllt, wie Vögel gezwitschert und wie Katzen miaut. Und uns dann unser eigenes Buch gestaltet. Jedes Kind hat ein großes Blatt Papier bekommen, einen Kreis ausgeschnitten und sich überlegt, was es sein möchte. Neben dem Malen wurde dann auch immer ein Satz überlegt wie z.B.: Wenn ich eine Katze wäre, würde ich laut miauen, wenn ich Hunger hätte.

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DSC_5820Im Vorlesekreis durfte dann jedes Kind vorstellen, wer es wäre. Einen ganz besonderen Lacher gab es für Johannes, der durch eine Kloschüssel schaute: „Wenn ich ein Klo wäre, würde ich rauschen, wenn jemand sein Geschäft in mich gemacht hätte!“. Ja, so lustig kann Leseförderung sein!

BACKEN?!
Neben dem Gestalten durfte sich zudem jeder auch noch an einem Geräuscherezept versuchen. Dazu gab es ein kleines Arbeitsblatt, das die Kinder ausfüllen konnten. Bei unseren kleinen Leseratten haben wir geholfen. Und so kamen dann lecker-lauschige Rezepte heraus.

Eine Zusammenfassung meiner geräuschsintensiven Vorlesestunde mit Vorlage für das Geräuschrezept finden Sie unten.

Wie und wann setzen Sie Geräusche ein? Spielen Sie auch so gerne damit? Wir freuen uns wie immer auf Ihre Ideen und Anregungen.

Knister-kratzig-heulend-jaulige Grüße sendet Ihnen
Christine

P.S: Und hier noch eine Rezeptidee:

Rezept für einen Gruselabend

Man nehme:
10 g Katzenjammer
5ml Türenquietschen
20 g Kettenrasseln
und fünf Werwolfheuler
einen Spritzer Glockenschlag

So geht es:
Ein wenig Katzenjammer fein mahlen.
Türenquietschen in kleinen Mengen hinzufügen.
Kettenrasseln gleich 20 an Zahlen
Und Werwolfheuler das sollte genügen.

Abschmecken, es fehlt an Geschmack,
wir werfen nen Glockenschlag in unseren Sack.
Den Sack schütteln wir einmal ganz laut.
Wir bekommen `n Geräusch bei dem es uns graut.

Gänsehaut auf unseren  Armen und Beinen
Wer Angst hat, fängt gleich an mit dem Weinen.
Unser Rezept ist gut, magst du es probieren,
so brauchst du nur Mut.

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